mini|„Selbstbildnis“ von Werner Schramm, 1970 Werner Schramm (* 21. September 1898 in Duisburg; † 24. Juli 1970 in Düsseldorf) war ein deutscher Bildnis-, Figuren- und Landschaftsmaler sowie Bühnenbildner., ISBN 978-3-423-05909-1. Er war Mitglied der Künstlervereinigung Das Junge Rheinland,Peter Barth: Das Junge Rheinland. Künstler – Werke – Dokumente. Düsseldorf 1996, Katalog zur Ausstellung in der Galerie Remmert und Barth. welche zwischen 1919 und 1933 die Interessen der jungen rheinischen Künstlerschaft vertrat und Ausstellungen organisierte.Annette Baumeister u. a. (Hrsg.): Das Junge Rheinland, Vorläufer – Freunde – Nachfolger. Hatje Cantz Verlag, Ostfildern 2008, ISBN 978-3-7757-1989-6, Schriftenreihe des Stadtmuseum Landeshauptstadt Düsseldorf: Ausstellungskatalog, 30. September bis 30. Dezember 2006 (Link) Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte er mit seiner Ehefrau, der Künstlerin Liselotte Schramm-Heckmann, zu der internationalen Künstlergruppe der Peintres de la Réalité, die sich später zum Mouvement Trompe-l’œil/Réalité entwickelte.Jean Giono: Peintres de la Réalité du XXe siècle. Paris 1958.
Leben Werner Schramm war bereits als Schüler künstlerisch tätig.Dieter Breuer: Die Moderne im Rheinland. Rheinland-Verlag, 1994, ISBN 978-3-7927-1391-4, S. 183. Beispielsweise entstand schon im Jahr 1915 eine Zeichnung des 16-Jährigen, welche Liselotte Heckmann, seine spätere Ehefrau, zeigt. Dieses Werk zeichnete Schramm unter seinem frühen Lehrer Fritz Linde, der später im Ersten Weltkrieg fiel. Da er seinen Zeichenlehrer sehr schätzte, unterstützte Schramm eine Gedenk-Ausstellung und erstellte eine Mappe mit Linoleumschnitten im Gedenken an Linde.
Nach dem Studium an der Kunstgewerbeschule Düsseldorf und der Kunstakademie MünchenPeter Barth: Grosses Ey wir loben dich: Johanna Ey und ihr Künstlerkreis. Ausstellung vom 4. September bis 17. November 2007, Galerie Remmert und Barth, 2007, S. 150 (Link) arbeitete Schramm von 1920 bis 1922 als BühnenbildnerCora Faßbender: Das expressionistische Bühnenbild der 1920er Jahre im Rheinland am Beispiel Düsseldorf und Köln. Masterarbeit an der Heinrich-Heine-Universität, Düsseldorf. unter Louise Dumont und Gustav Lindemann am Schauspielhaus Düsseldorf als alleiniger künstlerischer Beirat. 1922 erschien sein Lithographien-Mappenwerk Begegnungen im Verlag der Galerie Alfred Flechtheim,Sandra Labs: Johanna Ey und die Avantgarde der Düsseldorfer Kunstszene. 2012, ISBN 978-3-8428-8121-1, S. 70. die er Louise Dumont widmete. Ab 1922 war er an Bühnen in Hamborn, Mönchengladbach, Oberhausen und Gladbeck tätig.Sidney Jackson Jowers: Theatrical Costume, Masks, Make-Up and Wigs: A Bibliography and Iconography. Routledge, 2000, S. 170f, ISBN 978-0-415-24774-0. 1925 beschloss Schramm sich nur noch der freien Malerei zu widmen. Da sich dies nicht mit seiner erfolgreichen Arbeit an der Bühne vereinbaren ließ, gab er diese auf.
1925 heiratete Schramm die Künstlerin Liselotte Schramm-Heckmann und lebte mit ihr von 1925 bis 1926 zu Studienzwecken in Fiesole bei Florenz und von 1926 bis 1931 in Meudon bei Paris. 1931 zog das Ehepaar zurück nach Düsseldorf und stellte in den folgenden Jahren ihre Kunst im In- und Ausland aus.Werner Schramm, Liselotte Schramm-Heckmann, Otto Brües: Werner Schramm und Liselotte Schramm-Heckmann. Ratingen 1965, Henn, 2. Auflage. Ratingen 1976, ISBN 978-3-929944-99-0. 1937 wurde im Rahmen der deutschlandweiten konzertierten Aktion „Entartete Kunst“ Schramms Mappe „Begegnungen“ mit 12 Lithografien (Galerie Flechtheim, 1922), die nicht dem nazistischen Kunstkanon entsprachen, aus dem Städtischen Kunst- und Gewerbemuseum Dortmund beschlagnahmt und vernichtet.Datenbank zum Beschlagnahmeinventar der Aktion „Entartete Kunst“, Forschungsstelle „Entartete Kunst“, FU Berlin Schramm blieb aber Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste. Für die Zeit des Nationalsozialismus ist seine Teilnahme an acht Gruppenausstellungen und drei Einzelausstellungen sicher belegt.Martin Papenbrock, Gabriele Saure (Hrsg.): Kunst des frühen 20. Jahrhunderts in deutschen Ausstellungen. Teil 1. Ausstellungen deutsche Gegenwartskunst in der NS-Zeit. VDG, Weimar, 2000; S. 554 und passim 1939 wurde seine Zeichnung Albert Rosenkranz auf der Großen Deutschen Kunstausstellung in München ausgestellt.http://www.gdk-research.de/de/obj19403342.html
Ab 1939 nahm Schramm als Sanitäter der Wehrmacht am Zweiten Weltkrieg teil. Nach der Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft zog er 1945 ins Waldecksche, 1948 kehrt er nach Düsseldorf zurück.
Schramm beteiligte sich 1953 in der DDR an der Dritten Deutschen Kunstausstellung in Dresden.
Werke
Werner Schramm hat schon früh in seinen malerischen und zeichnerischen Gaben eine Verpflichtung gesehen, der zu genügen er sich zeit seines Lebens unbeirrbar bemüht hat. Enttäuscht von der Ausbildung an den Akademien, schloss er sich den Experimenten der Expression und Abstraktion an. Er verzichtete auf seine erfolgreiche Laufbahn als Bühnenbildner und wandte sich gemeinsam mit seiner Frau dem Versuch einer neuen Sachlichkeit zu. Eine in langjähriger Arbeit entwickelte Mischtechnik, in der sich die Möglichkeiten von Tempera, Ölfarbe und Harzessenzlasuren verbinden, ähnlich der von den alten deutschen Meistern benutzten, diente ihm als Grundlage. Diese Technik stand in Wechselwirkung mit der inneren Form seines Schaffens, das der Magie der Realität in Farbe und Zeichnungen galt, und das gegen alle Widerstände des Tages und der Mode von ihm zur Vollendung geführt wurde. Seine malerischen Werke fanden Ergänzung in umfangreichen zeichnerisch-graphischen Werken.
Ausgewählte Werke:
Der Selbstmörder, 1919, Begegnungen. Mappe mit 12 Lithographien, 1921, Lindenau-Museum AltenburgThomas Matuszak, Jutta Penndorf, Lindenau-Museum Altenburg: ... ruhelos und ohne des Schlafes Geschenk. Katalog der zwischen 1903/1904 und 1932 edierten deutschen druckgraphischen Mappenwerke, illustrierten Bücher sowie Zeitschriften mit Originalgraphik im Lindenau-Museum Altenburg. Der ursprüngliche Bestand des Lindenau-Museums, die 1994/1995 erworbene Sammlung Hoh und die Erwerbungen seit 1995. Sammlung Hoh, Band 2. Mitteldeutsche Editionen Verlagsgesellschaft, Leipzig 2000, ISBN 978-3-934967-00-7. und Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund Szenenentwürfe zur Oper Der Troubadour von Giuseppe Verdi, Stadttheater Mönchengladbach, Aquarell, 1932Im Westen viel Neues, Facetten des Rheinisch-Westfälischen Expressionismus, Ausstellungskatalog zur Ausstellung im Sauerland-Museum vom 19. September 2021 bis 23. Januar 2022, S. 155 Bühnenbildentwurf zu Eichendorff: Die Freier. Aquarell, 1924–1925, Theatermuseum Düsseldorf Kostümentwurf zu Eichendorff: Die Freier, Aquarell, 1924–1925, Theatermuseum Düsseldorf Damenbildnis auf dem Pont des Arts, 1930, Tempera, Economou Collection, Athen Heinefeld, Aquarell, 1933, 20,9 × 30,8 cm, Stadtmuseum Landeshauptstadt Düsseldorf Rheinfront, 1935, Liu Haisu Art Museum Shanghai Bildnis Ernst Stoltenhoff, Tempera, 1936, 65 × 50 cm, Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland Bildnis Annemarie Schwietzke, Tempera, 1937 Kermess in Lohausen, Tempera, 1948, 34,5 × 45 cm, Albertinum Dresden, abgerufen am 3. September 2014, Institut Mathildenhöhe Darmstadt Bildnis des Malers Cornelius Wagner, Tempera, 1951, 46 × 38 cm, Künstlerverein Malkasten Bildhauer Peter Stammen, Kreide, 75 × 60 cm, 1952, Albertinum Dresden Réplique des Bildnisses Albert Rosenkranz, Tempera, 1955, 50 × 40 cm, Schloßparkmuseum Bad Kreuznach Bildnis Rudi vom Endt, Tempera, 1967, 47 × 39 cm, Künstlerverein Malkasten Bildnis Walther Groz, Tempera, 1969, Galerie Albstadt Lis orangés (Feuerlilien)Salon Comparaisons: Comparaisons, Peinture Sculpture, Ausstellungskatalog zur Ausstellung im Musée d'art moderne de la Ville de Paris vom 7. bis 27. März 1966, Paris 1966, S. 104 + 120 Unsere schönsten Jahre, Tempera, 1967, 41 cm × 33 cm
Siehe auch Liste der Gemälde von Werner Schramm und Liselotte Schramm-Heckmann
Veröffentlichungen Otto Brües, Maximilien Gauthier: Werner Schramm und Liselotte Schramm-Heckmann. Henn, Ratingen 1965, ISBN 978-3-929944-99-0. Werner Schramm: Begegnungen II. 20 Bildnis-Zeichnungen. Düsseldorf, ca. 1970. Liselotte Schramm-Heckmann, Otto Brües: Werner Schramm und Liselotte Schramm-Heckmann. Henn, 2. Auflage. Ratingen 1976, ISBN 978-3-929945-07-2. Liselotte Schramm-Heckmann, Ilka Kügler: Werner Schramm, Liselotte Heckmann – Bühnenbilder und Figurinen 1920–1925. Düsseldorf 1991, ISBN 978-3-929945-04-1.
Weblinks
Quellen
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