Josef Lang (* 1947 in Bad Tölz) ist ein deutscher Bildhauer.
Leben Nach Schulausbildung und einer kaufmännischen Lehre von 1964 bis 1967 mit nachfolgender Tätigkeit als Industriekaufmann entschied sich Lang 1977 sein bereits seit Kindestagen gefühltes Künstlersein auszuleben und begann eine Lehre als Steinmetz, um die handwerklichen Grundlagen zu erlernen. Nach Abschluss der Lehre studierte Lang von 1979 bis 1986 an der Akademie der Bildenden Künste in München Bildhauerei. Dort war er ein Meisterschüler von Erich Koch. Seither ist Lang als freischaffender Bildhauer tätig, ist Mitglied im BBK Allgäu/Schwaben-Süd und im Verein für zeitgenössische Kunst in Landsberg aktiv. Er ist verheiratet mit der Künstlerin Cornelia Rapp und lebt in München und Denklingen, wohin das Paar 1990 mit seinen zwei Kindern gezogen war.Andrea Peter: Großer Preis für große Arbeiten – Josef Lang erhält großen Kulturpreis. In: Kreisbote vom 28. Oktober 2009. Abgerufen am 7. April 2020Johannes Jais: Josef Lang aus Denklingen: Der Mann für die großen Werke. In: merkur.de vom 3. März 2022. Abgerufen am 30. August 2022
Werk mini|hochkant|Dicke Sockelfigur, Bad Wörishofen mini|hochkant|Sternenpflücker, am Schönbuchturm bei Herrenberg Lang nutzt als Material für seine monumentalen Skulpturen Stein, Bronze und Holz, wobei seine neueren Skulpturen meist aus Holz bestehen, die er ohne Modell bevorzugt aus einem Eichenstamm fertigt. Er schätzt Holz als Material, da er damit relativ spontan arbeiten kann und vor allem bei Großplastiken schnell Ergebnisse erzielt. Lang stellt die Holzstämme mit einem Kran in seinem Denklinger Atelier senkrecht auf eine Drehscheibe und vermisst sie um Proportionen, Blickrichtung oder Beinstellung der späteren Figur zu planen. Danach arbeitet er mit einer Kettensäge teils von einem auf die benötigte Höhe gebrachten Gabelstapler aus, auf den eine Arbeitsplattform montiert ist.Anita Brockmann: Die Sehnsucht nach der Figur: der Bildhauer Josef Lang. In: Josef Lang – Werkverzeichnis. Skulpturen und Objekte, 1960–2019. Christian Burchard, Josef Lang, EOS Verlag, Eresing 2019, S. 17–20Josef Lang: Der schöpferische Akt des Künstlers (oder der Weg zum Kunstwerk). In: Josef Lang – Werkverzeichnis. Skulpturen und Objekte, 1960–2019. Christian Burchard, Josef Lang, EOS Verlag, Eresing 2019, S. 29–31 Häufig erhalten seine Figuren einen monochromen Überzug, z. B. durch Lasur oder indem er Farbpigmente trocken ins Holz einbürstet, meist in den Grundfarben oder einem dunklen Grünton. „Es sind Figuren mit mehreren Ansichtsachsen, die den Betrachter von jeder Seite etwas Neues entdecken lassen.“Andreas Kühne: Vorwort: Sternpflücker und Herzträger. Gedanken zu den Skulpturen von Joesef Lang. In: Josef Lang – Werkverzeichnis. Skulpturen und Objekte, 1960–2019. Christian Burchard, Josef Lang, EOS Verlag, Eresing 2019, S. 7–8 „Die Holzskulpturen entfalten formal durch Größe, die archaisch anmutende Oberfläche mit den Spuren der Kettensäge, der Abstraktion der Körpersprache und der auffallenden Farbgebung eine monumentale Wirkung.“Christian Burchard: Einleitung. In: Josef Lang – Werkverzeichnis. Skulpturen und Objekte, 1960–2019. Christian Burchard, Josef Lang, EOS Verlag, Eresing 2019, S. 14
Das „Ursprüngliche und Unverbrauchte sind charakterische Merkmale“ von Langs Schaffen. „Gespeist von einem archaischen Formenkanon, der aus zeitlich und räumlich weit voneinander entfernt liegenden Kulturen und Kunstlandschaften stammt, führen Josef Langs Figuren einen beständigen Dialog mit dem Künstler und dem Publikum.“ Als sein „Lebensthema“ bezeichnet er die „menschliche Figur als Ausdrucksträger von Menschlichkeit“; seine Formensprache als „reduzierten, gestischen Realismus“. Wichtig ist für Lang, dass seine Werke vom Betrachter als Ganzes und nicht in Fragmenten wahrgenommen werden. „Bei der Kunst von Josef Lang handelt es sich um Darstellung des ‚Allgemeingültigen im Konkreten‘, um ‚Abstraktion‘ im eigentlichen Sinn des Wortes, aber keineswegs um ‚Gegenstandslosigkeit‘.“ „Die introvertiert wirkenden Skulpturen von Josef Lang sind Metaphern der Menschlichkeit mit einem Schwerpunkt auf Eigenschaften, die im Alltag eher ausgegrenzt werden: Schutzbedürftigkeit und Verwundbarkeit, die Fähigkeit, jemand Fremden in die Arme zu nehmen, ihn auf die Schultern zu heben, zu tragen und zu ertragen.“Thomas Raff: „Menschsein“ – Einführung in die Ausstellung von Josef Lang. In: zur debatte. Themen der Katholischen Akademie in Bayern. 3/2015, S. 45 f.
Bei der Aufstellung seiner Werke im öffentlichen Raum ist Lang wichtig, dass aus dem Aufstellungsplatz ein Raum wird, der sich durch die Skulptur definiert. (PDF; 92 kB)Anita Brockmann: Die Sehnsucht nach der Figur. In: boesner Kunstportal, vom 5. März 2018. Abgerufen am 28. November 2018
Langs erste Ausstellungsbeteiligung fand 1982 im Rahmen des Kunstsalons im Haus der Kunst in München statt. Die erste Einzelausstellung folgte 1987 in der Galerie in der Remise im Schloss Feldkirch (Vorarlberg in Österreich). Danach folgten regelmäßig Einzelausstellungen im süddeutschen Raum. 2008 fand Langs erste Einzelausstellung außerhalb dieses Raumes in Köln statt. Auch die Aufstellung von Langs Plastiken im öffentlichen Raum erfolgten anfänglich hauptsächlich in Süddeutschland. Während der Ausstellung GEHAG-Forum 2008 waren erstmals Plastiken (Blauer Mann und Grüner Lauscher) von Lang in Berlin zu sehen. Sie schmücken den Vorplatz des Ausstellungsgebäudes in Berlin-Wilmersdorf. 2014 wurde im Rahmen des Fünf Seen Filmfestivals der Film Josef Lang & Tony Cragg über Langs Werk gezeigt.Fünf Seen Filmfestival: Josef Lang & Tony Cragg (Großbritannien, Deutschland, 2011, 85 Min., Regie: Christopher Felver). Abgerufen am 22. April 2017
Auszeichnungen 1985 wurde Lang mit einem Stipendium der Accademia Carrara in Bergamo bedacht, erhielt 1998 den Kunstpreis der Sparkasse Nördlingen, 2007 den Preis des Kunstvereins beim 9. Kunstfrühling Bad Wörishofen und 2009 den Hubert-von-Herkomer Kunst- und Kulturpreis der Stadt Landsberg am LechAugsburger Allgemeine: Josef Lang bekommt Kunstpreis vom 5. Oktober 2009. Abgerufen am 20. April 2017 2011 wurde er mit dem Kunstpreis der Stadt Bad Wörishofen und 2015 mit dem Ehrenpreis des Kunstvereins Bad Wörishofen ausgezeichnet. 2018 erhielt er den 1. Schweizer Skulpturenpreis bei der 7. Schweizerischen Triennale.Galerie Schrade: . Abgerufen am 24. August 2017Auszeichnungen und Stipendien. In: Josef Lang – Werkverzeichnis. Skulpturen und Objekte, 1960–2019. Christian Burchard, Josef Lang, EOS Verlag, Eresing 2019, S. 199 2022 wurde er mit dem Kunstpreis des Landkreises Landsberg am Lech ausgezeichnet.Landkreis Landsberg am Lech: Bildhauer Josef Lang. Gewinner des Kunstpreises 2022 vom 27. Februar 2022 . Abgerufen am 30. August 2022
Arbeiten im öffentlichen Raum
Sonnende, Unterhaching Paar 1, Donauwörth Überfahrt, Bronze-Brunnen, 1993, Friedhof Kaufering Guter Hirte, Steinekirch Dicke Sockelfigur, 1993, Kneippstraße, Bad Wörishofen Schreitende Schmalfigur, Günzburg Verklärung Christi (vollplastisches Andachtsbild), Scheibe aus Lindenholz, Ø 4,60 m, Katholische Pfarrkirche Verklärung Christi in Schongau, 1994Katholisches Stadtpfarramt Verklärung Christi: Unsere Kirche. Abgerufen am 20. April 2017 Großer grüner Mann, Herrsching am Ammersee Schreitende Schmalfigur, 1994, Landsberg am Lech Licca-Mann, Landsberg am Lech Traumtänzer, Landsberg am Lech Blaue Sockelfigur, Allgäu-Museum im Kornhaus (Kempten), Kempten (Allgäu) Wandskulptur und Zwei Schüler, Lindenholz, 1999, Wielenbach Großer blauer Mann, Lindenholz, 265 × 80 × 60 cm, Klinikum Großhadern, Großhadern Schauender, Eiche blau lasiert, 2000, Geisenfeld Jongleur (und fünf weitere Figuren), Aluminiumguss, 2007, Königsbrunn Große schreitende Schmalfigur, Weilheim Lady in Black, 2013, Amtsgerichtsgarten in Freising Paul, Eichenskulptur, rot lasiert, 4,2 m hoch, ca. 2,5 t schwer, Karlsruhe Louis, Eichenskulptur, 2009, rot lasiert, 550 × 530 × 160 cm, Burgau Blauer Mann, Mecklenburgische Straße, Berlin-Wilmersdorf Sternenpflücker, Eichenskulptur, rot lasiert, 4 m hoch, 2015, am Schönbuchturm Meditationsraum, Gesamtausstattung, Kloster Oberschönenfeld
Ausstellungen (Auswahl) 2021: Skulpturenpfad Sculptoura, Landkreis Böblingen, Museum Oberschönenfeld 2020: Jubiläumsausstellung. Villa Falkenhorst, Thüringen, Vorarlberg 2020: Bayerische Landesausstellung, Schloss Friedberg 2019: Rolf Gentz – Josef Lang "Landschaften und Menschen". Städtische Galerie Villa Streccius, Landau in der PfalzBrigitte Schmalenberg: Ausstellung in der Villa Streccius Landau: Typen, die zur Ruhe mahnen. In: Die Rheinpfalz vom 29. März 2019. Abgerufen am 8. August 2019 2019: Der Bildhauer Josef Lang – Retrospektive. Galerie St. Ottilien und Klostergelände der Erzabtei Sankt Ottilien, Eresing 2018, Juli bis August: Josef Lang: Starke Männer – Holde Frauen (Figur am Bahnhofsvorplatz und Ausstellung im Kunstverein mit kleineren Figuren, Landschaften und abstrakten Arbeiten), Nibelungen-Festspiele Worms und Kunstverein WormsKunstverein Worms: Josef Lang: Starke Männer – Holde Frauen. Abgerufen am 7. April 2020 2018: Bad RagARTz – 7. Schweizerische Triennale der Skulptur, Bad Ragaz und Vaduz 2017, August bis November: fünf überdimensionale zwischen 3,20 und 3,40 m hohe Holz-Skulpturen in der Kemptener Innenstadt anlässlich der Kemptener „Gespräche zur Zeit“ (Der Suchende vor dem Eingangsbereich der St. Mang-Kirche, Skulpturen Rosa und Grünmann zwischen Rathaus und St. Mang-Kirche, Herzträger an der Prälat-Götz-Straße, Ahnenträger an der Ecke Stiftsplatz / Hildegardplatz), KemptenMonika Rohlmann, Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern - Landeskirchenamt: . Abgerufen am 1. Dezember 2018 2017: 36 Holzfiguren, Galerie Schrade, Schloss MochentalSüdwest Presse: vom 5. August 2017. Abgerufen am 24. August 2017Schwäbische Zeitung: Menschliche Züge bestimmen das Werk von Josef Lang vom 7. August 2017. Abgerufen am 24. August 2017 2016: Da schau her – Dreißig Jahr Literatur und Kultur in Bayern. Kloster BenediktbeuernLiterarischer Herbst: 14. Literarischer Herbst vom 18. September bis 29. Oktober 2016 Abgerufen am 22. April 2017 2016: Skulpturen im Stadtraum. Neun Skulpturen im Stadtgebiet, DonauwörthStadt Donauwörth: . Abgerufen am 22. April 2017 2015: MENSCH SEIN Skulpturen aus Holz von Josef Lang. Katholische Akademie in Bayern, München 2015: Bad RagARTz – 6. Schweizerische Triennale der Skulptur in Bad Ragaz und VaduzStiftung Schweizerische Triennale der Skulptur: . Abgerufen am 22. April 2017 2013/14: Skulpturen-Rundgang Freising mit zwölf Skulpturen (Schafhof und im Stadtgebiet) und Kleinplastiken (Altes Gefängnis), FreisingEuropäisches Künstlerhaus Oberbayern - Schafhof: . Abgerufen am 22. April 2017Süddeutsche Zeitung: Holz mit Seele vom 20. September 2013. Abgerufen am 22. April 2017 2013: Mensch – Tier – Landschaft. Kallmann-Museum im Schlosspark IsmaningKallmann-Museum in der Orangerie Ismaning: Flyer zur Ausstellung Mensch - Tier - Landschaft. Abgerufen am 22. April 2017 2010: Skulpturen. Kloster Heilsbronn und im Stadtgebiet, HeilsbronnKunstRaumHeilsbronn: Josef Lang. Abgerufen am 22. April 2017 2009: Bad RagARTz – Schweizerische Triennale der Skulptur in Bad Ragaz und VaduzAllgäuer Zeitung online: Das zweite Leben der Bäume, vom 21. Oktober 2009. Abgerufen am 1. Dezember 2018 2009: Josef Lang – Menschenbild im öffentlichen Raum. Kloster Benediktbeuern 2003: Künstlerhaus am Lenbachplatz 2000: Stadtmuseum Landsberg am Lech 1996: Malura Museum, Unterdießen 1992: Kloster Irsee 1988–89 Große Kunstausstellung. Haus der Kunst, München 1984 Internationales Bildhauersymposium, Carrara 1982–84 Kunstsalon. Haus der Kunst, MünchenBBK Allgäu/Schwaben-Süd e.V.: . Abgerufen am 22. April 2017
Veröffentlichungen Christian Burchard, Josef Lang: Josef Lang – Werkverzeichnis. Skulpturen und Objekte, 1960–2019. EOS Verlag, Eresing 2019, ISBN 978-3-8306-7959-2.