mini|Mautitz, Luftaufnahme (2017)

Mautitz ist ein südwestlich der Kernstadt gelegener Ortsteil der Stadt Riesa im sächsischen Landkreis Meißen. Der Ortsteil hat den Status einer Ortschaft nach der Sächsischen Gemeindeordnung und damit gemäß seiner Ortschaftsverfassung einen Ortschaftsrat und Ortsvorsteher.

Geografie Der Ort liegt in der Quellmulde eines Rinnsals, das bei Kalbitz die Jahna erreicht. Mautitz hat die Form eines ovalen Platzdorfes, das noch um 1900 gewannähnliche Fluren und Gutsblockfluren eines Vorwerks aufwies. Die Flur ist durch Anteile an den wüsten Marken Böhla und Wüstnaundorf erweitert.

Nachbargemeinden Nachbarorte von Mautitz sind: Canitz, Bloßwitz, Groptitz, Ragewitz, Grubnitz und Ganzig.

Geschichte Mautitz wurde 1264 als Muzewicz erstmals erwähnt. Der Ortsname stammt wahrscheinlich vom sorbischen Personennamen Muc ab. Die Flur war aber schon viel früher bewohnt. Östlich von Mautitz befindet sich ein germanisches Gräberfeld der Latènezeit mit Urnen, Deckschalen und metallenen Grabbeigaben. 1378 wurde der Ort vom Castrum Meißen aus verwaltet und gehörte zur Supanie Pulsitz, einem slawischen Verwaltungsbezirk. 1547 müssen die Einwohner von Mautitz neben anderen der von Schleinitz Untertanen zu 14 Knechten, 2 Heerfahrtswagen, 8 Pferden, 4 Fuhrknechten und anderem Zubehör dienen. Das Vorwerk Mautitz gehörte bis 1612 zum Rittergut Ragewitz, dann wurde es selbständig.

Nach der Bodenreform 1946 errichteten Neubauern in Mautitz 25 Höfe, teilweise durch Umbauten früherer Rittergutsgebäude. Am 31. Januar 1953 wurde die LPG Aufbau (Typ I) gegründet die Mitte des Jahres zu einer Typ III LPG wurde. Die LPG verfügte 1956 über eine Fläche von 473 Hektar Land.

Einwohnerentwicklung In den letzten Jahren ist die Einwohnerzahl von Mautitz relativ konstant geblieben. Allerdings kann man in der Übersicht sehen, dass kurz nach dem Zweiten Weltkrieg die Einwohnerzahl stark angestiegen ist. des Instituts für Sächsische Geschichte und Volkskunde Dresden

1834 – 200 1871 – 219 1890 – 205 1910 – 265 1925 – 312 1939 – 297 1946 – 484 1950 – 453 1964 – 333 1990 – 267 2000 – 2005 – 238 Statistisches Jahrbuch 2006, Große Kreisstadt Riesa, S. 23 (PDF; 5,3 MB) 2010 – 220Statistisches Jahrbuch 2010, Große Kreisstadt Riesa, S. 28 (PDF; 2,3 MB) 2015 – 221Statistisches Jahrbuch 2016, Große Kreisstadt Riesa, S. 28 (PDF; 5 MB) 2019 – 225

Politik Ergebnisse der Bundestagswahl 1990 Am 2. Dezember 1990 fanden in der Gemeinde Mautitz, Wahlkreis 313 Meißen – Riesa – Großenhain, die Wahlen zum 12. Deutschen Bundestag statt. Zu diesem Zeitpunkt gab es 195 Wahlberechtigte, von denen 137 Bewohner eine gültige Stimme abgegeben haben. Für die CDU entschieden sich 86 und für die SPD 30 Einwohner. Die restlichen 21 Stimmen entfielen auf die PDS, FDP, Bündnis 90/Grüne und DIE GRAUEN.Statistik von Wahlen in Sachsen, auf statistik.sachsen.de, abgerufen am 7. Juli 2008

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kirchen Am Mautitzer Bauernring befindet sich eine Kirche, die vermutlich Ende des 14. Jahrhunderts entstanden ist. Die Kirche wird von einem kleinen Friedhof umgeben. Die historische Orgel aus dem Jahr 1877 von Orgelbaumeister Franz Emil Keller wurde 2009 restauriert. In der Kirche finden etwa zweimal im Monat Gottesdienste statt.

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehrsanbindung Mautitz liegt direkt an der Bundesstraße 6, über die man an Orte wie Meißen, Oschatz oder Dresden angebunden ist.

Öffentliche Verkehrsmittel Mautitz kann gegenwärtig (Stand: 2008) mit dem Bus der Linie B (Humboldtring – Goethestraße – Busbahnhof – Weida – Mautitz) erreicht werden. In der Woche fährt diese Linie ab 5 Uhr bis 19 Uhr einmal in der Stunde. Am Wochenende fahren keine Busse.

Literatur

Weblinks

Website der Stadt Riesa

Einzelnachweise

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