mini|Helm eines Dragoneroffiziers
Der Verband war 1672 als Caraffa-Cürassiere für die kaiserlich-habsburgische Armee errichtet worden. Aus diesem entwickelte sich im Laufe der Zeit bis hin zur Gemeinsamen Armee innerhalb der Österreichisch-Ungarischen Landstreitkräfte das k.u.k. Dragonerregiment „Graf Paar“ Nr. 2.
1769 wurde dem Regiment in der neu errichteten Kavallerie-Rangliste die Bezeichnung Cavallerie-Regiment Nr. 29 zugeteilt. Der Name lautete jedoch bis 1798 weiterhin nach dem Regimentsinhaber (der nicht auch der Kommandant sein musste). Eine verbindliche Regelung der Schreibweise existierte nicht. (z. B. Regiment Graf Serbelloni – oder Regiment Serbelloni.) Mit jedem Inhaberwechsel änderte das betroffene Regiment dann auch seinen Namen.
Nach der Änderung des Systems 1798 galt vorrangig die nummerierte Bezeichnung, die unter Umständen mit dem Namen des Inhabers verbunden werden konnte. Hierbei erfolgte die Umbenennung in Dragonerregiment Nr. 2.
Der zuletzt geführte Name war dem Regiment auf immerwährende Zeit zugeteilt worden, desungeachtet wurden im Jahre 1915 alle Ehrennamen ersatzlos gestrichen. Der Verband hieß von da an wieder nur noch k.u.k. Dragonerregiment Nr. 2 (Dies ließ sich in der Praxis jedoch nicht durchsetzen, einerseits weil sich niemand daran hielt, andererseits weil die sehr sparsame k.u.k. Militärverwaltung angeordnet hatte, zunächst alle noch vorhandenen Formulare und Stempel aufzubrauchen!).gem. „Verlautbarung der Quartiermeisterabteilung“ des Heeresgruppenkommando FM. Erzherzog Eugen / Q.Op. Nr. 665/15. Ausgegeben vom Feldpostamt 512 Das Regiment galt als Eliteregiment und führte auch die Bezeichnung „Graf Paar Dragoner“.
Zur Systematik wurden nachträglich auch folgende Nummerierungen eingeführt: 1672/2 (nach Tessin)Tessin 1986 Bd. 1: 40, Kürassierregiment K 14 (nach Bleckwenn)Bleckwenn. mini|Kaserne des Regiments in Trembowla
Namensgleiche Verbände Von 1798 bis 1801 existierte bereits ein Dragoner-Regiment Kronprinz Ferdinand Nr. 2. Von 1802 bis 1860 führte das spätere K.u.k. Husarenregiment „Erzherzog Franz Salvator“ Nr. 15 die Bezeichnung Dragoner-Regiment Nr. 2. Von 1860 bis 1867 führte das spätere Dragonerregiment Nr. 11 die Bezeichnung Dragonerregiment Nr. 2.
Formationsgeschichte Mit einem Patent von Kaiser Leopold wurde ab dem 22. Dezember 1672 durch den Obristen Grafen Caraffa das Kürassier-Regiment Graf Caraffa aufgestellt. 1679 wurden Teile des aufgelösten Kürassier-Regiments Holstein eingegliedert. 1721 wurde eine Eskadron des Kürassier-Regiments Steinville eingegliedert. 1731 wurde die 1727 aufgestellte Auctionskompanie aufgelöst und teilweise an das Kürassier-Regiment Pignatelli und Kürassier-Regiment Kokorowa abgegeben. Die Carabinierkompanie wurde 1768 an das neu aufgestellte 2. Carabinier-Regiment (später Dragoner-Regiment Nr. 1) abgegeben. Eine Eskadron des aufgelösten Kürassier-Regiment Kleinholdt wurde dafür übernommen.
Eine Eskadron der Majors-Division des aufgelösten Kürassier-Regiment Rothschütz und die ganze Oberst-Division des Kürassier-Regiment Podstatzky wurden 1775 eingegliedert. 1801 wurde die Majors-Division des aufgelösten Kürassier-Regiment Zezschwitz übernommen. Wegen der Auflösung der Kürassiere erfolgte 1867 die Umwandlung in ein Dragonerregiment mit der Nummer 2.
Ergänzungsbezirke ab 1781 aus Ober- und Niederösterreich ab 1800 ein Teil der Rekruten aus Böhmen ab 1817 Böhmen 1853–57 aus dem Ergänzungsbezirk des Infanterie-Regiments Nr. 21 (Chrudim) 1857–60 auch noch aus den Ergänzungsbezirken der Infanterie-Regimenter Nr. 11 und Nr. 18 (Písek und Königgrätz) 1860–68 aus jenen der Infanterie-Regimenter Nr. 18, 21, und 75 1868–83 nur aus den Bezirken der Infanterie-Regimenter Nr. 21 und 75 ab 1883 aus den Ergänzungsbezirken der Infanterie-Regimenter Nr. 28, 88 und 102 (Prag, Beraun und Beneschau). ab 1889 ergänzte das Regiment seinen Personalbestand aus dem Bereich des VIII. Korps (Militär-Territorial-Bezirk Prag)
Liste von Friedensgarnisonen
I. II. III. 1673 verteilt auf Schlesien und Böhmen (Taus) 1678 verteilt auf Oberungarn (Slowakei) 1680 Trentschin 1681–82 Güns 1698 Schlesien 1699–1701 Eger 1711 Budweis, dann Tolna 1715–16 Komitat Hont 1718 Warasdin, dann Neapel 1721 Wien 1722–32 abwechselnd Slawonien und Serbien 1732 Arad 1733 Hermannstadt 1734–37 Zemplin 1740–41 Leutschau 1744 Klausenburg 1752 Chrudim 1753 St. Georgen (Pressburg) 1754–56 Honter und Sohler Komitat 1763 Gran 1765 Ráckeve (Raczkeve) im Komitat Pest 1771 Czegléd 1772 Nagykörös 1776–78 Pest 1779 Haraszt (Chrasť nad Hornádom) 1783 Kecskemét 1784 Iharosberény 1785–88 Kecskemét 1790 Mähren, dann Gyöngyös 1792–93 St. Georgen 1798–99 Wien 1801 Gyöngyös 1804–05 Miskolcz 1806 Moór, dann Wien 1807 Güns 1808–09 Sankt Margarethen im Burgenland 1810–13 Güns 1814–15 Saaz 1816 St. Georgen 1817 Wien 1818 Güns 1821 Vicenza 1822 Güns 1825 Gaja 1827 Leipnik 1831 Tarnów 1832–48 Łańcut 1849 Wien 1851 Ödenburg 1854 Ost-Galizien 1855 Austerlitz 1860–66 Kecskemét 1866 Neuhäusel 1869 Wien 1873 Stockerau 1875 Wien 1876 Ödenburg 1884 Wiener Neustadt 1898 Tarnopol 1914 Stab/5. Esk.: Tarnopol – I. DivKdo/2./3.Esk.: Czortkow – II. DivKdo/4./6. Esk.: Trembowla – 1.Esk. Zaleszczyki
Regimentsinhaber mini|Als Kürassier-Regiment Bretlach 1745–1767
1672: Obrist Anton Graf Caraffa (Kürassier-Regiment Graf Caraffa) 1693: Obrist Franz Sigmund Graf Schrattenbach (Kürassier-Regiment Graf Schrattenbach) 1693: Feldmarschall-Lieutenant Maxmilian Wilhelm, Prinz von Braunschweig-Lüneburg und Hannover (Kürassier-Regiment Prinz von Braunschweig) 1726: Generalfeldwachtmeister Ludwig Freiherr von Uffeln (Offeln) (Kürassier-Regiment Uffeln) 1733: Generalfeldwachtmeister Carl Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel-Bevern (Kürassier-Regiment Herzog von Braunschweig) 1736: Feldmarschall Theodor Fürst Lubomirski (Kürassier-Regiment Fürst Lubomirski) 1745: Feldmarschall-Lieutenant Freiherr Johann Franz von Bretlach (Kürassier-Regiment Bretlach)Johann Franz von Pretlach, Vgl. Geschichte der k.k. Regimenter seit ihrer Errichtung bis auf gegenwärtige Zeiten, S. 179, der teilweise aufgeführte Franz Carl († 1781) war der Bruder, dieser Fehler findet sich bereits bei Thürheim, Die Reiter-Regimenter der k.k.österreichischen Armee, Band 1, S. 82 1767: General der Kavallerie Carl Graf Caramelli (Kürassier-Regiment Graf Caramelli) 1789: General der Kavallerie Franz Joseph von Este, Erzherzog, Herzog von Modena. (Kaiser Franz IV) (Kürassier-Regiment Erzherzog Franz Joseph) 1798: Kürassier-Regiment Nr. 2 1846: Feldmarschalleutnant Heinrich Freiherr Sunstenau von Schützenthal 1850: Maximilian Joseph II. König von Bayern 1864: Feldmarschall Friedrich Graf Wrangel 1877: Feldmarschalleutnant Tassilo Graf Festetics de Tolna 1883: Feldmarschalleutnant Nicolaus Graf Pejacsevich von Veröcze 1890: Feldmarschalleutnant Eduard Graf Paar
Regiments-Kommandanten
I. II. III. 1673 der Inhaber, Obrist Caraffa 1674 Obristlieutenant Horatio Graf Srassoldo 1680 Obristlieutenant Albrecht von Lambach 1684 Obristlieutenant Carl Marchese Doria 1690 Obristlieutenant Johann Graf Terzy 1693 der Inhaber Obrist Graf Schrattenbach 1694 Obristlieutenant Johann Graf Terzy 1699 Obristlieutenant-Obrist Freiherr Hochberg von Hennersdorf 1704 Obristlieutenant Baron Lagelberg 1707 Obristlieutenant-Obrist Ludwig Freiherr von Uffeln 1716 Obrist Franz Graf Eltz 1717 Obrist Graf Trento 1724 Obristlieutenant-Obrist Johann Heinrich Graf de Palantain 1734 Obristlieutenant Carl Graf Limburg-Styrum 1737 Obristlieutenant Freiherr Rzikowsky von Dobrschitz (interim) 1738 Obrist Hannibal Friedrich Freiherr von Schmerzing 1742 Obrist Carl Freiherr von Seenús 1749 Obrist Franz Freiherr von Lützenthal 1753 Obrist August Marchese Voghera 1758 Oberst Anton Freiherr von Münchhausen 1761 Oberst Joseph von Schimonsky 1763 Oberst Georg Freiherr von Rothschütz 1771 Obristlieutenant-Oberst Carl Freiherr von Seenús 1781 Oberst Carl Freiherr von Gemmingen 1784 Oberst Wenzel von Seddeler 1790 Oberstlieutenant-Oberst Anton Freiherr von Barco 1794 Oberst Johann Graf Nobili 1796 Oberst Joseph Vigili von Kreuzberg 1797 Oberst Carl Wilhelmi von Willenstein 1800 Oberst Bernhard Freiherr von Degelmann 1800 Oberst Stanislaus Auer 1801 Oberst Joseph von Theumern 1809 Oberst Joseph Chevalier de Hennuy 1813 Oberst Carl von Schaeffer 1823 Oberst Carl Freiherr von Rehbach 1831 Oberst Joseph Schmidl von Seeberg 1837 Oberst Joseph Becker 1842 Oberst Franz Wizigmann 1848 Oberst Theodor Graf Kolowrat-Krakowsky 1849 Oberst Johann Graf Duca di Laurite Montfort 1854 Oberst August Freiherr von Heydte 1859 Oberst Georg Hertweck von Haueneberstein 1866 Oberst Edgar Graf Erbach-Fürstenau 1867 Oberst Friedrich Hein von Heinsberg 1869 Oberst Carl Beales 1876 Oberst Wilhelm Uiberfeld 1878 Oberst Alfred Lorenz 1878 Oberst Wenzel Graf Festetics de Tolna 1884 Oberstlieutenant Leopold Pova 1885 Oberst Hugo von Förster 1894 Oberstlieutenant-Oberst Hugo Graf Kálnoky de Köröspatak 1896 Oberst Franz Ritter von Zwackh zu Holzhausen 1898 Oberst Wilhelm Freiherr von Schuchen 1903 Oberst Anton Hroch 1906 Oberst Karl Edler von Skala 1908 Oberst Adam von Petraszkiewicz 1913 Oberst Carl Freiherr von Peche Juli 1914: vakant
Gefechtskalender mini|Uniform um 1767 →Antihabsburgischen Aufstände im Königreich Ungarn von 1671–1711 1674–80 Feldzüge gegen Aufständische (Malcontenten) in Oberungarn 1674 Gefecht bei Tokaj 1680 Vier Kompanien des Regiments geraten bei Trentschin in einen Hinterhalt und erleiden große Verluste 1682 stand das Regiment unter Srassoldo im Gebiet der Bergstädte
→Großer Türkenkrieg 1683 Zum Korps Schulz in Oberungarn abgestellt. Gefecht bei Pressburg, dann in der Hauptarmee im Gefecht am Bisamberg, der Entsatzschlacht bei Wien. Sicherungsdienst am Jablunkapass 1684 Beim Abmarsch zum Oberrhein wurde das Regiment nach Ungarn umdirigiert. Am 25. September vor Ofen zur Belagerungstruppe getreten 1685 In den Wintermonaten kämpften Teile des Regiments gegen die Scharen Tököly’s bei Rosenau und Tokaj. Teilnahme an der Belagerung von Neuhäusel. Danach Verlegung nach Oberungarn. 1686 Sicherungsdienste bei Szolnok. Zur Belagerungtruppe vor Ofen abgestellt. Gefecht bei Szegedin. Über den Winter bei der Blockade von Erlau eingesetzt 1687 Bis zur Kapitulation am 17. Dezember bei der Belagerung von Erlau 1688 Vorübergehend nach Siebenbürgen verlegt, dann zur Belagerungstruppe vor Belgrad abgestellt
→Pfälzischer Erbfolgekrieg 1689 An den Kriegsschauplatz am Rhein verlegt. Teilnahme an der Belagerung von Mainz 1690 Ohne Gefechtstätigkeit 1691 Auf den Kriegsschauplatz nach Italien (Piemont) verlegt. Dort nahm die Einheit an der Blockade von Carmagnola teil 1692–93 Streifen- und Sicherungsdienst vor Pignerol. Gefecht bei Marsaglia (Regimentsinhaber Obrist Graf Schrattenbach gefallen) 1694–95 Streifen- und Sicherungsdienst im Piemont 1697 Verlegt an den Rhein. Keine Gefechtstätigkeit
→Spanischer Erbfolgekrieg 1701 Nach Deutschland verlegt. Streifen- und Sicherungsdienst 1702 Teilnahme an der Landau in der Pfalz 1703 Vier Eskadronen kämpfen im Gefecht bei Munderkingen, zwei Eskadronen waren zum Korps Styrum abgestellt 1704 Gefecht bei Donauwörth. Schlacht von Höchstädt 1705 Verlegt auf den Kriegsschauplatz nach Ungarn. Streifzug nach Siebenbürgen. Schlacht bei Sibó, ein Detachement war zur Verteidigung von Schloß Angern abgestellt 1706 Bis auf 250 Mann des Detachements Obrist Tige verlegt das Regiment nach Ungarn 1707 In Oberungarn im Korps Starhemberg 1708–09 Grenzsicherung der niederösterreichisch-steirischen Grenze bei Ödenburg 1710 Teilnahme an der Belagerung von Neuhäusel 1711 Bei der Belagerung von Kaschau, später zum „Neutralitäts-Korps“ in Schlesien abgestellt 1712 Verlegung an den Rhein 1713 Streifendienst im Schwarzwald, ein Detachement von ca. 150 Mann bei der Besatzung in Landau