Johann August von Druchtleben (* 17. September 1680 in Braunschweig; † 7. August 1748 in Binderen in Brabant) war ein Militärführer in hannoverschen Diensten, Stadtkommandant und Festungskommandant von Göttingen.
Leben Druchtleben entstammte dem westfälischen Adelsgeschlecht Druchtleben, das einige Offiziere hervorbrachte und im Kreis Warburg schon 1662 auf Borgentreich und Hainholz ansässig war. Sein Vater Johann Gottfried von Druchtleben (1656–1717) war Generalmajor in Diensten des Hauses Braunschweig-Wolfenbüttel und 1698 Kommandierender General der Truppen der Hansestadt Hamburg. Seine Mutter Gertrud Sophia Amalia stammte aus der Familie von Bothmer. mini|Göttinger Kommandantenhaus 1737 Johann August von Druchtleben ging bestimmungsgemäß ebenfalls zum Militär und wurde zunächst in Diensten von Braunschweig-Wolfenbüttel, dann Braunschweig-Lüneburg Kapitän, 1719 Kurhannoverscher Oberst und Chef eines von zwei in Göttingen liegenden Infanterie-Regimentern. Diese starke Position in der Stadt führte natürlich zu Reibungen zwischen dem Militär und den Stadtverordneten. Dieser eskalierte beispielsweise 1731, als Druchtleben als Eigentümer den Hardenberger Hof, ein Adelspalais aus dem Jahr 1592, verkaufen wollte und sich dazu von der Stadt eine Steuerbefreiung ausbat, die ihm nicht gewährt wurde. 1735 wurde er in Göttingen Brigadier, 1739 Generalmajor und am 29. Januar 1742 wurde er Generalleutnant und Stadtkommandant von Göttingen. Nach seinem Tod in Brabant wurde er in der Kirche von Helmond beerdigt. Mit dem Tod seines Bruders, des Generalmajors Wilhelm Ludwig Druchtleben (1705–1773), starb die Familie in der Manneslinie aus.
Die Kinder aus erster Ehe waren: Sohn NN expectivirter Canonicus zu Hamburg († 1730) Elisabeth Albertine Auguste 1754 ⚭ 1737 Just Ludwig von Fabrice, Oberhauptmann in Langenhagen Dorothea Charl Ernestine († 12. Dezember 1792) ⚭ 1749 Heinrich Ludwig von Stockhausen, braunschweig-lüneburgischer Generalleutnant Christian August († 2. Juli 1747) fiel als Kapitän bei Lauffeldt Marie Amalie Juliane, erst Chanoinesse zu Walsrode ⚭ 1763 Johann Wilhelm von Robertson († 10. Juni 1777), Hannoverischer Oberst am Margarethe Sophie Amalie Christine Caroline Luise (1730–1811) ⚭ 1753 Dietrich Georg Ludwig von Behr († 3. Juni 1792), Herr auf Häuslingen Marie Luise Wilhelmine
Eine der beiden Töchter (Margarethe Sophie Amalie oder Marie Luise Wilhelmine) war mit einen Herrn von Hadeln verheirathet und verkaufte 1798 das Gut Hainholz an den Grafen Westphalen zu Fürstenberg.
Literatur Dietrich Denecke, Helga-Maria Kühn (Hrsg.): Göttingen. Geschichte einer Universitätsstadt. Drei Bände, Göttingen, ISBN 3-525-36196-3. Ralf Pröve: Stehendes Heer und städtische Gesellschaft im 18. Jahrhundert: Göttingen und seine Militärbevölkerung 1713–1756. 1996 ISBN 3486560603. Bernhard von Poten, Die Generale der Königlich Hannoverschen Armee und ihrer Stammtruppen in Militär-Wochenblatt: Beihefte, 1902, S. 261 Nr. 94 Der deutsche Herold, Band 4, S,20
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