Siedlungen der Berliner Moderne ist eine zusammenfassende Bezeichnung für sieben Wohnsiedlungen in verschiedenen Stadtteilen und ehemaligen Vororten Berlins, die zum UNESCO-Welterbe zählen. Zunächst wurden im Juli 2008 sechs Siedlungen in den heutigen Ortsteilen Bohnsdorf, Britz, Charlottenburg-Nord, Prenzlauer Berg, Reinickendorf und Wedding von der UNESCO in die Liste des Welterbes aufgenommen.Spiegel Online: Siedlungen der Berliner Moderne sind Weltkulturerbe vom 7. Juli 2008 und Presseerklärung der Deutschen UNESCO-Kommission 2026 wurde zusätzlich die auch als „Onkel Toms Hütte“ bekannte Waldsiedlung im Ortsteil Zehlendorf aufgenommen.Die Zeit, dpa: Waldsiedlung Zehlendorf wird Unesco-Welterbe, 26. Juli 2026.
Die Siedlungen wurden zwischen 1913 und 1934 von Architekten der Klassischen Moderne im Stil des Neuen Bauens entworfen und errichtet. Sie wurden stilbildend für den Sozialen Wohnungsbau in der durch Wohnungsnot geprägten Zeit nach dem Ersten Weltkrieg. Mit ihren klaren und neuen Formen sowie dem sozialen Anspruch wurden die Siedlungen bestimmend für die Architektur und den Städtebau des 20. Jahrhunderts.
Verantwortlich für die Planung der Siedlungen waren vor allem Bruno Taut und Martin Wagner, es beteiligten sich aber auch andere Architekten wie Hans Scharoun oder Walter Gropius an den Projekten. Die älteste der Siedlungen der Berliner Moderne ist die von Taut entworfene Gartenstadt Falkenberg, erst Anfang der 1930er Jahre wurden die im Stil der Neuen Sachlichkeit errichtete Weiße Stadt und die Großsiedlung Siemensstadt vollendet. __NOTOC__
Liste der Wohnsiedlungen Siedlung Ortsteil (Bezirk) Bauzeit Entwurf Architekten BildGartenstadt Falkenberg(Tuschkastensiedlung) Bohnsdorf(Treptow-Köpenick) 1913–1916 Bruno Taut Bruno TautHeinrich Tessenow 125x125pxSiedlung Schillerpark Wedding(Mitte) 1924–1930 Bruno Taut Bruno TautMax Taut (Wiederaufbau)Hans Hoffmann (Erweiterung) 125px|Großsiedlung Britz(Hufeisensiedlung) Britz(Neukölln) 1925–1930 Bruno Taut Bruno TautMartin Wagner 125px|Waldsiedlung Zehlendorf(auch bekannt als Onkel Toms Hütte) Zehlendorf(Steglitz-Zehlendorf) 1926–1931 Bruno TautHugo HäringOtto Rudolf Salvisberg Ludmilla Herzenstein 125px|Wohnstadt Carl Legien Prenzlauer Berg(Pankow) 1928–1930 Bruno Taut Bruno TautFranz Hillinger 125px|Weiße Stadt Reinickendorf(Reinickendorf) 1929–1931 Otto Rudolf SalvisbergMartin Wagner (Gesamtleitung) Otto Rudolf SalvisbergBruno AhrendsWilhelm Büning 125px|Großsiedlung Siemensstadt(Ringsiedlung) Charlottenburg-Nord(Charlottenburg-Wilmersdorf), Siemensstadt (Spandau) 1929–1934 Hans ScharounMartin Wagner (Gesamtleitung) Hans ScharounWalter GropiusOtto BartningFred ForbatHugo HäringPaul Rudolf Henning 125px|
Literatur Jörg Haspel, Annemarie Jaeggi: Siedlungen der Berliner Moderne. Deutscher Kunstverlag, München 2007, ISBN 978-3-422-02091-7. Landesdenkmalamt Berlin im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin (Hrsg.), Winfried Brenne (Projektleitung): Siedlungen der Berliner Moderne. Nominierung zur Aufnahme in die Welterbeliste der UNESCO. Braun Verlagshaus, Berlin 2007, ISBN 3-938780-20-7. Landesdenkmalamt Berlin (Hrsg.): Sechs Siedlungen der Berliner Moderne. Entwicklungen und Erfahrungen in der UNESCO-Welterbestätte. Verlag Anton H. Konrad, Weißenhorn 2021, ISBN 978-3-87437-600-6. Katharina Sommer, Oliver G. Hamm: Siedlungen der Berliner Moderne. In: Bauhaus Kooperation Berlin, Dessau, Weimar: Bauhaus 100 Orte der Moderne: eine Grand Tour. Hatje Cantz, Berlin 2019, ISBN 978-3-7757-4613-7, S. 118–123.
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