Die Red Bull GmbH ( „roter Stier“) mit Sitz in Fuschl am See im Land Salzburg ist ein 1984 von Dietrich Mateschitz zusammen mit der thailändischen Unternehmerfamilie Yoovidhya gegründeter österreichischer Konsumgüter- und Automobilkonzern, der auch für seine Aktivitäten im Leistungs- und Extremsport, durch Medienunternehmen, sowie Aktivitäten im Immobilienbereich bekannt ist. Ihr bekanntestes Produkt ist der gleichnamige Energydrink Red Bull.

Unternehmensgeschichte mini|Red-Bull-Konzernzentrale in Fuschl am See

1982 wurde Dietrich Mateschitz während einer Dienstreise in Thailand auf die damals in Asien sehr beliebten Energydrinks aufmerksam. Mateschitz erwarb 1984 die internationalen Lizenzrechte an der thailändischen Marke Krating Daeng (thailändisch: กระทิงแดง, „Roter Gaur“; i. w. S. „roter Stier“, Red Bull) und gründete zusammen mit der thailändischen Unternehmerfamilie Yoovidhya die Red Bull GmbH mit Sitz in Fuschl am See. In den Folgejahren stieg das Unternehmen unter der Geschäftsführung von Mateschitz zum Weltmarktführer im Bereich Energydrink auf.

Eigentümer- und Führungsstruktur Stand: November 2022

Die Anteile der Red Bull GmbH sind im Besitz von drei Gesellschaftern. 49 Prozent hielt Dietrich MateschitzMark Mateschitz erbt 49 % von Red Bull, oe24.at, 4. November 2022 über die Distribution & Marketing GmbH und ebenfalls 49 Prozent hält die Hongkonger 天書泰土產有限公司 (TC Agro Agrotrading Company Ltd.), die im Besitz der Familie Yoovidhya ist. 2 Prozent hält der thailändische Unternehmer Chalerm Yoovidhya. Die Distribution & Marketing GmbH ging nach dem Tod von Dietrich Mateschitz an dessen Sohn Mark Mateschitz über.

Anteilseigner Anteil Distribution & Marketing GmbH (Mark Mateschitz) 49 % 天書泰土產有限公司 (TC Agro Agrotrading Company Ltd., im Besitz von Familie Yoovidhya) 49 % Chalerm Yoovidhya 2 %

Am 22. Oktober 2022 starb Geschäftsführer und Minderheitsgesellschafter Dietrich Mateschitz.Bericht: Red-Bull-Boss Mateschitz lehnte Chemotherapie ab. In: focus.de, 24. Oktober 2022. Am 4. November 2022 kündigte Mark Mateschitz, als Alleingesellschafter der Distribution & Marketing GmbH und damit neuer Miteigentümer der Red Bull GmbH,Anm.: Formal ist Mark Mateschitz erst nach der gerichtlichen Übertragung der Gesellschaft seines verstorbenen Vaters, der Distribution & Marketing GmbH und Eintragung im Firmenbuch, tatsächlich auch indirekter Miteigentümer der Red Bull GmbH. in einer Mitteilung an die Belegschaft von Red Bull an: Diesem Führungsteam gehören seit Mitte November 2022 die Geschäftsführer Franz Watzlawick (CEO Beverage Business), seit 2018 globaler Vertriebsleiter, Alexander Kirchmayr (CFO), seit Februar 2022 Prokurist der Red Bull GmbH, sowie Oliver Mintzlaff (CEO Corporate Projects und Investments), bis 15. November 2022Oliver Mintzlaff tritt als CEO von RB Leipzig zurück. In: News. Website des RB Leipzig, 4. November 2022, abgerufen am 4. November 2022. amtierender Geschäftsführer von RB Leipzig, an.

Beteiligungen Die Red Bull GmbH ist – besonders im Bereich des Sports – weltweit an zahlreichen Unternehmen beteiligt. Die folgende Liste zeigt eine Auswahl der bekanntesten Beteiligungen.Vgl. auf trendtop500.at

Beteiligungen Unternehmen Branche Anteil Ref. Luftsport 100 % Motorsport, Luftsport 100 % Medien 100 % Fernsehen 100 % Luftsport 100 % Fußball 100 % Fußball 100 % Eishockey 100 % Fußball 99 % Um die 50+1-Regel zu wahren, muss die Mehrheit der Stimmen in der Gesellschafterversammlung beim RasenBallsport Leipzig e. V. liegen, der den übrigen Prozent an der GmbH hält. Die dortige Stimmenverteilung ist allerdings unbekannt. Formel 1 100 % Formel 1 100 % Fußball 100 % Fußball 100 % Eishockey 100 % Berger Logistik GmbH Spedition, Transport 50 % Straßenradsport 51 % Fußball 100 % Fußball 11 % Fußball10 %Rugby100 % VAN DEER-Red Bull Sports Equipment GmbHSkifahren51 %

Unternehmenszahlen Im Jahr 2014 berechnete „Brand Finance“ für Red Bull einen Markenwert von 6,2 Milliarden US-Dollar. Damit ist das Unternehmen die drittwertvollste Getränkemarke weltweit, nach Coca-Cola (33,7 Milliarden US-Dollar) und Pepsi (19,4 Milliarden US-Dollar).Red Bull nach Coca-Cola/Pepsi wertvollste Getränkemarke Die Presse vom 18. Februar 2014 Die Red Bull GmbH wurde 2019 durch eine Streitigkeit um Markenrecht wieder in den Medienfokus gerückt. Die Jugend-Basketball-Mannschaft des VfL Oldesloe wurde mit Drohung auf Unterlassungsklage des Mannschaftsnamens „Blue Bulls“ bedacht. Der kleine Verein, dessen Jugendwappen einen blauen Bullenkopf zeigte, der an das Logo der Chicago Bulls erinnert, konnte sich eine anwaltliche Auseinandersetzung nicht leisten. und benannte sich kurz darauf in „Panther“ um.Nach Ärger mit Red Bull: Oldesloer „Panthers“ steigen wie Phoenix aus der Asche, ln-online.de, 7. Juli 2019

Der Umsatz von Red Bull betrug im Jahr 2019 6,1 Milliarden Euro. Den Großteil der Umsätze erwirtschafte das Unternehmen in den USA mit 2,66 Milliarden Euro und in Europa mit 2,17 Milliarden Euro. Für die Vermarktung investierte Red Bull 1,82 Milliarden Euro. Nach Abzug der österreichischen Körperschaftsteuer in Höhe von 327 Millionen Euro erzielte das Unternehmen im Jahr 2019 einen Konzerngewinn von 937 Millionen Euro.Konzernabschluss 2019 Red Bull GmbH, auf dossier.at

Produkte Namensgebendes Hauptprodukt der Firma ist der Energydrink Red Bull, der in zahlreichen saisonal wechselnden Geschmacksrichtungen mit oder ohne Zucker vermarktet wird. Daneben wurde 2008 Red Bull Cola als Cola-Getränk mit natürlichen Inhaltsstoffen sowie 2017 die sogenannte Organics-Reihe mit verschiedenen Bio-Erfrischungsgetränken (Bitter Lemon, Ginger Ale, Tonic Water, Fizzy Peach, Viva Mate, Black Orange und Purple Berry) eingeführt. Außerdem vertrieb Red Bull ab 2001 ein Wasser namens Red Bull Lunaqua. Dabei handelte es sich um ein in Nüziders (Vorarlberg) abgefülltes stilles Quellwasser, welches laut Herstellerangaben nur bei Vollmond entnommen und teilweise mit Koffein versetzt wurde.

Vermarktung mini|Von Red Bull gesponserte Flugschau mini|Von Red Bull gesponserter Audi RS5 DTM von Matthias Ekström in der DTM mini|Formel-1-Rennwagen von Red Bull Racing (Red Bull RB11) mini|Formel-1-Rennwagen der Scuderia Toro Rosso (Toro Rosso STR10) mini|Red Bull Flugtag 2006

Das Vermarktungsbudget von Red Bull wird im Jahresabschluss unter „Sonstige betriebliche Aufwendungen“ geführt. Diese Aufwendungen machen mit einer Höhe von 1,4 Milliarden Euro etwa ein Drittel des Umsatzes von 3,785 Milliarden Euro aus (Stand 2010).

Dabei werden sowohl regionale Events wie zum Beispiel die Red Bull Flugtage als auch überregionale und internationale Extremsportevents wie der Red Bull Dolomitenmann, Red Bull Vertigo, die Red Bull X-Alps, Red Bull Crashed Ice, die Red Bull Air Race Weltmeisterschaft, die Red Bull X-Fighters, die Weltmeisterschaften im Klippenspringen, das Red Bull Hare Scramble am steirischen Erzberg oder die Taurus Awards in Los Angeles unter eigenem Namen veranstaltet. Red Bull Paper Wings veranstaltet die weltweit größten Papierfliegerwettbewerbe. Weiter ist Red Bull im Besitz einer privaten Kunstflugflotte, den Flying Bulls, für die extra der Hangar-7 am Salzburger Flughafen errichtet wurde.

Ebenfalls Teil des Vermarktungskonzepts ist die aktive Teilnahme in verschiedenen Sportarten mit eigenen Teams. So stellt Red Bull mehrere Teams im Motorsport, im Fußball und im Eishockey.

Automobilsport In der Formel 1 war Red Bull von 1995 bis 2004 hauptsächlich als Sponsor von Sauber, kurzzeitig aber auch von Arrows und Jaguar, vertreten. Seit 2005 besitzt der Konzern mit Red Bull Racing ein eigenes Formel-1-Team, das aus dem im Vorjahr scheidenden Jaguar Racing hervorging. Am 1. November 2005 hat Red Bull zusätzlich das Formel-1-Team Minardi übernommen und es auf Scuderia Toro Rosso (italienisch für Rennstall roter Stier) getauft. Zur Saison 2020 trat das Team unter dem Namen Scuderia Alphatauri an. Jedoch liegt der Fokus eindeutig bei Red Bull Racing, das in der Formel-1-Saison 2010 erstmals sowohl den Konstrukteurs- als auch mit Sebastian Vettel den Fahrer-WM-Titel erringen konnte. 2011, 2012 und 2013 konnten beide Titel erfolgreich verteidigt werden. Von Red Bull Racing entwickelt wurde der Supersportwagen RB17, der im Juli 2024 auf dem Goodwood Festival of Speed vorgestellt wurde und ab 2025 in Serie hergestellt werden soll.

Ebenfalls wurde das Projekt Formula Una im Jahre 2005 ins Leben gerufen, das für jedes Rennwochenende junge, motorsportbegeisterte Frauen sucht. Das Projekt zur Errichtung eines Motorsportzentrums in Spielberg wurde nach Problemen im Genehmigungsverfahren zunächst wieder fallengelassen. Doch nach Einigungen wurde die Strecke ab 2008 wieder aufgebaut und renoviert und 2011 als Red Bull Ring wiedereröffnet. Als Hauptsponsor zahlreicher Teams und Fahrer ist Red Bull u. a. auch in der WTCC, DTM, Formel 3, Formel 3000 und GP2-Serie vertreten. Darüber hinaus unterstützt Red Bull neben einigen Rallye-Teams das Citroën Total World Rally Team sowie das Volkswagen-Werksteam in der Rallye-Weltmeisterschaft. Red Bull hat zusammen mit dem österreichischen Motorradhersteller KTM auch mehrere Teams in der Motorrad-Straßenweltmeisterschaft unter Vertrag. Von 2006 bis 2011 sponserte Red Bull das NASCAR-Red Bull Racing Team. auf redbull.com

Fußball Seit 2005 ist Red Bull auch im Fußball aktiv vertreten, das Engagement ist ein Beispiel für das Prinzip Multi-Club-Ownership. Am 6. April 2005 übernahm der Getränkehersteller den SV Austria Salzburg und benannte ihn in FC Red Bull Salzburg um. Seit dem Einstieg Red Bulls konnte der Verein bisher zehn Mal die österreichische Meisterschaft für sich entscheiden. Das Hauptziel, die Teilnahme an der Champions League, blieb allerdings bis zur Saison 2019/20 verwehrt. Die Teilnahme gelang dank der Top-11-Platzierung von Österreich in der UEFA-Fünfjahreswertung, was für den Meister der Liga einen Fixplatz in der kommenden Champions-League-Saison bedeutet. Weiterhin ist Red Bull seit dem 9. März 2006 Eigentümer des US-amerikanischen Fußballclubs MetroStars, der mittlerweile in New York Red Bulls umbenannt wurde. Seit 2007 führt man auch einen Verein im brasilianischen Bundesstaat São Paulo namens Red Bull Brasil und seit 2020 zusätzlich mit Red Bull Bragantino einen Verein in der erstklassigen Campeonato Brasileiro de Futebol Série A. Seit Juni 2009 unterhält Red Bull ein Engagement bei dem eigens gegründeten Fußballverein RB Leipzig, der aufgrund der DFB-Statuten die Firma nicht im Vereinsnamen tragen darf. Dem Verein gelang 2016 der Aufstieg in die Bundesliga, 2022 und 2023 der Gewinn des DFB-Pokals und 2023 der Gewinn des deutschen DFL-Supercups. 2012 übernahm Red Bull den USK Anif, benannte ihn in FC Liefering um und übersiedelte den Verein in den Salzburger Stadtteil Liefering, wo sich die Red-Bull-Fußballakademie befindet. Der Verein fungiert als Farmteam des FC Red Bull Salzburg und stieg gleich in der ersten Saison seines Bestehens in die zweithöchste österreichische Spielklasse auf, was dem Amateurteam des FC Red Bull Salzburg untersagt ist. Zwischen 2008 und 2014 besaß der Konzern die Fußballakademie Red Bull Soccer Academy West Africa mit eigenem Fußballclub, dem Red Bull Ghana.

Eishockey Bereits im Jahr 2000 übernahm Red Bull das Salzburger Eishockeyteam und errang unter dem Namen EC Red Bull Salzburg bisher acht Meistertitel. Zudem veranstaltet der Verein seit 2005 (mit Unterbrechung von 2013 bis 2017) das Red Bulls Salute, ein saisonvorbereitendes und international besetztes Einladungsturnier. Von 2010 bis 2013 diente dieses als Finalturnier der European Trophy. Seit Mai 2012 sponsert Red Bull auch den angeschlagenen EHC München und benannte dessen DEL-Mannschaft in EHC Red Bull München um. Diese Zusammenarbeit lief vorerst nur für eine Saison. Seit 1. Mai 2013 gehört der EHC Red Bull München offiziell zum Red-Bull-Konzern. In den Spielzeiten 2015/16 bis 2017/18 gewannen die Münchner drei Mal in Folge die deutsche Meisterschaft.

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