Der Zugspitz-Extremberglauf war ein Berglauf, der von 2000 bis 2013 im Bereich der Zugspitze stattfand und mit 2235 Höhenmetern, die auf 17,94 km bewältigt werden mussten, zu den anspruchsvollen Läufen in den Alpen zählte.
Der Lauf Veranstalter des Berglaufs war die getgoing GmbH. 2000 und 2001 wurde er als Zugspitz-Halbmarathon ausgetragen, wobei im zweiten Jahr eine kürzere Ausweichstrecke gelaufen wurde; 2002 fiel er aus. Bis 2004 verlief die Strecke vom Olympia-Skistadion in Garmisch-Partenkirchen durch das Reintal mit Ziel am Zugspitzplatt. 2005 wurde der Start nach Ehrwald verlegt und das Ziel an die Gipfelstation der Tiroler Zugspitzbahn.
Die Strecke führte zunächst auf einer Fahrstraße zur Ehrwalder Alm und zur Hochfeldernalm, dann auf Wanderwegen über das Gatterl, wo man die österreichisch-deutsche Grenze überquert, zur Knorrhütte und schließlich zum Berggasthof Sonnalpin am Zugspitzplatt. Läufer, die hier aussteigen, kommen in eine eigene Wertung. Auf dem letzten Teilstück bis zum Gipfel waren auf 1,3 km knapp 400 Höhenmeter zu erklimmen.
2007 musste der Lauf aus Sicherheitsgründen am Sonnalpin beendet werden, was von einer Reihe von Teilnehmern mit Unverständnis quittiert worden war.
2008 geriet der Lauf in die Schlagzeilen, als bei Temperaturen unterhalb des Gefrierpunkts zwei Läufer kurz vor dem Ziel starben und sechs weitere zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden mussten.Süddeutsche Zeitung: Zwei Tote bei Extrem-Berglauf – Staatsanwaltschaft untersucht Zugspitz-Drama. 14. Juli 2008Stern: Drama auf der Zugspitze: Schuldsuche nach dem Todeslauf. 14. Juli 2008 (mit Video, 1:56 min) Insgesamt waren bei der Rettungsaktion 80 Helfer der Bergwacht, des Bayerischen Roten Kreuzes und der alpinen Einsatzgruppe der Polizei Bayern im Einsatz.Bayerischer Rundfunk: . Stand: 15. Juli 2008 Die Obduktion stellte als Todesursache für einen der Läufer Unterkühlung fest, während beim anderen nicht eindeutig festgestellt werden konnte, ob er an Unterkühlung oder einem Herz-Kreislauf-Kollaps gestorben war.Süddeutsche Zeitung: Obduktion nach Zugspitz-Unglück – Erfroren am Berg. 15. Juli 2008 Die Staatsanwaltschaft München II leitete daraufhin ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung gegen den Veranstalter einFocus: Zugspitzlauf: Gegen die Veranstalter wird ermittelt. 18. Juli 2008 und beantragte im November 2008 beim Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen einen Strafbefehl, in dem eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen gefordert wurde.Süddeutsche Zeitung: Nach tödlichem Zugspitzlauf – Strafbefehl gegen Veranstalter beantragt. 14. November 2008 Im Juli 2009 folgte das Amtsgericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Nach dem Einspruch des Beschuldigten wurde der Fall im November vor dem Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen verhandelt,Süddeutsche Zeitung: Zugspitzlauf – Fahrlässige Tötung am Berg. 18. Juli 2009Süddeutsche Zeitung: Interview mit Peter Krinninger – „Ich bin nicht schuld“. 18. Juli 2009 das ihn am 1. Dezember 2009 freisprach. In seiner Begründung verwies das Gericht darauf, dass sich jene Läufer, die die Warnungen des Veranstalters missachtet hatten, „eigenverantwortlich selbst gefährdet“ hätten.Münchner Merkur: Veranstalter des Zugspitzlaufes freigesprochen. 1. Dezember 2009Abendzeitung: Freispruch für Zugspitzlauf-Veranstalter. 1. Dezember 2009
2009 fielen am Tag und in der Nacht vor dem Rennen 60 cm Neuschnee auf dem Gipfel der Zugspitze und 30 cm am Sonnalpin, so dass aus Sicherheitsgründen eine Ersatzstrecke auf die 1714 Meter hoch gelegene Grubigalm oberhalb von Lermoos gelaufen wurde.Süddeutsche Zeitung: Zugspitzlauf – Der Sieg der Vernunft. 19. Juli 2009Abendzeitung: Hügellauf statt Gipfelsturm. 19. Juli 2009Bayerischer Rundfunk: . 19. Juli 2009
Der Lauf fand 2013 das letzte Mal statt. Dem Veranstalter wurde 2014 keine Genehmigung von österreichischer als auch der deutschen Seite mehr erteilt, was für Unmut bei den angemeldeten Läufern sorgte, da diese das Startgeld bereits gezahlt hatten. Im Anschluss übernahm die Münchener PLAN B event company GmbH die Durchführung mit geändertem Konzept, mehreren Streckenvarianten über drei Tagen. Eine Streckenoption war die sogenannte Zugspitz Trailrun Challenge „Vertical Challenge“, die auf der nahezu gleichen Route von Ehrwald bis zur Zugspitze ausgetragen wurde. 2018 wurde aus ungenannten Gründen auch diese Veranstaltung abgesagt.
Statistik Siegerliste Start in Ehrwald Datum Männer Nation Zeit Frauen Nation Zeit 1:50:23,0 2:03:45,0 2:03:32,0 2:41:19,4 2:04:44,1 2:41:44,9 2:06:39,2 2:43:08,4 56:21,9Kürzere Alternativstrecke 1:12:31,4 2:07:01,4 2:41:54,3 1:43:28Verkürzte Strecke 2:09:37 2:07:00 2:29:53 2:03,02,1 2:28:48,8
Start in Partenkirchen Datum Männer Nation Zeit Frauen Nation Zeit 2:20:56,5 3:03:53,0 2:16:17,5 2:33:22,5 1:28:15,9 1:46:38,8 2:06 2:35
Entwicklung der Finisherzahlen Jahr Gesamt davon Frauen kürzere Strecke davon Frauen 2013 961 122 — — 2012 743 75 44 8 2011 606 65 25 3 2010 543 56 57 7 2009 437 43 — — 2008 183 10 329 62 2007 786 92 — — 2006 567 69 31 15 2005 743 81 34 16 2004 598 83 — — 2003 586 71 — — 2001 366 40 — — 2000 441 50 — —
Weblinks Strecke mit GPS-Daten auf GPsies.com (mit optionaler 3D-Kartenansicht über Google Earth Plugin) GPS-Daten Zugspitz Extremberglauf Ausweichroute über Grubigalm Laufberichte und Meldungen vom Zugspitz-Extremberglauf auf marathon4you.de Hoch um jeden Preis, Artikel von Urs Willmann, Teilnehmer am Zugspitz-Extremberglauf 2008, in der Zeit, 17. Juli 2008
Fußnoten
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