Die DDR-Liga 1981/82 war die 32. Spielzeit der zweithöchsten Spielklasse im Ligasystem auf dem Gebiet des DFV. In dieser gelang der BSG Chemie Böhlen der direkte Wiederaufstieg und dem 1. FC Union Berlin nach zwei Jahren die Rückkehr in die DDR-Oberliga.
Nach nur einer Spielzeit stiegen von den 15 Vorjahresaufsteigern, die Mannschaften aus Warnemünde, Neustrelitz, Berlin (EAB 47), Finow, Halle, Zittau, Karl-Marx-Stadt (Ascota), Schmalkalden und Silbitz wieder in die Bezirksliga ab. Weitere Absteiger waren Anklam, Hennigsdorf (Motor), Leipzig (Nordwest), Zeitz, Krumhermersdorf und Weida.
Erfolgreichste Torjäger aller Staffeln waren Peter Kaehlitz (SG Dynamo Fürstenwalde) aus der Staffel B und Heinz Zubek (BSG Wismut Gera) aus der Staffel E mit jeweils 22 Toren. __TOC__
Modus Gespielt wurde in 5 Staffeln zu je 12 Mannschaften (regionale Gesichtspunkte). In einer Doppelrunde mit Hin- und Rückspiel wurden die Teilnehmer für die Aufstiegsrunde und die drei Absteiger pro Staffel in die Bezirksliga ermittelt. In der Aufstiegsrunde ermittelten die fünf Staffelsieger ebenfalls in einer Doppelrunde mit Hin- und Rückspiel die beiden Aufsteiger in die DDR-Oberliga.
Staffel A Saisonverlauf Bis zum 20. Spieltag bestimmte der Zweikampf zwischen der ASG Vorwärts Stralsund und der TSG Bau Rostock (mit Gerd Kische) das Geschehen an der Tabellenspitze. Dann verloren die Rostocker ihre letzten drei Spiele und fielen noch auf den dritten Tabellenplatz zurück. Nach vier zweiten Plätzen konnten die Stralsunder nun endlich den Staffelsieg erringen. Die ASG Vorwärts Neubrandenburg, ISG Schwerin-Süd und BSG Post Neubrandenburg spielten eine gute Saison, waren aber zu starken Schwankungen unterworfen, um oben ernsthaft mitzuspielen. Der Vorjahressieger BSG Schiffahrt/Hafen Rostock landete genauso im gesicherten Mittelfeld wie die TSG Wismar und die SG Dynamo Schwerin. Rang neun ging an den Neuling BSG Hydraulik Nord Parchim, der zwar zu den ersten acht Mannschaften abfiel, sich aber mit sechs Punkten Vorsprung vor dem Abstieg rettete. Mit der BSG Motor WW Warnemünde und der TSG Neustrelitz kehrten zwei Neulinge nach nur einem Jahr in die Bezirksliga zurück. Neustrelitz vor zwei Jahren aus der Staffel B abgestiegen, konnte sich nun auch nicht in der Staffel A behaupten. Dritter Absteiger ist die BSG Lokomotive Anklam, die es nach dem knappen Klassenerhalt im Vorjahr nun erwischte.
Abschlusstabelle
(S) Staffelsieger der Vorsaison (N) Aufsteiger aus der Bezirksliga 1980/81
Kreuztabelle Die Kreuztabelle stellt die Ergebnisse aller Spiele dieser Saison dar. Die Heimmannschaft ist in der linken Spalte aufgelistet und die Gastmannschaft in der obersten Reihe. Staffel A 23. August 1981 – 28. April 1982 25px|alt=|ASG Vorwärts Stralsund 25px|alt=|ASG Vorwärts Neubrandenburg 25px|alt=|TSG Bau Rostock 25px|alt=|ISG Schwerin-Süd 25px|alt=|BSG Post Neubrandenburg 25px|alt=|BSG Schiffahrt/Hafen Rostock 25px|alt=|TSG Wismar 25px|alt=|SG Dynamo Schwerin 25px|alt=|BSG Hydraulik Nord Parchim 25px|alt=|BSG Motor Warnowwerft Warnemünde 25px|alt=|BSG Lokomotive Anklam 25px|alt=|TSG Neustrelitz 1. ASG Vorwärts Stralsund 4:11:11:15:03:15:05:13:11:07:13:1 2. ASG Vorwärts Neubrandenburg 1:1 0:03:11:03:04:02:02:16:26:05:1 3. TSG Bau Rostock 1:11:2 5:02:22:15:23:14:07:03:02:1 4. ISG Schwerin-Süd 2:02:14:0 0:43:22:12:15:32:14:17:0 5. BSG Post Neubrandenburg 3:21:04:12:1 0:02:01:12:04:15:04:0 6. BSG Schiffahrt/Hafen Rostock 0:11:14:10:00:0 5:04:11:05:12:02:0 7. TSG Wismar 1:11:11:11:12:24:0 1:13:16:15:44:0 8. SG Dynamo Schwerin 0:12:31:14:15:20:20:1 3:22:01:11:0 9. BSG Hydraulik Nord Parchim 1:40:41:33:41:04:10:01:2 3:15:14:0 10. BSG Motor WW Warnemünde 1:30:30:10:64:21:12:21:53:0 2:20:2 11. BSG Lokomotive Anklam 0:50:31:22:21:40:20:30:20:12:1 1:0 12. TSG Neustrelitz 2:32:10:31:31:11:30:12:51:21:30:1
Torschützenliste Spieler Mannschaft Tore 1. Jörg Hornik ASG Vorwärts Neubrandenburg 15 Wolfgang Schwerin ISG Schwerin-Süd 15 3. Andreas Below ASG Vorwärts Stralsund 13 4. Dietmar Hirsch SG Dynamo Schwerin 11 5. Gerhard Krentz TSG Bau Rostock 10 Frank Mäntz BSG Post Neubrandenburg 10 Heinz Pinkohs BSG Schiffahrt/Hafen Rostock 10 Wolfgang Wolter ASG Vorwärts Neubrandenburg 10
Zuschauer In 132 Spielen kamen 117.630 Zuschauer (⌀ 891 pro Spiel) in die Stadien. Größte Zuschauerkulisse 3.500 ASG Vorwärts Stralsund – ISG Schwerin-Süd (Nachholspiel des 21. Spieltag) Niedrigste Zuschauerkulissen 100 BSG Motor WW Warnemünde – BSG Schiffahrt/Hafen Rostock (14. Spieltag) 100 SG Dynamo Schwerin – TSG Neustrelitz (14. Spieltag) 100 BSG Motor WW Warnemünde – TSG Neustrelitz (20. Spieltag) 100 BSG Motor WW Warnemünde – BSG Hydraulik Nord Parchim (22. Spieltag)
Mannschaft Gesamt Heim Ausw. ASG Vorwärts Stralsund 32.550 1.480 21.000 1.909 11.550 1.050 ASG Vorwärts Neubrandenburg 23.420 1.065 10.000 909 13.420 1.220 TSG Bau Rostock 20.300 923 8.300 754 12.000 1.090 ISG Schwerin-Süd 17.660 803 5.200 472 12.460 1.132 BSG Post Neubrandenburg 22.850 1.039 13.100 1.190 9.750 886 BSG Schiffahrt/Hafen Rostock 14.650 666 6.050 550 8.600 781 TSG Wismar 17.750 807 8.400 763 9.350 850 SG Dynamo Schwerin 15.400 700 7.150 650 8.250 750 BSG Hydraulik Nord Parchim 22.100 1.005 13.800 1.254 8.300 754 BSG Motor WW Warnemünde 10.430 474 2.730 248 7.700 700 BSG Lokomotive Anklam 23.350 1.061 15.950 1.450 7.400 672 TSG Neustrelitz 14.900 677 5.950 540 8.950 813
Staffel B Saisonverlauf Der 1. FC Union Berlin konnte seinen Staffelsieg aus dem Vorjahr wiederholen. Dieses Mal hatten sie sich jedoch stärkerer Konkurrenz zu erwehren. Besonders der Neuling BSG Motor Babelsberg setzte den Eisernen gehörig zu. Am 20. Spieltag bot sich den immer in Lauerstellung liegenden Babelsbergern die Chance mit einem Sieg gegen die BSG KWO Berlin, Union auf Grund des besseren Torverhältnisses von der Tabellenspitze zu verdrängen. Union brachte sich durch zwei sieglose Spiele (0:0 in Eisenhüttenstadt und 0:1 gegen Brandenburg) in diese Situation. Babelsberg versagten nun aber die Nerven und man erlitt gegen die Berliner eine nicht erwartete Niederlage. Die Köpenicker, nun aus ihrem Tiefschlaf erwacht, machten den Staffelsieg ohne große Probleme perfekt. Die SG Dynamo Fürstenwalde, BSG Chemie PCK Schwedt und die BSG Stahl Brandenburg waren um Anschluss an das Führungsduo bemüht, hatten aber über die ganze Saison hinweg noch nicht die Konstanz. Danach kamen mit KWO, der BSG Stahl Eisenhüttenstadt, BSG Stahl Hennigsdorf und der BSG Bergmann-Borsig Berlin jene Mannschaften, die weder mit der Tabellenspitze, noch mit dem Abstieg zu tun hatten. Der Abstieg der BSG Motor Hennigsdorf, BSG EAB 47 Berlin und der BSG Stahl Finow zeichnete sich schon frühzeitig ab. Mit der BSG Motor Hennigsdorf erwischte es eine Mannschaft, die im Vorjahr gerade noch die Klasse so halten konnte. Für die Aufsteiger von EAB 47 und Finow war nach einem Jahr das Abenteuer DDR-Liga beendet. Besonders für die Finower war die Liga mehr als eine Nummer zu groß.
Abschlusstabelle
(S) Staffelsieger der Vorsaison (N) Aufsteiger aus der Bezirksliga 1980/81
Kreuztabelle Die Kreuztabelle stellt die Ergebnisse aller Spiele dieser Saison dar. Die Heimmannschaft ist in der linken Spalte aufgelistet und die Gastmannschaft in der obersten Reihe. Staffel B 23. August 1981 – 18. April 1982 25px|alt=|1. FC Union Berlin 25px|alt=|BSG Motor Babelsberg 25px|alt=|BSG Chemie PCK Schwedt 25px|alt=|SG Dynamo Fürstenwalde 25px|alt=|BSG Stahl Brandenburg 25px|BSG KWO Berlin 25px|alt=|BSG Stahl Eisenhüttenstadt 25px|alt=|BSG Stahl Hennigsdorf 25px|alt=|BSG Bergmann-Borsig Berlin 25px|alt=|BSG Motor Hennigsdorf 25px|alt=|BSG EAB 47 Berlin 25px|alt=|BSG Stahl Finow 1. 1. FC Union Berlin 1:02:04:00:12:01:14:26:20:05:23:1 2. BSG Motor Babelsberg 0:1 2:11:03:01:25:13:05:14:02:06:0 3. BSG Chemie PCK Schwedt 1:32:1 1:42:13:02:11:02:12:25:13:0 4. SG Dynamo Fürstenwalde 1:11:21:1 4:13:01:11:03:12:04:08:0 5. BSG Stahl Brandenburg 3:03:21:21:1 1:13:22:23:23:03:24:1 6. BSG KWO Berlin 1:12:41:20:20:2 0:23:02:15:03:13:0 7. BSG Stahl Eisenhüttenstadt 0:01:10:11:16:21:2 1:11:25:14:12:1 8. BSG Stahl Hennigsdorf 1:40:32:23:52:11:04:1 5:12:24:28:2 9. BSG Bergmann-Borsig Berlin 1:40:01:41:23:31:11:12:1 3:00:07:0 10. BSG Motor Hennigsdorf 0:22:42:24:51:20:52:31:14:0 1:15:1 11. BSG EAB 47 Berlin 0:60:60:14:32:31:20:02:10:11:1 2:0 12. BSG Stahl Finow 0:30:91:30:20:30:10:22:41:52:02:1
Torschützenliste Spieler Mannschaft Tore 1. Peter Kaehlitz SG Dynamo Fürstenwalde 22 2. Axel Brademann BSG Motor Babelsberg 19 3. Ronny Dau BSG Chemie PCK Schwedt 14 Detlef Schulz SG Dynamo Fürstenwalde 14 5. Peter Schoknecht BSG Stahl Brandenburg 12 6. Lutz Hovest 1. FC Union Berlin 11 Frank Jeske BSG Stahl Hennigsdorf 11 8. Jürgen Görlitz BSG Stahl Hennigsdorf 10
Zuschauer In 132 Spielen kamen 202.200 Zuschauer (⌀ 1.531 pro Spiel) in die Stadien. Größte Zuschauerkulisse 9.000 BSG Motor Babelsberg – 1. FC Union Berlin (3. Spieltag) Niedrigste Zuschauerkulissen 150 BSG KWO Berlin – BSG Motor Hennigsdorf (21. Spieltag) 150 BSG Stahl Finow – BSG EAB 47 Berlin (21. Spieltag)
Mannschaft Gesamt Heim Ausw. 1. FC Union Berlin 90.100 4.095 47.000 4.272 43.100 3.918 BSG Motor Babelsberg 48.550 2.207 32.000 2.909 16.550 1.504 BSG Chemie PCK Schwedt 32.750 1.489 16.800 1.527 15.950 1.450 SG Dynamo Fürstenwalde 28.650 1.302 11.700 1.063 16.950 1.540 BSG Stahl Brandenburg 38.750 1.761 18.850 1.713 19.900 1.809 BSG KWO Berlin 24.150 1.098 7.650 695 16.500 1.500 BSG Stahl Eisenhüttenstadt 25.100 1.141 11.050 1.004 14.050 1.277 BSG Stahl Hennigsdorf 28.300 1.286 16.400 1.490 11.900 1.081 BSG Bergmann-Borsig Berlin 21.150 961 6.600 600 14.550 1.322 BSG Motor Hennigsdorf 27.850 1.266 12.800 1.163 15.050 1.368 BSG EAB 47 Berlin 30.250 1.375 14.000 1.272 16.250 1.477 BSG Stahl Finow 18.800 855 7.350 668 11.450 1.040
Staffel C Saisonverlauf In der Staffel C sah es nach einem Alleingang der ASG Vorwärts Dessau aus. Der Kampf um den Staffelsieg war eine spannende Angelegenheit. Bis zur Winterpause legte man schon vier bzw. fünf Punkte zwischen sich und die ärgsten Verfolger. Dieser Vorsprung wurde dann im Frühjahr bis zum 18. Spieltag verteidigt. An diesem kam es dann zum Spitzenspiel zwischen Dessau und dem Oberligaabsteiger der BSG Chemie Böhlen. Böhlen siegte mit 1:0 und witterte wieder Morgenluft. Dessau dagegen brachte diese Niederlage völlig außer Tritt. Am nächsten Spieltag verlor man bei der SG Dynamo Eisleben mit 5:1 und am 21. Spieltag kam man bei der BSG Lokomotive Stendal nicht über ein 0:0 hinaus. Böhlen, das nach der Winterpause alle Spiele siegreich gestalten konnte, zog vor dem letzten Spieltag auf Grund des besseren Torverhältnisses an Dessau vorbei. Selbst ein 7:2-Erfolg gegen BSG Stahl Nordwest Leipzig nutzte den Dessauern nicht mehr, denn gleichzeitig erledigte Böhlen mit einem 2:0 bei der BSG Chemie Zeitz seine Hausaufgaben und wurde dank einer tollen Frühjahrsrunde (16:0 Pkt.) Staffelsieger. Dem Duo folgten mit Eisleben und der BSG Chemie Leipzig zwei Mannschaften, die noch nicht konstant genug waren um ernsthaft vorne mitzureden. Fünfter wurde die BSG Stahl Blankenburg die zur Winterpause noch auf dem zweiten Platz lag, dann aber vollkommen einbrach (4:12 Pkt.). Mit der BSG Einheit Wernigerode und der BSG Motor Altenburg schafften zwei Neulinge den Klassenerhalt ohne groß in Abstiegsnot zu geraten. Der Kampf gegen den Abstieg war dreigeteilt. Aufsteiger BSG Empor Halle verlor früh den Anschluss, der Elf aus Zeitz ging in der Schlussphase die Luft aus und Stahl NW Leipzig lieferte sich bis zum Ende ein Kopf an Kopf Rennen mit der BSG Stahl Thale. Durch die Niederlage in Dessau und den gleichzeitigen Sieg von Thale gegen Altenburg musste sich Leipzig in die Bezirksliga verabschieden.
Abschlusstabelle
(A) Absteiger aus der DDR-Oberliga 1980/81 (N) Aufsteiger aus der Bezirksliga 1980/81
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