mini|Kaiserliche Dessewffy-Husaren (H6) 1734 Gudenushandschrift mini|Attila eines Leutnants imHusarenregiment Nr. 8 (19. & 20. Jahrhundert) Das Husarenregiment „von Tersztyánszky“ Nr. 8 wurde 1696 unter dem Namen Deak-Husaren als Reitertruppe der Kaiserlichen Armee aufgestellt. Die Einheit existierte danach in der k.k. bzw. Gemeinsamen Armee innerhalb der Österreichisch-Ungarischen Landstreitkräfte bis zu seiner Auflösung.
Bei der Aufstellung einer Kavallerie-Rangliste im Jahre 1769 erhielt der Verband die Bezeichnung Cavallerie-Regiment Nr. 30 zugewiesen. 1798 erfolgte die Umbenennung in Husarenregiment Nr. 8. Zur Systematik wurden nachträglich auch folgende Nummerierungen eingeführt: 1696/1 (nach Tessin)Tessin 1986 Bd. 1: 40, Husarenregiment H 6 (nach Bleckwenn)Bleckwenn.
Alle Ehrennamen der Regimenter wurden im Jahre 1915 ersatzlos gestrichen. Das Regiment sollte von da an nur noch „k.u.k. Husarenregiment Nr. 8“ heißen. (Dies ließ sich in der Praxis jedoch nicht durchsetzen, einerseits weil sich niemand daran hielt, andererseits weil die sehr sparsame k.u.k. Militärverwaltung angeordnet hatte, zunächst alle noch vorhandenen Formulare und Stempel aufzubrauchen!)gem. „Verlautbarung der Quartiermeisterabteilung“ des Heeresgruppenkommando FM. Erzherzog Eugen / Q.Op. Nr. 665/15. Ausgegeben vom Feldpostamt 512
Errichtung Das Regiment war das zweitälteste der k.u.k. Husarenregimenter und bestand nahezu 220 Jahre. Am 20. Februar 1696 erhielt der Obrist Paul Déak von Mihály von Kaiser Leopold I. ein Patent zur Aufstellung eines irregulären Regiments Husaren in Stärke von 1200 Mann. Paul Deák (Nesztorovics) de Mihály war vorher in französischen Diensten und hatte bereits dort ein Husarenregiment aufgestellt, das in Frankreich als Regiment Poldeak bekannt war.
1698 wurde das gleichfalls irreguläre Regiment Kis-Balás (Miliz-Husaren) eingegliedert und dieser Verband später zu einem regulären Regiment umgewidmet. Die überzählige Mannschaft in Höhe von 800 Mann wurde an die Husaren-Regimenter Pálffy (später Nr. 9) und Kollonits (1721 aufgelöst) abgegeben 1700 Ende des Jahres wurde das Regiment aufgelöst, die Offiziere in die Regimenter Pálffy und Kollonits versetzt. 1701 Im Januar erhielt Obrist Déak auf Wunsch von Prinz Eugen von Savoyen den Auftrag, vier Kompanien neu zu werben. (Dazu wurde wahrscheinlich der Rest der noch vorhandenen Mannschaft aufgeboten.) Der Fehlbestand wurde durch Teile der aufgelösten Husaren-Regimenter Gombos, Czungenberg und Csáky aufgefüllt 1714 wurde das aufgelöste Regiment Nádasdy eingegliedert 1721 musste das wiedererrichtete Regiment Nádasdy Teile an das Regiment Pálffy abgeben 1731 Teile der 1727 aufgestellten Auctions-Kompanie wurden an das Husaren-Regiment Dessewffy (später Nr. 3) abgegeben 1746 wurde die Hälfte des aufgelösten Regiments Bartolotti eingegliedert 1748 eine Kompanie des Regiments Trips eingegliedert 1768 eine Eskadron des Regiments Hadik eingegliedert 1775 wurde eine Division des aufgelösten Regiments Wurmser zugeteilt 1798 wurde die 3. Majors-Division an das neu aufgestellte Husarenregiment Nr. 5 abgegeben, das Regiment erhielt die Stammlistennummer 8 1849 im Frühjahr erfolgte eine teilweise Umorganisation und Neuaufstellung des Regiments. Aus den Teilen des Regiments, die nicht am Aufstand in Ungarn teilgenommen hatten, wurden zwei Divisionen auf vollem Kriegsfuß formiert, der Rest zur Neuaufstellung der beiden anderen Divisionen verwendet 1860 wurde die 4. Division aufgelöst und daraus eine Eskadron formiert, die an das Freiwilligen-Husarenregiment Nr. 1 abgegeben wurde.
mini|Kaserne der II. Division in Cegléd 1904–1918
Ergänzungsbezirke 1781–1832 aus dem Werbebezirk Pressburg 1853–57 Grosswardein 1857–60 Pest und Szegedin 1860–67 Szegedin 1867–83 Kecskemét 1883–89 Zombor Ab da aus dem Bereich des IV. Korps – Budapest.
Friedensgarnisonen I. II. III. 1699 Klausenburg 1714–16 Hildesheim 1718 verteilt auf Serbien 1723 Komitate Gomör und Szabolcz 1731–33 verteilt auf die Lombardei 1736–40 Mantua 1748 Veröcze in Slawonien 1751 Fünfkirchen 1753 Sillein 1754–56 Zips 1763 Gabel 1773–78 Brandeis 1779 Gabel 1748 Gent 1785–88 Tarnów 1791–92 Troppau 1797 verteilt auf die Steiermark 1798–99 Rovigo 1801–05 Tarnopol 1806 Bochnia, dann Krakau 1807 Troppau 1808 Nagy-Tapolcsán, dann Wien 1810–12 Horodenka 1814–15 Zolków 1816 Bochnia, dann Szász-Régen 1817 Rohatyn 1820 Tarnopol 1823 Horodenka 1825 Wien 1827 Hód-Mezö-Vásárhely 1828 Arad 1831 Himberg b. Wien 1832 Baden (Niederösterreich) 1833 Zistersdorf 1834 Bruck an der Leitha 1835 Troppau 1836–49 Ziolkiew 1849 Landshut, dann Dornbirn 1850 Salzburg 1851 Wels 1854 Wien 1855 Groß-Enzersdorf 1857–59 Klattau 1864–66 Wels 1866 Zolków 1871 Tolnau 1876–77 Czegléd 1878 Ruma 1880 Stockerau 1884 Ruma 1890 Klagenfurt 1898 Jaroslau 1904 Stab, I.Div Kecskemét – II. Div Cegléd
Regimentsinhaber 1696 Obrist Paul Déak de Mihály (Husaren-Regiment Mihály) 1706 Obrist Andreas von Viszlay (Husaren-Regiment Vislay) 1706 Obrist Johann Ladislaus Splényi de Mihály (Husaren-Regiment de Mihály) 1730 Obrist Franz Freiherr von Czungenberg (auch Csonka Bég genannt) (Husaren-Regiment Czungenberg) 1735 Obrist Emerich Freiherr von Dessewffy (Husaren-Regiment Desewffy) 1739 Generalfeldwachtmeister Johann Freiherr Baranyay von Bodorfalva (Husaren-Regiment Baranyay) 1766 Feldmarschall-Lieutenant Friedrich August Joseph von Nauendorf (Husaren-Regiment Nauendorf) 1775 Feldmarschall-Lieutenant Graf Dagobert Sigmund von Wurmser (Husaren-Regiment Graf Wurmser) 1798 Änderung der Namensgebung in: Husaren-Regiment Nr. 8 1799 Feldmarschall-Lieutenant Friedrich August Graf Nauendorf 1802 Feldmarschalleutnant Freiherr Michael von Kienmayer 1828 Feldmarschalleutnant Ferdinand Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha 1851 Friedrich Wilhelm I., Kurfürst von Hessen-Kassel 1875 General der Kavallerie Freiherr Alexander von Koller 1890 Feldmarschalleutnant Andreas Graf Pálffy ab Erdöd. Zweiter Inhaber 1851 Graf Nikolaus von Lichtenberg-Schneeberg, Gdk
Gefechtskalender
Großer Türkenkrieg
1696 auf dem Kriegsschauplatz in Ungarn Gefechte bei Temesvár und Olasch 1697 Zunächst in Reserve bei Zenta mit anschließenden Verfolgungskämpfen 1698 Unternehmungen gegen Temesvár und Groß-Becskerek
Spanischer Erbfolgekrieg
1701: Zugeteilt dem Streifkorps Vaubonne in Italien. Gefechte bei Orzinovi und Soncino 1702: Überfall auf Cremona, Streifzug nach Mailand und Gefecht bei Grazia 1703: Kämpfe bei Verona, der Regiments-Kommandant Obrist Paul Déak de Mihály geriet mit einer Anzahl seiner Reiter in französische Gefangenschaft. Auf ein Angebot der Franzosen eingehend wechselt Déak de Mihály die Seiten und übernahm das Kommando über ein von den Franzosen errichtetes Husaren-Regiment. Ende des Jahres wurden zwei Eskadronen zum Korps Starhemberg nach Piemont abgestellt. 1704-5: Kämpfe im Piemont. Die anderen, anfangs sehr schwachen Abteilungen, verblieben am Po, standen 1705: in Südtirol und kämpften später bei Madonna della Balzola und Bergamo. Nachdem die Abteilung auf drei Eskadronen verstärkt worden war, folgte die Teilnahme an der Schlacht bei Cassano 1706: Das Regiment kämpft in der Entsatzschlacht bei Turin. Hier wurde das (französische) Husaren-Regiment des Obristen Déak aufgerieben, elf seiner vormals in österreichischen Diensten stehenden Husaren wurden gefangen genommen und als Deserteure hingerichtet. Deák selbst konnte entkommen und kehrte nach Begnadigung durch Prinz Eugen mit dem Rest seiner Truppe in die kaiserliche Armee zurück. Ein Kommando erhielt er jedoch nicht mehr. 1707: Teile des Regiments waren am Feldzug nach Neapel beteiligt, der Rest wurde in die Provence (Toulon) verlegt 1708: Zur Mosel-Armee in den Niederlanden abgestellt. Teilnahme an der Belagerung von Lille. 1709: Teilnahme an der Schlacht bei Malplaquet 1710: Mitwirkung bei der Belagerung von Douai und Béthune 1711: Patrouillen- und Sicherungsdienste bei der Armee am Rhein 1712: Kämpfe in Nordfrankreich vor Quesnoy-sur-Deûle. Gefecht bei Fampoux. Ein Teil des Regiments zum Korps des General Grovestein abgestellt. Streifzug in Frankreich 1713: Patrouillen- und Sicherungsdienste bei der Armee am Rhein
→Venezianisch-Österreichischer Türkenkrieg 1716 Eine Kompanie kämpft im Gefecht bei Karlowitz. Das Regiment kämpfte in der Schlacht von Peterwardein und Belagerung von Temesvár 1717 Schlacht bei Belgrad, Verfolgungskämpfe des Korps Regeb Paschas 1731–32 Zwei Eskadronen zum Hilfskorps auf Korsika abgestellt
→Polnischer Thronfolgekrieg 1734 Kämpfe in Italien, Schlacht bei Parma, und Schlacht bei Guastalla, Gefecht bei Quistello 1735 Teile des Regiments in Gefechten bei Quingentole und Marengo. Danach Verfolgung des Feindes bis gegen Bologna
→Österreichischer Erbfolgekrieg 1741 Abgestellt zum Korps Khevenhüller 1742 Winterfeldzug in Oberösterreich und Bayern. Danach Abmarsch nach Böhmen 1743 Kämpfe in Bayern, Blockade von Straubing. Danach an den Rhein vorgerückt, Gefecht bei Esslingen 1744 Im Korps Batthyányi in Bayern, Verlegung nach Böhmen mit einem Gefecht bei Beraun 1745 Kämpfe in Bayern mit Gefechten bei Geisenhausen und Nordheim 1746 Verlegung nach Italien, Gefecht bei Piacenza. Marsch in die Provence
→Siebenjähriger Krieg 1756 Schlacht bei Lobositz 1757 Teilnahme an der Schlacht bei Prag und der Schlacht bei Kolin. Unter dem Kommando des Grafen Hadik Streifzug bis nach Berlin 1758 Kämpfe im Verband bei der Reichsarmee. Abteilungen standen im Gefecht bei Chemnitz und der Schlacht bei Torgau 1759 Gefecht bei Laun und Asch. Zwei Eskadronen führten ein Scharmützel bei Sangerhausen 1760 Scharmützel bei Zeitz und Zwickau. Kämpfe bei Strehla und Wittenberg 1763 Gefecht gegen preußische Kavallerie unter General Seydlitz
→Bayerischer Erbfolgekrieg 1778 Streifzüge und Scharmützel in Böhmen bei Skalitz, Vrchovin und Rückerts 1779 Gefechte bei Habelschwerdt und Ober-Schwedeldorf.
→Russisch-Österreichischer Türkenkrieg 1788 Beteiligt bei der Einnahme von Šabac und in den Gefechten bei Bezanja-Damm, Semlin und Deutsch-Boksan 1789 Abgestellt zum Korps Waldeck im Banat, Vertreibung der Türken aus Mehadia. Später bei der Belagerung von Belgrad und der Unternehmung gegen Lesnica beteiligt 1790 eine Division kämpft in den Österreichischen Niederlanden gegen die Malcontenten
→Koalitionskriege 1792 Teile des Regiments im Gefecht bei Florennes. Der Rest des Verbandes bei Streifendienst vor Landau. Danach Feldzug in die Champagne, Teilnahme an Verteidigung von Pellingen und den Gefechten bei Merzkirchen und Ober-Lenken 1794 Abteilungsweise Gefechte bei Charleroi, Fleurus, Ernoux, Lüttich, Trier und Sprimont. Zwei Eskadronen verlegten später zur Besatzung der Festung Mainz. 1795 Teile des Regiments waren an der Einnahme des Hartberges bei Mainz und den Verschanzungen bei Mannheim beteiligt, danach Gefechte bei Pfrimm, Frankenthal und Schwengenheim 1796 Verlegung nach Italien. Gefechte bei Brescia, Saló, Desenzano und Peschiera. Nach der Niederlage bei Bassano del Grappa kämpften drei Divisionen im Korps Meszáros bei Cerea, Castellaro und La Favorita. Teilnahme an der Verteidigung von Mantua. Eine Division kämpft im Friaul in den Gefechten bei Fontaniva, Verona und Caldiero 1797 Nach der Kapitulation von Mantua rückte das Regiment in die Steiermark ab. Eine Division focht bei Rivoli und am Tagliamento 1799 Wieder nach Italien verlegt kämpfte das Regiment bei Legnano und Magnano und nahm an der Einschließung von Mantua teil. Später im Korps Klenau bei den Eroberungen von Modena, Sarzano und Lorici beteiligt
mini|Schlacht bei Marengo 1800 Blockade von Genua und Gefechte bei Casteggio. Teilnahme an der Schlacht bei Marengo. Am Ende des Jahres kämpften Abteilungen am Po bei Finale und Bondeno. 1805 Schlacht von Caldiero