mini|Gedenkfeier zum Attentat vom 20. Juli 1944 in Lautlingen im Jahr 2005; Jürgen Gneveckow am Rednerpult Jürgen Gneveckow (* 1952 in Tailfingen, heute Stadtteil von Albstadt) ist ein deutscher Politiker der CDU. Er war von 1999 bis 2015 Oberbürgermeister der Stadt Albstadt.

Beruflicher Werdegang Nach dem Abitur studierte Gneveckow Volks- und Betriebswirtschaftslehre an den Universitäten Regensburg und Freiburg und schloss sein Studium 1977 als Diplom-Betriebswirt und Diplom-Volkswirt ab. Zwischen 1978 und 1982 promovierte er in Regensburg, parallel arbeitete er bis 1985 als Assistent und Akademischer Rat an der Universität Passau. 1985 begann er eine beratende Tätigkeit im Bundeskanzleramt und wechselte 1987 in das Bundesumweltministerium, Bereich Internationale Umweltpolitik. Von 1993 bis 1996 wurde er als Nationaler Experte in die Generaldirektion Umwelt der Europäischen Kommission in Brüssel abgeordnet.

Amtszeiten als Bürgermeister 1999 erfolgte seine Wahl zum Oberbürgermeister von Albstadt.Timm Kern: Warum werden Bürgermeister abgewählt?: Eine Studie aus Baden-Württemberg über den Zeitraum 1973 bis 2009, W.Kohlhammer Verlag 2008, abgerufen am 7. April 2015 2007 wurde Gneveckow mit knapp 65 Prozent der Stimmen wiedergewählt. Die Amtszeit endete am 31. Mai 2015.Stadt Albstadt: Stellenausschreibung, abgerufen am 7. April 2015

2015 bewarb sich Gneveckow erneut bei der Bürgermeisterwahl. Im ersten Wahlgang lag Gneveckow nur knapp vor Klaus Konzelmann (Freie Wähler), der sich nicht offiziell beworben hatte und deshalb von den Wählern mit vollem Namen und Anschrift auf den Stimmzetteln notiert werden musste.Schwarzwälder Bote: OB-Wahl: Ergebnis ist ein Novum im Land, abgerufen am 11. März 2015 Beide Kandidaten verfehlten die absolute Mehrheit, so dass ein zweiter Wahlgang notwendig wurde. Im zweiten Wahlgang unterlag Gneveckow deutlich mit 38,3 Prozent gegenüber 60,2 Prozent seines Mitbewerbers. Die Umstände der Wahl lösten ein überregionales Medienecho aus.Südkurier: Skurriler Wahlausgang in Albstadt: Der Kandidat, der aus dem Nichts kam, abgerufen am 11. März 2015, abgerufen am 22. März 2015 Ende April kündigte Gneveckow an, für den Rest seiner Amtszeit „reichlich Freizeitausgleich“ zu nehmen und sich am 13. Mai von den Mitarbeitern der Stadt zu verabschieden.Schwarzwälder Bote: Sie haben sich um Albstadt verdient gemacht, 1. Mai 2015

Kreistagsmandate Gneveckow war von 1999 bis 2015 Mitglied des Kreistages, abgerufen am 7. April 2015Landratsamt Zollernalbkreis: Kommunalwahl 2009: Endgültiges Wahlergebnis – Gewählte Bewerber (mit Ersatzpersonen), PDF-Datei (294,7 kB), abgerufen am 6. April 2015 und wurde zuletzt 2014 wiedergewählt.Landratsamt Zollernalbkreis: Kommunalwahl 2014: Gewählte Bewerber (mit Ersatzpersonen), PDF-Datei (324,3 kB), abgerufen am 6. April 2015 Er gehörte dort dem Verwaltungs- und Finanzausschuss an., abgerufen am 6. April 2015 Gneveckow stand 2005 im Kreistag wegen eines Gutachtens in der Kritik, das durch die Stadt Albstadt finanziert und auf einer CDU-Veranstaltung veröffentlicht werden sollte.

Am 30. April 2015 stellte Gneveckow in der letzten von ihm geleiteten Sitzung des Gemeinderats Albstadt seinen Rückzug aus dem Kreistag in Aussicht Zollernalbkurier (Paywall), 1. Mai 2015Facebook, StadtAlbstadt, Rede Dr. Gneveckow vom 30. April 2015 im Wortlaut und beantragte vier Tage später sein Ausscheiden.Schwarzwälder Bote: Gneveckow will aus dem Kreistag ausscheiden, abgerufen am 23. Juni 2015CDU Stadtverband Albstadt auf Facebook, abgerufen am 20. Juni 2015 In der darauffolgenden Sitzung des Kreistages am 6. Juli 2015 wurde ein Nachrücker vereidigt, Gneveckow selbst nahm an der Sitzung nicht teil.Schwarzwälder Bote: Spengler nimmt Platz von Gneveckow ein, abgerufen am 7. Juli 2015

Sonstiges Gneveckow war zeitweise Mitglied im Kreditausschuss sowie stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrates der Sparkasse Zollernalb., PDF-Datei (102 kB), abgerufen am 9. April 2015, PDF-Datei (99 kB), abgerufen am 10. April 2016

Gneveckow ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Veröffentlichungen Jürgen Gneveckow: Zur Sozialpolitik der industriellen Unternehmung: Theoretische Analyse der Zusammenhänge und der Auswirkungen. Passavia-Universitäts-Verlag, Passau 1982. Jürgen Gneveckow: Umweltpolitik am Baikalsee: Bestandsaufnahme, Taxonomie der Umweltprobleme und Entwicklungslinien für ein Handlungsprogramm. In: Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde (Hrsg.): Osteuropa: Interdisziplinäre Monatszeitschrift zur Analyse von Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur und Zeitgeschichte in Osteuropa, Ostmitteleuropa und Südosteuropa (= 42. Jahrgang). Berlin Verlag Arno Spitz, Berlin 1992. Jürgen Gneveckow: Umweltpolitik in Mittel- und Osteuropa – der Prozeß „Umwelt für Europa“: Beschreibung, Bewertung und perspektivische Betrachtung. In: Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde (Hrsg.): Osteuropa: Interdisziplinäre Monatszeitschrift zur Analyse von Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur und Zeitgeschichte in Osteuropa, Ostmitteleuropa und Südosteuropa (= 46. Jahrgang). Berlin Verlag Arno Spitz, Berlin 1996.

Einzelnachweise

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