mini|Historischer Lageplan von 1896 mini|Berlin 1688. Pos. B. h.: die Stechbahn mini|Neue Stechbahn am Schloßplatz, um 1830, Stich nach einer Zeichnung von Johann Heinrich Hintze mini|An der Stechbahn, Fotografie von Friedrich Albert Schwartz, 1865

An der Stechbahn war der Name einer Berliner Straße am Berliner Schloss. Sie lag seit Mitte des 18. Jahrhunderts am südlichen Ende der Schloßfreiheit und erstreckte sich von dort bis zur Brüderstraße. Mit ihrer Rückseite grenzte sie an einen Arm der Spree.

Straßenname

Die geschichtliche Entwicklung der Häuserzeile, die sich in dem Straßennamen wiederfindet, wurde 1833 von Samuel Heinrich Spiker beschrieben:

Verlegung und Neubau um 1800

Eine andere Schilderung geben die Eigentümer und Mieter der Stechbahn in einem Schreiben vom 28. März 1840 an das Ministerium des Innern und der Polizei:

19. Jahrhundert mini|Das „Rote Schloss“ um 1880

Der Durchgang vom Schloßplatz zum Werderschen Markt wurde 1866 erweitert, was einen Umbau des Straßenzuges zur Folge hatte; die „Neue Stechbahn“ wurde abgerissen und das „Rote Schloss“, auch „Rote Burg“ genannt, 1867 erbaut. Das viergeschossige Wohn- und Geschäftshaus mit der Adresse An der Stechbahn 1/2 verdankte seinen Namen der Ähnlichkeit mit dem Berliner Rathaus. Die Brüder Castan eröffneten hier das erste Berliner Panoptikum, das jedoch kurze Zeit später in die Kaisergalerie in der Friedrichstraße umzog. Der Bau beherbergte viele Jahre die „Hirsch’sche Schneider-Akademie Berlin“.

20. Jahrhundert

Im Jahr 1936 senkten sich Teile des „Roten Schlosses“ ab, sodass der Mittelbau abgerissen werden musste. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Haus schließlich weitgehend zerstört.

Im Haus An der Stechbahn 3/4 befand sich ab 1939 das ursprünglich in der Oranienburger Straße 20 beheimatete Büro Grüber. Die 1938 von dem Berliner Pastor und späteren Propst Heinrich Grüber gegründete Organisation der Bekennenden Kirche verfolgte in erster Linie den Zweck, rassisch verfolgten evangelischen Christen die Auswanderung aus dem nationalsozialistischen Deutschland zu ermöglichen.

Ab 2012 sollte am ehemaligen Standort des Roten Schlosses das ThyssenKrupp Haus, die Hauptstadtrepräsentanz des gleichnamigen Konzerns, entstehen. Aufgrund der scharfen öffentlichen Kritik hat ThyssenKrupp auf den Neubau verzichtet.Kubus-Neubau: Thyssen-Krupp gibt auf. In: Der Tagesspiegel, 27. Juni 2012

Weblinks

Berlin 1880: 3D-Modelle von Berlins Mitte rund um den Schloßplatz, abgerufen am 22. Februar 2018 Fassadenaufriss Rotes Schloss an der Stechbahn Berlin, Bildindex

Einzelnachweise

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