Die Kammgräser (Cynosurus) sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Süßgräser (Poaceae). Die etwa zehn Arten kommen in Makaronesien, im Mittelmeerraum und in Südwestasien vor.
Beschreibung mini|links|hochkant|Illustration des Wiesen-Kammgras (Cynosurus cristatus) mini|hochkant|Illustration aus Flora Batava, Volume 20 des Grannen-Kammgras (Cynosurus echinatus)
Vegetative Merkmale Die Kammgras-Arten sind einjährige oder ausdauernde krautige Pflanzen. Die Halme stehen aufrecht oder gekniet-aufsteigend.
Die wechselständig am Halm angeordneten Laubblätter sind in Blattscheide und Blattspreite gegliedert. Bei den Erneuerungstrieben sind die Blattscheiden fast bis zum oberen Ende verwachsen, reißen leicht auf. Bei den Halmblättern sind die Blattscheiden bis zum Grund offen, glatt und kahl. Das Blatthäutchen ist ein häutiger Saum. Die einfachen Blattspreiten sind flach. In der Knospenlage ist sie zusammengerollt.
Generative Merkmale Der sehr dichte, langgestreckte, ei- oder kopfförmige, ährenrispe Blütenstand ist meist einseitswendig. Die Ährchen sind kurz gestielt und enthalten meist zwei bis fünf, selten nur eine Blüte, die alle zwittrig sind. Die Ährchen sind 3 bis 10 Millimeter lang und seitlich zusammengedrückt. Unterhalb jedes Ährchens befindet sich eine kammförmige Hülle, die ein steriles Ährchen mit leeren Spelzen darstellt. Mehrere (sterile und fertile) Ährchen stehen zu kurz gestielten Ährchengruppen zusammen. Diese Gruppen stehen an der Seite der Hauptachse. Die Hüllspelzen sind fast gleich, einnervig, spitz, gekielt und häutig bis zarthäutig. Die Deckspelzen sind drei- bis fünfnervig, derbhäutig. Oben sind sie spitz oder abgerundet oder eingekerbt, mit kurzer Stachelspitze oder eher meist begrannt. Die Vorspelzen sind zweinervig und in etwa so lang wie die Deckspelzen. Oben sind sie kurz zweispitzig, ihre Kiele sind rau.
Es gibt drei Staubblätter. Der Fruchtknoten ist eiförmig und kahl. Die beiden kurzen Griffel stehen endständig und tragen federige Narben.
Zur Reife fallen die Blütchen einzeln aus den Hüllspelzen aus, die stehenbleiben. Die Karyopse ist kahl und hängt an der Vorspelze. Der Embryo ist sehr klein und nimmt nur rund ein Achtel der Fruchtlänge ein. Der Nabel ist punktförmig.
Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 7.
mini|Grannen-Kammgras (Cynosurus echinatus)
Systematik und Verbreitung Die Gattung Cynosurus wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, 1, Seite 72 aufgestellt. Synonyme für Cynosurus sind: Falona , Phalona orth. var.
Die Gattung Cynosurus gehört zur Subtribus Poinae aus der Tribus Poeae in die Unterfamilie Pooideae innerhalb der Familie Poaceae.
Die Gattung Cynosurus hat ihr Mannigfaltigkeitszentrum in Nordafrika, vier der insgesamt zehn Arten sind weiter verbreitet und kommen auch in Europa und Südwestasien vor.
Zur Gattung Cynosurus gehören etwa zehn Arten: Cynosurus balansae : Sie kommt nur in Marokko und Algerien vor. Cynosurus coloratus (Syn. Cynosurus callitrichus ): Sie kommt in Libyen, Ägypten, Zypern, Libanon, Syrien, Jordanien und Israel vor, eine Angabe aus Kreta ist zweifelhaft. Wiesen-Kammgras (Cynosurus cristatus ): Sie kommt von Europa bis zum Iran und auf den Azoren vor; sie ist im Lu Shanin in Jiangxi, in Nordamerika, Australien und Neuseeland ein Neophyt. Grannen-Kammgras (Cynosurus echinatus ): Sie kommt auf den atlantischen Inseln und vom Mittelmeerraum bis zum Himalaja vor. Cynosurus effusus Link (Syn. Cynosurus elegans ): Sie ist auf den Kanaren, auf Madeira, im Mittelmeerraum ostwärts bis zum Iran verbreitet. Cynosurus elegans : Sie kommt vom Mittelmeerraum bis zum Iran vor. Cynosurus junceus : Dieser Endemit kommt nur im nordöstlichen Libyen vor. Cynosurus peltieri : Sie kommt nur in Algerien und Tunesien vor. Cynosurus polybracteatus : Sie kommt nur in Algerien und Tunesien vor. Cynosurus turcomanicus : Sie kommt in Zentralasien vor.
Quellen Literatur Chen Shouliang, Sylvia M. Phillips: In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 22: Poaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2006, ISBN 1-930723-50-4. Cynosurus. S. 245 – textgleich online wie gedrucktes Werk. Thomas Gaskell Tutin: Cynosurus L. In:
Einzelnachweise W. D. Clayton, K. T. Harman, H. Williamson, 2006: World Grass Species – Synonymy database. The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew.
Robert Reid Mill: Cynosurus. In: Chen Shouliang, Sylvia M. Phillips: Cynosurus. In: Benito Valdés, Hildemar Scholz: Poaceae (pro parte majore) (mit Beiträgen von Eckhard von Raab-Straube, Gerald Parolly). Datenblatt Cynosurus. In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Berlin 2009. Letzter Zugriff am 30. Dezember 2014.
René Maire (Hrsg.): Flore de l'Afrique du Nord. Volume III: Monocotyledonae: Glumiflorae: (Gramineae: sf. Pooideae p. p.) (= Encyclopédie Biologique. Band 48). Paul Lechevalier, Paris 1955, Cynosurus, S. 49–63 (). Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2: Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7, S. 1346.
Weblinks
Kategorie:Süßgräser