Die Mistel ist ein knapp 14 km langer, linker und westlicher Zufluss des Roten Mains in Oberfranken. Sie wird in Bayreuth „Mistelbach“ genannt.
Geographie Verlauf
Die Mistel hat zwei Quellbäche, die sich am südlichen Ortsrand des zu Hummeltal gehörenden Dorfs Bärnreuth vereinigen. Sie mündet in Bayreuth in den Roten Main. Im Bayreuther Stadtgebiet hatte die Mistel zwei künstliche Seitenkanäle. Beim Gemeindeteil Geigenreuth zweigte ein Mühlkanal zur Rückleinsmühle rechts vom Bachlauf ab und erreichte ihn kurz vor der Thurnauer Bahnbrücke wieder. Am Hetzennest befand sich, nach links, der Abzweig zum Mühlgraben (auch Rießenbach genannt), an den die Straße Am Mühlgraben erinnert. Er versorgte die Mühlräder der Stein- und der Spiegelmühle im Stadtteil Kreuz und stieß kurz vor dem Zufluss des Sendelbachs wieder zum Hauptlauf.
Im Bayreuther Stadtgebiet wurde der lange in eine Betonrinne gezwängte Mistelbach renaturiert. 1987 begannen die entsprechenden Bauarbeiten, zunächst wurde mit Kosten von 400.000 DM der Abschnitt zwischen der Mündung in den Roten Main und der Carl-Burger-Straße zurückgebaut. Die Fertigstellung von dort bis zum Y-Haus wurde im November 1994 abgeschlossen, sie kostete 450.000 DM. Für den Hochwasserschutz wurden Sohlrampen angelegt, die den Fischen zugleich als Aufstiegshilfe dienen.Vor 25 Jahren. Mistelbach aus Betonbett befreit in: Nordbayerischer Kurier vom 23./24. November 2019, S. 10. Zu diesem Zweck wurde 1998 zudem nördlich der Brücke der Scheffelstraße ein unterirdisches Regenüberlaufbecken (RÜB) errichtet.Vor 25 Jahren. Das Geld fließt in den Boden in: Nordbayerischer Kurier vom 8. August 2023, S. 10.
Zuflüsse Direkte und indirekte Zuflüsse
Liste der direkten Zuflüsse von der Quelle zur Mündung. Länge und Einzugsgebiet in der Regel ermittelt auf der amtlichen topographischen Karte. Andere Quellen für die Angaben sind vermerkt.
Näßgraben (links), ca. 1,1 km und ca. 1,0 km² Schneckengraben (rechts), ca. 1,2 km und ca. 0,5 km² Röthelbach (rechts), ca. 1,4 km und ca. 0,9 km² Hohenreuthbächlein (links), ca. 1,8 km und ca. 1,2 km² Frauenbach (rechts), ca. 1,8 km und ca. 0,9 km² Theuersbach (rechts), ca. 3,9 km und ca. 3,2 km² Weidesbach (links), ca. 2,1 km und ca. 2,1 km² Funkenbach, Oberlauf auch Saubach, Unterlauf auch Talbach (rechts), ca. 4,0 km und ca. 3,7 km² Hackersbach (links), ca. 2,9 km und ca. 2,0 km² Sonnleitenbach (rechts), ca. 0,9 km und ca. 1,2 km². Mündet in den mistelparallelen Mühlkanal Zeckenmühlbach Hermannsbach (links), ca. 2,3 km und ca. 3,5 km² Forkendorfer Bach (rechts), ca. 4,0 km und ca. 12,7 km² Talmühlbach (links), ca. 3,8 km und ca. 6,1 km² Teufelsgraben (links), ca. 1,9 km und ca. 1,4 km² Sendelbach (mit Tappert) (rechts), 9,78 km und 19,83 km²
Flusssystem Roter Main Fließgewässer im Flusssystem Roter Main
Orte Die Mistel fließt durch die folgende Gemeindegebiete bzw. Gemeindeteile: Hummeltal-Bärnreuth Hummeltal-Creez Hummeltal-Pettendorf Hummeltal-Pittersdorf Mistelbach Eckersdorf Bayreuth-Hetzennest Bayreuth-Kreuz Bayreuth-Altstadt
Natur und Umwelt Im Frühjahr 2023 stufte das in Hof ansässige Wasserwirtschaftsamt den Zustand der Mistel als unbefriedigend ein. Auf der von 1 (sehr gut) bis 5 (schlecht) reichenden Skala der EU-Wasserrahmenrichtlinie erreichte sie nur die Note 4.Meist schwache Noten für Bach und Fluss in: Nordbayerischer Kurier vom 20. April 2023, S. 13.
Verkehr mini|Mistelbach an der Brücke Kulmbacher Straße in Bayreuth Die Sandsteinbrücke über den Mistelbach im Zuge der Kulmbacher Straße in Bayreuth wurde infolge eines Luftangriffs im April 1945 unpassierbarRiesige Schuttberge in der Stadt in: Nordbayerischer Kurier vom 9./10. Mai 2020, S. 9. und nach dem Zweiten Weltkrieg wiederaufgebaut.
Weblinks
Verlauf der Mistel bei openStreetMap
Einzelnachweise Länge und Einzugsgebiet nach: Länge abgemessen auf:
Kategorie:Fließgewässer im Landkreis Bayreuth Kategorie:Gewässer in Bayreuth Kategorie:Gewässer in der Fränkischen Schweiz