Unter Sportökonomie wird die Anwendung von volkswirtschaftlichen sowie betriebswirtschaftlichen Instrumenten auf einzelne Sportbereiche verstanden.

Einordnung Die Sportökonomie ist eine Teildisziplin der Sportwissenschaften und im Arbeitskreis Sportökonomie e. V. organisiert, der als eigene Sektion in der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs) fungiert. Die Sportökonomie orientiert sich vornehmlich an den Fragen und Methoden der Sozialwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften und wendet diese für das Sportsystem an. Weitere wichtige Verknüpfungen bestehen zur allgemeinen Soziologie und zur Sportsoziologie sowie zur Sportökologie und zur Sportethik.

Methoden und Arbeitsfelder Die Sportökonomie verfolgt einen deskriptiven und einen normativen Ansatz. Der deskriptive Ansatz fokussiert die wissenschaftliche Analyse ökonomischer Aspekte des Sports. Der normative Ansatz versucht, anhand ökonomischer Effizienzkriterien, einzelne Akteure des Sportsystems (Verbände, Vereine, Trainer, Sportler usw.) zu beraten.

Anhand betriebswirtschaftlicher Instrumente ist es möglich, den Sport aus einzelwirtschaftlicher Sicht zu betrachten. Hierbei spielen die Knappheit von Ressourcen sowie die Unterscheidung zwischen Sportdienstleistung, Konsum- und Investitionsgütern die zentrale Rolle.

Ferner wird der Sport mithilfe von volkswirtschaftlichen Instrumenten auf das Zusammenspiel der Märkte analysiert und somit gesamtwirtschaftlich betrachtet.

Der Sport wird mithilfe von volkswirtschaftlichen Instrumenten auf das Zusammenspiel der Märkte analysiert und somit wird hier die Gesamtwirtschaft betrachtet.

In der Makroökonomik werden unter anderem der Arbeitsmarkt und das Wirtschaftswachstum untersucht.

Die Mikroökonomik befasst sich dagegen mit der Preisbildung auf Märkten sowie das Verhalten der Unternehmen und der Haushalte. Zudem wird in diesem Bereich unter anderem die Distribution und Allokation knapper Ressourcen analysiert.

Zudem ist hier noch die Distribution und Allokation knapper Ressourcen zu betrachten.

Güterarten in der Sportökonomik Durch öffentliche Güter im Sport entstehen positive externe Effekte, welche allen Bürgern zugutekommen. Der aktive Sport verbessert unter anderem die eigene Gesundheit, hilft bei der Integration und der Senkung der Kriminalitätsrate, da die Akteure mit sportlichen Aktivitäten beschäftigt sind. Jedoch hat nicht nur der aktive Sport seine Vorteile, sondern auch der passive Sport, denn dieser stärkt den Zusammenhalt und die Integration wird gefördert. Aufgrund des positiven externen Effektes kann das öffentliche Sportgut als Grundlage für eine Rechtfertigung einer Subventionierung dienen. Ein öffentliches Gut ist zum Beispiel die lokale Identität oder das nationale Prestige. Kollektive Güter kommen dagegen nur einem Teil der Bevölkerung zugute. Ein Beispiel hierfür sind die Sportartikelindustrie und die Medien, die sich auf den Sport spezialisiert haben. Speziell bei Teamsportarten, ist das Trittbrettfahrerverhalten bei diesem Gütertyp ein großes Problem.

Ein Clubgut im Sport ist zum Beispiel eine Sportanlage oder ein Stadion eines Vereins. Im Beispiel Fußball wird ersichtlich, dass ein Clubgut sowohl Anreize wie auch Probleme schaffen kann. Ein Anreiz dieses Gutes kann zum Beispiel ein volles Stadion sein, denn ein volles Stadion zieht mehr Zuschauer an, als ein leeres. Jedoch kommt es hierbei schnell zu Überfüllungen, ein Problem, das beispielsweise über den Preis und die Menge der Zuschauertickets reguliert werden kann.

Öffentliche Sportplätze sind Allmendegüter. Bei dieser Güterart ist die Übernutzung von Allmendegütern durch rational handelnde, egoistische Menschen ein Problem.

Als private Güter werden in der Sportökonomik unter anderem eigene Sportgeräte eingestuft.

Auch im Sport sind meritorische Güter zu finden. Dieser Gütertyp wird von den Konsumenten nicht in dem erwünschten Umfang konsumiert, da der Nutzen meist unterschätzt wird. Ein Beispiel hierfür ist die Unterschätzung des gesundheitlichen Nutzens, der durch langjährigen Sport entsteht. Um diesen gesundheitlichen Effekt zu fördern, nutzt der Staat das Nudging.

Durch Externalitäten entstehen Probleme für den effizient funktionierenden Markt, da keine optimale Ressourcen-Allokation möglich ist. Das Problem hierbei ist, dass eine zu hohe Produktion von negativen externen Effekten stattfindet und die Produktion von positiven externen Effekten zu gering ist. Ein Beispiel für negative Externalitäten ist die Umweltverschmutzung, die durch Stau oder Beschädigungen entsteht. Das steigende Image eines Ortes oder die Einnahmen durch Sporttourismus sind wiederum Beispiele für positive externe Effekte, die durch Sportveranstaltungen entstehen können.

In der Sportökonomik existiert unter anderem auch ein Produktverband. Die Zuschauer schauen den Akteuren im Wettkampf zu (Clubgut) und zudem berichten lokale Medien über diesen Wettkampf (öffentliches Gut). Sponsoren und Werbende sind bei einem Wettkampf als private Güter zu identifizieren. Wenn aktive Sportler den Sport aus Spaß konsumieren, so wird dieser als Konsumgut gezählt. Jedoch betreibt ein Akteur den Sport aus gesundheitlichen Gründen, so wird der Sport als Potentialgut gesehen. Ein Kapitalgut stellen die Sponsoren dar, denn diese werben um Käufer. Da es eine große Vielzahl an Gütertypen und Gruppen bei einem Produktverband gibt, stellt sich die Frage, wie viel der einzelne Betroffene zahlen muss.

Unsicherheit und Zufall Eine Besonderheit der Sportökonomie ist die erwünschte Unsicherheit der Nachfrager in Bezug auf das Sportergebnis. Diese Unsicherheit ist von den Nachfragern gewünscht, damit die Aufrechterhaltung der Spannung gegeben wird und somit ein Charakterzug des sportlichen Wettbewerbs. Passive Sportkonsumenten erhoffen sich eine hohe Substitutionskonkurrenz, womit eine Steigerung der Unsicherheit wie auch der Spannung einhergeht. Denn je höher die Unsicherheit ist, desto größer ist die Attraktivität eines Wettkampfes. Zudem bleibt die Spannung eines Wettkampfes erhalten, wenn in diesem Wettbewerb keine Manipulation vorhanden ist.

Im sportlichen Wettbewerb ist eine Unterscheidung von unterschiedlichen Unsicherheiten möglich. Zum einen gibt es die kurzfristige Unsicherheit, diese bezieht sich auf das Ergebnis eines einzelnen Wettkampfes. Die mittelfristige Unsicherheit ist vorhanden, wenn es um die Position eines Akteurs oder eines Teams in einem Wettkampf bzw. Liga geht. Die langfristige Unsicherheit bezieht sich auf aufeinanderfolgende Wettkämpfe.

Aber auch der Erfolgsfaktor Zufall lässt einen Wettkampf spannend gestalten. Der Zufall kann entweder keinen Einfluss auf das Wettkampfergebnis haben oder die Ergebnisunterschiede werden vergrößert. Aufgrund dieses Faktors lassen sich Wettkampfergebnisse nicht sicher prognostizieren. Zufall setzt sich im Sport, wie beispielsweise im Fußball, aus der Tagesform der Akteure und dem Glück zusammen. Ein offenes Ergebnis ist durch diesen Faktor möglich, auch wenn finanzielle Unterschiede zwischen den Vereinen existieren.

Angebot an Sport Eine Kooperation zwischen Konkurrenten ist bei sportlichen Aktivitäten wichtig, damit ein Wettkampf und vor allem die erwünschte (Ergebnis-)Unsicherheit gewährleistet werden kann. Vereine kooperieren miteinander, sind im Wettkampf dennoch Konkurrenten. Dieses Phänomen wird auch Kooperenz genannt. Dieses Verhalten ist wichtig, damit es allen Akteuren in einem Wettkampf möglich ist, ihren Nutzen zu maximieren. Jedoch wird der Entscheidungsumfang der Sportler durch begrenzte Ressourcen limitiert.

Das Ziel der Sportvereine ist es, den eigenen Nutzen zu maximieren sowie die Zahlungsfähigkeit aufrechtzuerhalten. Jedoch ist für die Maximierung des Sieges ein hoher Ertrag erforderlich, da der Sieg nur maximiert werden kann, indem in die eigenen Sportler investiert wird. Vereine bezahlen die Akteure über deren Wertgrenzprodukt, damit diese einen Anreiz haben. Zudem werden Vereine von Mäzenen unterstützt, damit das Geld in die eigenen Sportler investiert werden kann.

Kosten Da die Hauptkosten eines Sportvereins die Personalkosten darstellen und Regeln des Wettkampfes die Minimierung des Inputs begrenzen, sollte die genutzte Sportanlage maximal ausgelastet werden. Dies kann beispielsweise durch niedrige Eintrittspreise oder durch Preisdifferenzierung passieren. Jedoch kann dies bei Kleinst- und Dienstleistungsbetrieben zu einem ruinösen Wettbewerb führen. Wenn das Ziel eines dieser Unternehmen die Einkommenssicherung ist und die Preise sinken, dann muss zwangsweise das Angebot erweitert werden. Jedoch ist bei den Vereinen auch eine Co-Creation möglich, das heißt, bei Wettkämpfen können Leistungen zentral vermarktet werden.

Nachfrage nach Sport Da Sport in der Regel in Gruppen konsumiert wird, ist diese aktive oder passive Aktivität meist ein sozialer Konsum. Aus diesem Grund wird das emotionale und altruistische Verhalten sichtbar.

Ökonomische Determinanten der Sportnachfrage stellen der Preis und die Verfügbarkeit des jeweiligen nachgefragten Gutes, die Opportunitätskosten, das Einkommen der Nachfrager und der Preis von Substitutionsgüter dar.

Die Nachfrage nach Sport wird auch durch den Faktor Zeit und Geld eingeschränkt, deswegen ist Sport nur begrenzt substituierbar und meistens komplementär. Bei Haushalten mit niedrigem Einkommen wirkt vorwiegend der Substitutionseffekt und bei einem hohen Einkommensniveau gibt es einen Einkommenseffekt, da die Freizeit ein normales oder superiores Gut darstellt.

Aktiver Sport kann unter anderem als Konsumkapital gesehen werden, da Sport eine Investition in die eigene Gesundheit darstellt. Das heißt, auch wenn hohe Opportunitätskosten entstehen, ist die Investition in die Gesundheit rentabel, da der aktive Sportler länger Geld verdienen oder länger seine Freizeit genießen kann. Auch wird bei der Nachfrage nach Sport ein optimales Bedürfnisniveau angestrebt. Bei einer Unter- oder Überforderung entstehen dadurch neue Bedürfnisse. Bei einer Unterforderung entsteht Langeweile, da eine gewisse Anstrengung gesucht wird. Dies ist im aktiven wie auch im passiven Sport möglich.

Mithilfe des Sports wird unter anderem versucht eine eigene Identität zu finden oder sich mit einem sportlichen Akteur zu identifizieren. Die Identitätssicherung sowie Emotionen spielen im Sport eine essenzielle Rolle. Eine Besonderheit der Sportökonomik im Vergleich zu der Wirtschaft stellt die nicht Sättigung und der steigende Grenznutzen dar. Dies ist durch eine erhöhte Konsumfähigkeit möglich, da der Konsum an Spaß bei der nächsten sportlichen Aktivität gesteigert wird und es deshalb keine Sättigung gibt.

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