Die Villa des Baumeisters Gustav Röder liegt in der August-Bebel-Straße 23 im Ursprungsstadtteil der sächsischen Stadt Radebeul. Im 20. Jahrhundert wurde sie von dem Schriftsteller und Karl-May-Verleger Euchar Albrecht Schmid bewohnt, der das Erdgeschoss für den Karl-May-Verlag nutzte. mini|Villa Gustav Röder mini|Denkmalgeschützter Park

Beschreibung Die mitsamt Einfriedung denkmalgeschützte Villa steht auf einem weitläufigen Parkgrundstück an der Ecke zur Goethestraße, das als „außergewöhnlich weitläufiges und authentisch erhaltenes Gartengrundstück“ sowie als Werk der Landschafts- und Gartengestaltung denkmalgeschützt ist. In diesem Park wurde bis 2012 weiterhin eine Blockhütte als geschütztes Einzeldenkmal aufgeführt.

Die Villa im Stil der deutschen Renaissance ist ein zweigeschossiges Wohngebäude mit einem unregelmäßigen Grundriss. Es steht auf einem Bruchsteinsockel und wird bedeckt von einem schiefergedeckten Dach mit Krüppelwalmgiebeln und Dachgauben. Dazu kommt ein hoher Spitzturm auf der Gebäuderückseite. Die Fassaden sind verputzt und durch Gesimse gegliedert. Die Fenster werden von Sandstein eingefasst.

Im „gartenkünstlerisch bedeutsam[en]“ Park aus altem Baumbestand steht eine Künstliche Ruine in der Art einer Grotte. Das Eckgrundstück wird von einer Bruchsteinmauer eingefasst, auf der sich in Teilen Bruchsteinpfeiler befinden, zwischen denen Holzzaunfelder mit Deckbrett eingehängt sind.

Geschichte Der Architekt und Baumeister Gustav Röder (1862–1900) baute 1896/97 für sich selbst ein „Wohngebäude“. Nach 1915 wurde es von dem Schriftsteller und Karl-May-Verleger Euchar Albrecht Schmid (1884–1951) bewohnt, der das Erdgeschoss für den Karl-May-Verlag nutzte.Hans-Dieter Steinmetz: Die Villa »Shatterhand« in Radebeul. In: Jahrbuch der Karl-May-Gesellschaft, 1981. (Online-Version) Zudem war die Villa auch der Verlagssitz der Haupt & Hammon Verlagsbuchhandlung sowie des Retcliffe-Verlags.Adressbuch Radebeul 1939, S. 109.

Um 1915 entstand die Holzzauneinfassung.

E. A. Schmids Söhne Joachim (geb. 1922), Wolfgang (1924–1945), Lothar (1928–2013) und Roland (1930–1990) wuchsen dort auf. In einem Brief an Fritz Prüfer schrieb E. A. Schmid im Januar 1944:

Und ein Jahr später in einem Rundbrief an die Freunde des Karl-May-Verlages:

Seine Schachspielerkarriere begann Lothar Schmid also von Radebeul aus, wo er zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs sowie kurz danach seine ersten Meistertitel holte. Während der Sohn 1947 nach Bamberg umzog, blieb der Vater in Radebeul und wurde 1951 auf dem dortigen Friedhof beerdigt.

Der Architekt Max Czopka modernisierte die Villa 1936 im Sinn einer „stilistischen Beruhigung“. 1939 baute er im hinteren Teil des Grundstücks ein zusätzliches Wirtschaftsgebäude mit Luftschutzraum sowie 1940 eine ebenfalls denkmalgeschützte Blockhütte als Gästehaus, so wie er bereits in den 1920er Jahren die Villa Bärenfett gebaut hatte.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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