mini|Thomas Schönauer (2026) alternativtext=|mini|Thomas Schönauer, Cultivator II, 2017, Edelstahl, Bad Ragaz 2018 (c) Thomas Schönauer Thomas Schönauer (* 1953 in Düsseldorf) ist ein deutscher bildender Künstler. Seine Werke sind sowohl im öffentlichen Raum als auch in privaten und institutionellen Sammlungen vertreten.
Leben Schönauer absolvierte zwischen 1974 und 1978 ein Studium der Germanistik, Romanistik und Philosophie an der Heinrich-Heine-Universität zu Düsseldorf. Von 1975 bis 1978 war er außerdem Assistent im Bildhaueratelier Friederich Werthmanns in Düsseldorf. Seine Kunststudien intensivierte er durch einen Aufenthalt am Manitoba Institute of Design, Winnipeg, Kanada und engen Kontakt zur Düsseldorfer Kunstakademie und ihren Persönlichkeiten. Seit 1978 betreibt er ein eigenes Atelier in Düsseldorf und lebt mit seiner Familie in Düsseldorf-Kaiserswerth. 2011 wurde Schönauer in den Gestaltungsbeirat der Uniklinik Düsseldorf berufen. 2012 wurde er zum außerordentlichen Mitglied des BDA (Bund Deutscher Architekten) ernannt.
Künstlerisches Wirken
Bildhauerei
Typisch für Schönauers Werk sind lackierte Stahlskulpturen. Dass hier Metall als Untergrund einer Farbschicht dient, stellt sich erst bei näherer Betrachtung heraus. Unterschiedlichste Arbeiten bilden die Grundlage seines Gesamtwerks, darunter Experimente mit Kupferassemblage, Raumverspannungen mit Seilen und Elastikbändern, eine Serie Kommunikation, Baumstämme in Stahlstabskulpturen, metaphysische Skulpturen sowie elementare Geometrie und Metaphysik. Schönauers zentrales Thema ist das Zusammenspiel von Stoff und Vakuum, Körper und Geist.
Seit 1988 erweiterte der Künstler sein Werk durch Klangskulpturen I, Geometrie und in Klang transformierte Astronomie. Im Jahr 1990 folgten multimediale Environments zum Themenbereich Ökologie, 1993 Klangskulpturen II, amorphe Metallkörper und Vokalintonationen. 1995 entstand der materielle und der immaterielle Raum als mehrteiliges, skulpturales Ensemble. 2001 formulierte Schönauer das Thema „Dynamik – Equilibrium“ als farbige Stahlarbeiten im Kontext Schwingung, Masse und Gleichgewicht. 2004 kreierte der Künstler die Serie „space paintings on steel“ als Raumkörper aus Lack und Edelstahlblech. Er nahm an zahlreichen Projekten und Wettbewerben im In- und Ausland teil, z. B. in Europa, Nord- und Südamerika, Indien, Afrika und im Nahen Osten.
Malerei
Neben der Bildhauerei beschäftigt sich Thomas Schönauer mit der Malerei. Dieser Arbeitsbereich entstand aus der Idee, vom Zweidimensionalen der Tusch- oder Aquarellzeichnung zu einer dreidimensionalen Objekthaftigkeit der Malerei zu kommen. Als Grundlage bedient sich der Künstler des Stahls, auf den er nicht-flächiges Material in Form von Lacken aufträgt. Die Räumlichkeit erreicht er sowohl durch die Schichtung des Materials als auch durch den Inhalt der Gemälde. Die Farbe selbst wird zur Form.
CT-Paintings und CT-Universe
In der Serie CT-Paintings (computer tomography paintings) wendet sich Schönauer hin zu einer ausdrucksstarken Polychromie, die durch Epoxydharz mit Quarzsand und Flüssigpigmenten erreicht wird. Eine besondere Farbintensität wird durch ein Finish aus Acryllack gegeben. Zum Ausdruck kommt die Präsentation ganzer Farb-Landschaften.
Skulpturen im öffentlichen Raum
1984 Kommunikation2, Johanniterstraße, Duisburg 1988 Energie-Pyramide, Rheinturm, Düsseldorf 1992 Multimedia Installationen, Aquarius-Wassermuseum, Mülheim an der Ruhr Cacique, Escola de Artes Visuais do Parque Lage, Rio de Janeiro, Brasilien 1996 17/96, Columbia-TTI, São Paulo, Brasilien 2000 Milestones Urstele, Staatskanzlei NRW, Düsseldorf 2001 Media-Mobile, Media Skulptur BBDO-Gruppe, Düsseldorf Milestones 13/99, Middelburg, Niederlande Milestones 16/99, Frankfurt a. d. Oder
2002 Excentric Dynamic, Skulptur Deutsche Bahn AG, Sony Center, Berlin 5/2001, Kulmer Straße, Duisburg 2004 Das runde Rechteck, Skulpturen/Photoinstallation mit Stefan Lindauer, Rhenus Logistics, Holzwickede Check-in, Rheumazentrum Ruhrgebiet, Herne 2006 BatlasII, Skulptur auf dem Campus der Heinrich-Heine-Universität, Düsseldorf Millstone, Karl-Gieseking-Platz, Sulingen Seven Pillars, mit Michael Burges, Radisson SAS Hotel, Media Harbour, Düsseldorf 2008 Skink, Skulptur im neuen Stadtviertel 'Quartis Les Halles', Düsseldorf Tratlas II, Jumeirah Palm, Dubai 2010 Rigistones, Weggis, Schweiz 2011 Purple Sky, Gartenhof Küsters, Neuss 2016 Himmelskreuz, Wittenberg 2018 Invader IV, Mönchengladbach 2019 Cultivator 4, Duisburg
Einzelausstellungen
2018/19 Kunst Inspiration Wissenschaft. Thomas Schönauer – The Engineering Artist, Haus der Universität, Düsseldorf 2018 Secret Ingredients, Engelage & Lieder, Düsseldorf 2016 Inner Logic, Engelage & Lieder, Düsseldorf 2015 Thomas Schönauer – Skulptur und Malerei, Städtische Galerie Schloss Neersen, Willich 2014 Raumfarbenspiel – Die Vereinigung der Gegensätze, GRS-Art House in Kooperation mit ‚Sans Titre’, Potsdam, The engineering Artist, Foyer VDI-Haus, Düsseldorf 2013 Nuovo Labore, Galleria Plurima, Udine, Landscape-seascape-spacescape, Galerie Biesenbach, Köln, Von schwarzen Löchern und anderen Sternen, Galerie Freitag, Aachen 2012 Universe, Galerie Schwenk, Castrop-Rauxel, micro-macro, Museum Burg Vischering, Coesfeld 2011 Thomas Schönauer, 125. Geburtstag von Mies van der Rohe, in Zusammenarbeit mit Sascha Berretz und W. Blaser, Galerie Freitag 18.30, Aachen, CT-Universe, Merck Finck & Co Bank, Düsseldorf 2010 Raumguss, Galerie Reitz, Köln 2009 Nuove Labore, Galleria Plurima, Udine, Italien; Ausstellung mit Sascha Berretz, Galerie Freitag 18.30, Aachen; Atompops, Highlights der Physik, Gürzenich, Köln; Zeit ist Farbe, Galerie LS, Nürnberg 2008 2008+, Galerie Noack, Mönchengladbach 2007 Skyfall – vom Himmel gefallen, Villa Heusgen, Krefeld; Galerie Wende Art, Düsseldorf/Krefeld 2006 Ausstellung mit Michael Burges, Galerie Winter, Wiesbaden; Siebai, Galerie Nicols, Düsseldorf 2005 Nuove Labore, Galleria Plurima, Udine, Italien; Zweieinhalbdreidimensional, Galerie Schüppenhauer, Köln 2004 Leichtkraft, anders-Galerie im Stilwerk, Düsseldorf; Ausstellung mit Michael Burges, Galerie Pascal Vanhoecke, Cachan, Paris 2003 Zustände, APC Galerie Fribourg, Schweiz 2002 Matter, Energy and Space, Ausstellung mit Michael Burges; Galerie Lea Gredt, Luxembourg; Die Welt hinter den Dingen, Mercatorhalle, Duisburg 2001 Galleria Plurima, Udine, Italien 2000 und sie drehen sich doch, I, APC Galerie, Köln: Köln Skulptur I, Art-Cologne, Köln 1999 wer rastet, der rostet nicht, mit Eva Ohlow, Galerie Baumgarte, Bielefeld 1998 Vice Versa, mit Manfredo de Souzanetto, Galerie Lekon, Essen 1995 Galeria Plurima, in Zusammenarbeit mit Norbert Frensch, O2 oder 3, APC Galerie, Kölb, IN AND OUT, in Zusammenarbeit mit Peter Kowald, Museu de Belas Artes, Rio de Janeiro IN AND OUT, in Zusammenarbeit mit Peter Kowald, Museu da Escultura Brasileira, São Paulo IN AND OUT, in Zusammenarbeit mit Peter Kowald, Palácio das Artes, Belo Horizonte IN AND OUT, in Zusammenarbeit mit Peter Kowald, Museu do Estado de Pernambuc 1993 IN AND OUT, in Zusammenarbeit mit Peter Kowald, Galerie Artco, Leipzig IN AND OUT, APC Galerie, Köln IN AND OUT, Galerie b., Paderborn 1992 Cacique, Escola de Artes Visuais do Parque Lage, Rio de Janeiro, Brasilien 1991 Vishwa, Skulpturenmuseum Glaskasten Marl 1990 Vishwa, mit Klaus Gendrung, Museum Morsbroich, Leverkusen
Gruppenausstellungen
2017 Künstler der Galerie LandskronSchneidzik, Galerie LandskronSchneidzik, Nürnberg 2016 Between Medium and Form, mit Heiner Nitsch und Ralph Richter, Engelage & Lieder, Düsseldorf, The International Art Project 2016, Edition French Riviera, Chateau des Terrasses, Monaco, The Innovation Art Project 2016 Hamburg, Fabrik der Künste, Hamburg 2015 Orti del Paradiso, Fundazione Filatoio, Caraglio 2014 Mythos Wald, Haus Beda, Bitburg 2013 Schwarz – Weiß, Galerie Freitag 18:30, Aachen, The Flying Cubes, Museum Kunstpalast, Robert Schumann Saal, Stiftung Museum Kunstpalast, Düsseldorf, Blaue Fatamorgana, 1000 Dosen und eine Illusion, in Zusammenarbeit mit Andreas Kipar, Landschaftsarchitektur LAND, IGS (International Garden Show) Hamburg, Mailand 2012 Sculpture-Triennale Bad Ragaz, Bad Ragaz, Plurima propone, Galleria Plurima, Udine; Ostrale, Dresden 2011 Ostrale, Dresden; Galerie Freitag 18.30, Aachen 2010 540°, Museum für zeitgenössische Kunst, Niteroi, Rio de Janeiro, Brasilien; Museum für Moderne Kunst, Salvador do Bahia, FAAP, São Paulo; Museum Oscar Niemeyer, Curitiba, Palácio das Artes, Belo Horizonte 2009 Auguri, Galleria Plurima, Udine, Accrochage, Galerie Reitz, Köln 2008 12 am Ring, Wiesbadener Kunstsommer, Wiesbaden 2007 Arbres d’Acier, Château de Jehay, Belgien, Kulturhauptstadt Europa 2007 – Großraum Luxemburg 2006 Abel, Bolenz, Burges, Droese, Göhringer, Gross, Heerich, Ronkholz, Schönauer, Wolkenar; Monos Art Gallery, Lüttich, Belgien; Das Schicksal des Paradieses liegt in seiner Geometrie, Kunstverein Kunst im Schloss, Untergröningen; SculpTour 2006, Galerie Beukenhof, Belgien 2005 Dal 2 Juglio 2005, Galleria Plurima, Udine, Italien; Abstract im Raum, Wolfgang Schäfer und Gäste, CON-SUM, Düsseldorf; Nistkastenprojekt, Schloss Rullingen, Borgloon, Belgien; Galerie Noack, Mönchengladbach; Papiers d’hivers, Monos Art Gallery, Lüttich, Belgien 2004 Papiers d’hivers, Monos Art Gallery, Lüttich, Belgien 2003 Sabara, 5. Architekturbiennale, mit Joao Diniz, São Paulo, Brasilien 2001 Plan 01, Forum aktueller Architektur in Köln; APC Galerie, Köln 2000 Museu de Agua de Pampulha, Museu de Arte, Belo Horizonte 1998 Über die Grenze von Form, Karl-Hofer-Gesellschaft, Berlin; Nuove Contaminazioni, Galleria d’Arte Moderna, Udine, Italien; No comment, APC Galerie, Köln 1997 Über die Grenze von Form, Paço Imperial, Rio de Janeiro, Brasilien; Casas das Rosas, São Paulo; Palácio Das Artes, Belo Horizonte; Künstler der Galerie Plurima, Udine; Künstler der Galerie Lekon, Essen; No limite da forma, Galeria Marília Razuk, São Paulo 1994 Pédakondji, Grassi Museum, Leipzig; Städtische Galerie, Prien; Kunsthaus Hamburg 1993 Pédakondji, Kunstpalast Ehrenhof, Düsseldorf; Auszeit der Demokratie, Halle Kalk, Köln 1992 Afrikanisch-Europäische Inspiration, Goethe-Institut, Lomé, Togo; Centre Culturel Francais, Lomé; A.T.W. body in bublic, Galerie Arting, Köln 1991 A.T.W. Past-Present-Future, Museo de Artes Plasticas, Montevideo, Uruguay; A.T.W. Past-Present-Future, Skulpturenmuseum Glaskasten Marl; A.T.W. sounding room, Amsterdam, New York, Kapstadt 1990 A.T.W. Past-Present-Future, PS1 Museum, New York; A.T.W. Past-Present-Future, Museu de Arte Moderna, Rio de Janeiro; Bilder vom Neuen Deutschland, Kunsthalle Düsseldorf 1989 A.T.W. Past-Present-Future, Langage-Plus Museum, Québec, Kanada 1987 A.T.W. THE TWO-DIE ZWEI, Dia-Projektion im öffentlichen Raum, Düsseldorf; A.T.W. THE TWO-DIE ZWEI, Dia-Projektion im öffentlichen Raum, New York 1986 die Torte, Kunstmuseum Düsseldorf; Quirl, Künstlersymposium, Jagenbergfabrik, Düsseldorf 1980 Ausstellung Advance-Galerie, Düsseldorf
Soziales Engagement
Angeregt durch die Teilnahme am UNO Earth Summit, der 1992 in Rio de Janeiro stattfand, gründete Thomas Schönauer mit Rainer Zimmermann und anderen Freunden die Hilfsorganisation favela education. Ziel der Organisation ist die langfristige Förderung schulischer und außerschulischer Bildung von Kindern aus halbwegs intakten Familienverhältnissen in den Favelas von Rio de Janeiro. Die Hilfsorganisation kooperiert mit dem Netzwerk Jugend 3. Welt der Salesianer Don Boscos und Human Network Brasil der Eckes Familienstiftung.
Literatur a. Monografien
Thomas Schönauer, Universe, Nicolaische Verlagsbuchhandlung, Berlin 2014