Als Hautkrebs-Screening (HKS) (bisweilen auch Hautscreening) bezeichnet man in Deutschland die Früherkennungsuntersuchung auf Hautkrebs. Der Gemeinsame Bundesausschuss (BGA) regelt die Anspruchsvoraussetzungen für gesetzlich versicherte Personen. 2008 wurde in Deutschland das gesetzliche Hautkrebsscreening (gHKS) für gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren eingeführt. In der Krebsfrüherkennungsrichtlinie vom September 2025 wird festgelegt, dass Versicherte ab dem Alter von 35 Jahren jedes zweite Jahr Anspruch auf ein HKS haben. Stand 2023 ist Deutschland das einzige Land in Europa, das eine Früherkennung auf Hautkrebs als Leistung einer gesetzlichen Krankenversicherung anbietet.
Hautkrebs-Screening in Deutschland
Ziele
Das HKS dient der frühzeitigen Erkennung folgender Erkrankungen:
malignes Melanom (schwarzer Hautkrebs) Basalzellkarzinom (weißer Hautkrebs) Plattenepithelkarzinom (weißer Hautkrebs)
Umfang und Durchführung
Das HKS beinhaltet folgende Leistungen:
eine aufgabenbezogene Anamnese die vollständige visuelle Untersuchung der Körperoberfläche die Mitteilung des Befundes an den Patienten die Dokumentation, gegebenenfalls mit Weiterleitung an weiterbehandelnde Kollegen
Der durchführende Arzt benötigt eine Abrechnungsgenehmigung, für die in der Regel eine Pflichtfortbildung absolviert werden muss. Wenn vergrößernde Sehhilfen wie Lupe oder Dermatoskop verwendet werden, ist dies Leistungsbestandteil und nicht gesondert abrechenbar. Ebenso die Beratung über hautkrebsvorbeugendes Verhalten (Sonnenschutz, Meiden von Solarien u. a.). Hausärzte, die am Screening teilnehmen, überweisen ihre Verdachtsfälle zum Hautarzt.
Auswertung Die Dokumentationen der teilnehmenden Ärzte werden fortlaufend evaluiert. Dabei steht die Frage der Zielerreichung im Vordergrund.
Folgende Ergebnisse konnten festgestellt werden:
HKS erhöht die Zahl der entdeckten Fälle von Hautkrebs durch HKS werden die Tumore in einem früheren Stadium entdeckt, der Anteil fortgeschrittener Stadien nimmt ab die Sterblichkeit an Hautkrebs ist im Auswertungszeitraum nicht zurückgegangen Die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (DEGAM), sowie die Deutsche Gesellschaft für HNO-Heilkunde (DGHNO) halten den Nutzen des HKS für unzureichend und setzen sich für individualisierte Vorsorgemaßnahmen ein, die sich am Risikoprofil der einzelnen Patienten orientieren. Entsprechend werden die Maßnahmen, Einsparpotentiale und Reformvorschläge des HKS kontrovers von Politik und Fachverbänden diskutiert.
Kampagnen („Awareness“-Monat Mai) Informationskampagnen zum Thema Hautkrebs, wie die europäische Euromelanoma-Kampagne, die die Bevölkerung u. a. für Hautkrebs-Prävention und -Screening sensibilisieren möchten, fokussieren ihre Bemühungen regelmäßig im Monat Mai. Der sogenannte „Skin Cancer Awareness Month“ im Mai geht dabei auf den „Melanoma Monday“ der American Academy of Dermatology zurück, die diesen am Montag, dem 1. Mai 1995, erstmals initiiert hat.D. R.Miller, A. C. Geller, S. W. Wyatt, A. Halpern, J. B. Howell, C. Cockerell, …, H. K. Koh: Melanoma awareness and self-examination practices: results of a United States survey. In: Journal of the American Academy of Dermatology, 1996, 34(6), S. 962–970. Die Bemühungen haben das Ziel, ein Bewusstsein in der Bevölkerung sowohl für die möglichen Risiken als auch für die Möglichkeiten der Prävention zu wecken.
Weblinks Hautkrebs-Screening. Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) e. V. Krebsfrüherkennungs-Richtlinien (Hautkrebs-Screening). Gemeinsamer Bundesausschuss. Patienteninformation Hautkrebsprävention. Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin. Schwarzer Hautkrebs. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), Heidelberg Weißer und schwarzer Hautkrebs, Letzte Aktualisierung: 18. Juli 2019. Abruf am 29. Mai 2024 Hautkrebs-Screening und Hautkrebs-Früherkennung, Letzte Aktualisierung: 8. August 2022. Abruf am 29. Mai 2024
Einzelnachweise
Kategorie:Medizinische Vorsorge Kategorie:Dermatologie