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Die Lokalbahn Wien–Baden, umgangssprachlich und medial Badner Bahn genannt, ist eine Überlandstraßenbahn bzw. Regiotram im Großraum Wien. Die im Eigentum der Wiener Stadtwerke stehende Wiener Lokalbahnen GmbH (WLB) betreibt die Lokalbahn zugleich als Infrastruktur- und als Verkehrsunternehmen.
Die 25 Kilometer lange Eisenbahnstrecke führt vom Schedifkaplatz im 12. Wiener Stadtbezirk, Meidling, nach Baden; dort endet sie auf dem Josefsplatz. Die Bahn ist elektrifiziert und bis auf einen 2,3 Kilometer langen eingleisigen Abschnitt in Baden durchgehend zweigleisig ausgebaut. Täglich werden auf der Badner Bahn 35.000 Menschen befördert,Ausbau der Badner Bahn für Pendler, OTS vom 23. Jänner 2013 sie ist in den Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) integriert.
Die Bahnlinie verläuft im Bereich der ersten 16 Stationen in Wien, teilweise in Tieflage, über Strecken der Straßenbahn Wien (blau in der Liniengrafik), anschließend auf etwa 23 Kilometer überwiegend (ausgenommen in der Feldgasse in Guntramsdorf) auf selbstständigem Gleiskörper (rot in der Liniengrafik), die letzten etwa 2 Kilometer im Zentrum von Baden wieder als – oberirdische – Straßenbahn (blau in der Liniengrafik).
Betrieb Die Züge von und nach Baden verkehren durchgehend bis und ab Wien Oper im Zentrum der Hauptstadt. Nördlich der Haltestelle Schedifkaplatz benützen sie dabei auf einer Länge von 4,2 Kilometern das Netz der Straßenbahn Wien, dort sind die Wiener Linien für die Infrastruktur zuständig.
Ebenso findet zwischen Baden Josefsplatz und Baden Leesdorf straßenbahnmäßiger Betrieb statt. Auf der restlichen Strecke ist die Badner Bahn hingegen eine Vollbahn. Bis zum Herbst 2025 verkehrten zwischen dem Industriezentrum NÖ Süd und der Abzweigung Wienersdorf auch planmäßig Güterzüge. Mit dem Eisenbahnnetz der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) ist die Badner Bahn im Bereich der Haltestelle Gutheil-Schoder-Gasse und bei Traiskirchen verknüpft.
Im Personenverkehr bedient die Badner Bahn heute insgesamt 22 Bahnhöfe und Haltestellen. Hinzu kommen 16 Haltestellen im Bereich der Wiener Straßenbahn, wobei der Karlsplatz nur in Fahrtrichtung Wien Oper bedient wird. Die Lokalbahn ist heute bis zur Station Baden Landesklinikum zweigleisig ausgebaut. Der Abschnitt Baden Landesklinikum bis zum Streckenende Josefsplatz ist eingleisig, wobei die Station Baden Viadukt als Ausweiche ausgeführt ist. In der Endstation Baden Josefsplatz gibt es zwei Stumpfgleise.
Auf der als Straßenbahn betriebenen Strecke innerhalb Wiens wird auf Sicht gefahren, ausgenommen im Tunnelabschnitt der Unterpflaster-Straßenbahn-Strecke unter dem Gürtel. Hier wird signalgesichert gefahren, allerdings ohne Zugbeeinflussungssystem und spezifischen Signalen. An den Verzweigungen in den Stationen Matzleinsdorfer Platz und Kliebergasse befinden sich Signalanlagen mit Fahrstraßensicherung. Auch auf der restlichen Strecke zwischen Schedifkaplatz und Baden wird signalgesichert gefahren. Es gibt Hauptsignale, Schutzsignale, Signalnachahmer, Verschubsignale und Weichensignale sowie die im österreichischen Eisenbahnnetz üblichen Signaltafeln wie Geschwindigkeits- oder Fahrleitungssignale.
Zwischen Wien Oper und Wiener Neudorf wird Montag bis Samstag ein 7,5-Minuten-Takt angeboten. Ansonsten wird die Strecke im Viertelstundentakt bedient. Die Fahrzeit über die Gesamtstrecke beträgt rund eine Stunde. Die Symmetriezeit des Fahrplans liegt eineinhalb Minuten vor der vollen Stunde und entspricht damit exakt der in Mitteleuropa üblichen.
Seit dem Fahrplanwechsel mit 10. Dezember 2023 wird die Strecke Wien Oper bis Wiener Neudorf vor Samstagen, Sonn- und Feiertagen die ganze Nacht im 30-Minuten-Takt befahren. Die Fahrpläne sind an die Nacht-U-Bahn der Wiener Linien am Karlsplatz und in Meidling bzw. die Nacht-S-Bahn in Meidling und Matzleinsdorfer Platz angepasst.
Das Fahrplanangebot wird seit Dezember 2020 durch einen über 15 Jahre laufenden Verkehrsdienstevertrag seitens des Verkehrsverbunds Ost-Region im Auftrag der Länder Wien und Niederösterreich beauftragt.
Das Verkehrsunternehmen Wiener LokalbahnenGmbH erkennt die Vorteilscard der ÖBB in den Zügen der Lokalbahn Wien-Baden an. Fahrradmitnahme ist nicht zulässig.
Zwischen Wien Oper und Vösendorf-Siebenhirten sind alle Tickets für die Kernzone Wien gültig.
Sicherungsanlagen mini|Herzstück mit beweglichen Flügelschienen (Üst Schedifkaplatz)
In den ersten Betriebsjahren gab es keine Sicherungsanlagen, erst durch eine technisch-polizeiliche Prüfung am 10.Jänner 1902 wurden bei allen Weichen, die gegen die Spitze befahren werden, Schlösser vorgeschrieben. Die ersten mechanischen Mittelstellwerke der Bauart 3500 der Firma Siemens & Halske sowie Schleppgleisapparate bei den Anschlussbahnen wurden am 18.Mai 1907 in Betrieb genommen – gleichzeitig wurde die Streckenhöchstgeschwindigkeit auf 50 km/h erhöht. Während die Ein- und Ausfahrsignale mechanisch fernbedienbar wurden, blieben die Weichen ortsbedient. Sie wurden allerdings mit Weichenriegeln in die Signalabhängigkeit einbezogen.
Zwischen März 2006 und Mai 2007 wurde in Wiener Neudorf ein Zentralstellwerk mit Fernsteuerzentrale eingerichtet. Die übrigen Stellwerke sind im Regelbetrieb unbesetzt und werden von Wiener Neudorf ferngesteuert. Die Technik für das Stellwerk lieferte Siemens. Der Bau wurde im März 2006 begonnen und im Mai 2007 eröffnet. Wegen des Mischbetriebes von Fahrzeugen mit Fernbahn- und Straßenbahnradreifen sind die Weichen in den durchgehenden Hauptgleisen im Eisenbahnabschnitt zwischen Schedifkaplatz und Baden-Leesdorf Fbf mit Herzstücken mit beweglichen Flügelschienen ausgerüstet. In Eisenbahnweichen mit festen Herzstücken besteht für die Personentriebwagen eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 20 km/h.
Kilometer Bezeichnung Bauart Inbetriebnahme Auflassung Bemerkung 4,208 Zugmeldeposten 2 3500 18.05.1907 23.10.1980 fernbedient von Inzersdorf, Verbindungsgleis zur Pottendorfer Linie 5,220 Inzersdorf Personenbahnhof 3500 18.05.1907 02.10.1980 5,220 Inzersdorf Personenbahnhof DrS 03.10.1980 6,270 Inzersdorf Lokalbahn 3500 18.05.1907 03.10.1980 fernbedient von Inzersdorf 8,427 Vösendorf-Siebenhirten 3500 18.05.1907 30.04.1985 8,427 Vösendorf-Siebenhirten DrS 01.05.1985 10,746 Zugmeldeposten 6 3500 18.05.1907 1939/1940 12,735 Wiener Neudorf 3500 18.05.1907 18.10.1983 12,735 Wiener Neudorf DrS 19.10.1983 2007 12,735 Wiener Neudorf ESTW 2007 13,7 Zugmeldeposten 8 3500 18.05.1907 16.09.1955 Kreuzung mit der Laxenburger Bahn 14,198 Zugmeldeposten 8a 5007 1942 1945 17,205 Guntramsdorf 3500 18.05.1907 1990 17,205 Guntramsdorf DrS 1976 Abzw. IZ NÖ 17,205 Guntramsdorf DrS 1990 21,375 Traiskirchen 3500 18.05.1907 30.11.1988 21,375 Traiskirchen DrS 01.12.1988 22,382 Abzw. Wienersdorf (Posten11) 3500 18.05.1907 1989 fernbedient von Traiskirchen, Verbindungsgleis nach Traiskirchen Aspangbahn 23,400 Tribuswinkel 3500 18.05.1902 1989 24,955 Baden Leesdorf 3500 18.05.1907 1990 fernbedient von Traiskirchen
Gesicherte Eisenbahnkreuzungen Kilometer Straße Inbetriebnahme Firma Sicherungsart 5,248 Werkstättenzufahrt 2007 Scheid&Bachmann Lichtzeichenanlage 5,309 Anton-Baumgartner-Straße 1992 Zelisko Lichtzeichenanlage 5,452 Purkytgasse 2023 Scheid&Bachmann Halbschrankenanlage 6,227 Goldhammergasse 2002 Zelisko Lichtzeichenanlage 6,568 Sobotagasse 2017 Scheid&Bachmann Lichtzeichenanlage 6,679 Triester Straße 2002 Zelisko Lichtzeichenanlage 6,970 Erlaaerstraße 2003 Zelisko Lichtzeichenanlage 7,005 Erlaaerstraße 2003 Zelisko Lichtzeichenanlage 7,180 Schönbrunner Allee 2003 Zelisko Lichtzeichenanlage 7,852 Konsumstraße Pfeifsignal 8,446 Ortsstraße 2000 Zelisko Lichtzeichenanlage 12,757 Hauptstraße 1983 Zelisko Verkehrslichtzeichenanlage (12,757 Hauptstraße 2027 geplant Scheid&Bachmann Lichtzeichenanlage) 12,935 Privatwege Pfeifsignal 12,949 Privatwege Pfeifsignal 12,981 Privatwege Pfeifsignal 13,028 Triester Straße 1988 Zelisko Lichtzeichenanlage (13,028 Triester Straße 2027 geplant Scheid&Bachmann Lichtzeichenanlage) 13,064 Gemeindestraße Pfeifsignal (13,064 Gemeindestraße 2027 geplant Scheid&Bachmann Lichtzeichenanlage) 13,170 Rathausgasse Pfeifsignal 13,265 Schillerstraße 1996 Zelisko Lichtzeichenanlage 13,767 Brown-Boveri-Straße 1995 Zelisko Lichtzeichenanlage 15,030 Triester Straße 2024 Scheid&Bachmann Lichtzeichenanlage 15,347 Fußweg Pfeifsignal 17,111 Hauptstraße 2000 Zelisko Lichtzeichenanlage 17,295 Am Kirchanger 2000 Zelisko Lichtzeichenanlage 17,344 Raiffeisengasse Pfeifsignal 17,510 Lichteneggergasse Pfeifsignal 17,680 Steinfeldgasse 2026 Scheid&Bachmann Lichtzeichenanlage 18,849 Wienerbergerstraße 2025 Scheid&Bachmann Halbschrankenanlage 19,670 Anton Hermannstraße 2006 Zelisko Lichtzeichenanlage 19,846 Schulgasse 2006 Zelisko Lichtzeichenanlage 20,090 Triester Straße 2000 Zelisko Lichtzeichenanlage 20,636 Oskar-Helmer-Straße 1983 Zelisko Halbschrankenanlage 21,102 Michel-Buchberger-Straße 1994 Zelisko Lichtzeichenanlage 21,433 Otto-Glöckel-Straße 2017 Scheid&Bachmann Lichtzeichenanlage 21,521 Pfaffstättner Straße 2017 Scheid&Bachmann Lichtzeichenanlage 21,605 Fußweg Pfeifsignal 22,014 Steinfeldgasse 2027 geplant Scheid&Bachmann Vollschrankenanlage 22,875 L 4011 1988 Zelisko Halbschrankenanlage 23,350 Josefsthaler Straße 1996 Zelisko Lichtzeichenanlage 23,646 Seligerstraße Pfeifsignal 24,030 L 4011 1989 Zelisko Lichtzeichenanlage 24,386 Kleingartenweg 2024 Scheid&Bachmann Lichtzeichenanlage 24,767 Kastnerweg 2024 Scheid&Bachmann Lichtzeichenanlage 25,174 Dr. Julius-Hahn-Gasse 1998 Zelisko Lichtzeichenanlage 25,530 Wimmergasse StVO (Straßenbahnbetrieb) 25,548 Augustinergasse StVO (Straßenbahnbetrieb) 25,784 Augasse StVO (Straßenbahnbetrieb) 26,278 Dammgasse Verkehrslichtzeichenanlage 26,707 Wassergasse StVO Verkehrslichtzeichenanlage
Fahrzeuge Ursprünglich dienten 14 Triebwagen und 11 Beiwagen der Reihe 200, geliefert von der Prager Waggonfabrik Ringhoffer, dem Verkehr. Ab 1911 beförderte der Hofsalonwagen der WLB auch allerhöchste Fahrgäste nach Baden und Bad Vöslau. 1927/28 wurden die modernen Fahrzeuge der Reihe 220/230 von Graz/ELIN in Betrieb genommen. Von den 1970er bis in die 1990er Jahre trugen die »Kölner« der Reihe 10/90 die Hauptlast des Verkehrs.
Reste des Fahrzeugparks bestehen heute noch aus Hochflurwagen der Reihe 100, gebaut in den Jahren 1979 bis 1993 von SGP Simmering und AEG Austria. Von diesen dreiteiligen und achtachsigen, auf dem Typ Mannheim basierenden Zweirichtungsgelenkwagen wurden insgesamt 26 Stück geliefert, wobei 2010 aufgrund von Ersatzteilmangel zwei ältere, 1979 und 1983 in Dienst gestellte Wagen ausgemustert wurden. Mit diesen Fahrzeugen begann der schaffnerlose Betrieb auf der Lokalbahn Wien–Baden. Die Wagen sind mit einer Vielfachsteuerung ausgestattet, die eine Kupplung von bis zu drei Einheiten erlaubt, wobei im Normalbetrieb nur in Doppeltraktion gefahren wird. Die 26 Wagen tragen links vorne und rechts hinten die Vornamen Adi, Alois (ursprünglich Loisl), Andreas, Claudia, Elfride, Erich, Erika, Ernst, Franziska, Hans, Harald, Heri, Herta, Inge, Josef, Karl, Margot, Michaela, Reni, Robert, Rudi, Susanne, Theo, Toni, Vera und Wilhelm.
Mit der Auslieferung der TW 500 wurde mit der Teilausmusterung der 100er-Reihe begonnen. Dies betraf bislang die Wagen 113 und 114. Wagen 106 wurde nach einem Auffahrunfall auf einen ULF im Jahre 2020 verschrottet.
Zusätzlich stehen 14 Niederflurwagen der Reihe 400 (auch T2500 und T400 genannt, abgeleitet vom Typ T der Wiener U-Bahn) zur Verfügung, welche in den Jahren 2000, 2006, 2009 und 2010 von Bombardier gebaut wurden.Stadtverkehr-Austria-Wiki: Type 400 (WLB) Verglichen zur Type T sind die Wagen der Reihe 400 mit einer Breite von 2,50 Metern etwas schmaler, und können sich im Gegensatz zu den Type T begegnen. Es gibt nur zwei statt drei Türen pro Seite sowie an beiden Enden Führerstände. Die Fahrzeuge der neueren Serien sind mit Videoüberwachung, Klimaanlage sowie einem Rollstuhllift ausgestattet. Nur ein Wagen ist mit dem Vornamen Gabi benannt.