Anneliese Amalie „Ann“ Höling (* 22. April 1925 in Oberstein/NaheDieses Geburtsjahr nennen Piet Hein Honig, Hanns-Georg Rodek: 100001. Die Showbusiness-Enzyklopädie des 20. Jahrhunderts. Showbiz-Data-Verlag, Villingen-Schwenningen 1992, , S. 445 und Paul S. Ulrich: Biographisches Verzeichnis für Theater, Tanz und Musik. Fundstellennachweis aus deutschsprachigen Nachschlagewerken und Jahrbüchern. Band 1. Berlin Verlag Arno Spitz, Berlin 1997, ISBN 3-87061-479-X, S. 807 und Kürschners biographisches Theater-Handbuch. Einige Nachrufe geben 1921 als Geburtsjahr an.; † im November 2005 in Indien) war eine deutsche Schauspielerin.
Leben Ann Höling absolvierte ihre Bühnenausbildung als Elevin von 1939 bis 1941 am Stadttheater Bielefeld bei der Tanzmeisterin Anny Menge und dem Oberspielleiter Karl Bockx. 1941 gab sie mit einer Soubrettenrolle in der Revue Träum von mir von Erwin Bootz am Kabarett der Komiker in Berlin ihr Bühnendebüt. Bis 1952 führten sie Engagements an zahlreiche Berliner Bühnen, u. a. an das Deutsche Theater, das Schlossparktheater, an das Theater am Schiffbauerdamm, an das Hebbel-Theater, an das Theater am Nollendorfplatz sowie das Theater am Kurfürstendamm. Danach verlagerte sie ihre Bühnentätigkeit nach Hamburg und spielte am Deutschen Schauspielhaus, am Thalia Theater und an den Kammerspielen.
Als Bühnenfach kam ihr lange Zeit die jugendliche Salondame sowie die Naiv-Sentimentale zu. So spielte sie etwa die Claudine in Molières George Dandin (Hamburg, 1953), die Polly in Bert Brechts Dreigroschenoper (Hamburg, 1954) und die Eliza in George Bernard Shaws Pygmalion (Hamburg, 1955).
Ab 1957 arbeitete Ann Höling hauptsächlich in der Schweiz: Von 1957 bis 1966 gehörte sie zum Ensemble des Stadttheaters Basel, wo sie – nun im Charakterfach – u. a. die Seeräuber-Jenny in Brechts Dreigroschenoper spielte. Daneben gastierte sie in Bern, Zürich, am Tanztheater Wuppertal (unter Pina Bausch) sowie an Tourneetheatern in Europa und Südostasien.
1948 gab Ann Höling unter der Regie von Arthur Maria Rabenalt ihr Spielfilmdebüt in der DEFA-Produktion Chemie und Liebe. Im selben Jahr folgte mit Und wieder 48 (Regie: Gustav von Wangenheim) ein weiterer DEFA-Film. Ab 1949 spielte sie in verschiedenen westdeutschen Produktionen, wie die im Schulumfeld angesiedelten Spielfilme Absender unbekannt (mit Henny Porten als Direktorin) und Stips (mit Gustav Fröhlich in der Hauptrolle). Im Fernsehen konnte man sie im Krimi-Mehrteiler Der Tod läuft hinterher, dem Tatort-Film Das fehlende Gewicht sowie in mehreren Episoden der Krimiserie Der Kommissar sehen. Eine letzte Fernsehrolle übernahm sie 1993 in der Rosamunde-Pilcher-Verfilmung Stürmische Begegnung.
Daneben arbeitete sie beim Hörfunk als Hörspielsprecherin (u. a. in der Hauptrolle von Geld spielt keine Rolle nach Curt Riess, BR 1954) und seit den fünfziger Jahren auch als Synchronsprecherin.
Ann Höling starb im November 2005 während eines Kuraufenthaltes in Indien.
Filmografie (Auswahl) 1948: Chemie und Liebe 1948: Und wieder 48 1949: Anonyme Briefe 1950: Absender unbekannt 1951: Stips 1951: Es geht nicht ohne Gisela 1952: Großstadtgeheimnis 1955: Das träumende Mädchen 1955: Ingrid – Die Geschichte eines Fotomodells 1967: Der Tod läuft hinterher 1970: Der Kommissar: …wie die Wölfe 1971: Der Kommissar: Lagankes Verwandte 1972: Der Kommissar: Die Tote im Park 1973: Tatort: Das fehlende Gewicht 1976: Freiwillige Feuerwehr 1989: Der Fahnder: Alte Kameraden 1993: Rosamunde Pilcher: Stürmische Begegnung
Theater 1947: Boris Lawrenjow: Die Bresche (Xenia) – Regie: Heinz Wolfgang Litten (Haus der Kultur der Sowjetunion) 1951: Gerhart Hauptmann: Fuhrmann Henschel (Franziska Wermelskirch) – Regie: Ernst Karchow (Theater am Kurfürstendamm)
Hörspiele 1965: Rudolf Bayr: Orangenblüten – Regie: Gert Westphal (Hörspiel – NDR)
Literatur
Herbert A. Frenzel, Hans Joachim Moser (Hrsg.): Kürschners biographisches Theater-Handbuch. Schauspiel, Oper, Film, Rundfunk. Deutschland, Österreich, Schweiz. De Gruyter, Berlin 1956, , S. 293.
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Anmerkungen
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