East Sepik () ist der Name einer der 21 Provinzen von Papua-Neuguinea. Es ist etwa 42.800 km² groß und zählt rund 631.791 Einwohner (2024). Hauptstadt ist Wewak mit 37.825 Einwohnern im Jahr 2011. Die Nachbarprovinzen von East Sepik sind Madang im Osten, Enga im Süden, Hela im Südwesten und Sandaun im Westen.
East Sepik ist nach dem größten Strom des Landes, dem Sepik benannt. Der Unter- und Mittellauf des Flusses gilt als sehr reizvoll und ist einer der von Touristen am meisten besuchten Teile des Landes. Vor der Mündung des Sepiks nahe der Ostküste Neuguineas liegt die kleine Inselgruppe der Le-Maire-Inseln.
East Sepik bildete bis 1968 mit West Sepik zusammen eine Provinz. Danach wurden die Grenzen zwischen den zwei Sepik-Provinzen mehrere Male geändert. Heute ragt East Sepik keilförmig nach West Sepik hinein, damit das Flussgebiet möglichst in einer Provinz verläuft. West Sepik heißt heute Sandaun und ist mit seiner schroffen Küste im Gegensatz zu East Sepik vom Tourismus fast unberührt.
Die Küste von East Sepik besteht im Osten aus seinen Lauf stark veränderndem Schwemmland. Weiter im Westen ist die Küste von steil ansteigendem Bergland geprägt und ohne natürliche Häfen. Das wenige fruchtbare Land wird intensiv für den Kaffeeanbau genutzt.
Die zentrale Bedeutung in East Sepik hat zweifellos der Fluss, der seit vielen Jahrhunderten Haupt-Handelsweg ist. Die Stämme entlang des Flusses haben eine künstlerische Kreativität entwickelt, die in ganz Melanesien als beispiellos gilt. Der deutsche Forscher Otto Finsch befuhr 1885 als erster Europäer den Sepik und nannte ihn nach der Gattin des damaligen deutschen Kaisers Wilhelm I. Kaiserin-Augusta-Fluss. miniatur|Ost-Sepikgebiet, Maprik Distrikt, Ingo Kühl, Tomulopa Deko und indigene Männer (von links nach rechts) in einem Haus Tambaran, Apangai, 2012 Im Jahr 2010 reiste der Maler Ingo Kühl in Begleitung des indigenen Künstlers Tomulopa Deko von Goroka über Madang und Wewak in die Maprik-Region. Seine Erfahrungen beschrieb er in einem Bildband. 2012 wiederholte er diese Expedition zusammen mit seiner Frau und Tomulopa Deko, wo sie mehrere Häuser Tambaran besuchten, bevor sie Pagwi erreichten und mit einem Kanu auf dem Sepik weiter flussaufwärts fuhren.
Bevölkerung miniatur|Spezieller Initiationsort für Männer in einem Zeremonienhaus, Apangai, Papua-Neuguinea (1984); vorne der mythische Clangründer Tappoka, dahinter weibliche Dschungelgeister, Clanahnen und mythische Ahnen wie der, der den Menschen die Yamsknolle brachte
Zu den bekannteren Völkern der Provinz East Sepik gehören die Arapesh und die Mundugumor; über beide veröffentlichte die amerikanische Ethnologin Margaret Mead in den 1930er Jahren eine vergleichende Studie zum Thema Aggression (siehe dazu die Mead-Freeman-Kontroverse).
Die Arapesh tauschen nach einem festen Ritual mit den benachbarten Abelam, die einen Yamswurzel-Kult pflegen. Die Yatmul gelten als die Kreativen der Gegend. Das kleine Volk der friedlichen Washkuk lebt im Bergland südlich des Flusses.
In der Provinz werden 90 lokale Sprachen gesprochen,Charlie Higgins, John Titmus: . United Nations Disaster Assessment and Coordination Team, Mission Report, September 2002, S. 5. von denen ein Teil zur Torricelli-Sprachfamilie gehört; rund 30.000 Einwohner sprechen Arapesh-Sprachen.Ethnologue-Eintrag: Arapesh. In: Ethnologue: Languages of the World. 2013, abgerufen am 27. April 2014 (englisch).
Wirtschaft Die Provinz East Sepik ist wirtschaftlich relativ unterentwickelt. Neben dem Fischfang spielt die Landwirtschaft eine Rolle. Angebaut werden Sago, Taro, Yams, Kaffee, Kakao, Kokos und Betelnuss. Darüber hinaus ist das Kunstgewerbe (Holzschnitzerei, Keramik, Korbflechten) von Bedeutung, dessen Produkte an Touristen verkauft werden.
Distrikte und LLGs Die Provinz East Sepik ist in sechs Distrikte unterteilt. Jeder Distrikt besteht aus einem oder mehreren „Gebieten auf lokaler Verwaltungsebene“, Local Level Government (LLG) Areas, die in Rural (ländliche) oder Urban (städtische) LLGs unterschieden werden.National Statistical Office of Papua New Guinea
Distrikt Verwaltungszentrum Bezeichnung der LLG-Gebiete Ambunti-Dreikikir Distrikt Ambunti Ambunti Rural Tunap-Hunstein Range Rural Gawanga Rural Dreikikir Rural Angoram Distrikt Angoram Angoram-Middle Sepik Rural Keram Rural Karawari Rural Marienberg-Lower Sepik Rural Yuat Rural Maprik Distrikt Maprik Albiges Mamblep Rural Bumbuita Muhiang Rural Maprik Wora Rural Yamil Tamaui Rural Wewak Distrikt Wewak Boikin Dagua RuralTurubu Rural Wewak Islands Rural Wewak Rural Wewak Urban Wosera-Gawi Distrikt Wosera Burui-Kunai RuralGawi Rural North Wosera Rural South Wosera Rural Yangoru-Saussia Distrikt Yangoru East Yangoru Rural Numbo Rural Sausso Rural West Yangoru Rural
Literatur Heiner Wesemann: Papua-Neuguinea. Niugini. Steinzeit-Kulturen auf dem Weg ins 20. Jahrhundert. DuMont, Köln 1985, ISBN 3-7701-1322-5 (DuMont-Kultur-Reiseführer).
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Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Neuguinea) Kategorie:Provinz von Papua-Neuguinea