Die österreichische Fußballmeisterschaft 2008/09 der Herren bestand aus der 98. Auflage einer höchsten österreichischen Profi-Meisterschaft (Bundesliga) sowie aus einer 34. Auflage einer zweithöchsten Spielklasse (Erste Liga). Die Bundesliga begann am 8. Juli 2008 und endete am 31. Mai 2009 mit der 36. Bundesligarunde. Auftaktspiel war das Match zwischen dem SK Sturm Graz und dem Meister der Saison 2007/08 SK Rapid Wien in der Grazer UPC-Arena. Österreichischer Meister wurde der Vorjahres-Vizemeister FC Red Bull Salzburg, der bereits zwei Runden vor Saisonende als neuer Titelträger feststand. Es war der fünfte Titel für die Salzburger und der zweite seit der Übernahme des Vereins durch die Red Bull GmbH. In dieser Saison wurden ein neuer Saison-Torrekord der höchsten Spielklasse sowie ein neuer gemeinsamer Zuschauerrekord der höchsten und zweithöchsten Stufe erreicht. Meister der zweithöchsten Spielklasse, die am 11. Juli 2008 mit allen fünf Partien begann und am 29. Mai 2009 endete, wurde der 2008 neu formierte SC Magna Wiener Neustadt. Meister der ÖFB-Frauenliga wurde 2008/09 der SV Neulengbach.
Saisonverlauf In der höchsten Spielklasse, der tipp3-Bundesliga, spielten zehn Teams um drei internationale Startplätze, einen Champions-League-Platz (zweite Qualifikationsrunde) und zwei Europa-League-Plätze (zweite Qualifikationsrunde). Darüber hinaus musste der Letztplatzierte in die zweithöchste Liga, die ADEG Erste Liga, absteigen. Während Red Bull Salzburg sich mit dem Meistertitel den Champions-League-Platz sicherte, bekamen Vizemeister Rapid Wien und der Viertplatzierte Sturm Graz einen Startplatz in der neu gestalteten Europa-League-Qualifikation. Die Grazer erhielten nur deshalb einen internationalen Startplatz, weil der Meisterschaftsdritte Austria Wien als Sieger im ÖFB-Cup automatisch in der Europa-League-Qualifikation (dritte Qualifikationsrunde) startberechtigt ist. Im Kampf gegen den Abstieg kam es im letzten Quartal zu einem Duell, in dem die SV Mattersburg gegenüber dem SCR Altach knapp die Oberhand behielt und somit weiter in der höchsten Spielklasse blieb. Torschützenkönig wurde Marc Janko (Red Bull Salzburg), der mit seinen 39 Toren den bisherigen Bundesliga-Rekord von Hans Krankl (41 Tore) knapp verfehlte. Janko hatte im Bereich der UEFA damit zwar die meisten Tore erzielt, landete jedoch in der Europawertung um den Goldenen Schuh auf Grund der Punkteregel „nur“ auf dem dritten Platz.
In der ADEG Ersten Liga spielten zwölf Teams um einen Aufstiegsplatz in die Bundesliga. Des Weiteren mussten die drei letztplatzierten Vereine je nach Zugehörigkeit in die Regionalligen Ost, Mitte oder West absteigen. Der vom Großindustriellen Frank Stronach gesponserte SC Magna Wiener Neustadt, der im Sommer 2008 die Lizenz vom SC Schwanenstadt übernommen hatte,Stronach übernimmt Schwanenstadt-Lizenz. oe24.at; abgerufen am 2. August 2009 sicherte sich eine Runde vor Schluss vor dem FC Wacker Innsbruck den Meistertitel in der Ersten Liga, welcher mit dem Aufstieg in die Bundesliga verbunden war. Von den Aufsteigern behauptete sich nur der SKN St. Pölten mit einem fünften Platz in der Ersten Liga, während die anderen beiden Aufsteiger, der SV Grödig und der 1. FC Vöcklabruck, gemeinsam mit dem im Februar in den Konkurs geschlitterten Traditionsverein DSV Leoben den Weg zurück in die jeweiligen Regionalligen antreten mussten.DSV Leoben in Konkurs. steiermark.ORF.at; abgerufen am 2. August 2009. Torschützenkönig wurde der Brasilianer Diego Viana vom SV Grödig mit 20 Treffern.
In den drei Regionalligen spielten je 16 Klubs um je einen Aufstiegsplatz in die Erste Liga. Zudem mussten die jeweils drei letztplatzierten Mannschaften nach Zuordnung in eine der neun Landesligen absteigen. Da aus der Ersten Liga allerdings kein Verein in die Regionalliga Ost, dafür aber zwei in die Regionalliga Mitte abstiegen, gab es in der Regionalliga Ost nur zwei Abstiegsplätze, während es in der Regionalliga Mitte vier waren. In der Regionalliga Ost sicherte sich der Traditionsverein First Vienna FC 1894 den Meistertitel und kehrt damit nach acht Jahren wieder in die zweithöchste Spielklasse zurück. In der Regionalliga Mitte kam es zu einer Meisterentscheidung am letzten Spieltag in einem Fernduell, das der TSV Hartberg gegenüber dem Grazer AK dank der am Ende um zwei Treffer besseren Tordifferenz für sich entschied. Die Hartberger kehren damit zwei Jahre nach ihrem Abstieg aus der Ersten Liga wieder dorthin zurück. In der Regionalliga West ging der Meistertitel an den FC Dornbirn 1913, der damit nach dem 1989 erfolgten Abstieg in tiefere Regionen wieder der zweithöchsten Liga angehört. Torschützenkönig der Regionalliga Ost wurde Osman Bozkurt (First Vienna FC 1894) mit 26 Toren, der Regionalliga Mitte Robert Lenz (FC Wels) mit 20 Toren und der Regionalliga West Armin Hobel (WSG Wattens) mit 35 Toren.
Erste Leistungsstufe – Bundesliga
mini|Meisterteller der österreichischen Fußball-Bundesliga mini|Der Kapitän des FC Red Bull Salzburg, Alexander Zickler, stemmt den Meisterteller in die Höhe Die Bundesliga, die höchste Spielklasse im österreichischen Fußball, wurde in der Saison 2008/09 zum insgesamt 89. Mal ausgetragen. Der Sponsor-Name der Bundesliga änderte sich ab dieser Saison von T-Mobile Bundesliga in tipp3-Bundesliga powered by T-Mobile, da der österreichische Sportwetten-Anbieter tipp3 als neuer Hauptsponsor T-Mobile ablöste. Das Mobilfunkunternehmen blieb der Bundesliga als Subsponsor erhalten.
Erstmals seit 41 Jahren war die Kapfenberger SV wieder in Österreichs höchster Spielklasse vertreten. Die Obersteirer ersetzten den FC Wacker Innsbruck, der 2007/08 aus der Bundesliga abgestiegen war.
Der Pay-TV-Sender Premiere hatte die Rechte, alle Spiele in voller Länge zu zeigen. Während freitags und sonntags jeweils eine Einzelpartie live über die volle Spiellänge zu sehen war, zeigte Premiere die restlichen drei Samstags-Spiele in einer Konferenzschaltung. Daneben hatte der öffentlich-rechtliche ORF die Rechte jeweils das „Topspiel der Runde“ als Einzelpartie immer sonntags zu übertragen (bei Spielen unter der Woche war dies das Dienstags-Spiel). Weiters durfte der ORF eine 45-minütige Zusammenfassung von den restlichen vier Partien pro Runde zeigen, was meist im Rahmen der Sendung Sport am Sonntag zusammen mit einem ORF-Fußballexperten gemacht wurde.
Im „Topspiel der Runde“ war Red Bull Salzburg am häufigsten zu sehen (18 Mal), hingegen die SV Mattersburg nur einmal, so wenig wie keine andere Mannschaft.
Modus In der Saison 2008/09 traten wie in vergangenen Jahren zehn Klubs in insgesamt 36 Runden gegeneinander an. Jedes Team spielte hierbei zweimal zu Hause und zweimal auswärts gegen jedes der neun anderen Teams. In der tipp3-Bundesliga spielten die zehn Teams um drei internationale Startplätze, einen Champions-League-Platz und zwei Europa-League-Plätze. Darüber hinaus musste der Letztplatzierte in die zweithöchste Liga, die ADEG Erste Liga, absteigen. Der Meister FC Red Bull Salzburg ist berechtigt an der Qualifikation zur UEFA Champions League der Saison 2009/10 teilzunehmen (zweite Qualifikationsrunde). Der Zweitplatzierte SK Rapid Wien, der Viertplatzierte SK Sturm Graz (beide in zweiter Qualifikationsrunde) sowie der ÖFB-Cup-Sieger FK Austria Wien (dritte Qualifikationsrunde) durften an der Qualifikation zur UEFA Europa League derselben Saison teilnehmen. Aufgrund des Cup-Sieges der drittplatzierten Austria Wien wurde der Qualifikationsplatz für die Europa League an den Viertplatzierten Sturm Graz weitergereicht. Der Letztplatzierte SCR Altach stieg in die zweithöchste Spielklasse, die Erste Liga, ab.
Saisonverlauf Die Bundesligasaison 2008/09 wurde von Red Bull Salzburg dominiert. Hatte der Verein im ersten Quartal noch Startschwierigkeiten, setzte sich die Mannschaft ab der 14. Runde bis zum Ende der Saison auf Platz eins fest, wodurch sich der Klub insgesamt 25 Mal auf diesem Rang positionierte. Direkte Gegner von Red Bull Salzburg im Meisterkampf waren die beiden Wiener Vereine Rapid und Austria sowie Sturm Graz. Allerdings waren Red Bull Salzburg und Rapid Wien in der 28. Runde schließlich imstande sich für den Rest der Spiele abzusetzen. Den kleinen Punkterückstand machten die Wiener jedoch nicht mehr gut und konnten somit den Titel aus der Saison 2007/08 nicht erfolgreich verteidigen.
Im Abstiegskampf befanden sich anfangs die SV Mattersburg, die Kapfenberger SV, Austria Kärnten und der SCR Altach. Die Kärntner waren in der Lage sich schon nach wenigen Runden abzusetzen und positionierten sich während der restlichen Saison im Mittelfeld, sodass die Kärntner trotz eines schwachen letzten Quartales am Saisonende auf dem sechsten Rang landeten. Die Mannschaft der Kapfenberger SV erzielte ab der 19. Runde wesentlich bessere Ergebnisse und der Mannschaft war es deshalb möglich, sich von den beiden anderen Vereinen zunehmend abzusetzen. Für den Rest der Saison duellierte sich der Klub mit dem LASK Linz um den siebten Tabellenrang, schlussendlich platzierten sich die Linzer jedoch vor der Kapfenberger SV. Die SV Mattersburg und der SCR Altach konnten sich im letzten Quartal wesentlich steigern, jedoch mussten die Altacher, welche insgesamt 26 Mal die „rote Laterne“ trugen, am Ende der Saison in die zweithöchste Spielklasse absteigen.
Die SV Ried positionierte sich im Saisonverlauf vornehmlich im Mittelfeld und qualifizierte sich durch eine sehr starke Frühjahrsleistung beinahe für einen internationalen Startplatz. Die Mannschaft blieb als einzige im eigenen Stadion ungeschlagen und war zudem das Team mit den wenigsten Gegentreffern.
Transfers Die meisten Zugänge verzeichneten die Kapfenberger SV sowie die Austria Kärnten mit jeweils 17 Spielern. 19 Spieler verließen während der gesamten Saison die Kärntner Austria, so viele wie bei keinem anderen Team. Eine stark veränderte Mannschaft boten Austria Wien, Sturm Graz und Austria Kärnten auf. Erstmals trat mit Sun Xiang ein Chinese in der Bundesliga auf.
Unter den Zugängen befanden sich Spieler wie Georg Koch (zu Rapid Wien), Kevin Bobson, Barry Opdam, Robin Nelisse, Anis Boussaïdi, Somen Tchoyi, Mejdi Traoui (alle zu Red Bull Salzburg), Mamadou Diabang, Sun Xiang (beide zu Austria Wien), Markus Weissenberger, Thomas Prager (beide zum LASK Linz), Stefan Lexa (zur SV Ried), Aílton und Zé Elias (beide zum SCR Altach).
Unter den Abgängen befanden sich unter anderem Jürgen Säumel (zum FC Turin), Christian Fuchs (zum VfL Bochum), Hans-Peter Berger (zu Leixões SC) und Roland Kirchler (zu WSG Swarovski Wattens). Dietmar Kühbauer (SV Mattersburg) beendete seine Karriere vor Saisonbeginn. Nach der 35. Runde beendeten Ivica Vastić und Michael Baur ebenfalls ihre Karrieren (beide LASK Linz).
Mit Co Adriaanse (Red Bull Salzburg), Karl Daxbacher (Austria Wien) und Andrej Panadić (LASK Linz) waren drei neue Trainer zu Saisonbeginn vertreten. Die SV Ried hat sich vom designierten neuen Trainer Georg Zellhofer noch vor der ersten Runde getrennt, für ein Spiel übernahm der spätere Co-Trainer Gerhard Schweitzer, ab Runde zwei verpflichtete man Paul Gludovatz. Am 4. September übernahm Urs Schönenberger das Traineramt von Heinz Fuchsbichler beim SCR Altach. Dieser wurde während der Winterpause, am 12. Jänner 2009 durch Georg Zellhofer ersetzt. Am 27. Oktober wurde Panadić beim LASK Linz als Trainer entlassen und an dessen Stelle Klaus Lindenberger eingestellt. Der Verein enthob ihn nach einer langen Negativserie und ersetzte gegen Ende März durch Hans Krankl.
Abschlusstabelle
(M) Österreichischer Meister 2007/08 (C) ÖFB-Cup 2007/08 wurde als ÖFB-Amateurcup ausgetragen (S) ÖFB-Supercup-Sieger 2008 der Saison 2007/08 (gegen den ÖFB-Amateur-Cup Sieger SV Horn) (N) Aufsteiger der Saison 2007/08
Ergebnisse