Aurel Stroe (* 5. Mai 1932 in Bukarest; † 3. Oktober 2008 in Mannheim) war ein rumänischer Komponist und Musikpädagoge.
Leben Aurel Stroe studierte an der Musikhochschule Bukarest Komposition und Musikwissenschaft. Zwischen 1966 und 1969 nahm er an den Darmstädter Ferienkursen teil. 1968 studierte er in den USA Computer-Komposition und elektro-akustische Musik. Er unterrichtete bis 1975 an der Bukarester Musikhochschule Instrumentenkunde sowie Orchestration und leitete danach bis 1985 eine Kompositionsklasse.
Von 1972 bis 1973 hielt er sich auf Einladung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes in Berlin auf. Von einer Einladung an die University of Illinois 1985 kehrte er nicht nach Rumänien zurück, sondern ließ sich in Mannheim nieder. Mit seiner Frau Angelika Kohli gründete er 1988 an der Freien Hochschule für anthroposophische Pädagogik einen Zyklus von Symposien für neue Musik.
1992 gründete Stroe jährliche Sommerkurse für Komponisten in den Karpaten, seit 1993 war er Professor für Komposition an der Musikhochschule Bukarest. Zu seinen Schülern zählen unter anderem Liana Alexandra, Maia Ciobanu, Horia Rațiu, Şerban Nichifor, Gabriel Vladescu, Carmen Stoianov, Petru Stoianov, Adrian Borza, George Draga, Smaranda Oțeanu-Bunea, Fred Popovici und Violeta Dinescu.
Stroe wurde unter anderem mit dem Herder-Preis und dem Großen Preis des Komponistenverbandes Bukarest ausgezeichnet.
Werke Miniaturen für Klavier, 1947 Lieder für Sopran und Klavier nach Versen von Tudor Arghezi, 1948–49 Konzert für Streichinstrumente, 1951, 1956 Allegro barbaro für Klavier, 1952 1. Klaviersonate, 1955 Zwei Lieder auf Verse von Mihai Eminescu, 1955 Das Antlitz des Friedens, Kantate auf Verse von Paul Éluard, 1959 Monumentum I für ein kleines Orchester und Männerchor, 1960–61 Arcades für großes Orchester und drei Ondes Martenot. 1962–63 Armonia für Holz- und Blechbläser, 1963 Musique de concert für Klavier solo, Blechbläser und Schlagzeug, 1963–65 Only trough time, time is concord für Bariton, vier Bässe, Orgel und Schlagzeuginstrumente auf Verse von T. S. Eliot, 1966 Laudes I für 28 Streicher, 1966 Zwei Epitaphe auf Verse von Ion Caraion, 1966 Canto I für großes Orchester, 1967 Laudes II für großes Orchester und zwei Ondes Martenot, 1966–68 Der Nobelpreis wird nicht verliehen, Oper, Libretto von Paul Sterian, 1969 Rever, c’est desangrener le temps superposes für Klarinette, Violoncello und Cembalo, 1970 Canto II für zwölf Instrumentengruppen und zwei Ondes martenot, 1967 Rituelle Handlung ohne Gegenstand, Workshop für die Oper „Der Nobelpreis wird nicht verliehen“, 1970 Streichquartett, 1972 Aristophanes. La Paix, Oper, Libretto von A. Stroe und Paul Sterian, 1972–73 Konzert für Klarinette und Orchester, 1974–75 Die Coephoren – die Totenspende, Oper, 2. Teil der Trilogie der geschlossenen Stadt (eine neue Orestie), 1974–77 Klavierstück, 1977 Zwei Pastoralen für Orgel und Cembalo, 1978 Pe drumul către focurile cerești (Auf dem Weg zu Höhenfeuern) für Bratsche, 1979 Die Töchter der Sonne, Stück für Gitarre, 1979, 1992 Agamemnon – Mord in der geschlossenen Stadt, Oper, 1. Teil der Trilogie der geschlossenen Stadt (eine neue Orestie), 1979–81 Monumentum II für Stimme, Kontrabass, Schlagzeuginstrumente, 1982 Blechbläser Quintett, 1982 2. Klaviersonate, 1984 Anamorphoses canoniques für Flöte (Pikkolo, Bass und Flöte mit Zug), B-Klarinette, Clavichord, Posaune, Violoncello und Tonband, 1984 Quintandres für Bläser, 1984 Nocturne für Stimme, Klarinette, Schlagzeuginstrumente und Harfe, Text von Antonin Artau, 1984 Die Eumeniden – eine offene Stadt, Oper, 3. Teil der Trilogie der geschlossenen Stadt (eine neue Orestie), 1985 Sonate für Saxofon und Schlagzeuginstrumente, 1986 J. S. Bach – Sound Introspection, eine paradoxale Orchestrierung der vierzehn Kanons über die Fundamentalnoten der Goldbergvariationen, 1986–87 Vier Morgensternlieder für Gesang, Saxophon und Schlagzeug, 1987 Das Weltkonzil Oper nach einem Libretto von Vladimir Soloviov, 1988 Saxtuor mit Kientzy, 1989 Spiralen, Ludus funebris Johannii Coltrane in memoriam für Frauenstimme, zwei Klavieren, Bassetthorn in F, Synthesizer und Violoncello, 1989 Der Garten der Strukturen für Schlagzeuginstrumente, 1989 Das Einsame, das Kind, Dramatisches Zwischenspiel nach Marina Zwetajewa für fünf Musiker, 1989 Alpha für vier Saxophone, 1989 Capricci et Ragas, Konzert für Geige und Solistenensemble, 1990 3. Klaviersonate, 1991 Chorales et comptines für kleinen Kammerchor, vier Posaunen und Saxophon solo, 1992 Prairie, Prières für Saxophon und großes Orchester, 1992–93 Mozart Sound Introspection, Streichtrio, 1994 Ciaccona con alcune licenze für großes Orchester, 1995 Mandala mit einem Crucifixus von Antonio Lotti für Kammerchor und großes Orchester, 1997 Humoreska für Oboe, Klarinette, Klavier, Geige, Violoncello, Schlaginstrumente, 1997 Préludes lyriques für Ensemble, 1997–98 Konzert für Akkordeon und Ensemble, 2001 Carillons et echos für Orchester, 2002 Accords et comptines für Orchester, 2003 Fantasia quasi una sonata für Violoncello, Klavier, Orgel, 2005 Polifonien, Heterophonien für drei Klarinetten und Bratsche, 2006
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