Malachowka () ist eine Siedlung städtischen Typs mit Einwohnern (Stand ) in der Oblast Moskau, Russland.

Lage Malachowka liegt im südöstlichen Teil der Moskauer Oblast, etwa 30 km von Moskau entfernt, in unmittelbarer Nachbarschaft der Siedlung Kraskowo. Weitere nahe gelegene Orte sind unter anderem die Großstadt und das Rajon-Zentrum Ljuberzy sowie die Siedlung Bykowo.

Durch Malachowka verläuft die Eisenbahnstrecke Moskau–Rjasan–Kasan, die am Kasaner Bahnhof in Moskau beginnt. Mit diesem wird Malachowka durch regelmäßig verkehrende Vorortzüge (sogenannte Elektritschki) verbunden.

Geschichte Erste schriftliche Erwähnungen des Dorfes Malachowo gab es bereits im frühen 14. Jahrhundert, unter dem Moskauer Großfürsten Iwan Kalita. Allerdings ist eine sichere Zuordnung dieses Ortsnamen zu Malachowka heute nicht möglich. Genauere Dokumentationen zum Ort gab es erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts.

Im Jahr 1865 wurde die wichtige Eisenbahnverbindung von Moskau nach Rjasan eröffnet, die am Dorf vorbeiführte, 1884 entstand an der Strecke dann ein Bahnhof namens Malachowka. Seitdem entwickelte sich die Ortschaft zunehmend als Datschensiedlung für wohlhabende Moskowiter – in den 1910er-Jahren zählte sie bereits rund 3000 Einwohner, in den Sommermonaten sogar ein Vielfaches davon. Für Erholungssuchende entstand in Malachowka Anfang des 20. Jahrhunderts ein Sommertheater, an dessen Aufführungen auch prominente Künstler wie Fjodor Schaljapin mitwirkten.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde im Ort eine Waisenkindersiedlung insbesondere für jüdische Waisenkinder eingerichtet, an der Marc Chagall, Der Nister, David Hofstein, Leib Kvitko, Moshe Lifshits und andere lehrten.

In den 1930er-Jahren sowie in der Nachkriegszeit wurden in Malachowka nicht nur weitere Datschenviertel errichtet, sondern auch eine Vielzahl öffentlicher Einrichtungen sowie Wohnhäuser nach städtischem Vorbild.

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1926 4.639 1939 16.383 1959 27.849 1970 27.876 1979 28.052 1989 26.454 2002 18.552 2010 24.004 Anmerkung: Volkszählungsdaten

Sehenswürdigkeiten Peter-und-Paul-Kirche (1902–1903) Gebäude der Mittelschule Nr. 48 (1908–1910)

Söhne und Töchter des Ortes Alexander Jewsejenkow (* 1985), Eishockeyspieler Anschelina Polonskaja (* 1969), Dichterin Jelena Ponsowa (1907–1966), Schauspielerin, Synchronsprecherin und Schauspiellehrerin Irina Priwalowa (* 1968), Sprinterin und Hürdenläuferin Boris Starostin (1939–2009), Wissenschaftshistoriker, Philosoph, Dichter und Übersetzer Boris Struminski (1939–2003), Physiker Irina Wybornowa (* 1951), Ökonomin, Hochschullehrerin und Politikerin

Einzelnachweise

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