Uroš Rojko (* 9. September 1954 in Ljubljana) ist ein slowenischer Komponist und Klarinettist.
Leben Uroš Rojko studierte in Ljubljana Klarinette und bei Uroš Krek Komposition, ferner von 1983 bis 1986 Komposition bei Klaus Huber in Freiburg und von 1986 bis 1989 in Hamburg bei György Ligeti. Er gewann zahlreiche internationale Preise und schrieb Auftragskompositionen, unter anderem für die Donaueschinger Musiktage (1988), für Radio France, Paris (1999, im Auftrag des Ensemble Les Percussions de Strasbourg), für die Bayerische Staatsoper (2003), für die Slowenische Philharmonie (2004, 2013) sowie 2008 für das Sinfonieorchester des Slowenischen Rundfunks (EBU-Konzert in Ljubljana).
Rojko verfasst Kompositionen für Orchestermusik, Kammermusik, Choralmusik, Solo-Instrumente sowie Elektroakustische Musik. Seine Werke wurden von bekannten Musikern, zum Beispiel von Stefan Hussong oder (1986 in Mailand) vom Arditti Quartett aufgeführt. Sie erhielten Aufführungen unter anderem im Wiener Konzerthaus (2001), bei der Eröffnung der Slowenischen Musiktage (2004) und waren sieben Mal bei den ISCM Weltmusiktagen vertreten, unter anderem 1988 in Hong Kong, 1990 in Oslo, 1994 in Stockholm, 1999 in Bukarest, 2004 in Basel, 2006 in Stuttgart, 2008 in Vilnius, 2011 in Zagreb.
Die Musikzeitschrift „Klassik heute“ nannte Uroš Rojko „eine Ausnahmeerscheinung in der heutigen Landschaft neuer Musik“ und meinte, es wäre nicht verwunderlich, „daß ihm seit Jahren eine kleine Gruppe zur Seite steht – etwa Stefan Hussong, John Edward Kelly oder Bojan Gorisek, die überzeugt und begeistert für sein Werk kämpfen“ und schrieb weiter, seine Kammermusik zu spielen und zu hören, lohne sich gleichermaßen.Patrick Donahue in: KLASSIK heute. Nr. 7/2000. Das „Fono Forum“ bezeichnete seine Kammermusik als „Hochspannung zwischen schroffer Expressivität und sensibler Klang-Kommunikation am Rande der Stille“.Fono-Forum. Nr. 7/2000. Euskirchen
Rojko ist seit 1995 Professor für Komposition an der Musikakademie Ljubljana (Slowenien).
Zitat
Auszeichnungen und Stipendien 1983: Alpe-Adria Kompositionspreis (Linz) 1984: Förderpreis der Stadt Stuttgart 1985: Alban Berg Kompositionspreis (Wien) 1985: Premio Europa (Rom) 1985–1987: Stipendium des DAAD 1986: Kompositionspreis der Stiftung Gaudeamus 1987: Kompositionspreis Musikprotokoll (Graz) 1988: Kulturpreis der Prešeren-Stiftung (Slowenien) 1990: Arbeitsstipendium der Heinrich Strobel Stiftung des SWR Baden-Baden 1991: Wiener Internationaler Kompositionspreis 1993–1994: Stipendium Künstlerhof Schreyahn 2000: Arbeitsstipendium der Heinrich Strobel Stiftung des SWR Baden-Baden 2001: Kompositionspreis Deutscher Chorwettbewerb des Deutschen Musikrats (Bonn) 2003: Kompositionspreis des Kulturministeriums Sloweniens (Ljubljana) 2009: Composer in Residence London 2012: Zupancic Kulturpreis der Stadt Ljubljana, Slowenien
Notenbücher und Musikdrucke Meteor. Verlag Neue Musik, Berlin 2007, ISBN 978-3-7333-0436-2. Krog. Edition Wunn, Werneck-Essleben 2006 Genug. Edition Wunn, Werneck-Essleben 2006 Evocation. Edition Wunn, Werneck-Essleben 2005 Dice song. Edition Wunn, Werneck-Essleben 2004 Molitve. Edition Wunn, Werneck-Essleben 2004 Vox. Edition Wunn, Werneck-Essleben 2002 Fünf Tangos. Verlag Neue Musik, Berlin 2002, ISBN 3-7333-0239-7. Elegia für Akkordeon solo oder für Viola und Akkordeon oder für Kontrabass und Akkordeon. Verlag Neue Musik, Berlin 2001, ISBN 3-7333-0145-5. Bagatellen für Klavier und Akkordeon. Verlag Neue Musik, Berlin 1996 Sinfonia concertante (1992–93). G. Ricordi & Co. Bühnen- und Musikverlag, München Ottoki. G. Ricordi & Co. Bühnen- und Musikverlag, München 1990 Streichquartett Nr. 1. G. Ricordi & Co. Bühnen- und Musikverlag, München 1990 Music for twelve. G. Ricordi & Co. Bühnen- und Musikverlag, München 1987 Inner voices. G. Ricordi & Co. Bühnen- und Musikverlag, München
Tonträger SPIN – Dimetrik plays Rojko. Telos Music records. 2007 Caprichos Goyescos Vol. 1. MDG. 2005 Hudba Hudbicka. With Composers of Our Time. Slowind Festival 2004. 2005 Cum Grano Salis. Ambitus. 2004 Tomas Marcic. Coda. 2003 Klara Tomljanovic – Luna, Acqua e Chiara. Sazas. 2002 Uros Rojko – Inner Voices. Portraits of Slovenian Composers. 2001 The Art of Walking. Soundtrack of the performance “The Perfect Step?” EN-KNAP dance company. 2001 Uros Rojko – Chamber Music. Col Legno. 1999 Revoluçionario. Thorofon. 1995 Tango Fantasy. Denon. 1995 Couleurs. Hohner Records. 1995 Uros Rojko – Kammermusik. Ars Musici. 1995
Literatur Leon Stefanija: Ein Vergleich der musikalischen Poetiken von Uroš Rojko und Lojze Lebič: Die Postmoderne als ästhetische Rezeptionserfahrung. XIV. Internationaler Kongress für Ästhetik. Ljubljana 1998. arnes.si (PDF; 2,9 MB) Leon Stefanija: Sisyphusartig schön. Porträt des Komponisten Uroš Rojko. Wien: Hollitzer, 2018, ISBN 978-3-99012-488-8.
Weblinks Website des Komponisten
Wolfgang Rüdiger: Pierrot Lunaire Ensemble Wien® plays Uros Rojko Klangbeispiel bei Youtube
Einzelnachweise
Kategorie:Komponist klassischer Musik (20. Jahrhundert) Kategorie:Komponist klassischer Musik (21. Jahrhundert) Kategorie:Komponist (elektronische Musik) Kategorie:Komponist (Slowenien) Kategorie:Klassischer Klarinettist Kategorie:Hochschullehrer (Musikakademie Ljubljana) Kategorie:Slowene Kategorie:Geboren 1954 Kategorie:Mann