Die Partido Socialista Unido de Venezuela (PSUV; ) ist eine politische Partei in Venezuela, die sich 2007 aus linkspolitischen Bündnissen und Unterstützern des damaligen Staatspräsidenten Hugo Chávez und der von ihm propagierten Bolivarischen Revolution gründete. Die seit 2007 andauernde Regierung der Partei unter ihren Vorsitzenden und Staatspräsidenten Hugo Chávez (2007–2013) und Nicolás Maduro (seit 2013) wird von Politikwissenschaftlern spätestens seit 2017 eindeutig als „linksautoritäres Regime“ eingeordnet.
Nach den venezolanischen Präsidentschaftswahlen 2018 wurde der Vorwurf erhoben, diese seien nicht demokratisch, frei und fair abgelaufen. Die Oppositionsgeführte Nationalversammlung erklärte die Wahl zur „Farce“ und Maduro zum „Usurpator“ gemäß Artikel 138 der venezolanischen Verfassung. Infolgedessen erkannten zahlreiche westliche Staaten nicht Maduro, sondern seit dem 3. Februar 2019 den Parlamentspräsidenten Juan Guaidó als amtierenden (Interims-)Präsidenten gemäß der venezolanischen Verfassung an.
Geschichte Nachdem Hugo Chávez die Wahlen in Venezuela 2006 abermals gewonnen hatte, war er der Ansicht, die Parteien, die die Bolivarische Revolution unterstützt haben, sollten zusammengeführt werden, darunter Parteien wie der Movimiento Quinta República (MVR), Movimento Electoral del Pueblo (MEP), die Unión Popular Venezuela (UPV) und die Sozialistische Liga. Der Gründungskongress fand zwischen dem 12. JanuarPresidente Chávez encabeza la instalación del Congreso Fundacional del PSUV, Aporrea, 12. Januar 2008 und dem 9. März 2008 statt, als der vorläufige Vorstand der neuen Partei gewählt wurde., Telesur, 9. März 2008
Bei den Kommunal- und Regionalwahlen am 23. November 2008 errangen die Kandidaten der Vereinigten Sozialistischen Partei Venezuelas 81 % der Bürgermeisterposten in den Rathäusern und 77 % der Gouverneursposten in den Provinzregierungen., Venezuelanalysis.com, 25. November 2008.
Bei den Parlamentswahlen am 26. September 2010 erreichte die Vereinigte Sozialistische Partei Venezuelas 60 % der Mandante., 28. September 2010
Die Enthüllungen von Swiss-Leaks offenbarten, dass die Führung der PSUV, in Venezuela im Volksmund oft als „Boliburguesía“ (Bourgeoisie der bolivarischen Revolution) bezeichnet, hohe Summen auf Konten der HSBC Private Banking Holdings (Suisse) SA transferiert hatte.Boris Herrmann: Kampfzone Caracas. In Venezuela sind die Gefängnisse voll, die Supermärkte leer. In: Süddeutsche Zeitung vom 13. Mai 2015, S. 3.
Anfang Mai 2015 spaltete sich die Bewegung Marea Socialista („Sozialistische Flut“) von der PSUV ab. Hervorgegangen aus linken Gewerkschaftskreisen, hatte diese ursprünglich trotzkistische Strömung den Kurs von Chávez-Nachfolger Nicolás Maduro seit längerem kritisiert. Sie wirft ihm vor, den Sozialismus zu verraten.Tobias Lambert: »Sozialistische Flut« will Chávez-Erbe bewahren, Neues Deutschland vom 6. Mai 2015, abgerufen am 8. Mai 2015Jan Kühn: Venezuelas Linke geht getrennt zu den Wahlurnen, amerika21 vom 8. Mai 2015, abgerufen am 11. Mai 2015
Wissenschaftliche Einordnung der von der Partei gestellten Regierung Jürgen P. Lang (2022) bezeichnet Maduros Regierung wie auch jene seines Vorgängers Chavez als „linksautoritär“.Jürgen P. Lang: Volk und Feind – Der neue deutsche Populismus. Analyse einer Ideologisierung. Berlin 2022, S. 160. Ebenso klassifiziert auch Renate Pieper (2023) die venezolanische Regierung unter Maduro als „linksautoritäres Regime“.Renate Pieper: Geschichte Lateinamerikas seit dem 15. Jahrhundert. Graz 2023, S. 344. Laut Margarita Lopez Maya und Neller Ochoa Hernandez (2023) sei das Maduro-Regime ursprünglich im „Linksextremismus“ zu verorten gewesen, jedoch habe die venezolanische Regierung damit begonnen, diesen zu „reduzieren, um sich mit neuen in der Welt erhebenden autokratischen Modellen zu verbünden, die etwa von Ländern wie China, Russland, Türkei, Ungarn oder Belarus repräsentiert werden“.Margarita Lopez Maya, Neller Ochoa Hernandez: Left-Wing Extremism in Venezuela: From Armed Struggle to the United Socialist Party of Venezuela. In: José Pedro Zúquete (Hg.): The Palgrave Handbook of Left-Wing Extremism. Vol. 2. Cham 2023, S. 137–158, hier S. 150 u. 156.
Parteistruktur Parteitag Der Nationale Parteitag ist das höchste Gremium der Partei. Er setzt sich aus gewählten Delegierten und Vertretern der regionalen Parteikomitees zusammen. Die Aufgaben des Parteitages sind: Nominierung des Parteivorsitzenden und des Stellvertreters Wahl der neuen Mitglieder des Nationalen Rats Bestimmen über Grundsätze und Zielsetzungen der PSUV, sowie Änderung und Verabschiedung neuer Leitsätze
Siehe auch Liste politischer Parteien in Venezuela Korruption in Venezuela Wirtschaftskrise in Venezuela
Weblinks
Offizielle Website
Einzelnachweise
Kategorie:Partei (Venezuela) Kategorie:Sozialistische Partei Kategorie:Organisation (Caracas) Kategorie:Parteigründung 2007