mini|links|Vyšní Lhoty

Vyšní Lhoty (deutsch Ober Ellgoth, polnisch Ligota Górna, auch Ligoty Górne) ist eine Gemeinde in Tschechien. Sie liegt neun Kilometer südöstlich von Frýdek-Místek und gehört zum Okres Frýdek-Místek.

Geographie Vyšní Lhoty befindet sich am rechten Ufer der Morávka am Fuße der Mährisch-Schlesischen Beskiden. Durch den Ort verläuft der zur Verstärkung des Zuflusses der Talsperre Žermanice angelegte Zuführungskanal Morávka-Žermanice, der Wasser von der Morávka in die Lučina leitet. Im Osten erheben sich die Malá Prašivá (706 m), Prašivá (843 m) und Čupel (872 m). Nordwestlich liegt das Werksgelände der Hyundai Motor Manufacturing Czech.

Nachbarorte sind Bukovice im Norden, Hranice, Amerika und Kamenité im Nordosten, Oblesky im Osten, Raškovice im Südosten, Benátky und Kamenec im Süden, Janovice im Südwesten, Záhoří, Baščica und Baška im Westen sowie Skalice und Nižní Lhoty im Nordwesten.

Geschichte mini|links|Beide Lhoty auf Karte aus 1764

Im Liber fundationis episcopatus Vratislaviensis wurden in der UmgebungZwischen den Dörfern Domaslawitz utroque (6 km im Norden), Skalicza (im Westen, hinter des Flusses) und Jannutha (wahrscheinlich Janovice u Frýdku-Místku, 3 km im Südwesten. Das flussabwärts der Morávka gelegene Dobrá u Frýdku-Místku wurde noch anderswo als Dobroczemicza gelistet. Das benachbarte Nošovice direkt zwischen Dobra und Lhoty tauchte erst im 16. Jahrhundert auf. einige Dörfer erwähnt, deren Identifikationen unsicher sind. 1898 verbanden Vincenc Prášek (1843–1912) sowie 1937 Ladislav Hosák (1898–1972) die ansonsten unidentifizierte Rudgeri villa mit Nižní Lhoty und Warmnuthowitz mit Vyšní Lhoty. Nach Hosak wurde Vyšní Lhoty von Paszko Warmundus, einem Höfling Herzogs Mesko I. gegründet.Direkt daneben wurde auch noch nicht benannte Ortschaft in der holzmul erwähnt. 1992 und 2010 lehnte diese Identifikationen Idzi Panic ab, der behauptet, dass solche Umbenennungen von einen patronymischen zu einen kulturellen Ortsnamen wie Lhota/Ligota sehr selten und unwahrscheinlich ist. Es wäre jedoch möglich, dass beide Dörfer an der Stelle von Rudgeri villa und Warmnuthowitz später entstanden. Die erste sichere Erwähnung von Nižní Lhoty stammt aus dem Jahr 1434 als schon pluralisierte na Lhoty. Die erste noch unsichere Erwähnung der Tochtersiedlung stammt aus dem Jahr 1524 als Moudreho Lhota, 1584 folgte die Erwähnung von Wrchnÿ neb Hornÿ Lhota.

Das ursprünglich den Teschener Herzögen gehörige Dorf gelangte an die Stadt Friedeck, die es 1434 zusammen mit umliegenden Dörfern an Ernst von Tworkau verpfändete. Dabei war erstmals von Vyšní und Nižní Lhoty die Rede. 1573 verkaufte Herzog Wenzel von Teschen das Dorf zusammen mit der ganzen Friedecker Herrschaft an die Brüder Georg und Matthias von Logau und trennte es damit endgültig vom Herzogtum ab.

1640 ließ der Besitzer der Herrschaft, Georg von Oppersdorff, auf dem Berg Prašivá eine hölzerne Wallfahrtskirche errichten. Seit 1700 führt die Gemeinde ein Siegel. Die Bewohner ernährten sich von der Landwirtschaft und der Weberei.

Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften bildete Ober Ellgoth ab 1850 eine Gemeinde im Bezirk Teschen. Der Ort lag in der sogenannten Lachei, wo die Lachische Sprache benutzt wurde. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts fand der tschechische Name Horní Lhota Verwendung. Im Jahre 1900 fand in dem Dorf die Landesausstellung für Weberei und Landwirtschaft statt. Ab 1908 gehörte der Ort zum Bezirk Friedeck. Der Schlesische Beskiden-Verein baute 1921 eine Berghütte auf den Prašivá.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Vyšní Lhoty dem Okres Místek zugeordnet und kam nach dessen Auflösung 1961 zum Okres Frýdek-Místek. Ab 1980 gehörte Vyšní Lhoty unter der Bezeichnung Morávka 4-Vyšní Lhoty zur Gemeinde Morávka. Seit 1990 besteht die Gemeinde Vyšní Lhoty wieder.

Das Innenministerium richtete 1994 in Vyšní Lhoty das Aufnahmezentrum der Flüchtlingslager in Tschechien ein.

Gemeindegliederung Für die Gemeinde Vyšní Lhoty sind keine Ortsteile ausgewiesen. Zu Vyšní Lhoty gehören die Ansiedlungen Kamenité, Kršle, Oblesky und Pod Prašivou.

Sehenswürdigkeiten Schrotholzkirche des hl. Antonius von Padua auf der Malá Prašivá über dem Tal des Hlisník, geweiht 1640 Berg Prašivá mit Berghütte Kapelle in Kršle Glockenturm in Stříž Statue des Hl. Antonius

Weblinks

Beschreibung auf beskydy.cz Beschreibung auf den Seiten der Mikroregion povodí Morávky

Anmerkungen

Einzelnachweise

Kategorie:Ersterwähnung 1524