mini|Johann Bernhard Wilbrand Johann Bernhard Wilbrand (* 8. März 1779 in Clarholz; † 9. Mainach einigen Quellen 6. Mai. 1846 in Gießen) war ein deutscher romantischer Mediziner, Physiologe und Naturphilosoph.
Leben Johann Bernhard Wilbrand war der Sohn von Johann Bernhard Wilbrand (1730–1806), Bauer aus Clarholz und Anna Elisabeth Becker (1739–1806). Seine Eltern waren Eigenbehörige des Klosters Clarholz.
Wilbrand studierte von 1801 bis 1805 die theoretischen Fächer der Medizin in Münster und die praktischen in Würzburg und Bamberg. Er war ab 1809 Professor für vergleichende Anatomie, Physiologie und Naturgeschichte und ab 1817 Direktor des Botanischen Gartens in Gießen.
Er war ein wichtiger Vertreter der naturphilosophischen Medizin Schellingscher Prägung, der häufig in kontroverse Auseinandersetzungen mit strenger naturwissenschaftlich orientierten Medizinern geriet.
Seine Arbeiten betrafen Atmungs- und Kreislaufphysiologie. Außerdem forschte er über vergleichende Anatomie, Botanik und Zoologie. Am 28. November 1818 wurde er mit dem akademischen Beinamen Arcturus Mitglied (Matrikel-Nr. 1122) der Leopoldina.
In den Galerieräumen des Hauses Samson in seinem Geburtsort Clarholz wird in dem „Wilbrand-Zimmer“ an ihn erinnert.
Im Südviertel Gießens wurde eine Straße nach ihm benannt.
Trivia Wilbrand war an der Universität in Gießen ab 1833 einer der Dozenten von Georg Büchner und diente diesem später als Vorlage des skrupellosen Doktors in dem Dramenfragment Woyzeck.
Schriften Darstellung der gesamten Organisation. 1809 Über den Ursprung und die Bedeutung der Bewegung auf Erden. 1813 Physiologie des Menschen. 1815 Gemälde der organischen Natur in ihrer Verbreitung auf der Erde. 1821 (mit F.A.M. von Ritgen) Erläuterungen der Lehre vom Kreislauf. 1826 Übersicht des Thierreiches nach natürlichen Abstufungen und Familien. 1828 Allgemeine Physiologie. 1833 Handbuch der Botanik. 1837 Handbuch der vergleichenden Anatomie. 1838
Literatur Reinhard Feldmann und Johannes Meier (Hrsg.): Natur und Geist. Johann Bernhard Wilbrand (1779-1846): Mediziner, Anatom, Physiologe, Botaniker und Philosoph. Universitäts- und Landesbibliothek Münster, Münster 2012.
Axel H. Murken: Johann Bernhard Wilbrand (1779–1846), a natural scientist of romantic period and his relation with J. W. von Goethe. In: Med. Monatsschr. 1970 Apr; 24(4): S. 165–70. Axel H. Murken: Johann Bernhard Wilbrand, ein Clarholzer Naturwissenschaftler der Romantik. In: Clarholz und Lette in Geschichte und Gegenwart 1133–1983. Hrsg. von den Heimatvereinen Clarholz und Lette. Clarholz und Lette 1983. S. 804–812. Axel H. Murken: Das Lebenswerk Johann Bernhard Wilbrands (1779–1846). Ein Westfälischer Mediziner und Naturforscher der deutschen Romantik. In: Clarholtensis Ecclesia. Hrsg. von Johannes Meier. Paderborn 1983. (Studien und Quellen zur westfälischen Geschichte; Bd. 21). S. 311–321. Christian Maaß: Johann Bernhard Wilbrand (1779–1846): Herausragender Vertreter der romantischen Naturlehre in Giessen. In: Arbeiten zur Geschichte der Medizin in Giessen. Band 19. Diss. med. Gießen 1994 Johann Daniel Ferdinand Neigebaur: Geschichte der kaiserlichen Leopoldino-Carolinischen deutschen Akademie der Naturforscher während des zweiten Jahrhunderts ihres Bestehens. Friedrich Frommann, Jena 1860, S. 248 Digitalisat Christian Probst: Johann Bernhard Wilbrand (1779–1846) und die Physiologie der Romantik. In: Sudhoffs Archiv. Band 50, 1966, S. 157–178. Manfred Wenzel: Wilbrand, Johann Bernhard. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin / New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 1495 f.
Weblinks
Familienarchiv Familie Wilbrand
Einzelnachweise
Kategorie:Mediziner (19. Jahrhundert) Kategorie:Humanphysiologe Kategorie:Hochschullehrer (Justus-Liebig-Universität Gießen) Kategorie:Rektor (Justus-Liebig-Universität Gießen) Kategorie:Mitglied der Leopoldina (19. Jahrhundert) Kategorie:Person (Herzebrock-Clarholz) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1779 Kategorie:Gestorben 1846 Kategorie:Mann