miniatur|Gemeinschaftswasserwerk Volmarstein

Das Gemeinschaftswasserwerk Volmarstein (GWV) ist ein Wasserwerk an der Ruhr in der Stadt Wetter (Ruhr) in Nordrhein-Westfalen. Es liegt auf der südlichen „Volmarsteiner Seite“ des Flusses nahe der Grenze zu Hagen-Vorhalle, befindet sich jedoch noch innerhalb der Gemarkung Wetter (Stadtteil Alt-Wetter). Zu erwähnen wäre noch, dass noch in den frühen 1950er-Jahren die Pumpen von Dampfmaschinen angetrieben wurden. Dazu existierte eine Lorenseilbahn, die von der Volmarsteiner Seite die mit der Bahn gelieferte Kohle zum Wasserwerk transportierte, um damit die Dampfkessel zu beheizen.

Geschichte In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts suchte man in der damals selbstständigen Großstadt Barmen, heute ein Stadtteil von Wuppertal, eine Möglichkeit die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser zu gewährleisten. Während die benachbarte Großstadt Elberfeld, ebenfalls heute zu Wuppertal gehörend, am Rhein bei Benrath ein Wasserwerk errichtete, orientierte man sich in Barmen zur Ruhr hin. Die Stadt Barmen fand in der Ruhraue unterhalb der Burg Volmarstein einen guten Standort, um aus sieben Tiefbrunnen das Uferfiltrat der Ruhr zu gewinnen, und erbaute 1882/83Route Industriekultur: oder ab 1877Karl Hebecker: Wandern in Wetter. Freiherr-vom-und-zum-Stein-Weg. hrsg. von der Stadt Wetter (Ruhr), 2012. gleichzeitig einige hundert Meter weiter östlich die dazugehörige, zu dieser Zeit Barmer Wasserwerk genannte Werksanlage.

Durch gusseiserne Rohre mit einem Durchmesser von 30 cm wurde das Wasser zweieinhalb Kilometer weit in den 130 Meter höher liegenden Wasserturm Loh in Volmarstein gepumpt und fand von dort über weitere Rohrleitungen seinen Weg zum Alten Hatzfelder Wasserturm in Barmen. Aber nicht nur das über 15 Kilometer entfernte Barmen profitierte von dem Wasserwerk, auch die Gemeinde Volmarstein selbst wurde als eine der Ersten im Ruhrtal aus einer zentralen Quelle mit Trinkwasser versorgt.

Bis 1988 nutzte Wuppertal das Trinkwasser aus der Ruhr, verzichtete dann aber auf das Wasserwerk, da die Stadt sich zwischenzeitlich durch mehrere Talsperren (Barmer Talsperre, Kerspetalsperre und Große Dhünntalsperre) und weiterhin durch Rheinuferfiltrat versorgen konnte. Die Aktiengesellschaft für Versorgungsunternehmen (AVU) des Ennepe-Ruhr-Kreises, die schon zuvor Anteile an dem Unternehmen Gemeinschaftswasserwerk Volmarstein GmbH besaß, übernahm es 1982 vollständig. Die alten Rohrleitungen zwischen dem Wasserwerk und dem Wasserbehälter Loh in Wetter-Volmarstein wurden nach 105 Jahren durch neue ersetzt.

Das Gemeinschaftswasserwerk Volmarstein kommt heute nur noch zum Einsatz, wenn das Wasserwerk Rohland der AVU nicht das gesamte Versorgungsgebiet mit Trinkwasser beliefern kann. Dann werden Haushalte in Teilen Wetters und in Gevelsberg-Silschede vom GWV versorgt.AVU: Trinkwasser | Qualität direkt aus Ihrem Hahn (abgerufen am 18. Mai 2026) Die AVU plant, das GWV im Jahr 2027 stillzulegen, wenn die Verbindung zum Verbund-Wasserwerk Witten entsprechend der erforderlichen Kapazitäten erweitert wurde. Als weitere Absicherung haben die AVU und die MarkE/Enervie in Hagen den gegenseitigen Austausch von Trinkwasser vereinbart.ENERVIE: (abgerufen am 7. Juni 2017). miniatur|Seilhängebrücke Wetter am Wasserwerk Die Eisenkonstruktion der 1893 errichteten, werkseigenen Seilhängebrücke Wetter über die Ruhr ist ein selten gewordenes technikgeschichtliches Beispiel dieser Konstruktionsart. Die Brücke befindet sich im Wasserschutzgebiet und ist Eigentum der AVU, darum ist ein allgemeiner, öffentlicher Zugang nicht möglich. Nur Besuchergruppen der AVU dürfen das Gelände betreten. Die Seilhängebrücke selbst kann wegen mangelnder Standsicherheit nicht betreten werden. Im Jahr 2026 startete die AVU die Sanierung der Brücke mit Hilfe von Fördermitteln aus dem Denkmalförderprogramm NRW und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Während der Internationalen Gartenausstellung (IGA 2027) sind entgegen erster Überlegungen keine Veranstaltungen auf dem Gelände geplant. Für das Wasserwerk Volmarstein ist die Stilllegung geplant, sobald die Leitungsverbindung zum Verbund-Wasserwerk Witten mit der entsprechenden Kapazität in Betrieb geht.siehe Westfalenpost, Lokalausgabe Wetter/Herdecke vom 28. März 2026: "Geld für Millionenprojekt Seilhängebrücke"

Siehe auch Wuppertaler Trinkwasserversorgung Liste von Wasserwerken im Flusssystem Ruhr Liste von Wassertürmen im Ennepe-Ruhr-Kreis

Einzelnachweise

Weblinks

Beschreibung aller Standorte auf dieser Themenroute als Teil der Route der Industriekultur Bericht über die Wassergewinnung und -aufbereitung in den Werken Rohland und Volmarstein

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