mini|Regimentszeichen des Preobraschenski-Regiments
mini|Paradeuniform des Regiments, 1910
Das Preobraschenski Leib-Garderegiment (), benannt nach dem Dorf Preobraschenskoje bei Moskau, war seit Peter dem Großen die Leibgarde der russischen Kaiser, die sich ursprünglich aus den alten Haustruppen rekrutierte.
Regimentsgeschichte Das Garderegiment entstand 1687 aus der sogenannten Spielzeugarmee Peters des Großen und wurde 1691 in das Preobraschenski-Regiment und das Semjonowski-Regiment aufgeteilt. Das Preobraschenski-Regiment galt daher neben dem Semjonowski-Regiment, dem Ismailowski Leibgarde-Regiment und dem Leibgarde-Jägerregiment auch als „Alte Garde“. Diese waren die ältesten Regimenter der kaiserlich-russischen Armee. Unter Offizieren galt es als ein besonderes Privileg, in einem dieser Garderegimenter zu dienen. Allerdings standen die Offiziersränge meist nur dem Adel offen. Tatsächlich hatten alle großen und bekannten Heerführer ihre Offizierslaufbahn dort begonnen.
Aus dem Regiment gingen unter anderem Menschikow, Suworow und Paskewitsch hervor. Die Garderegimenter waren häufig Gegenstand von Schilderungen in den Memoiren von Katharina der Großen. Die Erwähnung des Preobraschenski Leib-Garderegiments erfolgte häufig im Zusammenhang mit Peter III., der 1762 für sechs Monate auf den Thron kam. Offiziere dieses Regiments ermordeten Peter, nachdem er zur Abdankung gezwungen worden war. Die Tat wird hauptsächlich den Gebrüdern Orlow zugeschrieben. Katharina bestieg nach der Ermordung Peters III. den Thron.
Schon vorher war das Regiment maßgeblich am Staatsstreich der späteren Zarin Elisabeth beteiligt gewesen, der 1741 zur Absetzung ihres minderjährigen Vorgängers Iwan VI. und der Regentin Anna Leopoldowna geführt hatte. Zum Lohn erhielten alle Grenadiere den erblichen Adel verliehen.Gustav Gerstel: Aus hohen Kreisen. Galerie europäischer Herrscher in Biographien und Humoristiken: Zugleich ein Stück Welt- und Hofgeschichte aus der Zeit von 1701 bis 1870, Barnitzki Verlag, Berlin 1875, S. 135. Sie bildeten seit 1742 eine selbstständige, fast 400 Köpfe zählende Truppe: die Leib-Kompanija (Лейб-кампания). Die einfachen Grenadiere besaßen Offiziersstatus, ihre Offiziere rangierten mit den Generalen der Armee. Den Leib-Gardisten wurde ein besonderes Wappen gewährt und jene, die bereits eines besaßen, erhielten ihres entsprechend ergänzt. Außerdem erhielt jeder Gardist eigenen Grundbesitz. 1762 von Peter III. aufgelöst, integrierte Katharina II. Teile der Leib-Kompanie in die neu aufgestellte Chevaliergarde. Friedrich II. von Preußen spottete in seinen Memoiren von 1775, über die Besetzung des Zarenthrons entscheide nicht etwa eine Erbfolge nach Hausgesetz, sondern das Gutdünken der „Preobraschenskischen Garde“.Friedrich II. von Preußen: Histoire de mon temps, in: Œuvres de Frédéric le Grand, hrsg. von Johann David Erdmann Preuß, 30 Bde., Berlin: Decker, 1846–1856, Bd. 1–3. Die russische Politik steht auch heute unter dem prägenden Einfluss von führenden Kreisen der Sicherheitskräfte, den Silowiki.
Bei den Preobraschenskis diente auch Mussorgski, der als Komponist eine weitaus größere Bedeutung erlangte denn als Militär.
Trotzki schrieb in seiner Geschichte der Russischen Revolution über die Vorgänge der Februarrevolution von 1917: Leo Trotzki: Geschichte der russischen Revolution, Band 1: Februarrevolution, Kapitel 13: Armee und Krieg.
Rasputin wurde 1916 unter Beteiligung eines Offiziers aus dem Preobraschensker Leib-Garderegiment ermordet. Der letzte Kommandeur unter dem Zaren Nikolaus II. war Generalleutnant Kutepow. Die endgültige Auflösung erfolgte 1918.
2013 wurde das Regiment als 154. Selbstständiges Preobraschensker Kommandanten-Regiment wiedererrichtet.
Rangabzeichen Offiziere Bezeichnung Rangabzeichen in der Ausführung Jahre 1857–1904 1880–1884 1857–1904 Epaulette 164x164px 164x164px 164x164px 126x126px 126x126px 126x126px 126x126px Jahre 1857–1917 1904–1917 Epaulettealte Mode 164x164px 164x164px 126x126px 126x126px 126x126px 126x126px Epauletteneue Mode 174x174px 164x164px 164x164px 126x126px 126x126px 126x126px 126x126px Bezeichnung Rangabzeichen in der Ausführung Schulterstücke 50px 50px 50px 50px 50px 50px 50px 50px 50px Rang-bezeichnung Generalmajor Polkownik(Oberst) Podpolkownik(Oberstleutnant)Nur in Kriegszeiten Major Kapitän(Hauptmann) Stabskapitän(Hauptmann II. Klasse) Oberleutnant Leutnant Praporschtschik(Fähnrich)Nur in Kriegszeiten Gruppe Generalität Stabsoffizier Oberoffiziere
Unteroffiziere und Mannschaften Bezeichnung Rangabzeichen in der Ausführung 1907–1917 Schulterstücke65px1906–191165px1911–191765px1906–191165px1911–191767px67px67px67px65pxBezeichnung Rangabzeichen in der Ausführung 1894–1917 Schulterstückefür 1. Kompanie(Souveräne Kompanie)65px1906–191165px1911–191765px1906–191165px1911–191767px67px67px67px65pxRang-bezeichnung Podpraporschtschikauf DienstpostenFeldwebel Podpraporschtschik(Unterfähnrich) Feldwebel Zug-Unteroffizier Unteroffizier Gefreiter Soldat Gruppe Unteroffiziere Mannschaften
Weblinks lgpp.petrobrigada.ru (russisch) history.scps.ru (russisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Regiment (Russisches Kaiserreich) Kategorie:Leibgarde Kategorie:Militärischer Verband im Großen Nordischen Krieg Kategorie:Militärischer Verband in den Koalitionskriegen Kategorie:Militärischer Verband im Ersten Weltkrieg (Russisches Kaiserreich)