André Verchuren (* 28. Dezember 1920 in Neuilly-sous-Clermont; † 10. Juli 2013 in Chantilly) war ein französischer Akkordeonspieler.
Biografie André Verchurens Großvater war der Akkordeonspieler und Juwelier Petrus Verschuere. Sein Vater Raymond, der ebenfalls als professioneller Akkordeonspieler tätig war, ließ sich in Neuilly-sous-Clermont nieder, wo er Marie-Clémence Massez, eine Schneiderin aus Ully-Saint-Georges, traf. André Verchuren begann bereits im Alter von vier Jahren mit dem Akkordeonspielen, er wurde von seinem Vater unterrichtet. Ab 12 Jahren gab er selbst Akkordeon-Unterricht.
Während des Zweiten Weltkriegs half er alliierten Fallschirmjägern. Im Juni 1944 wurde er verraten, festgenommen und gefoltert, bevor er in das Lager Royallieu gebracht wurde. Am 2. Juli 1944 wurde er mit dem Konvoi, der Compiègne verließ, ins KZ Dachau deportiert. Er wurde dort dem Sonderkommando zugewiesen, welches für die Krematorien verantwortlich war, und wurde am 29. April 1945 in Neckaretz, einem Außenlager des Konzentrationslagers Natzweiler, befreit.
Am 5. April 1957 nahm er die französische Staatsbürgerschaft an. Er wohnte zunächst in Creil und verlegte später seinen Wohnsitz nach Gouvieux.
Verchuren verursachte im April 1974 in einen Autounfall, bei dem seine Frau Micheline starb, sein Sohn wurde verletzt. 1997 wurde er zum Offizier der Ehrenlegion ernannt. Im November 2006 wurde ihm vom Präsidenten Jacques Chirac der Ordre national du Mérite (nationaler Verdienstorden) verliehen.
André Verchuren starb am 10. Juli 2013 in Chantilly an einem Herzinfarkt. Er hinterließ zwei Söhne. Seine letzte Ruhestätte fand er im Familiengrab auf dem Friedhof von Chantilly.
Künstlerisches Schaffen 1936, im Alter von nur sechzehn Jahren, errang er den Titel des Weltmeisters im Akkordeonspiel und verblüffte Publikum und Jury, indem er mit der Tradition brach und im Stehen spielte. König Leopold von Belgien zeichnete ihn mit der Trophäe aus.
Nach der Befreiung aus dem KZ hatte Verchuren Schwierigkeiten, die Beweglichkeit seiner Finger wiederzuerlangen, kehrte aber schließlich auf die Bühne zurück. Im Jahr 1950 wurde er für die renommierte Wettbewerbsshow Swing Contre Musette von Radio Luxemburg nominiert, die ein enorm breites Publikum ansprach. Vor einem begeisterten Publikum im Moulin Rouge setzte er sich gegen die Jazz-Combo durch und erlangte nicht nur einen Plattenvertrag, sondern auch einen Sendeplatz bei einem kommerziellen Radiosender für die kommenden 17 Jahre. Seine Karriere im Radio setzte er weitere 13 Jahre fort, nachdem er zu RTLs Hauptkonkurrenten Europe 1 gewechselt war.
Bei der Plattenfirma Decca Records nahm er seine ersten drei 78er-Schallplatten sowie seine debütierende 45er-Schallplatte auf. Im November 1951 wurde er in die SACEM (Gesellschaft der Autoren, Komponisten und Musikverleger) aufgenommen.
1956 trat er als erster Akkordeonist im Olympia auf. Im März 1958 bekam er seine erste goldene Schallplatte. 1964 spielt er im österreichischen Film Die lustigen Weiber von Tirol die Hauptrolle. 1967 erschien ein Buch über sein Leben und seine Karriere, Mon Accordeon et moi (Mein Akkordeon und ich), das er zusammen Lucien Millot verfasst hat.
Als Künstler konnte Verchuren bemerkenswerte Erfolge erzielen. In über 10.000 Auftritten erreichte er etwa 40 Millionen Zuschauer. Darüber hinaus hat er über 70 Millionen Alben verkauft, was in seinem Genre den Weltrekord markiert.
Er ging erst im Jahr vor seinem Tod endgültig in den Ruhestand.
Diskografie (Auswahl)
Le Petit chapeau tyrolien Ah! si j'étais resté célibataire Le Tango nous invite Ce soir, on va faire la java Le Chouchou de mon cœur 1959: Paris Musette (Polydor 21018 EPH) 1961: Les Fiancés d'Auvergne (Nr.1 Hit in Frankreich)
Filmografie 1955: Gueule d'ange 1964: Die lustigen Weiber von Tirol
Weblinks
Quellen
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