mini|290px|Karte zeigt Teil der Region New York
mini|290px|Landkarte Queens County und Kings County 1859, die damaligen Towns innerhalb der Countys sind farblich unterschieden Queens [] ist der flächenmäßig größte der fünf Stadtbezirke (Boroughs) von New York City und zugleich als Queens County ein County im Bundesstaat New York. Er liegt im Westen der Insel Long Island. Im Jahr 2020 hatte Queens laut US-Census 2.405.464 EinwohnerNYC Planning, Population FactFinder US-Census 2020 – More Geographies – Borough., ist nach Brooklyn der zweitbevölkerungsreichste Stadtbezirk und vor Staten Island der am viertdichtesten besiedelte von New York City. Eine hypothetische, von New York City unabhängige Stadt Queens wäre die viertgrößte der Vereinigten Staaten.
Geographie Gliederung Queens liegt im äußersten Westen von Long Island. Landgrenzen bestehen im Südwesten zum Stadtbezirk Brooklyn sowie im Osten zum Nassau County. Queens besitzt zudem Seegrenzen mit den Stadtbezirken Manhattan, der Bronx und Staten Island sowie mit Monmouth County in New Jersey. Laut dem United States Census Bureau hat der Bezirk eine Fläche von 461 km². Davon sind 282 km² Land und 181 km² (39 %) Wasserfläche.
Die Nordwest- und Nordküste liegt an der Meerenge East River und weist drei prominente Buchten auf: Von West nach Ost Bowery Bay, Flushing Bay im Anschluss an das Tal des durch den Flushing Meadows Corona Park fließenden Flushing River, und Little Neck Bay am Übergang von East River und Long Island Sound mit der politischen Grenze zwischen Queens und Nassau County.
Vor der Nordwestküste liegt zwischen Queens und Manhattan im East River die Insel Roosevelt Island, vor der Nordküste die Gefängnisinsel Rikers Island.
Die Südküste umfasst die mit einem Archipel verschiedener Inseln durchsetzte Meeresbucht Jamaica Bay und die ihr vorgelagerte Rockaway Peninsula, eine direkt am Atlantik liegende Barrierehalbinsel.
Naturraum Die Geländeformen in Queens sind von kaltzeitlich und durch postglaziale Landhebung entstandenen Strukturen bestimmt. Dominierend ist die Harbor-Hill-Endmoräne aus der Wisconsin-Eiszeit, die Long Island der Länge nach in ihrem Nordteil bzw. küstennah parallel zum Meeresarm Long Island Sound durchzieht. Queens ist auf diese Weise gegliedert in
einen hügeligen Nordteil und seine aus postglazialen Landzungen und Buchten geformte Küste, einen von Südwesten nach Nordosten verlaufenden Streifen im Bereich des bis zu 120 Meter hohen Moränenrückens, der als Wald- und Parklandschaft genutzt wird und auf dem nach Verabschiedung des ab dem Jahr 1847 Parkfriedhöfe angelegt wurden, eine Sanderfläche im Süden, die aus einer Höhe von 45 bis 30 Metern südwärts mit einer Neigung von etwa 4 Metern pro Kilometer abfällt und in jüngere, sumpfige Ablagerungen entlang der Küste übergeht.
Geschichte Die ersten Siedlungen auf dem Gebiet des heutigen Queens wurden 1635 gegründet, gefolgt von weiteren Siedlungen in Maspeth 1642, Vlissingen (heute Flushing) 1645, Middleburgh 1652 und Jamaica 1655.Edward Robb Ellis: The Epic of New York City, Old Town Books, S. 54, veröffentlicht 1966. Obwohl sie in der niederländischen Kolonie Nieuw Nederland lagen, wurden sie überwiegend von englischen Siedlern bewohnt.Hugo Gajus Scheltema, Heleen Westerhuijs: Exploring Historic Dutch New York, New York, Museum of the City of New York & Dover Publications, Introduction by Russell Shorto, veröffentlicht 2011, ISBN 978-0-4864-8637-6 1664 wurde die niederländische Kolonie von den Engländern erobert, die sie anschließend in New York umbenannten und der Insel Long Island den Namen Yorkshire gaben. Sie benannten Middleburgh 1664 in um, 1666 hieß es Newtown.
Queens wurde am 1. November 1683 als einer der ursprünglichen 12 Countys der englischen Provinz New York gegründet. Der Name Queens steht zu Ehren von „Queen“ Katharina von Braganza (1638–1705), der Gattin von König Karl II. von England (1630–1685). Der Name für dieses neu besiedelte Land wurde 1683 von den ersten britischen Aussiedlern vergeben. Von 1683 bis 1898 umfasste der Queens County auch das Gebiet des heutigen Nassau County. Zum County gehörten zunächst die Städte Flushing, Hempstead, Jamaica, Newtown und Oyster Bay, ergänzt ab 1784 mit North Hempstead und ab 1870 mit Long Island City, das sich von der Stadt Newtown abspaltete. Der Sitz der County-Regierung befand sich zunächst in Jamaica, bis 1787 nahe Mineola ein neues Gebäude errichtet wurde. Um 1874 wurde der Regierungssitz von Mineola nach Long Island City verlegt. Am 8. Juni 1881 wurde North Brother IslandLaws of the State of New York: Passed at the Session of the Legislature Session laws of American states and territories prior to 1900. New York State Legislature, p. 649, 1881. und am 8. Mai 1884 Rikers Island an die Stadt New York The New York Times: The Purchase of Riker's Island, 3. Juli 1884. sowie am 16. April 1964 South Brother Island an Bronx County übertragen.
Die Stadt Newtown benannte sich 1897 in Elmhurst um. Während der Konsolidierung von New York City wurde bei einer Abstimmung der New York State Legislature am 4. Mai 1897 der Borough of Queens genehmigt und am 1. Januar 1898 als einer von fünf Stadtbezirken gegründet. Hierbei fasste man die überwiegend nördlich der Harbor-Hill-Moräne gelegenen Städte Long Island City, Elmhurst und Flushing sowie die südlich gelegene Stadt Jamaica und den auf der Rockaway Peninsula gelegenen Teil der Stadt Hempstead zusammen.
Der Stadtteil Elmhurst entstand dabei nur aus dem Kernbereich der früheren Stadt Elmhurst/Newtown. Mehrere der früheren Villages innerhalb der zu Jahresbeginn 1898 aufgelösten Towns bewahrten zunächst ihre eigenen Archive: Die Villages Flushing, College Point und Whitestone der Stadt Flushing, die Villages Jamaica und Richmond Hill der Stadt Jamaica und die Villages Far Rockaway und Rockaway Beach auf der Rockaway Peninsula der Stadt Hempstead.
Die Bewohner des flächenmäßig größeren, östlichen Teils von Queens County mit den drei Städten Oyster Bay, Hempstead und North Hempstead stimmten gegen die Eingliederung nach New York City. Aus diesem Teil wurde am 1. Januar 1899 das Nassau County gebildet. Das Archiv der Unterlagen des Queens County in den Grenzen vor 1899 blieb beim Borough of Queens.
Mit der Fertigstellung der Queensboro Bridge im Jahr 1909 und von Eisenbahn- und U-Bahn-Tunneln unter dem East River ab 1910 gab es eine entscheidende Verbesserung der Verkehrsverbindung zwischen Queens und Manhattan. Ab 1915 war ein Großteil des Bezirks an die New Yorker U-Bahn angeschlossen. Infolgedessen nahm die Einwohnerzahl von Queens stark zu und verdoppelte sich von 469.042 im Jahr 1920 auf 1.079.129 im Jahr 1930 und überschritt dabei die Millionenmarke. Der Stadtbezirk war der Veranstaltungsort der New Yorker Weltausstellungen 1939 New York World’s Fair und 1964 New York World’s Fair.NYC Parks Flushing Meadows Corona Park World’s Fair Legacy. Der nach Bürgermeister Fiorello La Guardia benannte Flughafen LaGuardia Airport wurde 1939 auf einem Gelände im Norden am Ufer des East River eröffnet. Auf dem Gelände eines ehemaligen Golfplatzes an der Jamaica Bay im Süden entstand 1948 der Idlewild Airport, der 1963 in John F. Kennedy International Airport umbenannt wurde. Ende der 1990er Jahre überschritt die Einwohnerzahl die Zwei-Millionen-Marke. Ende Oktober 2012 verursachte eine durch Hurrikan Sandy hervorgerufenen Sturmflut Überschwemmungen der küstennahen Gebiete, ein dabei ausgebrochener Großbrand in der überfluteten Siedlung Breezy Point auf der Halbinsel Rockaway zerstörte 111 Häuser und beschädigte 20.
Vier Orte haben den Status einer National Historic Landmark.Listing of National Historic Landmarks by State: New York. National Park Service, abgerufen am 20. Februar 2018. 97 Bauwerke und Stätten des Countys sind insgesamt im National Register of Historic Places eingetragen (Stand 20. Februar 2018).Suchmaske Datenbank im National Register Information System. National Park Service, abgerufen am 20. Februar 2018.
Demographie Am 1. April 2020 hatte Queens laut US-Census 2.405.464 Einwohner. 2023 betrug die geschätzte Einwohnerzahl 2.252.196, wobei der Rückgang durch Wegzüge infolge der COVID-19-Pandemie hervorgerufen wurde. Es wird mit einem allmählichen Wiederanstieg durch Zuzüge gerechnet.
Queens weist selbst für New Yorker Verhältnisse eine sehr große ethnische Vielfalt auf. Die Bewohner des Stadtbezirks kommen aus mindestens 100 Nationen und sprechen über 168 Sprachen. 47,8 % der 2014 dort lebenden Menschen wurden außerhalb der Vereinigten Staaten geboren. Laut US-Census 2020 waren 27,8 % der Bevölkerung Hispanics, die vor allem aus der Dominikanischen Republik, Kolumbien, Ecuador, Peru, Mexiko und Puerto Rico stammen, 27,3 % Asiaten, vor allem aus China, Indien, Bangladesch und den Philippinen, 22,8 % Weiße und 15,9 % Schwarze.
Einwohnerentwicklung: Jahr Einwohner 1790 16.014 1820 21.519 1840 30.324 1860 57.391 1870 73.803 Jahr Einwohner 1880 90.574 1890 128.059 1900 152.999 1910 284.041 1920 469.042 Jahr Einwohner 1930 1.079.129 1940 1.297.634 1950 1.550.849 1960 1.809.578 1970 1.986.473 Jahr Einwohner 1980 1.891.325 1990 1.951.598 2000 2.229.379 2010 2.230.722 2020 2.405.464 Quellen: Population of States and Counties US 1790-1990,Population of States and Counties US 1790-1990 PDF 14,2 MB. 2000–2020 US CensusUS Census Data Explore Census Data.
Stadtteile mini|Waterfront in Hunters Point 2023 mini|Blick von der Interstate 495 auf Long Island City (Mitte und rechts, im Hintergrund Midtown Manhattan, 2024) mini|Chinatown Flushing
Queens ist in 19 Community Districts und zahlreiche Stadtteile () untergliedert.
Die Bewohner identifizieren sich oft stärker mit ihrem Stadtteil oder Viertel als mit dem Stadtbezirk oder der Stadt New York. Queens besteht aus Dutzenden von Vierteln mit einer eigenen Identitäten und Bevölkerungsgruppen. Bekannte Stadtteile sind: In Astoria lebt eine der größten griechischen Bevölkerungsgruppe außerhalb von Griechenland. Hier sind auch viele spanischstämmige und Italoamerikaner sowie Einwanderer aus dem Nahen Osten und den Balkanstaaten ansässig. Elmhurst ist die Heimat von hispanischen, asiatischen und südasiatischen Bevölkerungsgruppen. Flushing ist eines der größten Viertel und hat eine große asiatische Gemeinde, deren Bewohner Chinesen, Koreaner und Südasiaten sind. Die Kreuzung von Main Street, Kissena Boulevard und 41st Avenue ist das Zentrum von Downtown Flushing und Chinatown Flushing. Forest Hills und Rego Park werden überwiegend von Weißen teils jüdischer Abstammung (Deutschland, Osteuropa, Israel) und Chinesen bewohnt und gelten großteils als wohlhabend. Howard Beach, Whitestone und Middle Village haben viele italienischstämmige Einwohner. Jackson Heights hat hispanische und asiatische Bewohner und ist durch den Einfluss der kolumbianischen Bevölkerung auch als „Klein-Kolumbien“ bekannt. Jamaica ist die Heimat großer afroamerikanischer, karibischer und mittelamerikanischer Bevölkerungsgruppen, die auch in einer Reihe von mittelständischen Vierteln leben. Kew Gardens ist überwiegend von Weißen und ferner von Hispanics und Asiaten bewohnt. Der Stadtteil gilt als wohlhabend. Long Island City ist das Handels- und Wirtschaftszentrum von Queens und zudem ein schnell wachsender Stadtteil mit vielen neuen Wohnhochhäusern und einer homogenen Bevölkerung. Ozone Park hat eine große italienische, hispanische und guyanische Bevölkerung. Queensbridge ist ein neben der Queensboro Bridge gelegenes Viertel in Long Island City und Nordamerikas größte Siedlung des sozialen Wohnungsbaus. Rockaway Beach hat eine große irischstämmige amerikanische Bevölkerung.
Parkanlagen Alley Pond Park Astoria Park Athens Square Baisley Pond Park Clearview Park Crocheron Park Cunningham Park Flushing-Meadows-Park Forest Park Gantry Plaza State Park Juniper Valley Park Kissena Park
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