Barig-Selbenhausen ist ein Ortsteil der Gemeinde Merenberg im mittelhessischen Landkreis Limburg-Weilburg.
Geographische Lage Barig-Selbenhausen liegt im Westerwald etwa eineinhalb Kilometer (Luftlinie) nordnordöstlich des Merenberger Kernorts. Durchflossen wird es vom Kallenbach-Zufluss Vöhlerbach. In der Dorfgemarkung erhebt sich im Norden der Almerskopf () mit der Ringwallanlage Almerskopf aus der La-Tène-Zeit; Reste von Ringwällen befinden sich auch auf den Bergen Hohburg (), Roter Kopf () und Hinterster Kopf (), die sich südlich des Bachtals erheben. Das nächste Mittelzentrum ist Weilburg.
Geschichte Ortsgeschichte Der Ortsteil „Barig“ wird urkundlich bekanntermaßen erstmals im Jahr 1385 genannt. Der Ortsteil „Selbenhausen“ ist erstmals im Jahr 1326 sicher belegt. Die Endung -hausen deutet, wenn auch unsicher, auf eine Gründung zwischen dem 6. und dem 11. Jahrhundert hin.
Hessische Gebietsreform (1970–1977)
Zum 31. Dezember 1971 fusionierten im Zuge der Gebietsreform in Hessen die bisher selbstständigen Gemeinden Allendorf, Barig-Selbenhausen, Merenberg, Reichenborn und Rückershausen freiwillig zur neuen Großgemeinde Merenberg. Für alle ehemals eigenständigen Gemeinden von Merenberg wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten bzw. Herrschaftsgebiete und deren untergeordnete Verwaltungseinheiten, in denen Barig-Selbenhausen lag:
vor 1806: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft/Fürstentum Nassau-Weilburg, Amt Merenberg ab 1806: Herzogtum Nassau, Amt Weilburg ab 1816: Herzogtum Nassau, Amt Weilburg ab 1849: Herzogtum Nassau, Kreisamt HadamarAbtrennung der Justiz (Justizamt Weilburg) bis 1854. ab 1854: Herzogtum Nassau, Amt Weilburg ab 1867: Norddeutscher BundDer Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs., Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, OberlahnkreisEndgültige Trennung zwischen Justiz (Amtsgericht Weilburg) und Verwaltung. ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Oberlahnkreis ab 1946: Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Oberlahnkreis ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Oberlahnkreis, Gemeinde MerenbergAm 31. Dezember 1970 wurde Barig-Selbenhausen als Ortsbezirk in die Gemeinde Merenberg eingegliedert. ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Limburg-Weilburg, Gemeinde Merenberg ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Landkreis Limburg-Weilburg, Gemeinde Merenberg
Bevölkerung Einwohnerentwicklung
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Barig-Selbenhausen 702 Einwohner. Darunter waren 27 (3,8 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 129 Einwohner unter 18 Jahren, 294 zwischen 18 und 49, 141 zwischen 50 und 64 und 139 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 285 Haushalten. Davon waren 69 Singlehaushalte, 81 Paare ohne Kinder und 99 Paare mit Kindern, sowie 30 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 51 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 180 Haushaltungen lebten keine Senioren.
Religionszugehörigkeit • 1885: 272 evangelische (= 100 %) • 1961: 396 evangelische (= 84,80 %), 71 katholische (= 15,20 %)Einwohner
Politik Ortsvorsteher nach den Kommunalwahlen 2016 ist Joachim Wagner.
Kulturdenkmäler An dem Vöhler Bach waren in früherer Zeit verschiedene Mühlen beheimatet. Davon ist zwar keine mehr aktiv, aus einer Mühle wird aber aus Wasser Energie gewonnen. Auf dem Almerskopf existiert eine gut erhaltene Ringwallanlage aus der La-Tène-Zeit. In Selbenhausen in der Schulstraße und in der Straße „Zum Stockbrunnen“ stehen Fachwerkhäuser, die als Kulturdenkmäler ausgewiesen sind. Bei einem Fachwerkhaus ist ein ungewöhnlich aufwändiger Schmuckfachwerkbau aus dem 18. Jahrhundert erhalten. Bei einem anderen Fachwerkbau handelt es sich um einen fast sockellosen Fachwerkbau.
Im ehemaligen Dorf Barig ist das aus dem 18. oder gar noch 17. Jahrhundert stammende Wohnhaus oberhalb der Pfeffermühle der älteste Siedlungszeuge.
Vereine Auf Ortsebene bestehen folgende Vereine: Gemischter Chor „Concordia“ e.V., gegr. 1881 Freiwillige Feuerwehr Barig-Selbenhausen e. V., gegr. 1925 (einschl. Jugendfeuerwehr, gegr. 7. Juli 1990) Turn- und Sportverein Landfrauenverein VdK Ortsgruppe MC Westerwald Motorradclub
Infrastruktur Öffentliche Einrichtungen In Barig-Selbenhausen sorgt die Freiwillige Feuerwehr Barig-Selbenhausen, gegr. 1925 (seit 7. Juli 1990 mit ihrer Jugendfeuerwehr) für den abwehrenden Brandschutz und die allgemeine Hilfe. Der Kindergarten Tigerente ist in der Schulstraße.
Freizeitmöglichkeiten Der TuS Barig-Selbenhausen bietet Tischtennis, Gymnastik und Tanz an. Es bestehen im Ort das Dorfgemeinschaftshaus in der Schulstraße, ein Sportplatz, Kinderspielplätze und Wanderwege.
Literatur
Weblinks
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Limburg-Weilburg Kategorie:Geographie (Merenberg) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Limburg-Weilburg) Kategorie:Gemeindeauflösung 1970