mini|hochkant=1.2|Der französische Reiter Hubert Perring mit Diabolo Saint Maurice, Europameisterschaften 2009 Die Europameisterschaften im Dressurreiten werden seit 1963 von der Fédération Équestre Internationale (FEI) ausgerichtet, sie finden alle zwei Jahre statt. Wie bei Reitwettbewerben allgemein üblich werden die Wettbewerbe nicht nach Geschlecht getrennt. Die Europameisterschaften in Dressur und Para-Dressur 2023 finden in Riesenbeck auf der Anlage von Veranstalter Ludger Beerbaum stattfinden. Diese Europameisterschaft dient als Qualifikationsveranstaltung für die Olympischen Spiele und Paralympics in Paris 2024.
Prüfungen mini|hochkant=1.2|Therese Nilshagen mit Dante Weltino OLD in der Kür der Europameisterschaften 2021 Bis 1991 bestanden die Europameisterschaften aus den Prüfungen Grand Prix und Grand Prix Spécial. Seit 1991 ist darüber hinaus die Grand Prix Kür (international als Grand Prix Freestyle bezeichnet) enthalten, bei der zu Musik geritten wird. Der Mannschaftswettbewerb wird im Grand Prix entschieden, gleichzeitig dient dieser als Qualifikation für den Grand Prix Spécial. 1991 und 1993 waren der Grand Prix Spécial und die Grand Prix Kür zwei getrennte Einzelwettbewerbe, d. h. man konnte nur in einer der beiden Prüfungen starten. 1995 bis 2005 gab es nur einen Einzelwettbewerb, in die Wertung gingen alle drei Prüfungen ein, der Grand Prix Spécial diente als Qualifikation für die Grand Prix Kür. Seit 2007 gibt es wieder zwei Einzelwettbewerbe. Die Grand Prix Kür darf wiederum nur von den Besten des Grand Prix Spécial geritten werden, es ist nun also möglich, zwei Einzelmedaillen zu gewinnen. Für die Einzelwettbewerbe zählen nur die Ergebnisse aus der jeweiligen Prüfung (Spécial bzw. Kür).
Besonderheiten Offizielle Europameisterschaften wurden im Dressursport erst 1963 und damit später als in den zwei weiteren olympischen Reitsportdisziplinen eingeführt. Ab den 1950er Jahren wurde jedoch bereits einmal jährlich der „FEI Grand Prix“ an wechselnden Orten ausgetragen. Die Gewinner errangen mit dem Sieg einen Status, der dem eines Europameisters nahekam.
Im ersten Jahr der offiziellen Europameisterschaften durfte ein Reiter noch auf zwei Pferden starten, was auch die Möglichkeit einschloss, dass ein Teilnehmer zwei Medaillen gewann. Henri Chammartin konnte diese Möglichkeit mit seinen Pferden Wolfdietrich und Wörman nutzen und gewann die Gold- und Bronzemedaille.
Bei dieser ersten Austragung hätte die britische Equipe die Mannschaftswertung vor Rumänien gewonnen. Da jedoch die übrigen Nationen maximal zwei Reiter an den Start brachten (für eine Mannschaft sind drei Reiter erforderlich) und zumindest drei Mannschaften laut Reglement erforderlich waren, wurden keine Mannschaftsmedaillen vergeben. Beginnend mit der Europameisterschaft 1965 gewann die bundesdeutsche Mannschaft bei jeder Austragung die Mannschaftsgoldmedaille. Erst 2007 endete diese Ära, es gelang mit den Niederländern zum ersten Mal einer anderen Mannschaft, die Mannschaftswertung zu gewinnen.
Bis zum Jahr 1967 wurden die Europameisterschaften der Dressurreiter als offene Meisterschaften ausgetragen, es konnten also auch außereuropäische Reiter antreten und Medaillen und Titel gewinnen. 1995 konnten außereuropäische Teilnehmer antreten, aber weder Medaillen noch Titel gewinnen. (PDF; 74 kB) Da die Europameisterschaften 2003 gleichzeitig ein Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele 2004 waren, entschloss sich die FEI, alle Medaillen doppelt zu vergeben – jeweils einmal für eine innereuropäische und einmal für eine offene Europäische Meisterschaft. Die offenen Medaillen gingen an Ulla Salzgeber auf Rusty (Gold), Lisa Wilcox auf Relevant (Silber) und Jan Brink auf Bjorsell’s Briar 899 (Bronze)., dressagedaily.com, 17. August 2003 (englisch)
Neben den westlichen Staaten Europas war auch die Sowjetunion eine starke Dressurnation, die mehrfach Medaillen bei den Dressur-Europameisterschaften bis zur letztmaligen Teilnahme im Jahre 1991 gewann. An den Austragungen 1969 und 1971 nahm auch die Deutsche Demokratische Republik teil. Aufgrund der hohen Kosten im Vergleich zur Medaillenausbeute der Reiter der DDR wurde die Reitsportförderung nach den Olympischen Spielen 1972 in der DDR jedoch eingestellt. (englisch)
Austragungen Nr.JahrAustragungsort 11963 Kopenhagen, Dänemark 21965 Kopenhagen, Dänemark 31967 Aachen, BR Deutschland 41969 Wolfsburg, BR Deutschland 51971 Wolfsburg, BR Deutschland 61973 Aachen, BR Deutschland 71975 Kiew, Ukraine 81977 St. Gallen, Schweiz 91979 Aarhus, Dänemark 101981 Laxenburg, Österreich 111983 Aachen, BR Deutschland 121985 Kopenhagen, Dänemark 131987 Goodwood, Vereinigtes Königreich 141989 Bad Mondorf, Luxemburg 151991 Donaueschingen, Deutschland 161993 Lipica, Slowenien 171995 Bad Mondorf, Luxemburg 181997 Verden, Deutschland 191999 Arnhem, Niederlande 202001 Verden, Deutschland 212003 Hickstead, Vereinigtes Königreich 222005 Hagen, Deutschland 232007 La Mandria, Italien 242009 Windsor, Vereinigtes Königreich 252011 Rotterdam, Niederlande 262013 Herning, Dänemark 272015 Aachen, Deutschland 282017 Göteborg, Schweden 292019 Rotterdam, Niederlande 302021 Hagen, Deutschland 312023 Riesenbeck, Deutschland 322025 Crozet, Frankreich
Medaillenspiegel PlatzLand20x20px|Gold20x20px|Silber20x20px|BronzeGesamt15026179321013123536882244771852––261710187112481––19–1081810–18911–13412–1–113––11Gesamt727273217
Medaillengewinner in der Einzelwertung Seit 2007 Grand Prix Spécial Grand Prix Kür Jahr Ort Gold Silber Bronze Gold Silber Bronze2025 Crozet Justin VerboomenZonik Plus Cathrine Laudrup-DufourFreestyle Isabell WerthWendy Justin VerboomenZonik Plus Cathrine Laudrup-DufourFreestyle Isabell WerthWendy 2023 Riesenbeck Jessica von Bredow-WerndlTSF Dalera BB Nanna Skodborg MerraldZepter Charlotte DujardinImhotep Jessica von Bredow-WerndlTSF Dalera BB Charlotte FryGlamourdale Charlotte DujardinImhotep 2021 Hagen Jessica von Bredow-WerndlTSF Dalera BB Isabell WerthWeihegold OLD Cathrine DufourBohemian Jessica von Bredow-WerndlTSF Dalera BB Cathrine DufourBohemian Charlotte DujardinGio 2019 Rotterdam Isabell WerthBella Rose Dorothee SchneiderShowtime FRH Cathrine DufourCassidy Isabell WerthBella Rose Dorothee SchneiderShowtime FRH Jessica von Bredow-WerndlTSF Dalera BB 2017 Göteborg Isabell WerthWeihegold OLD Sönke RothenbergerCosmo Cathrine DufourCassidy Isabell WerthWeihegold OLD Sönke RothenbergerCosmo Cathrine DufourCassidy 2015 Aachen Charlotte DujardinValegro Kristina Bröring-SpreheDesperados FRH Hans Peter MinderhoudGlock’s Johnson TN Charlotte DujardinValegro Kristina Bröring-SpreheDesperados FRH Beatriz Ferrer-SalatDelgado 2013 Herning Charlotte DujardinValegro Helen LangehanenbergDamon Hill Adelinde CornelissenParzival Charlotte DujardinValegro Helen LangehanenbergDamon Hill Adelinde CornelissenParzival 2011 Rotterdam Adelinde CornelissenParzival Carl HesterUthopia Laura BechtolsheimerMistral Hojris Adelinde CornelissenParzival Carl HesterUthopia Patrik KittelScandic 2009 Windsor Adelinde CornelissenParzival Edward GalMoorlands Totilas Laura BechtolsheimerMistral Hojris Edward GalMoorlands Totilas Adelinde CornelissenParzival Anky van GrunsvenSalinero 2007 La Mandria Isabell WerthSatchmo Anky van GrunsvenSalinero Imke Schellekens-BartelsSunrise Anky van GrunsvenSalinero Isabell WerthSatchmo Imke Schellekens-BartelsSunrise
1995 bis 2005 Jahr Ort Gold Silber Bronze 2005 Hagen Anky van GrunsvenSalinero Hubertus SchmidtWansuela Suerte Jan BrinkBjörsells Briar 2003 Hickstead Ulla SalzgeberRusty Jan BrinkBjörsells Briar Beatriz Ferrer-SalatBeauvalais 2001 Verden Ulla SalzgeberRusty Arjen TeeuwissenGoliath T Nadine CapellmannFarbenfroh 1999 Arnheim Anky van GrunsvenBonfire Ulla SalzgeberRusty Arjen TeeuwissenGoliath T 1997 Verden Isabell WerthGigolo FRH Anky van GrunsvenBonfire Karin RehbeinDonnerhall 1995 Mondorf Isabell WerthGigolo FRH Anky van GrunsvenBonfire Sven RothenbergerOlympic Bo
1991 und 1993 Grand Prix Spécial Grand Prix Kür Jahr Ort Gold Silber Bronze Gold Silber Bronze 1993 Lipica Isabell WerthGigolo FRH Monica TheodorescuGrunox Tecrent Emile FaurieVirtu Nicole UphoffHerrmann's Grand Gilbert Sven RothenbergerAndiamo Gyula DallosAktion 1991 Donaueschingen Isabell WerthGigolo FRH Nicole UphoffRembrandt Margit Otto-CrépinCorlandus Sven RothenbergerAndiamo Klaus BalkenholGoldstern Nina MenkovaDikson
1963 bis 1989 Jahr Ort Gold Silber Bronze 1989 Mondorf Nicole UphoffRembrandt Margit Otto-CrépinCorlandus Ann-Kathrin LinsenhoffCourage 1987 Goodwood Margit Otto-CrépinCorlandus Ann-Kathrin LinsenhoffCourage Johann HinnemannIdeaal 1985 Kopenhagen Reiner KlimkeAhlerich Otto HoferLimandus Anne Grethe JensenMarzog 1983 Aachen Anne Grethe JensenMarzog Reiner KlimkeAhlerich Uwe SauerMontevideo 1981 Laxenburg Uwe Schulten-Baumer jun.Madras Christine StückelbergerGranat Gabriela GrilloGalapagos 1979 Aarhus Elisabeth TheurerMon Chérie Christine StückelbergerGranat Harry BoldtWoyceck 1977 St. Gallen Christine StückelbergerGranat Harry BoldtWoyceck Uwe Schulten-Baumer jun.Slibowitz 1975 Kiew Christine StückelbergerGranat Harry BoldtWoyceck Karin SchlüterLiostro 1973 Aachen Reiner KlimkeMehmed Jelena PetuschkowaPepel Iwan KalitaTarif 1971 Wolfsburg Liselott LinsenhoffPiaff Josef NeckermannVan Eick Iwan KisimowIchor 1969 Wolfsburg Liselott LinsenhoffPiaff Iwan KisimowIchor Josef NeckermannMariano 1967 Aachen Reiner KlimkeDux Iwan KisimowIchor Harry BoldtRemus 1965 Kopenhagen Henri ChammartinWolfdietrich Harry BoldtRemus Reiner KlimkeArcadius 1963 Kopenhagen Henri ChammartinWolfdietrich Harry BoldtRemus Henri ChammartinWörman
Medaillengewinner in der Mannschaftswertung