mini|Gefüllte Paprika im Schmortopf thumb|Gefüllte Paprika im Topf gekocht Gefüllte Paprika sind in vielen Ländern ein traditionelles Gericht, für dessen Zubereitung man entkernte Paprikaschoten verwendet. Die Füllung besteht oft aus Reis oder Hackfleisch. Typische Zubereitung ist das Schmoren im Backofen oder im geschlossenen Topf, meist in einer Tomatensauce.
Die gefüllten Paprika kamen durch die Türken nach Ungarn, von wo sie während der Habsburger Zeit in Europa bekannt wurden. Die Ungarn kannten zu dem Zeitpunkt nur gefülltes Kraut.
Geschichte Nach dem Aufkommen der Paprikafrüchte in Mittel- und Osteuropa und in Vorderasien wurde ihre kastenartige Form als ideal zum Befüllen befunden. Die Köche füllten sie mit Hackfleisch, Getreide und anderen Mischungen, kochten oder schmorten sie. Die Ungarn bereiteten zuvor schon mit Sauerkraut gefüllte Paprikaschoten. Mit Käse gefüllte Paprikafrüchte sind in Italien, Ungarn und auf dem Balkan besonders beliebt. In Rumänien und in anderen Balkanstaaten werden für dieses Gericht sogenannte italienische Paprika (Cubanelle) verwendet. Gefüllte Paprika wurden zu einem der wenigen Paprika-Gerichte, die vom Großteil der aschkenasischen Gemeinschaft übernommen wurden. Anscheinend gelangten die gefüllten Paprikaschoten gegen Ende des 19. Jahrhunderts in die USA.
Varianten mini|Ardei umpluți Ardei umpluți – Für die rumänische Variante bereitet man die Hackmasse aus Rind- und Schweinefleisch zu und mischt etwas Reis darunter. Als Kräuter verwendet man Petersilie, Dill und Sellerieblätter. Serviert wird in einer tomatigen Sauce mit saurer Sahne oder Joghurt. Beilage ist häufig Mămăligă.Silvia Jurcovan: „Carte de bucate“, Editura Humanitas, București 2012, S. 147, 426 ISBN 978-973-50-3475-7Sanda Marin: „Carte de bucate“, Editura Orizonturi, București 1995, S. 87 Bostoner Art – Kleine Früchte werden mit Krabbenfleisch gefüllt, anschließend paniert und frittiert. Richard Hering: Herings Lexikon der Küche. International anerkanntes Nachschlagewerk für die moderne und klassische Küche. Hrsg.: F. Jürgen Herrmann. 25. Auflage. Pfanneberg, Haan-Gruiten 2012, S. 527/528, ISBN 978-3-8057-0663-6 (Erstausgabe: 1907) à la menagere (Hausfrauenart) – Hierfür erstellt man eine Masse aus Bratwurstbrät und Reis und füllt die Früchte damit. Piperies Gemistes () – Die griechische Variante wird mit Reis, Zwiebeln, Petersilie, Dill und Minze gefüllt. Marianthi Milona (Verf.); Werner Stapelfeldt (Hrsg.): Griechenland. Griechische Spezialitäten. Könemann Verlag, Köln 2001, ISBN 3-8290-7422-0, S. 327. Hackfleisch (kimas κιμάς) kann zugefügt werden. á la turque: Paprikafrüchte mit grob gehacktem gekochtem Hammelfleisch und Reispilaw gefüllt, optional mit Rosinen.
Siehe auch Dolma
Literatur Herings Lexikon der Küche. Fachbuchverlag Pfannenberg, Haan-Gruiten, 23. Auflage 2001, ISBN 3-8057-0470-4. Erhard Gorys: Das neue Küchenlexikon. dtv, München 1994–2002, ISBN 3-423-36245-6.
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