mini|hochkant|Arnold Huber 2020 bei der Ehrung mit dem Collare d’oro al merito sportivo Arnold Huber (* 11. September 1967 in Bruneck) ist ein ehemaliger Rennrodler und Bobfahrer aus Italien. Er gehört zur Rodler- und Bobfamilie Huber aus Südtirol.

Leben

Arnold Huber wurde als Sohn von Emil Huber und Emma Gruber als viertes von sieben Kindern geboren und wuchs im Bergdorf Hörschwang, oberhalb vom Montal, im „Bad Ramwald“ auf. Seine Brüder Norbert, Günther und Wilfried Huber sind ebenfalls erfolgreich im Rodel- bzw. Bobsport. Gemeinsam gewannen sie zahlreiche Medaillen bei Weltmeisterschaften und Olympiaden.

Huber lebt mit seiner Frau und zwei Töchtern in Montal.

Sportliche Laufbahn

Aktive Karriere Mit acht Jahren bestritt Huber sein erstes Rennen auf der Naturbahn. Danach war er erfolgreich bei Italienmeisterschaften, FIS-Rennen, sowie bei den Jugend-Weltspielen „Giochi della gioventù“. Mit 16 Jahren wechselte er nach Anfrage des Trainers Peter Plaikner zu seinen Brüdern Norbert und Günther auf die Kunstbahn und qualifizierte sich im selben Jahr für die Junioren-Weltmeisterschaften im Einsitzer in Bludenz, wo er den neunten Platz belegte. Im selben Jahr verunglückte sein Trainer Peter Plaikner tödlich bei einem Verkehrsunfall.mini|WM Sieg 1991 Nach weiteren erfolgreichen Rennen wurde er in die Sportgruppe der Forstwache aufgenommen. Nach Abschluss des einjährigen Militärdienstes beim italienischen Heer wechselte er im Herbst 1987 zur Sportgruppe der Carabinieri, bei welcher er u. a. durch den Gewinn der Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft bekannt wurde. 1988 wurde er zur Ausbildung der Carabinieri in der Wintersaison einberufen und konnte deshalb nur zwei Rennen bestreiten. Bei der Weltmeisterschaft in Calgary 1990 gewann er eine Silbermedaille und belegte außerdem einen fünften Platz. In derselben Saison gewann er bei der Europameisterschaft in Innsbruck im Teamwettbewerb eine Bronzemedaille.

Für die Olympischen Spiele 1992 wurde Huber nicht nominiert, obwohl er in der Saison gute Podiumsplätze verzeichnen konnte. Dazu zählen eine Gold- und eine Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft in Winterberg 1991. Bis zur Grenzöffnung der DDR bestritt die Mannschaft zahlreiche Wettkämpfe; unter anderem gegen die Athleten der DDR und der Sowjetunion, welche zu den stärksten Gegnern jener Zeit zählten.

mini|Geschwister Huber 1999 (von links nach rechts) Wilfried, Norbert, Günther und Arnold 1995 wechselte Huber zur Bobmannschaft als Pilot im Zweier- und Viererbob. 1997 zog er sich beim Sommertraining eine schwere Knie- und Oberschenkelverletzung zu, so dass er für die restliche Saison und das Jahr darauf pausieren musste.

Während seiner aktiven Zeit von 1984 bis 2002 nahm Huber einmal an den Olympischen Spielen teil: bei den Olympischen Winterspielen 1994 belegte er den vierten Platz. Bei Rennrodel-Weltmeisterschaften war er viermal am Start und belegte einen ersten, einen zweiten und zwei dritte Plätze.

Trainerlaufbahn In den Jahren zwischen 2002 und 2013 trainierte er für die Federazione Italiana Sport Invernali, die B-Mannschaft und den Jugendnachwuchs der Kunstbahnrodler. Im Anschluss wurde er mit dem Aufbau der italienischen Frauen-Nationalmannschaft der Bobfahrerinnen beauftragt, welche er auch trainierte. Teil dieser Mannschaft waren u. a. die Olympiasiegerinnen Antonella Bellutti, Gerda Weißensteiner und Jennifer Isacco. Das Team war über Jahre hinweg erfolgreich.

Ehrungen Für seine sportlichen Erfolge wurde Arnold Huber 2019 vom Comitato Olimpico Nazionale Italiano mit dem Collare d’oro al merito sportivo ausgezeichnet.

Sportliche Erfolge 1984–1985 9. Platz Junioren-Weltmeisterschaften in Bludenz (AUT) – Einsitzer 5. Platz Worldcup in Oberhof (DDR) – Einsitzer 1. Platz International-Cup in Olang (ITA) – Einsitzer 7. Platz Worldcup in Lake Placid (USA) – Einsitzer

1985–1986 1. Platz Worldcup in Igls (AUT) – Einsitzer 1. Platz American-Cup (USA) – Einsitzer 2. Platz American-Cup (USA) – Einsitzer 2. Platz Worldcup in Oberhof (DDR) – Einsitzer 1. Platz Vergleichskampf Olang (ITA) – Einsitzer 1. Platz Italienmeisterschaft Olang (ITA) – Einsitzer 1. Platz Italienmeisterschaft Olang (ITA) – Doppelsitzer 6. Platz Worldcup Igls (AUT) – Doppelsitzer 8. Platz Europameisterschaft in Königsee (GER) – Einsitzer

1986–1987 3. Platz Weltmeisterschaften in Königssee (GER) – Einsitzer 1. Platz beim „Großen Preis“ in Igls (AUT) – Doppelsitzer 2. Platz beim „Großen Preis“ in Igls (AUT) – Einsitzer 6. Platz „Panorama-Pokal“ in Königsee (GER) – Einsitzer 1. Platz Worldcup Lake Placid (USA) – Einsitzer 1. Platz Worldcup Lake Placid (USA) – Doppelsitzer 1. Platz Italienmeisterschaft in Olang (ITA) – Einsitzer

1987–1988 2. Platz Italienmeisterschaft (ITA) – Einsitzer 5. Platz Worldcup in Olang (ITA) – Einsitzer

1988–1989 1. Platz Skandinavien-Cup (SWE) -Team 9. Platz Worldcup in Hammerstrand (SWE) – Einsitzer 2. Platz Worldcup in Igls (AUT) – Einsitzer 5. Platz Worldcup in Igls (AUT) – Einsitzer 2. Platz Worldcup-Dreibahnen-Tournee in Igls (AUT) – Einsitzer

1989–1990 2. Platz Weltmeisterschaften in Calgary (CAN) -Team 5. Platz Weltmeisterschaft in Calgary (CAN) – Einsitzer 3. Platz Europameisterschaft in Igls (AUT) -Team 4. Platz Europameisterschaft in Igls (AUT) – Einsitzer 1. Platz beim Großen Preis in Innsbruck (AUT) – Einsitzer 3. Platz beim Großen Preis in Innsbruck (AUT) – Einsitzer 2. Platz Worldcup in Igls (AUT) – Einsitzer 3. Platz Worldcup-Dreibahnen-Tournee in Igls (AUT) – Einsitzer 3. Platz Worldcup in Sarajewo (JUG) – Einsitzer 6. Platz Worldcup in Königsee (GER) – Einsitzer 2. Platz Worldcup in Winterberg (GER) – Einsitzer 3. Platz Worldcup in St. Moritz (SUI) – Einsitzer 2. Platz Italienmeisterschaft in Königsee (GER) – Einsitzer 5. Platz Gesamtweltcup – Einsitzer

1990–1991 1. Platz Weltmeisterschaft in Winterberg (GER) – Einsitzer 3. Platz Weltmeisterschaft in Winterberg (GER) -Team 7. Platz Worldcup in Oberhof (GER) – Einsitzer 8. Platz Worldcup in Königsee (GER) – Einsitzer 3. Platz Worldcup in Sarajewo (JUG) – Einsitzer 2. Platz Italienmeisterschaft in Sarajewo (JUG) – Einsitzer 3. Platz Worldcup in Winterberg (GER) – Einsitzer 3. Platz Worldcup in St. Moritz (SUI) – Einsitzer 5. Platz Gesamtworldcup – Einsitzer

1991–1992 3. Platz Weltmeisterschaft in Calgary -Team 5. Platz Weltmeisterschaft in Calgary – Einsitzer 3. Platz Worldcup in Altenberg – Einsitzer 3. Platz Worldcup in Sigulda (LAT) – Einsitzer 8. Platz Worldcup in Sigulda (LAT) – Einsitzer 3. Platz Worldcup in Igls (GER) – Einsitzer 7. Platz Europameisterschaft in Winterberg (GER) – Einsitzer

1992–1993 3. Platz Worldcup in Igls (AUT) – Einsitzer 3. Platz Italienmeisterschaft in Igls (AUT) – Einsitzer 7. Platz Worldcup in Winterberg (GER) – Einsitzer 6. Platz Worldcup in Königsee (GER) – Einsitzer

1993–1994 4. Platz Olympische Spiele in Lillehammer (NOR) – Einsitzer 3. Platz Worldcup in Sigulda (LAT) – Einsitzer 5. Platz Worldcup in Sigulda (LAT) – Einsitzer 7. Platz Worldcup in Igls (AUT) – Einsitzer 4. Platz „Race of the Champion“ in Winterberg (GER) – Einsitzer 2. Platz Italienmeisterschaft in Igls (AUT) – Einsitzer 2. Platz Worldcup in Alpenberg (GER) – Einsitzer 9. Platz Europameisterschaft in Königsee (GER) – Einsitzer 5. Platz Europameisterschaft in Königsee (GER) – Einsitzer

1995–2000 (Wechsel zur Bobmannschaft) 9. + 7. Platz Europameisterschaft wiederholt 1. + 2. + 3. Plätze beim Europacup wiederholt 1. + 2. + 3. Medaillengewinne bei Italienmeisterschaft

Weblinks

Kategorie:Rennrodler (Italien) Kategorie:Weltmeister (Rennrodeln) Kategorie:Bobfahrer (Italien) Kategorie:Olympiateilnehmer (Italien) Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Winterspiele 1994 Kategorie:Sportler (Südtirol) Kategorie:Italiener Kategorie:Geboren 1967 Kategorie:Mann