Der Pontiac Grand Prix war ein Automobil der US-amerikanischen Automarke Pontiac, einer Division von General Motors (GM). Er wurde zum Modelljahr 1962Die zeitliche Zuordnung von Automobilen erfolgt in den USA in erster Linie anhand von Modelljahren. Modelljahre weichen von Kalenderjahren in der Regel ab. Bei den meisten Herstellern beginnt bereits im Spätsommer eines Jahres nach den Werksferien, in denen Fertigungsstraßen den neuen Modellen angepasst werden, ein neues Modelljahr. Üblicherweise liegt dies im September oder Oktober. als ein sogenanntes Personal Luxury Car eingeführt und war bis 1987 ausschließlich als Coupé verfügbar, dann wurde eine viertürige Stufenhecklimousine als zusätzliche Karosserievariante eingeführt.

Der Grand Prix war unterhalb des Pontiac Bonneville in der Modellpalette eingeordnet. Er war Pontiacs Sportmodell in der Full Size-Klasse. Unter ihm gab es ab 1964 den Pontiac LeMans mit der Ausstattungsvariante als Pontiac GTO, später als eigenständiges Modell, das Sportmodell in der Mittelklasse. Seinem sportlichen Charakter entsprechend bekam auch dieser Grand Prix große leistungsstarke Motoren. Zunächst gab es Hubräume von 6600 cm3 und 7000 cm3, 1970 erschien ein Motor mit 7500 cm3. Die Leistungsstärke der Motoren reichte von 265 bis 390 SAE-PS.

1988 kam die fünfte Generation auf den Markt, mit der der Grand Prix der oberen Mittelklasse zugeordnet wurde.

__TOC__

Erste Generation

Der fünfsitzige Pontiac Grand Prix erschien erstmals zum Modelljahr 1962 und ersetzte den Pontiac Ventura. Anfangs war er kein eigenständiges Modell, sondern ein Pontiac Catalina Coupé mit sportlich aufgemachter Ausstattung und basierte somit auf der GM A-Plattform. Der Grand Prix besaß bereits vordere Einzelsitze und eine Mittelschaltung, als der übliche Standard in Amerika eine durchgehende vordere Sitzbank und eine Lenkradschaltung war. Den Grand Prix gab es, um seinen sportlichen Charakter zu betonen, ausschließlich als zweitüriges Hardtop-Coupé, bei dem die B-Säule fehlt. Es gab die gleichen Extras wie beim Bonneville, darunter Bremskraftverstärker, elektrische Fensterheber und Sitzverstellung sowie eine Klimaanlage.

1962 Start der Produktion war am 15. August 1961 als Pontiac-Serie 29. Die Seitenlinie entsprach dem Coke-Bottle-Design. Der Frontgrill war durch die für Pontiac typische Nase geteilt. Die Einzelsitze waren mit Pontiacs „Morrokide-Vinyl“ bezogen, während der Boden und die unteren Türverkleidungen mit Nylonschlingen-Teppich belegt waren. Die Rücksitzbank verfügte über eine umklappbare Armlehne in der Mitte und ein Lautsprechergitter, das mit einem „Bi-Phonic“-Lautsprecher funktionsfähig gemacht werden konnte. Zur Ausstattung gehörten ein gepolstertes Armaturenbrett, eine Innenraumbeleuchtung und andere Merkmale.

Die Motoren waren aus dem Catalina übernommen. Serienmäßig hatte der Grand Prix bei Verwendung des manuellen Getriebes einen 6400 cm3 (389 in3) großen V8-Motor mit 235 brutto SAE-PS bei 3600 min−1, die Verdichtung betrug 8,6 : 1, der Motor war mit einem Doppel-Registervergaser bestückt. Wählte der Kunde das Automatikgetriebe, leistete der Motor 303 brutto SAE-PS bei 4600 min−1, die Verdichtung betrug 10,25 : 1.

Auf Wunsch gab es auch leistungsgesteigerte Versionen dieses Motors (mit bis zu 348 SAE-PS) sowie den größeren Motor mit 6900 cm3, der eine Leistungsspanne von 318 bis 385 brutto SAE-PS bot. Sechszylinder-Versionen waren nicht verfügbar. Ein manuelles Drei-Gang-Getriebe war Serie. Als Extra waren eine BorgWarner T-10-Viergang-Version mit Hurst-Schaltgriff oder die dreigängige Roto HydraMatik von GM verfügbar.

Der Basispreis betrug 1962 ab 3490 USD für den Standard V8. Im ersten Modelljahr wurden 30.195 Fahrzeuge hergestellt.

1963 Für 1963 erhielt der Grand Prix eine überarbeitete Karosserie, welche er mit anderen Full-Size-Pontiacs teilte, aber mit einer eigenen, eckigen Dachlinie mit konkavem Heckfenster, die im Gegensatz zur Cabrio-ähnlichen Dachlinie des Grand Prix von 1962 stand und sich auch beim Catalina und Bonneville von 1963 bis 1964 fortsetzte. Neu war auch der Kühlergrill, die übereinander angeordneten Scheinwerfer mit runden Standlichtern sowie „versteckten“ Rückleuchten. Abgesehen vom Kühlergrill, den Rückleuchten und den Stoßstangen beschränkten sich die Chromverzierungen auf die unteren Schweller, die Radkästen und die Dachlinie.

Ein breites Sortiment an Extras war erhältlich, darunter Servolenkung, Bremskraftverstärker, elektrische Fensterheber und einen elektrisch verstellbaren Fahrersitz, Klimaanlage, Aluminiumräder mit integrierten Bremstrommeln und andere Optionen. Zu den neuen Extras in diesem Jahr gehörten ein Radio mit Mittelwellen- und UKW-Empfang, ein Tempomat und ein in sieben Positionen verstellbares Lenkrad.

Bei den Standardmotoren gab es keine Änderungen. Eine neue Reihe optionaler Motoren wurde in diesem Jahr eingeführt, darunter der 330 SAE-PS starke 6400 cm3 (389 in3) „Tri-Power“-Motor und den drei Vergasern des größeren 6898 cm3 (421 in3) V8, darunter eine Standardversion mit Doppel-Registervergaser und 320 SAE-PS, eine 350 SAE-PS Tri-Power-Option und die 421 HO-Option (HighOutput) mit drei Doppelvergaser und 370 SAE-PS.

Pontiac verkaufte 72.959 Wagen. Damit war der Grand Prix, nach der viertürigen Catalina-Limousine, die meistverkaufte Modellvariante. In der ersten Generation war es das beste Verkaufsjahr.

1964 Der Grand Prix von 1964 erhielt geringfügige optische Änderungen. Dazu gehörten ein überarbeiteter Kühlergrill, welcher an den 1964er Bonneville/Catalina angelehnt war, mit neuen „GP“-Logos und eine Heckverkleidung mit neuen Rückleuchten, die immer noch versteckt waren und wiederum der Form der anderen großen 64er Pontiacs folgten.

Der Innenraum wurde durch überarbeitete Polsterungen aufgewertet, wobei die erweiterten Morrokide-Vinyl-Schalensitze und die Konsole weiterhin zur Serienausstattung gehörten.

Der Standardmotor mit Schaltgetriebe leistete 255 SAE-PS. Ansonsten blieb das Motorenangebot gegenüber 1963 weitgehend unverändert. Jedoch ersetzte Pontiac das Borg-Warner-Getriebe durch die Varianten M20 (breiter abgestufte Gänge) oder M21 (enger abgestufte Gänge) von Muncie.

1965 Der Grand Prix und alle anderen Pontiacs wurden für 1965 komplett neu gestaltet und erhielten eine rundere Karosserie sowie einen um 25 mm (1 Zoll) auf 3073 mm (121 Zoll) verlängerten Radstand. Während andere Pontiac-Coupés die von anderen GM-Divisionen gewohnte Semi-Fastback-Dachlinie erhielten, behielt der Grand Prix die exklusive eckige Dachlinie mit konkavem Heckfenster bei, war aber etwas runder als die Version von 1963–64. In diesem Modelljahr wurde aus ihm die Serie 266.

Der Innenraum wurde überarbeitet und erhielt völlig neue Instrumententafeln mit einer größeren Menge an Nussbaumzierleisten, die sich auch auf die Mittelkonsole der Schalensitze erstreckten, sowie ein neues Lenkrad mit Hupenstäben, die den in den Vorjahren verwendeten Hupenring ersetzten. Die serienmäßigen Einzelsitze konnten entweder mit erweitertem Morrokide-Vinyl oder mit der neuen Stoff- und Morrokide-Kombination gepolstert werden. Neu für 1965 war eine kostenlose vordere Sitzbank mit einer Mittelarmlehne, die mit beiden Polsterungen erhältlich war. Zu den neuen Optionen gehörte eine automatische Klimaanlage. Dieses System, das Cadillac erstmals 1964 eingeführt hatte, war zusätzlich zur regulären „Circ-L-Aire“-Klimaanlage erhältlich. Warnblinkanlagen waren ebenfalls als Extra erhältlich.

Das Motorenangebot wurde für 1965 überarbeitet. Der serienmäßige V8 wurde auf 325 SAE-PS mit Schaltgetriebe oder 333 SAE-PS mit Automatikgetriebe aufgestockt. Die serienmäßigen Dreigang- und optionalen Viergang-Schaltgetriebe wurden aus dem Jahr 1964 übernommen, allerdings ersetzte ein neues Dreigang-Turbo-Hydramatik-Getriebe mit Drehmomentwandler die ältere Dreigang-Roto-Hydramatik. Die Turbo-Hydramatik verfügte auch über das standardisierte P-R-N-D-S-L-Schaltmuster anstelle der P-N-D-S-L-R-Schaltung der früheren Hydramatik. Vom im Grundpreis 3426 USD kostenden Fahrzeug wurden 57.881 Stück verkauft.

1966 Das Modelljahr 1966 erhielt geringfügige optische Änderungen, darunter einen neuen, stärker abgerundeten geteilten Kühlergrill und neue Rückleuchtenverkleidungen. Im Innenraum gab es ein überarbeitetes Armaturenbrett mit einer quadratischen Instrumententafel und neue Sitze mit Morrokide- oder Stoffbezug, höheren Rückenlehnen und stärker konturierten Polstern für besseren Seitenhalt. Die Einzelsitze gehörten zusammen mit einer Konsole zur Serienausstattung, aber eine Sitzbank mit geteilter Rückenlehne und Mittelarmlehne war eine kostenlose Option.

Das Motorenangebot blieb gegenüber 1965 weitgehend unverändert, mit der Ausnahme, dass der 338 SAE-PS starke Tri-Power 6400 cm3 (389 in3) nicht mehr angeboten wurde, so dass nur noch der größere 6898 cm3 (421 in3) mit 356 SAE-PS und den drei Doppelvergaser von Rochester zur Verfügung stand, der in diesem Jahr zum letzten Mal angeboten wurde, da General Motors die Verwendung von mehreren Vergasern in allen GM-Fahrzeugen mit Ausnahme der Chevrolet Corvette ab dem Modelljahr 1967 untersagte.

1967 Ein überarbeitetes Blechkleid mit abgerundetem, aber noch ausgeprägterem Colaflaschen-Styling kennzeichnete den Grand Prix von 1967. Neu war ein Cabriolet, das jedoch nur für das Modelljahr 1967 angeboten wurde. Ebenfalls neu waren verdeckte Scheinwerfer mit horizontaler Montage und verdeckte Scheibenwischer. Die Rückleuchten mit Lamellen waren denen des GTO ähnlich.

Der 389er wurde durch einen neuen 6,6 Liter (400 in3) V8, Doppelauspuff und 350 SAE-PS (Automatik) bzw. 325 SAE-PS (Schaltgetriebe) ersetzt. In ähnlicher Weise wurde der 421er durch einen neuen 7 Liter (428 in3) mit 360 SAE-PS oder als HO-Version mit 376 SAE-PS ersetzt. Sowohl der 400er als auch der 428er V8 waren im Grunde aufgebohrte Versionen der älteren 389/421er-Blöcke, jedoch mit verschiedenen Verbesserungen wie größeren Ventilen und verbessertem Ansaugweg.

Neu in diesem Jahr waren eine Zweikreisbremsanlage und optionale vordere Scheibenbremsen. Ebenfalls neu für 1967 war eine energieabsorbierende, klappbare Lenksäule und ein 8-Spur-Stereo-Kassettenspieler. Das Coupé verkaufte sich 37.125 Mal, das Cabriolet 5.856 mal.

1968 Mit dem Modelljahr 1968 erhielt der Grand Prix einen noch ausgeprägteren „Schnabel-Nasen“-Kühlergrill aus stoßdämpfendem Kunststoff und eine neue Frontstoßstange. Die verdeckten Scheinwerfer wurden beibehalten, und ein überarbeitetes Heck mit L-förmigen Rückleuchten und seitlichen Rückstrahlern war neu, um eine neue Sicherheitsvorschrift zu erfüllen. Das Cabriolet wurde eingestellt, so dass für 1968 nur noch das Hardtop-Coupé übrig blieb.

Der serienmäßige 350 SAE-PS mit 6,6 Liter (400 in3) Hubraum wurde überarbeitet, um die neuen bundesstaatlichen und kalifornischen Emissionsvorschriften von 1968 zu erfüllen. Die beiden wählbaren 7 Liter (428 in3) V8-Motoren leisteten 375 SAE-PS für die Basisversion und 390 SAE-PS als HO.

Die Innenausstattung erfuhr gegenüber 1967 nur geringfügige Änderungen, abgesehen von überarbeiteten Türverkleidungen. Dies war das letzte Jahr für den Grand Prix auf der B-Plattform und als Full-Size in dem 31.711 Fahrzeuge für mindestens 3.697 USD verkauft wurden.

Galerie der Modelljahre

Zweite Generation

1969