Der Chemische Ofen, lateinisch Fornax, ist ein Sternbild des Südhimmels.

Beschreibung miniatur|links|300px|Das Sternbild Fornax, wie es mit dem bloßen Auge gesehen werden kann mini|Das Sternbild Chemischer Ofen (unten links) auf einer Sternkarte aus dem Werk Urania's Mirror (1825) Fornax ist ein unscheinbares Sternbild, das sich aus lichtschwachen Sternen zusammensetzt. Nur ein Stern erreicht die 3. Größenklasse. Das Sternbild ist zum größten Teil vom ausgedehnten Eridanus umgeben.

Fornax ist vollständig nur von Süddeutschland, Österreich oder der Schweiz (dort steht es im Spätherbst tief über dem Horizont) und südlicheren Breiten aus zu sehen.

Im Sternbild befindet sich der Fornax-Galaxienhaufen, der 58 Galaxien enthält. Mit einer Entfernung von etwa 60 Millionen Lichtjahren ist er nach dem Virgo-Galaxienhaufen der zweitnächste Galaxienhaufen. Außerdem findet man dort die Fornax-Zwerggalaxie. Sie gehört allerdings nicht zum Fornax-Galaxienhaufen, sondern ist mit nur 450.000 Lichtjahren Abstand ein Mitglied der Lokalen Gruppe, zu der auch unsere Milchstraße gehört.

Geschichte Das Sternbild wurde 1756 unter dem Namen le Fourneau (Fornax Chimiae im Jahr 1763) von Nicolas Louis de Lacaille eingeführt. Johann Elert Bode übernahm es als Apparatus Chemicus in seinen Sternatlas Uranographia.Ludewig Ideler: Untersuchungen über den Ursprung und die Bedeutung der Sternnamen: Ein Beytrag zur Geschichte des gestirnten Himmels. Berlin 1809. S. 363.

Zwischen 2003 und 2004 nahm das Hubble-Weltraumteleskop in einem relativ sternarmen Bereich im Fornax das Hubble Ultra Deep Field auf. Die Aufnahmen zeigen etwa 9.500 Galaxien, wobei die entferntesten eine Rotverschiebung von etwa 7 aufweisen.

Himmelsobjekte Sterne B Namen o. andere Bezeichnungen Größe (mag) Lj Spektralklasse Dalim, Alpha Fornacis 3,87 46 F8 V + G7 V 4,46 177 G9 IIIb 4.68 – 4.73 347 B9,5 III 4,96 486 B9.5 IV 4,99 847 B5 III 5,13 156 A2.5 V 5,20 74 G0 V 5,27 319 A0 V 5,35 289 G8 III 5,39 546 A1 V 5,47 489 K2 III 5,54 283 G6 III 5,69 109 F4 V 5,70 476 K2 III 5,73 643 G8-K0 III 5,78 83 G1 V 5,83 114 F6 V 5,89 104 K2 V 5,91 383 K0-K1 III 5,90 320 A2 V 5,92 425 K0 III 5,93 185 F5 V

Doppelsterne

Objekt Scheinbare Helligkeit (mag) Abstand α 3,9/5,8 5,2" ω 4,9/7,9 10,8"

Alpha Fornacis, der hellste Stern im Fornax, ist ein Doppelsternsystem in 46 Lichtjahren Entfernung. Die beiden Komponenten gehören den Spektralklassen F8 und G7 an und können bereits mit einem kleinen Teleskop beobachtet werden.

Veränderliche Sterne Stern Größe Periode Typ R For 7,5m bis 13,0m 388,7 Tage Mirastern ST For 7,9m bis 11,6m 268 Tage Halbregelmäßig veränderlicher Stern

R Fornacis ist ein Veränderlicher Stern vom Typ Mira, dessen scheinbare Helligkeit während einer Periode von rund 389 Tagen sehr stark zwischen 7,5 und 13,0 Größenklassen schwankt. Die Variabilität der Helligkeit des Sterns wurde 1896 entdeckt. Der Veränderliche gehört mit seiner Spektralklasse C4.3 zu den Kohlenstoffsternen. Seine Entfernung von der Erde beträgt ca. 1810 Lichtjahre. – ST For ist ein Halbregelmäßiger Veränderlicher von der Untergruppe SRa, der eine Periode seiner Helligkeitsschwankungen von etwa 268 Tagen aufweist. Im Maximum erreicht er eine scheinbare Helligkeit von 7,9m; im Minimum fällt sie auf 11,6m ab. Der Stern ist circa 2140 Lichtjahre entfernt und gehört der Spektralklasse M6 an.

NGC-Objekte NGC sonstige Größe Typ Name MCG -06-07-001 9,3 Galaxie Fornax-Zwerggalaxie 1097 9,5 Galaxie 1316 8,4 Galaxie 1344 10,4 Galaxie 1350 10,4 Galaxie 1360 9,4 Planetarischer Nebel Ei des Rotkehlchens 1365 9,5 Galaxie 1374 11,0 Galaxie 1379 10,7 Galaxie 1380 9,9 Galaxie 1387 10,8 Galaxie 1398 9,8 Galaxie 1399 9,4 Galaxie 1404 10,0 Galaxie 1425 10,6 Galaxie

Im Fornax befindet sich NGC 1360, mit einem Durchmesser von 390 Bogensekunden einer der größten Planetarischen Nebel. Er ist bereits im Prismenfernglas gut zu erkennen. Um den nur 11m hellen Zentralstern sichtbar zu machen, benötigt man allerdings ein Teleskop mittlerer Größe.

Die Fornax-Zwerggalaxie weist eine sehr geringe Flächenhelligkeit auf und wurde daher erst 1938 von Harlow Shapley auf fotografischen Platten entdeckt. Obwohl sie am Nachthimmel den zweifachen Durchmesser des Vollmondes aufweist, kann sie mit dem Teleskop nicht visuell beobachtet werden. Erst auf langbelichteten Fotografien wird sie sichtbar.

14 Mitglieder des Fornax-Galaxienhaufens sind heller als 11,5 und daher schon im Amateur-Teleskop gut sichtbar.

Siehe auch Liste der Sternbilder

Literatur Philip M. Bagnall: The Star Atlas Companion : What You Need to Know About the Constellations. Springer, New York 2012, ISBN 978-1-4614-0829-1, S. 222f. Ian Ridpath: Star Tales. Lutterworth, 1988, ISBN 0-7188-2695-7, (online).

Weblinks

E.-Günter Bröckels: Das Sternbild Fornax - Chemischer Ofen, Sternwarte Lübeck, 1. August 2020 The clickable Fornax Bewegt sich Fornax? aus der Fernseh-Sendereihe alpha-Centauri (ca. 15 Minuten). Erstmals ausgestrahlt am 21. Dez. 2005.

Einzelnachweise