Die Saison 2008/09 der Österreichischen Eishockeyliga begann am 19. September 2008. Wie im Vorjahr nahmen neben sieben österreichischen Mannschaften auch zwei Mannschaften aus Slowenien und eine aus Ungarn teil. Meister wurde zum 29. Mal der Vereinsgeschichte der EC KAC.
Im Vorfeld
Das Teilnehmerfeld blieb unverändert, wenngleich es ähnlich wie ein Jahr zuvor wieder vereinzelte Berichte um mögliche Beitrittskandidaten gegeben hatte. So wurde im März kurzzeitig über eine eventuelle Teilnahme des HDK Maribor und damit eines dritten slowenischen Teams berichtet, was sich jedoch nicht bewahrheitete.Auch Marburg will in die EBEL, Bericht auf hockeyfans.at vom 21. März 2008 Im Gegenzug stand nach den verpassten Playoffs und der allgemein schlechten Vorsaison der Graz 99ers kurzzeitig deren Ausstieg im Raum. Gegen Ende des Grunddurchgangs war es zu teils heftigen Zuschauerprotesten gekommen, bei denen insbesondere die häufigen Kaderänderungen, die Entlassungen von teils langjährigen Mannschaftsstützen und die Grabenkämpfe im Vorstand des Clubs kritisiert worden waren.Fanproteste bei den 99ers, Bericht auf hockeyfans.at vom 2. Februar 2008 Erst im März gab der Club seine definitive Teilnahme an der Saison 2008/09 bekannt, womit es bei zehn Teams blieb.99ers bleiben der EBEL treu, Bericht auf hockeyfans.at vom 8. März 2008
Darüber hinaus gab es im März Berichte um eine mögliche Abspaltung der EBEL vom Österreichischen Eishockeyverband (ÖEHV), die vor allem aufgrund der Differenzen bei der Legionärsregelung und der häufigen Pannen des Verbandes beim Spielbetrieb erfolgen sollte.Liga will sich vom ÖEHV lösen, Bericht auf hockeyfans.at von 27. März 2008 Im April wurde aber bekanntgegeben, dass es vorerst zu keiner Trennung kommen sollte, wenngleich die grundlegenden Probleme bis dahin nicht gelöst werden konnten.EBEL und ÖEHV bleiben aneinandergekettet, Bericht auf hockeyfans.at vom 19. April 2008
Teilnehmende Mannschaften Team Vorsaison Trainer EC Red Bull Salzburg Meister Pierre Pagé HDD Olimpija Ljubljana Vizemeister Mike Posma (bis 6. Oktober 2008)Laibach ohne Trainer zum VSV, Bericht auf hockeyfans.at vom 6. Oktober 2008 Bojan Zajc (interimistisch) Randy Edmonds (ab 14. Oktober 2008)Laibach hat einen neuen Trainer, Bericht auf hockeyfans.at vom 14. Oktober 2008 EHC Linz Halbfinal-Out Jim Boni Vienna Capitals Halbfinal-Out Kevin Gaudet EC KAC Viertelfinal-Out Emanuel Viveiros EC VSV Viertelfinal-Out Larry Huras HK Jesenice Viertelfinal-Out Douglas Bradley HC Innsbruck Viertelfinal-Out Ron Kennedy (bis 28. Dezember 2008)Paukenschlag - Ron Kennedy nicht mehr Haie-Trainer, Bericht auf hockeyfans.at vom 28. Dezember 2008 Greg Holst (ab Jänner 2009)Greg Holst neuer Trainer in Innsbruck, Bericht auf hockeyfans.at vom 20. Dezember 2008 EC Graz 99ers Rang 9 Bill Gilligan Alba Volán Székesfehérvár Rang 10 Ted Sator (bis zum EBEL-Saisonende)Ted Sator verlässt Alba Volán, Bericht auf hockeyfans.at vom 3. März 2009 Lajos Énekes (ungarische Meisterschaft)
Modus Nachdem der Modus der vergangenen Saison mit einer Zwischenrunde (Platzierungs- und Qualifikationsrunde) bei Fans und Teams auf wenig Gegenliebe gestoßen war, wurde diese wieder gestrichen. Gespielt wurde stattdessen ein einheitlicher Grunddurchgang bestehend aus drei Hin- und Rückrunden, was 54 Spiele für jede Mannschaft ergab. Für einen Sieg gab es zwei Punkte, für eine Niederlage in Overtime oder Penaltyschießen einen Punkt. Der Saisonstart fand am 19. September 2008 statt, der Grunddurchgang war am 15. Februar 2009 abgeschlossen. Die besten acht Mannschaften des Grunddurchgangs qualifizierten sich für die Playoffs, die beginnend mit einem Viertelfinale jeweils als Best-of-Seven-Serie ausgespielt wurden. Die Playoffs begannen am 17. Februar 2009 und endeten mit dem letzten Finalspiel am 5. April 2009.
Grunddurchgang Die Saison begann mit dem vorgezogenen TV-Spiel der Vienna Capitals gegen den EC KAC und setzte sich mit den etwas überraschenden Siegen des Vorjahres-Letzten Alba Volán Székesfehérvár gegen den EHC Linz (auswärts), Salzburg (zu Hause) und HDD Ljubljana (auswärts) fort. Der HC Innsbruck startete erwartet stark in die Saison und setzte sich mit vier Siegen in Folge an die Tabellenspitze. Während der Vizemeister Laibach mit mehreren verpatzten Spielen in die Saison startete und nicht so recht zu seiner Form fand, startete der Lokalrivale HK Jesenice die Aufholjagd und stand ab der sechsten Spielrunde trotz eher schwacher Torhüterleistungen auf Platz eins der Tabelle. Die Mannschaft, die mit den wenigsten Legionären die neue Saison begonnen hatte, erzielte dank guter Führungs- und teils herausragender Nachwuchsspieler 28 Tore in den ersten sechs Spielen.
Zum Ende der ersten Hinrunde hatte Laibach bereits den Anschluss an das Tabellen-Mittelfeld verloren, während acht Mannschaften dicht gedrängt und in einigem Abstand hinter Tabellenführer Jesenice blieben. Etwas überraschend stand der EHC Linz zeitweise auf dem vorletzten Platz. Auch der EC VSV hatte zu Beginn Probleme, wenngleich die Schwierigkeiten aufgrund des niedrigen Budgets und der wenig bekannten Namen bei den Legionären vorhersehbar gewesen waren. Die Villacher blieben in der Folgezeit auch vom Verletzungspech nicht verschont, konnten aber dank eines guten Teamgeistes und oft herausragender Leistungen der jungen Nachwuchsspieler den Anschluss in der Tabelle wahren und sich auch langsam in die vordere Tabellenhälfte vorarbeiten.
In Runde 21 kam es am 16. November 2008 zu einem Skandalspiel, als der EC Red Bull Salzburg zu Gast beim ungarischen EBEL-Teilnehmer war (und die Partie 4:1 gewann). Nach mehreren provokanten Aktionen seitens des Publikums kam es bald auch auf dem Eis zu handfesten Szenen. Schon während des Spiels wurden von den Schiedsrichtern 252 Strafminuten an die Spieler vergeben (darunter auch Spieldauerstrafen gegen Ryan Bonni, Szabolcs Fodor und Derek Couture von Alba Volán und Matthias Trattnig von Salzburg).Salzburg gewinnt Härteschlacht in Ungarn, Bericht auf hockeyfans.at vom 16. November 2008 Der Strafsenat verhängte einige Tage nach dem Spiel noch weitere Strafen, wobei es Alba Volán jedoch besonders hart traf.Volán schwer dezimiert nach Jesenice, Bericht auf hockeyfans.at vom 17. November 2008 Die folgende Reduzierung der für die Mannschaftsaufstellung verfügbaren Punkte ließ ein Spiel mit vier Linien nicht mehr zu, und Ted Sator musste bei einigen der folgenden Begegnungen mit einem Rumpfteam antreten. In der Folge fiel Alba in der Tabelle langsam zurück und übernahm nach Runde 34 schließlich den letzten Tabellenplatz von den Laibachern. Diese konnten inzwischen zwar einige Siege erzielen, aber die Schlüsselspiele gegen die Tabellenführenden gingen weiterhin verloren.
Auch der HC Innsbruck hatte in der Zwischenzeit Schwierigkeiten. Die vor der Saison vielgelobten Importspieler zeigten nicht die erwarteten Leistungen. Auch aufgrund eines schwachen Teamgefüges rutschte die Mannschaft zeitweise bis auf den achten Rang zurück und fiel nur knapp nicht aus den Playoff-Rängen. Ähnlich erging es den Graz 99ers, die zwar wesentlich erfolgreicher agierten als in den letzten Jahren, die es aber trotzdem nicht in die vordere Tabellenhälfte schafften. Die Grazer hatten im Gegensatz zu anderen EBEL-Mannschaften zwar eine gute Verteidigung aufzuweisen, aber die Stürmer, allen voran der vor der Saison als Schlüsselspieler gehandelte Troy Riddle, ließen vor dem gegnerischen Tor zu viele Chancen aus, sodass die Grazer im Grunddurchgang nur etwa 2,27 Tore pro Spiel erzielen konnten.
Inzwischen hatten die Vienna Capitals Jesenice, das nun mit Problemen in der Verteidigung zu kämpfen hatte, an der Tabellenspitze abgelöst. Trotzdem Capitals-Trainer Kevin Gaudet meist mit nur drei Linien spielen ließ, entpuppten sich die alternden Stürmerstars, allen voran Patrick Lebeau, Benoît Gratton und Juha Riihijärvi in jedem Spiel als Torgaranten und sicherten den „Caps“ hohe Siege. Dennoch wurden die Wiener mit Runde 34 vom EC KAC an der Tabellenspitze abgelöst. Die Kärntner gaben die Tabellenführung danach bis zum Ende des Grunddurchganges nicht mehr aus der Hand, wenngleich es vier Runden vor Schluss noch einmal knapp wurde: der EC KAC siegte aber auswärts in Wien mit 5:4 und sicherte sich so das Heimrecht in allen Play-off-Serien.
Frühzeitig entschieden und damit beendet war die Saison für Alba Volán und Olimpija Ljubljana. Während die Ungarn sich vom Kräfteverschleiß durch die lang andauernden Sperren nicht mehr erholen konnten und einen zu großen Abstand auf Rang acht hatten, beendete Laibach die Saison mit ähnlich durchwachsenen Leistungen, wie sie die Mannschaft zu Beginn gezeigt hatte. Auf den Rängen sechs bis acht landeten punktegleich der HK Jesenice, der HC Innsbruck und die Graz 99ers.
Tabelle nach dem Grunddurchgang Platz Team SP S N SNV NNV T GT TVH Punkte 1 EC KAC 54 32 12 6 4 204 141 +63 80 2 Vienna Capitals 54 25 14 8 7 203 162 +41 73 3 EC Red Bull Salzburg 54 25 18 7 4 200 157 +43 68 4 EC VSV 54 26 18 5 5 183 153 +30 67 5 EHC Linz 54 23 21 7 3 166 144 +22 63 6 HK Jesenice 54 21 24 3 6 179 197 −18 54 7 Graz 99ers 54 19 24 5 6 124 154 −30 54 8 HC Innsbruck 54 17 24 7 6 153 186 −33 54 9 Alba Volán Székesfehérvár 54 12 28 5 9 129 178 −49 43 10 HDD Olimpija Ljubljana 54 13 30 4 7 131 200 −69 41
Statistiken des Grunddurchgangs Topscorer Spieler Spieler Mannschaft SP T V PKT +/− PIM PPG PPA SHG SHA GWG Patrick Lebeau Capitals 52 30 52 82 +7 54 10 29 1 1 5 Brad Purdie Linz 54 21 42 63 +3 82 8 19 2 0 1 Frank Banham Ljubljana 52 30 29 59 −17 100 17 15 1 0 4 Benoît Gratton VIC 40 20 38 58 +8 162 9 17 2 1 2 Thomas Koch Salzburg 52 20 38 58 +15 34 8 22 1 0 3 Justin Mapletoft VSV 52 20 38 58 +21 66 7 15 2 5 3 Andy Schneider KAC 54 14 44 58 +6 66 6 23 1 1 2 Juha Riihijärvi Capitals 47 28 29 57 +13 16 15 14 0 0 3 Marcel Rodman Jesenice 53 21 36 57 +15 70 8 14 2 0 3 Dan Cavanaugh VSV 53 21 35 56 +10 85 7 19 3 1 5 David Rodman Jesenice 54 26 29 55 +16 84 6 9 0 2 4 Dan Bjornlie Capitals 46 13 42 55 +21 61 6 23 3 1 5 Conny Strömberg Jesenice 53 17 37 54 +3 34 9 9 1 0 6 Rem Murray Innsbruck 54 19 34 53 −2 50 9 12 0 2 3 Matthias Trattnig Salzburg 45 23 28 51 +9 111 12 19 0 2 5 Legende: SP = Spiele, T = Tore, A = Assists, PKT = Punkte, +/- = Plusminus, SM = Strafminuten, PPG = Powerplay-Tore, PPA = Powerplay-Assists, SHG = Unterzahl-Tore, SHA = Unterzahl-Assists, GWG = Siegestore
Torhüter Spieler Team GP GPI GS MIP SOG SVS GA SVS% GAA SO W L OTL Travis Scott KAC 15 14 14 840:20 446 417 29 93,50 2,07 1 11 2 1 René Swette KAC 54 21 19 1211:00 630 583 47 92,54 2,33 1 14 5 2 Bernhard Starkbaum VSV 54 18 13 844:42 504 466 38 92,46 2,70 2 6 6 1 Gert Prohaska VSV 52 41 41 2415:56 1398 1285 113 91,92 2,81 1 25 12 4 Dov Grumet-Morris 99ers 45 44 44 2589:20 1360 1246 114 91,62 2,64 5 22 17 2 Jean-François Labbé Capitals 44 44 44 2645:06 1389 1272 117 91,58 2,65 5 26 12 6 Alex Westlund Linz 54 54 54 3250:49 1616 1476 140 91,34 2,58 4 30 21 3 Seamus Kotyk Innsbruck 45 45 45 2562:15 1574 1437 137 91,30 3,21 1 22 17 5 Levente Szuper Alba Volán 50 41 41 2459:51 1289 1168 121 90,61 2,95 2 15 19 7 Jordan Parise Salzburg 47 47 47 2842:10 1379 1244 135 90,21 2,85 5 27 17 3 Hannes Enzenhofer KAC 30 21 21 1218:52 591 533 58 90,19 2,86 0 13 5 1 Michael Morrison Ljubljana 24 24 24 1367:40 768 691 77 89,97 3,38 0 8 14 2 Gaber Glavič Jesenice 24 21 21 1232:51 671 598 73 89,12 3,55 0 7 10 3 Aleš Sila Ljubljana 37 22 19 1150:24 618 550 68 89,00 3,55 0 6 10 4 Andrej Hočevar Jesenice 32 31 31 1835:27 922 815 107 88,39 3,50 2 17 12 2
Play-offs Play-off-Baum
Einzelergebnisse Viertelfinale Serie EC KAC : HC TWK Innsbruck