mini|Ansicht von Wuppertal-Elberfeld quer zur Talachse in Richtung Norden mini|Ansicht von Wuppertal-Elberfeld entlang der Talachse in Richtung Osten mini|Ansicht von Wuppertal-Barmen entlang der Talachse in Richtung Osten mini|Blick auf Wuppertal-Beyenburg mit der Klosterkirche mini|Wuppertaler Schwebebahn über der Wupper mini|„Großstadt im Grünen“ – Botanischer Garten mit Blick über die Stadt
Wuppertal ist mit Einwohnern () die größte Stadt und das Industrie-, Wirtschafts-, Bildungs- und Kulturzentrum des Bergischen Landes im Westen Deutschlands. Die Großstadt liegt südlich des Ruhrgebiets im Regierungsbezirk Düsseldorf und ist als siebzehntgrößte Stadt Deutschlands eines der Oberzentren des Landes Nordrhein-Westfalen.
Die Topografie wird durch das Tal der Wupper geprägt, die sich rund 20 km durch das Stadtgebiet windet und deren steile Hänge oft bewaldet sind. Auf den nördlichen und südlichen Hochflächen gelegene Stadtteile gehen in die Wiesen und Wälder des Bergischen Landes über und machen Wuppertal, zusammen mit weitläufigen Grün- und Waldflächen wie etwa dem Barmer Wald, Scharpenacken oder dem Staatsforst Burgholz, zu einer „Großstadt im Grünen“. Als „Wiege der Industrialisierung in Deutschland“ ist die Stadt zugleich reich an großen Villenvierteln und Wohnhäusern aus der Gründerzeit: Etwa 4500 Baudenkmale befinden sich im Stadtgebiet.
Erste urkundliche Erwähnungen von Siedlungen stammen aus dem mittleren 11. Jahrhundert. Über viele Jahrhunderte war das heutige Stadtgebiet auf unterschiedliche Herrschaftsgebiete aufgeteilt. Bis ins 19. Jahrhundert entwickelte sich die Region zu einem Zentrum der deutschen und europäischen Frühindustrialisierung; vor allem die Textilindustrie bescherte der Region Wohlstand und Wachstum. Die Stadt wurde zum 1. August 1929 durch Vereinigung der kreisfreien Städte Elberfeld (Großstadt seit etwa 1883) und Barmen (Großstadt seit etwa 1884) sowie der Städte Ronsdorf, Cronenberg und Vohwinkel unter dem Namen Barmen-Elberfeld als kreisfreie Stadt gegründet und im Jahr 1930 in Wuppertal umbenannt;Hinweistafel zur Themenroute „Fäden, Farben, Wasser, Dampf“ in Wuppertal am Haus Schusterstraße 30, Quartier Nordstadt. Route 8 Elberfelder Nordstadt – „Ölberg“. Wohnhaus Oskar Hoffmann, Stadtverordneter. Teil Nr. 8.03 (Foto mit Text). diese Namensvergabe brachte die geografische Lage der Städte Barmen und Elberfeld im Tal der Wupper zum Ausdruck.
Im Nationalsozialismus war die Stadt ein wichtiges Zentrum sowohl der NSDAP als auch des Widerstands, sowohl der Gewerkschaften und politischen Opposition als auch der Kirchen, was nicht zuletzt die Barmer Erklärung zum Ausdruck brachte. Nach weitreichenden Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg nahm die Bedeutung der Stadt ab.
Die seit 1901 bestehende Schwebebahn ist das Wahrzeichen und die herausragende Sehenswürdigkeit Wuppertals, aufgrund des Verkehrsmittels umgangssprachlich auch Schwebebahnstadt genannt. Sie ist die älteste, immer noch in Betrieb befindliche und mit über 13 km Streckenlänge eine der längsten Hängebahnen der Welt. Der größte Teil der Strecke verläuft über der Wupper.
Bekannt ist die Stadt darüber hinaus für das international renommierte Tanztheater Wuppertal Pina Bausch und das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, den Zoologischen Garten, die Historische Stadthalle, das Sinfonieorchester Wuppertal, das Von der Heydt-Museum für bildende Kunst, das Historische Zentrum mit dem Engels-Haus, den Skulpturenpark Waldfrieden sowie für weitreichende Parkanlagen und Wälder mit Deutschlands größtem Arboretum im Staatsforst Burgholz und für die größte Konfessionsvielfalt Deutschlands.
Bekannte Wuppertaler Sportvereine sind der ehemalige Fußball-Erstligist und UEFA-Cup-Teilnehmer Wuppertaler SV und der Handballbundesligist Bergischer HC, hinzu kommen Bundesligisten in weiteren Sportarten mit zahlreichen nationalen und internationalen Titeln.
Darüber hinaus sind durch Geburt oder Wirken zahlreiche Persönlichkeiten mit der Stadt verbunden, so etwa Pina Bausch, Friedrich Bayer, Gerhard Domagk, Friedrich Engels, Hans-Dietrich Genscher, Else Lasker-Schüler, Johannes Rau, Hans Wolfgang Singer oder Rezo.
Geografie mini|Typisch für Wuppertal sind steile, enge Straßenzüge wie hier in der Elberfelder Nordstadt mini|Karte der Stadt Wuppertal mit Stadtteilen und Stadtbezirken
Lage Wuppertal liegt in einem Bogen der Wupper entlang der Grenze zum Niederbergischen im Norden und den oberbergischen Hochflächen im Süden. Der südöstliche Teil des Stadtgebietes gehört zu den Bergischen Hochflächen mit Höhen bis zu etwa 350 m, die durch tiefe Kerbtäler von Gewässerläufen durchschnitten werden. Der nördliche Bereich des Stadtgebietes ist Teil des Niederbergisch-Märkischen Hügellands, das Geländehöhen bis zu etwa 322 m aufweist. Das Tal der Wupper selbst wird naturräumlich als Wuppertaler Senke bezeichnet.
Die Stadt ist Teil der Metropolregionen Rhein-Ruhr und Rheinland, des Landschaftsverbands Rheinland sowie des Bergischen Städtedreiecks.
Aufgrund der erheblichen Höhenunterschiede gibt es zahlreiche Treppen und steile Straßen. Wuppertal gilt als die Stadt mit den meisten öffentlichen Treppen Deutschlands und ist für Filmregisseur Tom Tykwer – ein gebürtiger Wuppertaler – das „San Francisco Deutschlands“.
Geologie Wuppertal liegt am Rand des Rheinischen Schiefergebirges, eines deutschen Mittelgebirges, dessen Gesteine hauptsächlich aus der Zeit des Devons (vor ca. 416–360 Millionen Jahren) und des Karbons (vor ca. 360–300 Millionen Jahren) stammen. In den südöstlichen Stadtteilen findet man mit Tonschiefer, Grauwacken und Konglomeraten des Unterdevons die erdgeschichtlich ältesten Gesteine. Nordwestlich davon schließen sich Wechselfolgen von mittel-devonisch schieferigen Tonböden, Schluffen und Grauwacken an.
Eine Absenkung der Erdoberfläche und des Meeresbodens führte im späteren Mittel- bis Oberdevon zur Ausbildung von Riffkomplexen, deren Massenkalk sich in nordost-südwestlicher Richtung quer durch das Wuppertaler Stadtgebiet erstreckt. Er gehört zum Rheinisch-westfälischen Kalkzug, der vom Nordrand des Sauerlandes und des Bergischen Landes von Düsseldorf über Wuppertal und Iserlohn bis nach Brilon läuft.
Bereits im 9. Jahrhundert wurde Kalk gewonnen; im Ortsteil Dornap und den angrenzenden Städten Mettmann und Wülfrath gibt es seit der Industrialisierung bis heute noch Kalktagebau. Ein Kalktrichterofen aus dem 19. Jahrhundert ist als Industriedenkmal im Stadtbezirk Elberfeld-West erhalten. Im Stadtteil Wichlinghausen gibt es kleinere Vorkommen des Vulkangesteins Diabas (Grünstein), die im Oberdevon auf dem Meeresboden gebildet wurden. Im Norden sind als jüngste Schichten Schiefer, Quarzite und Grauwacken aus der Zeit des Karbon erhalten.
Die abgelagerten Gesteine wurden im Laufe der Erdgeschichte teilweise unter erhöhtem Druck und hoher Temperatur gefaltet und gegeneinander verschoben. Es können daher häufig gefaltete und steil aufgestellte Gesteinsschichten beobachtet werden, besonders gut im Barmer Nordpark.
Im Tertiär (vor ca. 65–2,6 Millionen Jahren) wurden in einigen Tälern Sande und Kiese abgelagert. Während des Eiszeitalters wurde im gesamten Bereich sehr fruchtbarer, gelb-brauner Löss angeweht. Vom Gymnasium Sedanstraße über den Barmer Nordpark bis zum Naturschutzgebiet des Dolinengebietes im Hölken führt der 9,5 Kilometer lange Geologie-Lehrpfad „Geopfad“.
Simulationen der Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastruktur und Geothermie ergaben, dass unter dem nördlichen Stadtgebiet in rund 2000 Metern Tiefe wahrscheinlich 60 bis 80 Grad Celsius heiße Wasserreservoire gibt. Die Wuppertaler Stadtwerke erwägen, dieses Wasser zu fördern, die Wärme in einem Geothermiekraftwerk zu nutzen und sie in das Wuppertaler Fernwärmenetz einzuspeisen.
Ausdehnung des Stadtgebiets Die Stadtgrenze hat eine Länge von 94,5 Kilometern. Das Tal der Wupper erstreckt sich mit einer Länge von 33,9 Kilometern überwiegend von Osten nach Westen und weist Aufweitungen mit Breiten von bis zu zwei Kilometern auf, in denen die Stadtzentren Barmen und Elberfeld liegen.
Höchster Punkt ist die Erhebung Lichtscheid mit 350 Metern über dem Meeresspiegel, der tiefste Punkt mit 101 Metern über NN liegt bei Müngsten, wo der Morsbach in die Wupper mündet.GPS-Aufnahme, Liegenschaftskarte.
Nachbargemeinden Von den Wuppertal umgebenden Städten und Gemeinden gehören Hattingen, Sprockhövel, Schwelm und Ennepetal zum Ennepe-Ruhr-Kreis und Radevormwald zum Oberbergischen Kreis. Remscheid und Solingen sind kreisfreie Städte, Haan, Mettmann, Wülfrath und Velbert gehören zum Kreis Mettmann.
Stadtgliederung mini|Stadtbezirke und Quartiere
Das Stadtgebiet ist seit 1979 in zehn Stadtbezirke eingeteilt.
0 Elberfeld 1 Elberfeld-West 2 Uellendahl-Katernberg 3 Vohwinkel 4 Cronenberg 5 Barmen 6 Oberbarmen 7 Heckinghausen 8 Langerfeld-Beyenburg 9 Ronsdorf
Die Stadtbezirke sind für statistische Zwecke in insgesamt 69 Quartiere unterteilt.
Mit etwa 68.000 Menschen ist Elberfeld der meistbevölkerte Stadtbezirk, Cronenberg mit knapp 21.000 Einwohnern der kleinste. Herbringhausen im Stadtbezirk Langerfeld-Beyenburg ist das flächenmäßig größte Wohnquartier.
Stadtstruktur mini|Ansicht aus dem All
Die Stadtstruktur stellt als Typologie eine Besonderheit dar. Durch die längliche ostwestliche Tallage ergibt sich ein Agglomerationsband, das im deutschen Raum stadträumlich keine Parallele hat. Entlang einer Achse aus Hauptverkehrsstraße (Bundesstraße 7), Haupteisenbahnlinie und Fluss mit der Schwebebahn reihen sich alle wichtigen Funktionen der Stadt auf einer Länge von rund 15 Kilometern aneinander. Die topografische Lage bedingt den Zusammenhalt als städtische Einheit mit gemeinsamer Industriegeschichte und ähnlichen Wachstumsbedingungen. Die großen Höhenunterschiede ermöglichen an vielen Stellen einen Weitblick über die Stadt. Die am Hang gelegenen gründerzeitlichen Villenviertel Brill, Zoo und Toelleturm sind den Zentren nah.
Die heutige Gesamtstadt ist aus mehreren Einzelstädten und -dörfern entstanden: Mit Elberfeld und Barmen hat Wuppertal zwei größere Innenstädte sowie weitere Stadtteile, die aus historischen Gründen eine eigene, kleinstädtische Stadtmitte haben. Nach dem 2020 aktualisierten Zentrenkonzept fungieren die Innenstädte von Elberfeld und Barmen weiterhin als Hauptzentren, wobei Elberfeld einen größeren Einzugsbereich hat. Als Nebenzentren zählen die zentralen Bereiche in Cronenberg, Oberbarmen, Ronsdorf und Vohwinkel, deren Angebote über die Nahversorgung hinausgehen. Daneben gibt es zahlreiche kleinere Zentren.
Im Strukturwandel wurden viele Fabrikstandorte im Tal aufgegeben und einige neue Gewerbeflächen in den städtischen Randgebieten ausgewiesen.
Grünflächen Typisch für Wuppertal sind die Grünflächen und Hangwälder, die auch im innerstädtischen Bereich vielerorts bis auf wenige hundert Meter an die Talachse reichen. Bei einem Ranking aus dem Jahr 2013 wurde Wuppertal zu Deutschlands grünster Großstadt von insgesamt 25 Großstädten gekürt.Kai Riedemann: In: Hörzu. 21. September 2013 (Quelle: Statistisches Bundesamt: Bodenfläche nach der Art der tatsächlichen Nutzung: Waldflächen und Grünanlagen ohne Sportstätten und Friedhöfe). In einer Studie aus dem Jahr 2025 ist Wuppertal nach Auswertung von Satellitenbildern der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) sogar grünste Großstadt Europas.
Städtebaulich ist seit den 2010er Jahren die Rede von einer Verdichtung der grünen Wohngebiete auf den Wuppertaler Höhen, wie Scharpenacken, Nächstebreck und die Kleine Höhe. Grünflächen werden mit Häusern oder großen Einkäufsmärkten bebaut, der alte Baumbestand, die Naherholungsgebiete und Frischluftzonen werden verringert, Biotope zerstört.