Oberheldrungen ist eine Gemeinde im thüringischen Kyffhäuserkreis. Zur Gemeinde Oberheldrungen gehört der Ortsteil Harras.
Geografie Oberheldrungen liegt zwischen der Schmücke und der Hohen Schrecke. Durch den Ort fließt der Helderbach.
1,5 km südöstlich von Harras entfernt liegt auf dem Hauptberg der Schmücke im Norden auf dem vorgelagerten Höhenrücken der Bonifatiusberg. Auf dieser Anhöhe befindet sich eine Wallanlage, in der Bronzefunde geborgen wurden. Der Fundreichtum der Gräber und Grabhügel auf dem Höhenrücken der Schmücke ist mit dem des Kleinen Seeberges im Thüringer Becken zu vergleichen.Michael Köhler: Heidnische Heiligtümer. Jenzig-Verlag, 2007, ISBN 978-3-910141-85-8, S. 123 und 232.
Geschichte Oberheldrungen wurde erstmals im Jahre 874 urkundlich erwähnt. Später gehörte der Ort zum Amt Heldrungen.
Industriegeschichtlich bedeutsam ist der frühere Bergbau auf Kalisalze. Das stillgelegte Kalibergwerk Gewerkschaft Heldrungen II, auch unter dem Namen Schacht „Anna“ bekannt, liegt unmittelbar südlich von Oberheldrungen (vergleiche nachstehenden Lageplan).
Im Jahre 1902 wurde mit dem Abteufen des Schachtes „Anna“ begonnen. Seine Fertigstellung dauerte zwei Jahre.
Die Gewinnung von Carnallitit erfolgte ab 1905. Die bergmännische Abbaumethode war das Kammerbau-Verfahren. Die Mächtigkeit des Kaliflözes Staßfurt schwankte aufgrund der Lagerstättentektonik, erreichte stellenweise über 30 m. Die Verarbeitung der geförderten Salze geschah in werkseigenen Fabrikanlagen, von denen Ruinen heute noch erhalten sind (siehe Fotos nebenstehend). Im Jahre 1924 wurde die Schachtanlage Heldrungen II gemäß § 83a der StilllegungsverordnungNach dem Ersten Weltkrieg und dem Verlust der elsässischen Kalibergwerke war das deutsche Kalimonopol gebrochen. Um die Überproduktion von Kalisalzen einzudämmen, erließ der Reichstag am 22. Oktober 1921 die „Verordnung betreffend Abänderung der Vorschriften des Gesetzes über die Regulierung der Kaliwirtschaft“ vom 18. Juli 1919, kurz als „Stilllegungsverordnung“ bezeichnet. Mit dieser Rechtsverordnung bot man den Kaliwerksbetreibern an, weniger rentable Werke bis zum Ablauf des 31. Dezember 1953 freiwillig stillzulegen. endgültig stillgelegt.
Seit dem 1. Januar 2019 ist An der Schmücke erfüllende Gemeinde für Oberheldrungen, zuvor gehörte Oberheldrungen der Verwaltungsgemeinschaft An der Schmücke an.
Einwohnerentwicklung miniatur|Bonifaziuskirche in Oberheldrungen (2014) Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember): 1994: 1108 1995: 1110 1996: 1107 1997: 1095 1998: 1083 1999: 1080 2000: 1063 2001: 1044 2002: 1025 2003: 1005 2004: 1000 2005: 970 2006: 948 2007: 932 2008: 924 2009: 911 2010: 892 2011: 848 2012: 826 2013: 810 2014: 809 2015: 806 2016: 813 2017: 805 2018: 795 2019: 796 2020: 780 2021: 757 2022: 724 2023: 725 2024: 711
Kultur und Sehenswürdigkeiten Bonifatiuskirche (von 1714) seltene Pflanzen wie Enzian, Silberdistel, Fossilienfunde in Kalkstein
Persönlichkeiten Franz David Christoph Stoepel (* 14. November 1794 in Oberheldrungen; † 19. Dezember 1836 in Paris), Musiker von zweifelhaftem Rufe, der aber seinerzeit viel Staub aufgewirbelt hat Joachim Wolff (* 13. August 1923 Oberheldrungen; † 4. November 2009), Stahlbildhauer Cathlen Gawlich (* 11. März 1970 in Sömmerda, Bezirk Erfurt), Schauspielerin und Hörspiel- und Synchronsprecherin
Weblinks
Gemeinde Oberheldrungen Oberheldrungen auf den Seiten der Stadt An der Schmücke
Einzelnachweise und Anmerkungen
Kategorie:Ort im Kyffhäuserkreis
Kategorie:Ersterwähnung 874