mini|Die Saint Francois Mountains, gesehen vom Knob Lick Mountain in Missouri, sind das geologische Herz der Ozarks mini|Das Ozark-Plateau und seine Hauptregionen mini|Reliefkarte des Ozark-Plateaus Das Ozark-Plateau (auch Ozarks, Ozark Mountains oder Ozarks Mountain Country genannt) ist eine physiogeographisch, geologisch und kulturell einheitliche Hochlandregion in den zentralen Vereinigten Staaten. Es nimmt die südliche Hälfte von Missouri und einen großen Teil des nordwestlichen und zentralen nördlichen Teils von Arkansas ein und erstreckt sich ebenso in das nordöstliche Oklahoma sowie den äußersten Südosten von Kansas.

Obwohl es gelegentlich als Ozarkgebirge bezeichnet wird, ist das Gebiet eine hoch liegende und tief zerschnittene Hochebene. Aus geologischer Sicht ist es eine ausgedehnte Aufwölbung um die Saint Francois Mountains. Das Ozark-Plateau nimmt eine Fläche von fast 122.000 km² ein und ist bei weitem die größte Bergregion zwischen den Appalachen und den Rocky Mountains. Zusammen mit den Ouachita Mountains bildet es die so genannten U.S. Interior Highlands und wird oft in einem Atemzug mit den Ouachita Mountains genannt. So umfasst etwa die Ökoregion der Ozark Mountain Forests auch die südlich der Boston Mountains liegenden Ouachitas und das Tal des Arkansas River, obwohl beide normalerweise nicht als Teile der Ozarks angesehen werden.

Namensherkunft Die Herkunft des Namens ist Gegenstand von Spekulationen.

„Ozarks“ ist wahrscheinlich aus der englischen Aussprache der französischen Kurzform „Aux Arks“ für „aux Arkansas“ („nach Arkansas“) entstanden.George R. Stewart: Names on the Land: A Historical Account of Place-Naming in the United States. S. 137. Houghton Mifflin, Boston 1967. Diese Redewendung bezieht sich ursprünglich auf den Handelsposten bei Arkansas Post, der sich im bewaldeten Tiefland des Arkansas-Deltas befindet, oberhalb der Mündung des White River in den Mississippi River.Vance Randolph: The Ozarks: An American Survival of Primitive Society. New York: The Vanguard Press, S. 14, 1931.Morris S. Arnold: Unequal Laws Unto a Savage Race: European Legal Traditions in Arkansas, 1686-1836. University of Arkansas Press, Fayetteville 1985Morris S. Arnold: Colonial Arkansas 1686-1804: A Social and Cultural History. University of Arkansas Press, Fayetteville 1991. „Arkansas“ war anscheinend die französische Version des Namens Quapaw, den der Stamm der Illiniwek für diese Gegend gebrauchte, welcher in der Gegend des Handelspostens weiter flussaufwärts des Mississippi lebte.

Eine andere mögliche Ableitung ist „aux arcs“ („zu den Bögen“),E. Joan Wilson Miller: The naming of the land in the Arkansas Ozarks: A study in culture processes. Annals of the Association of American Geographers, Bd. 59, Nr. 2, S. 240–251, 1969. ein Hinweis auf die im Gebiet der Ozarks häufig vorkommenden, durch Erosion geformten Naturbrücken und eingestürzten Höhlen. Zwei Beispiele für solche Erscheinungen sind Clifty Hollow Natural Bridge, eine ganze Reihe von Bögen in Missouri,Conor Watkins: The Ozarks Chronicle, Rolla, Missouri und Alum Cove im Ozark-St. Francis National Forest.

Eine weitere Theorie ist die Entstehung der Bezeichnung „aux arcs“ als Abkürzung von „aux arcs-en-ciel“ (französisch für „zu den Regenbögen“), die in den bergigen Regionen ein häufiger Anblick sind.

Aus dem beschriebenen „Aux Arks“ entstand in den Jahrzehnten vor dem Franzosen- und Indianerkrieg das Wort „Ozarks“ und entwickelte sich schließlich zu einer Bezeichnung für das gesamte Plateau, das in den Arkansas und Missouri River entwässert. So wurden nach dem Louisiana Purchase die höher gelegenen Regionen von amerikanischen Reisenden mit dem Wort „Ozark“ belegt, also etwa „Ozark Mountains“ und „Ozark Forests“. Im 20. Jahrhundert schließlich hatte die Bezeichnung „Ozarks“ Eingang in den allgemeinen Sprachschatz gefunden.

Geographie Topographie mini|Boston Mountains in den Ozarks von Arkansas

Das Ozark-Plateau besteht aus vier physiogeographischen Hauptregionen: dem Springfield-Plateau, dem Salem-Plateau, den Saint Francois Mountains und den Boston Mountains. Die Topographie ist meist sanft hügelig, mit Ausnahme der Boston Mountains, der Steilstufe zwischen Springfield- und Salem-Plateau sowie im rauen Terrain der Saint Francois Mountains.

In den Kalksteinen des Springfield-Plateaus und vor allem in den dolomitischen Gesteinen des Salem-Plateaus und der Boston Mountains sind Karst-Erscheinungen wie Karstquellen, Dolinen, Ponore und Höhlen häufig. Big Spring in den Ozarks von Missouri ist eine der größten Quellen in den USA, sie schüttet 1 Million m³ Wasser pro Tag in den Current River. Missouri ist auch unter der Bezeichnung „Höhlenstaat“ bekannt, mit seinen 6.000 bekannten Höhlen steht es nur hinter Tennessee zurück. Die meisten dieser Höhlen in Missouri befinden sich in den Ozarks.

Der Aquifer des Ozark-Plateaus ist ein großes, zusammenhängendes Grundwasser-Reservoir in ordovizischen bis devonischen Kalksteinen, Dolomiten und Sandsteinen, die außerhalb der magmatischen Gesteine der Saint Francois Mountains weit verbreitet sind.Rafferty, Milton: The Ozarks as a Region: A Geographer's Description. OzarksWatch, Bd. I, Nr. 4, 1988.Project Tour - A quick visit to the Ozarks Stream Geomorphology Project. United States Geological SurveyGround Water Atlas of the United States: Kansas, Missouri, and Nebraska. United States Geological Survey Vor allem in Missouri bilden Kalksteine und Dolomite die für das Ozark-Plateau einzigartigen, felsigen Lichtungen, die vor allem in Hanglagen auf dünner Bodenkrume Gräser und Hochstaudenpflanzen in einer sonst dicht bewaldeten Gegend tragen.Stewart Ware: Rock Outcrop Plant Communities (Glades) in the Ozarks: A Synthesis. The Southwestern Naturalist, Bd. 47, Nr. 4, S. 585–597, 2002. (Kurzfassung)

Die Boston Mountains sind der höchste Teil des Ozark-Plateaus, ihre Gipfel erreichen Höhen von knapp über 780 m, die Täler liegen 150 bis 450 m tiefer. Turner Ward Knob im westlichen Newton County (Arkansas) ist mit 751 m der höchste benannte Gipfel. Etwas höher sind fünf nahegelegene namenlose Höhen, die 780 m erreichen oder knapp überschreiten.

Die Kette der Saint Francois Mountains erhebt sich im Osten über das Ozark-Plateau, sie ist das geologische Herz des aufgewölbten Hochlands. Ihre magmatischen und vulkanischen Gesteine sind der Überrest eines präkambrischen bis kambrischen Gebirges. Der abgetragene Kern dieses Gebirges ragte im Paläozoikum als Insel aus dem Meer, so dass sich in den Sedimentschichten Überreste von Korallenriffen finden. In diesen Riffbauten sammelten sich später durch metallführende Lösungen reiche Blei-Zink-Erze an, die seit langem und auch heute noch ausgebeutet werden. Die magmatischen und vulkanischen Gesteine sind in der Tiefe unter einer dünnen Decke von paläozoischen Sedimentgesteinen weit verbreitet und bilden das Grundgebirge der ganzen Region.A.G. Unklesbay, Jerry D. Vineyard: Missouri Geology — Three Billion Years of Volcanoes, Seas, Sediments, and Erosion. University of Missouri Press, 1992. ISBN 0-8262-0836-3

Die Gewässer des Ozark-Plateaus mini|Big Spring in den Ozarks von Missouri ist eine der größten Quellen in den USA

Die Schaffung der Seen durch das United States Army Corps of Engineers, die 1911 mit dem Aufstau des White River zum Lake Taneycomo begann, begründete mit ihren touristischen Bootstouren und Angelmöglichkeiten einen beachtlichen Wirtschaftsfaktor entlang der Grenze von Missouri und Arkansas. Insgesamt wurden durch den Bau von Staudämmen im White River zwischen 1911 und 1960 sechs Stauseen eingerichtet. Lake Sequoyah aus dem Jahr 1961, ein kleiner Angel- und Freizeitsee östlich von Fayetteville (Arkansas), ist der oberste der Stauseen des White River.Stephen K. Boss, Vanessa M. Heil-Chapdelaine: Mapping Landscape Change: An Historic and Bathymetric Study of Lake Sequoyah, Washington County, Arkansas Stromabwärts des Lake Sequoyah und nordöstlich von Fayetteville liegt der 1960 errichtete Beaver Lake. Der White River setzt seinen nach Nordosten gerichteten Lauf fort in den Table Rock Lake (1958) in Missouri, der direkt in den bereits 1913 errichteten Lake Taneycomo entwässert. Von dort knickt der White River südöstlich nach Arkansas ab und bildet dort an der Grenze von Arkansas und Missouri den 1952 errichteten Bull Shoals Lake. Dieser ist der am weitesten stromabwärts gelegene Stausee im eigentlichen Flusslauf des White River. Der 1941 aufgestaute Lake Norfork liegt nicht im White River selber, sondern fasst die Wässer des North Fork River, eines Nebenflusses des White River.

Im Norden des Ozark-Plateaus befinden sich die Stauseen Lake of the Ozarks, Pomme de Terre Lake und Truman Lake, die 1931, 1961 und 1979 durch den Aufstau des Osage River und seines Nebenflusses Pomme de Terre River entstanden. Grand Lake in Nordost-Oklahoma wurde 1940 aufgestaut. 1969 wurde ein Damm im Tal des Sac River in der Nähe von Stockton (Missouri) errichtet, der zur Bildung des Stockton Lake führte, welcher durch eine Pipeline zur Wasserversorgung von Springfield (Missouri) beiträgt. Die meisten der Dämme wurden nicht nur zur Hochwasserregulierung, sondern auch zur Erzeugung von Strom errichtet.

Die Anlage der Seen veränderte die Landschaft des Ozark-Plateaus und hatte durch die nötige Umsiedlung erhebliche Auswirkung auf die traditionelle Kultur der Ozarks. Vor der Errichtung der Dämme fanden sich die Siedlungen, Bauernhöfe und Mühlen in den Flusstälern und entlang der Gewässer, um sie für Trinkwasser und Wasserkraft zu nutzen. Viele landwirtschaftliche Straßen, Flussfurten und sogar Eisenbahnlinien gingen verloren, als das Wasser kam und die ländlichen Transporte und den Handel unterbrach. Eindrücke von der ursprünglichen Landschaft in den Tälern von White River und Osage bieten heute noch Buffalo River, Elk River, Current River und Eleven Point River. mini|Big Sugar Creek in Südwest-Missouri

Der Buffalo River wurde 1972 durch den Kongress der Vereinigten Staaten als der erste der „National Rivers“ der USA ausgewiesen, er wird durch den National Park Service verwaltet. In Missouri wurden entlang des Current River und des Jacks Fork River 1964 die Ozark National Scenic Riverways geschaffen.https://www.nps.gov/ozar Ozark National Scenic Riverways Obwohl er kein „National River“ ist, so ist er doch der erste Nationalpark der Vereinigten Staaten, der ein Flusssystem zur Grundlage hat. Der Eleven Point River gehört zum National Wild and Scenic Riverways System.National Wild and Scenic Riverways System: Diese Flussparks leiten zusammen jedes Jahr etwa 1,5 Millionen Besucher in die am wenigsten bevölkerten Gegenden von Arkansas und Missouri.

In Missouri haben Gasconade River, Big Piney und Niangua River ihren Lauf im zentralen Norden, der Meramec River und seine Zuflüsse Huzzah Creek und Courtois Creek befinden sich im Nordosten des Ozark-Plateaus. Black River und St. Francis River markieren den östlichen Bogen des Ozark-Plateaus. Im südlichen Zentralmissouri befinden sich James River, Spring River und North Fork River; der Spring River und sein Zufluss Center Creek bilden die zentrale Westgrenze des Ozark-Plateaus von Missouri durch Kansas nach Oklahoma. Grand Falls, der größte natürliche Wasserfall von Missouri, stürzt über einen Stufe von Kieselschiefern und bildet Klippen und Felsflächen am Shoal Creek im Süden von Joplin. Alle diese Flusssysteme werden saisonal intensiv durch Freizeitnutzung in Anspruch genommen, dies gilt auch für den Elk River in Südwest-Missouri und seinen Nebenfluss Big Sugar Creek.