mini|hochkant|Erzbischof Nikola Eterović (2014) mini|hochkant|Erzbischöfliches Wappen

Nikola Eterović (* 20. Januar 1951 in Pučišća auf Brač, Jugoslawien, heute Kroatien) ist ein kroatischer römisch-katholischer Geistlicher, emeritierter Erzbischof und Diplomat des Heiligen Stuhls. Von 2013 bis 2026 war er Apostolischer Nuntius in Deutschland.

Leben Nikola Eterović trat in das Priesterseminar von Split ein und studierte Philosophie und Theologie. Er empfing am 26. Juni 1977 durch Bischof Celestin Bezmalinović in der Kathedrale von Hvar das Sakrament der Priesterweihe. Noch 1977 trat er in die Päpstliche Diplomatenakademie in Rom ein und erwarb in den folgenden Jahren an der Päpstlichen Universität Gregoriana das Doktorat im Fach Missiologie sowie an der Lateranuniversität das Lizentiat in Kanonischem Recht.

Am 25. März 1980 trat Eterović in den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls ein. Er war in den Apostolischen Nuntiaturen in der Elfenbeinküste, in Spanien und Nicaragua sowie in der Sektion für die Beziehungen mit den Staaten des Staatssekretariates tätig. Papst Johannes Paul II. verlieh ihm am 22. Februar 1984 den Ehrentitel Kaplan Seiner HeiligkeitAnnuario Pontificio per l’anno 1982, Città del Vaticano 1982, S. 1849. (Monsignore). Am 25. März 1993 wurde Nikola Eterović zum Nuntiaturrat der Sektion für die Beziehungen mit den Staaten berufen und bekam am 22. Januar 1996 von Johannes Paul II. den Titel Ehrenprälat Seiner HeiligkeitAnnuario Pontificio per l’anno 1996, Città del Vaticano 1996, S. 2154. verliehen.

Am 22. Mai 1999 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Titularerzbischof von Siscia und bestellte ihn zum Apostolischen Nuntius in der Ukraine. Die Bischofsweihe spendete ihm Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano am 10. Juli 1999 im Petersdom; Mitkonsekratoren waren der Erzbischof von Split-Makarska, Ante Jurić, und der Bischof von Hvar, Slobodan Štambuk.

Am 11. Februar 2004 ernannte ihn Johannes Paul II. zum Generalsekretär der Bischofssynode. Am 30. November 2009 verlieh Papst Benedikt XVI. Eterović das Titularbistum Cibalae, da sein bisheriges Titularbistum als wirkliches Bistum wiedererrichtet wurde.

Am 21. September 2013 ernannte ihn Papst Franziskus zum Apostolischen Nuntius in Deutschland. Er war zugleich Doyen des Diplomatischen Corps.

Am 9. April 2026 nahm Papst Leo XIV. seinen altersbedingten Rücktritt an und ernannte Hubertus van Megen zu seinem Nachfolger. Im Rahmen eines Gottesdienstes am 22. April desselben Jahres in der St.-Hedwigs-Kathedrale wurde Eterović von der Deutschen Bischofskonferenz aus seinem Amt verabschiedet.

Neben seiner kroatischen Muttersprache spricht er Italienisch, Französisch, Englisch, Deutsch, Spanisch und Ukrainisch fließend, dazu etwas Polnisch und Russisch.Informationen zu Nikola Eterovic auf domradio.de, abgerufen am 28. April 2026

Kritik Bei der Aachener Heiligtumsfahrt im Juni 2023 zitierte Eterović Papst Franziskus, der Mensch besitze eine Natur, „die er nicht beliebig manipulieren“ könne. Infolgedessen kritisierte das Katholische LSBT+ Komitee die Aussage des Papstes, wertete sie als queerfeindlich und behauptete, dass die „katholische Kirche erneut in gefährliche Nähe zu rechtspopulistischen Kräften gerät“. Georg Bätzing, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, bezeichnete die Ausführungen von Eterović als „phasenweise fast unerträglich“.

Mitgliedschaften Nikola Eterović gehörte als Kurienerzbischof folgenden Institutionen der römischen Kurie an: Kongregation für die Evangelisierung der Völker (ab 2009)Nomina di Membri della Congregazione per l'Evangelizzazione dei Popoli, in: Presseamt des Heiligen Stuhls: Tägliches Bulletin vom 9. Mai 2009. Päpstlicher Rat zur Förderung der Neuevangelisierung (ab 2011)Nomina di Membri del Pontificio Consiglio per la Promozione della Nuova Evangelizzazione, in: Presseamt des Heiligen Stuhls: Tägliches Bulletin vom 5. Januar 2011.

Veröffentlichungen (Auswahl) Gemeinsam mit Ludger Stühlmeyer: Gerechter unter den Völkern. Vesper zu Ehren des seligen Bernhard Lichtenberg. Mit einer Biografie und Zitaten. Sankt Michaelsbund, München 2017, ISBN 978-3-943135-90-9. Synodalität: neue Dynamik. Vorschläge für die weitere Entwicklung der Synode der Bischöfe. Adlerstein Verlag, Wiesmoor 2017, ISBN 978-3-945462-51-5. Als Herausgeber gemeinsam mit George Augustin: Mission in säkularer Gesellschaft. Ein Herzensanliegen. Herder, Freiburg i. Brsg. 2020, ISBN 978-3-451-38697-8. Die leise Macht. Die Diplomatie des Heiligen Stuhls. Herder, Freiburg i. Brsg. 2023, ISBN 978-3-451-03410-7. Stärke deine Brüder. Impulse für eine lebendige Kirche in Deutschland. Adlerstein Verlag, Braunschweig 2026.

Weblinks

Lebenslauf auf der Seite der Nuntiatur

Einzelnachweise

Kategorie:Apostolischer Nuntius in Deutschland Kategorie:Apostolischer Nuntius in der Ukraine Kategorie:Titularbischof Kategorie:Römisch-katholischer Bischof (20. Jahrhundert) Kategorie:Römisch-katholischer Bischof (21. Jahrhundert) Kategorie:Diplomat des Heiligen Stuhls Kategorie:Mitglied des Päpstlichen Rates zur Förderung der Neuevangelisierung Kategorie:Träger des Ordens des Fürsten Jaroslaw des Weisen (V. Klasse) Kategorie:Träger des Verdienstordens Pro Merito Melitensi (Großkreuz pro piis meritis) Kategorie:Generalsekretär (Kroatien) Kategorie:Absolvent der Päpstlichen Universität Gregoriana Kategorie:Kroate Kategorie:Geboren 1951 Kategorie:Mann