Anzhausen ist ein Ortsteil der Gemeinde Wilnsdorf im Kreis Siegen-Wittgenstein in Nordrhein-Westfalen.

Geographie

Anzhausen liegt im Siegerland in einer sehr waldreichen Region unweit des Rothaargebirges. Die höchste Erhebung in der Gemarkung ist der Haferhain mit . Der Ort selbst liegt auf einer Höhe zwischen 300 und . Durch den Ort fließt die Weiß von Rudersdorf kommend und der Wabach, der auf dem Weinsberg () entspringt sowie der Bösselbach. Anzhausen hat eine Fläche von 6,40 km².

Nachbarorte Nachbarorte von Anzhausen sind Deuz, Salchendorf und Helgersdorf im Nordosten, Irmgarteichen im Osten, Gernsdorf und Rudersdorf im Südosten, Wilnsdorf im Süden, Oberdielfen im Südwesten, Niederdielfen und Flammersbach im Westen und Feuersbach im Nordwesten.

Geschichte

miniatur|Anzhausen um 1905 miniatur|Belegschaft der Grube Concordia vor 1902 Am 3. Juni 1311 wurde Anzhausen erstmals urkundlich als „Anzhusen“ erwähnt.Siegener Urkundenbuch Band I, Siegen, 1887, S. 76–79, Nr. 125. Am 26. Januar 1763 wurden bei einem Großbrand im Ort 50 Wohnhäuser mitsamt Hofgebäuden von den Flammen vernichtet."Zurückgeblättert...", Siegener Zeitung vom 29. Januar 2011 Einen Häuserbestand von gleichem zahlenmäßigen Umfang, wie er vor diesem einschneidenden Ereignis vorhanden war, erreichte man in Anzhausen wieder im Jahre 1900.Siegerländer Heimatkalender 1990, S. 6, 65. Ausgabe, Hrsg. Siegerländer Heimat- und Geschichtsverein e. V., Verlag für Heimatliteratur

Zwischen dem Ende des 19. Jahrhunderts und dem Ende des Ersten Weltkrieges gab es in der Klabach eine Dynamitfabrik. 1928 wurde ein Ehrenmal errichtet und eingeweiht.Dieter Krumm: Wilnsdorf in alten Ansichten aus der Zeit zwischen 1880 und 1925; Verlag Europäische Bibliothek 1976

Bis zur kommunalen Neugliederung gehörte der Ort zum Amt Netphen. Am 1. Januar 1969 wurde Anzhausen in die neue Großgemeinde Wilnsdorf eingegliedert.

1972 schlossen sich der 1912 gegründete SV Anzhausen und der SV Flammersbach zur Spielvereinigung Anzhausen/Flammersbach e. V. zusammen.

Einwohnerzahlen Einwohnerzahlen des Ortes:Otto Schaefer: Der Kreis Siegen, Siegen 1968 Jahr Einwohner 1818 237 1885Westfälisches Gemeindelexikon 1887, S. 108 / 109 282 1895Westfälisches Gemeindelexikon 1897, S. 110 / 111 309 1905 351 1910 335 1925genealogy.net: Amt Netphen 427 1933 451 Jahr Einwohner 1939 479 1950 603 1961 675 1967 827 1969 884 1991WILNSDORF Aktuell – Bürgerinformationen aus der Gemeinde, Ausgabe 1992/93 1367 1994Rolf Betz: (PDF; 7,0 MB), ca. 1995 1347 Jahr Einwohner 2005 1303 2006 1316 2007 1342 2008 1341 2009 1333 2010 1330 2011wilnsdorf.de: (PDF; 2,8 MB), Seite 6 1315 Jahr Einwohner 2012 1304 2013 1317 2014 1290 2015 1361 2016 1362 2017 1370 2020 129720241199 Anmerkungen: Zahlen 1969 / ab 1994 jeweils am 31. Dezember; 1991 am 31. März.

Gruben In Anzhausen gab es die Grube Concordia von 1808 bis 1902 mit dem Abbau von Antimon, Blei, Kupfer und Zink. Der Abbau von Antimon war eine Besonderheit im Siegerland, da dieses Metall dort seltener vorkam als Eisenerz. Im Februar 1987 traten am Gelände der Grube Tagesbrüche auf und verdeutlichten die bleibenden Risiken des Altbergbaus durch einstürzende untertägige Hohlräume.

Als typische Eisenerzgrube der Region gab es neben Concordia die Dietrichszeche. Sie war Teil des Siegerländer Erzreviers. Nach der Stilllegung 1888 wurden viele dieser kleineren Gruben konsolidiert oder aufgegeben, da sie mit den größeren Tiefbauanlagen finanziell nicht mehr konkurrieren konnten.

Industrie

Zum Ort gehört das Industriegebiet Anzhäuser Mühle, das zwischen Anzhausen und Rudersdorf liegt und mehrere Betriebe beherbergt, unter anderem einen Baumarkt und einen Grünwarenhandel. Am Rand des Gebiets befindet sich ein Motorsport-Gelände.

Schule und Freizeit mini|hochkant|Evangelische Kapelle Im Sportverein SV Anzhausen/Flammersbach wird neben Fußball Tischtennis, Leichtathletik, Aerobic usw. angeboten. Anzhausen hat einen Sportplatz, eine Turnhalle und einen Reitstall. Bis zum Jahr 2015 gab es eine Grundschule. Der Ort verfügt über einen Kindergarten und eine Großtagespflege. Anzhausen gehört wie Flammersbach zur Evangelischen Kirchengemeinde Rödgen-Wilnsdorf.

Die Antoniuskapelle war früher ein Simultangotteshaus, heute dient sie der ev. Kirchengemeinde Rödgen-Wilnsdorf als Predigtstätte. Im Jahre 1738 von den so gebildeten catholischen und evangelischen Kapellengemeinden ist die auch als Kirche bezeichnete Gebäude gemeinsam erbaut, worden. Auch in diesem fand das Bild des St. Antonius seinen Platz; so auch der aus Eiche angefertigte Hochaltar, der gegen damaliger Vereinbarung im vorherigen Gebäude den Platz eingenommen hatte. Der Altartisch war kein Grund eines Streites den die Religionsgemeinschaften gemeinsam nutzten, nein Kanzel und Altar waren die Objegte die im kleinen Kirchlein Anzhausen, schon um dreizehnhundert ein Capellenort im Kirchspiel Netphen keinen Platz zusammen fanden. Mitte des 19. Jahrhunderts war die politische Gemeinde Eigentümer des Hauses. Renoviert bekam es die reformierte Rödgen 1956 in ihren Besitz.Fürstenthm. Oranien - Nassau im Staatsarchiv Münster Regierungsacten 1746, 1754–1757: In Betreff das in der Capelle zu Anzhausen hinweggekommne Catholischen Kirchengeräths, Versätzung der Kanzel und Strittigkeiten zwischen der Katholisch ad.Refomierte Kappellengemeinde

Persönlichkeiten Karl Klein (1912–2009), Professor für katholische Theologie an der Universität Siegen„70-jähriges Priesterjubiläum von Prof. Dr. Karl Klein“, FHD, abgerufen am 2. Juni 2010 Günther Stoll (1950–1984), Opfer im YOGTZE-FallDaniel Wüstenberg: Ein nackter Toter, eine rätselhafte Notiz, keine Spur. In: Stern, 2. Juni 2017.

Einzelnachweise

Weblinks

Anzhausen.de

Kategorie:Ortsteil von Wilnsdorf Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Kreis Siegen-Wittgenstein) Kategorie:Ersterwähnung 1311 Kategorie:Gemeindeauflösung 1969