mini|hochkant=1.4|Sterne auf dem Hollywood Walk of Fame vor dem Dolby Theatre Ein Star [] oder auch [] (von englisch star, SternMegan Garber: Why Are They 'Stars'? In: The Atlantic (Onlineausgabe), 24. Februar 2017.) ist eine prominente Persönlichkeit mit überragenden Leistungen auf einem bestimmten Gebiet, in der Regel der Unterhaltung oder des Sports, und einer herausgehobenen medialen Präsenz.

Der personifizierte Star ist Untersuchungsgegenstand der Medien-, Film- und Sozialwissenschaften. Richard Dyer hat mit seinem Buch Stars 1979 ein grundlegendes Werk dazu vorgelegt, das sich jedoch ausschließlich auf Filmstars bezieht. Der Aufstieg zum Star und dessen Status ist Gegenstand einer umfassenden Untersuchung von Moshe Adler.Moshe Adler: Stardom and Talent. In: American Economic Review 75, März 1985, S. 208 ff. (PDF; 595 kB) Im deutschen Sprachraum forscht insbesondere Werner Faulstich über Stars.

Als gesichert gilt inzwischen die Erkenntnis, dass sich ein Star zunächst durch überragende Leistungen auf einem bestimmten Gebiet hervorgetan hat. Erforderlich ist auch ein öffentliches Interesse, durch das der Star und seine Leistung zum interessierten Publikum transportiert werden. Eine große Bekanntheit in der Öffentlichkeit wiederum kann die Akzeptanz eines Stars beim Publikum derart erhöhen, dass dieses eine Fanbeziehung aufbaut. Star ist ein Statussymbol, das den Star über andere Personen ohne diesen Status im selben Gebiet heraushebt.

Sherwin Rosen bevorzugt eine monetäre Definition: Für ihn sind Stars eine „relativ kleine Anzahl von Personen, die enormes Geld verdienen und die den Bereich dominieren, in dem sie tätig sind“.Sherwin Rosen, The Economics of Superstars. In: American Economic Review 71, Dezember 1981, S. 845. Aus ökonomischer Sicht sind Stars ein Produkt der Industrie, das die Funktion insbesondere als Werbeträger erfüllt und damit dem Bedarf dient.Werner Faulstich, Stars, Idole, Werbeträger, Helden: Sozialer Wandel durch Medien. In: Funkkolleg Medien und Kommunikation. Studienbrief Nr. 16, 1991, S. 39. Nach Adler kann das Phänomen eines Stars nur dort bestehen, wo der Konsum Wissen erfordert.

Abgrenzungen Nicht jede Person, die bekannt ist, oder auf einem Gebiet etwas Herausragendes geleistet hat, ist ein Star.Jeanette Staiger: Schauspieler, Prominente, Stars und Image, 1997, S. 49. Die „personalisierte Außergewöhnlichkeit oder Außeralltäglichkeit“ macht Stars nicht allein aus. Hinzu kommen müssen die permanente Hervorhebung in vielgelesenen Medien und die dadurch herausragende Bekanntheit. Mutter Teresa hat beispielsweise Außergewöhnliches geleistet, wird aber nicht als Star bezeichnet. Auch Wissenschaftler, welche in einzelnen Disziplinen Herausragendes geleistet haben, werden im Allgemeinen nicht als Stars tituliert.

Zuweilen werden Stars mit Ikonen gleichgesetzt.Hans O. Hügel: Lob des Mainstreams: Zu Begriff und Geschichte von Unterhaltung und populärer Kultur. 2007, S. 162 (online). Idole sind Personen, die verehrt werden und denen zumeist Jugendliche nacheifern. „Show-Legenden“ sind Stars, deren Performance-Qualität belobigt wird. Diven betonen ihre Distanz zum Publikum. Ein SuperstarKarl Dallas: Singers of an Empty Day. Last Sacraments for the Superstars. Kahn & Averill, London 1971. (bzw. Weltstar) besitzt internationale Geltung oder Bekanntheit in mehreren Kulturkreisen.

Geschichte Persönlichkeitsinszenierung hat es schon immer gegeben, allerdings konnte sie sich erst mit den Massenmedien ausbreiten.Silke Borgstedt: Der Musikstar, 2008, S. 35. So begannen in der Zeit der Romantik und ihres Geniekults wahre „Pilgerreisen“ zu den neben der Mundpropaganda durch zahlreiche Zeitschriften gefeierten bildenden Künstlern wie Ingres in Paris, Thorvaldsen in Kopenhagen und Overbeck in Rom.Journal of Swiss archaeology and art history. Bände 62–63, 2005, S. 83: „… der Topos des Künstlerbesuchs im 19. Jahrhundert …, ob er bei Ingres, Thorvaldsen oder Overbeck stattgefunden hat → die ‚Pilgerreise‘ zu gefeierten Künstlern … gehörte zum Geniekult der Zeit.“ Den ersten Public-Relations-Unternehmen wie der im Jahre 1900 in Boston gegründeten Firma Ivy Lee ging es von vorneherein nicht nur um die reine Aufmerksamkeit, sondern vielmehr um die glaubhafte Vermittlung eines konstruierten Images.Silke Borgstedt: Der Musikstar, 2008, S. 36.

Die ersten Stars waren US-amerikanische Kino- und Musikstars, von deren aufsteigender Bekanntheit auch der Anglizismus „Star“ stammt. Die Namen der Filmschauspieler wurden in den frühen Stummfilmen zunächst nicht erwähnt; erste Namensnennungen der Filmschauspieler gab es seit 1909 in der Filmzeitschrift Music World. Daraus ergibt sich, dass Startum unbedingt mit Namensnennung verbunden ist. Die ersten Stars waren Filmschauspieler, deren Name im Vorspann gezeigt wurde. Sie wurden prominent auch in der Werbung herausgestellt und zum Instrument, um den Zuschauer ans Kino zu binden.

Die erste Filmschauspielerin, die mit ihrem Namen erschien, war Florence Lawrence im Stummfilm The Broken Oath. Sie wurde in der Zeitschrift der Independent Moving Pictures Company im März 1910 als „Amerikas führender Filmstar“ gefeiert; der Filmstar war geboren. Die aufstrebende Filmindustrie begann nun planvoll mit einem „Star-System“, einer Methode zur Etablierung, Promotion und intensiven Nutzung von Filmstars. Auch Agenturen und Medien begannen, sich auf einzelne Filmschauspieler zu konzentrieren und ihnen ein herausragendes Image zu verpassen. Die frühen Filmstars Judy Garland, Rock Hudson, Grace Kelly oder Marilyn Monroe waren auf diese Weise entstanden.

Bereits 1914 sprach man auch in Deutschland von „Kinostars“.Ulrike Oppelt: Film und Propaganda im Ersten Weltkrieg. S. 165 (online) Als erste Stars in Deutschland gelten Asta Nielsen und Henny Porten.Ulrike Oppelt: Film und Propaganda im Ersten Weltkrieg, S. 167. Asta Nielsen wurde 1910 durch den Kinofilm Abgründe zum Star, Kollegin Henny Porten gilt als erster deutschsprachiger Filmstar durch den Film Hann, Hein und Henny aus dem Jahr 1917. Marlene Dietrich wurde 1930 mit dem Film Der blaue Engel über Nacht zum Kinostar. Ein Porträt des Künstlers Marc Engelhard fand Verbreitung und zeigt sie in typischer Pose.Wilhelm von Sternburg, Die Geschichte der Deutschen, 2005, S. 213. Bereits ab 1910 hatte die Firma Hermann Leiser in Berlin mit dem Aufbau eines Monopols auf „Starpostkarten“ begonnen, die meist auch die Unterschrift der Stars enthielten.

Ufa-Stars Der Begriff umfasst in erster Linie Schauspieler, die in Filmen der UFA mitwirkten. Für die ältere deutsche Generation spielten die so genannten „Ufa-Stars“ eine größere Rolle, da diese den Zeitgeist der 30er und 40er Jahre verkörperten. Schauspieler und Schauspielerinnen wie Hans Albers, Zarah Leander, Heinz Rühmann, Marika Rökk oder Ilse Werner waren darüber hinaus auch noch im Musikgeschäft tätig, was ihre Bekanntheit und Beliebtheit steigerte.

Musikstars Als erster Popstar der Musikgeschichte wird von einigen Musikwissenschaftlern Wolfgang Amadeus Mozart angesehen. Dokumentation Mozart Superstar – Der erste Popstar der Geschichte, gesendet am 5. April 2015 auf arte. Die Entwicklung des musikalischen Startums ist dann aber eng mit der massenhaften Reproduktion von Liedern durch Tonträger verknüpft.Silke Borgstedt: Der Musikstar, 2008, S. 41. So gilt Enrico Caruso als erster Star des Phonographen, nicht zuletzt durch den ersten Millionenseller der Geschichte der Musikindustrie, das im Mai 1904 veröffentlichte Vesti La Giubba.

Als Verstärkung des Startums kann die Einführung des Top40-Radios im Jahre 1953 angesehen werden, das als Spartenprogramm durch intensives Airplay der 40 höchstplatzierten Singles für eine Glorifizierung der erfolgreichen Interpreten sorgte. Bing Crosby, Frank Sinatra oder Ray Charles wurden dadurch zu Stars. Als auch Tonträger seit Einführung der Single 1948 zu preiswerten Massenprodukten wurden, war die Herausbildung von Musikstars nicht mehr aufzuhalten. Der Effekt wurde durch begleitende Printmedien wie Billboard und dessen Hitparaden (seit 1936), Bravo (seit 1956 mit den Musicbox-Charts „Schlagerfavoriten“, „Starschnitt“) noch verstärkt. Das trifft auch für reine Musiksender zu wie MTV (seit 1981) oder VIVA (seit 1993).

Bei den Printmedien befassen sich spezielle Zeitschriften (z. B. in – Stars & Sternchen seit 2007) mit allen über Stars verfügbaren Informationen, um das öffentliche und Privatleben von Stars gezielter zu vermarkten. Das US-Magazin Variety berichtet seit 1905 über Stars. Diese Magazine befriedigen die Neugier der Fans, ohne die es keinen Star geben kann.Werner Faulstich: Grundwissen Öffentlichkeitsarbeit. 2000, S. 202. Es gibt auch spezielle Magazine im Fernsehen (Exclusiv – Das Starmagazin, seit 1994 bei RTL) und auch TV-Spartenkanäle, die sich ausschließlich mit Stars befassen (das US-amerikanischecelebtv; seit 2007). Als größte Musikstars aller Zeiten verstanden sich zu ihren Lebzeiten Elvis Presley und Michael Jackson.Hillel Italie: [Der „King of Pop“ liebte und hasste Elvis Presley.] In: Die Welt, 26. Juni 2009, abgerufen am 26. Juni 2017.

Sportstars Julia Mährlein hat in ihrer Göttinger Dissertation (bei Arnd Krüger) verdeutlicht, dass die außerordentliche sportliche Leistung erforderlich ist, um zum Helden im Sport zu werden, dass aber durch geschicktes Management Sportler erst durch dauerhaft konstante Leistungen zur Marke werden könne. Swantje Scharenberg hat in ihrer Analyse der Helden im Sport in der Weimarer Zeit gezeigt, welche außergewöhnlichen Leistungen „Heldenpotenzial“ für die jeweilige Zeit hätten.

Arten Unterteilung nach Bereichen Je nach Fachgebiet unterscheidet man Filmstars (wie Sean Connery), Musikstars (Beatles), Starautoren (Joanne K. Rowling), Sportstars (Mark Spitz), Politstars (Helmut Schmidt), Fernsehstars (Thomas Gottschalk), Starreporter (Bob Woodward), Starregisseure (Steven Spielberg) oder Modestars (Karl Lagerfeld) und auch Pornostars (Jenna Haze). Innerhalb dieser Kategorien sind weitere Segmentierungen möglich; in der Musik etwa nach Popstars, Countrystars, Rockstars oder Schlagerstars. Staranwälte wie Rolf Bossi sind Rechtsanwälte, die Stars in Gerichtsprozessen vertreten und dadurch ebenfalls in das Interesse der Öffentlichkeit rücken.

Im Hinblick auf die Komparationsform gibt es als unterste Ebene Starlets („Filmsternchen“), also Nachwuchsdarsteller in Hollywood-Filmen, die als Filmstar noch aufgebaut werden sollen. Ihnen übergeordnet sind Stars, darüber Topstars, Superstars und Megastars. Unterhalb des Stars sind auch die Protagonisten der Soap-Operas angesiedelt, sie sind lediglich „Celebrities“ (Prominente), also Personen, die im öffentlichen Leben bekannt sind. Umgekehrt können auch Oberbegriffe gebildet werden wie Medienstars, unter die die Starreporter, Radiostars oder Fernsehstars subsumiert werden können.

Minderjährige Stars Vom Alter her grenzt man minderjährige Kinderstars von den erwachsenen Stars und Interpreten ab. Dabei gibt es Überschneidungen zwischen Kinderdarstellern, die im Schauspielbereich tätig sind und musikalischen Kinderstars, die in zahlreichen Bereichen der Musikindustrie vertreten sind (bes. Popmusik und Schlager, aber auch in der Klassischen Musik). Minderjährige Berühmtheiten sind oft Gegenstand von Kontroversen bezüglich Arbeitsrecht, Schulausbildung und Leistungsüberforderung.

Modelagenturen haben in der Regel auch eine Reihe von Kindern unter Vertrag, die als Model für Mode und Werbung arbeiten – es gibt jedoch auch Agenturen, die sich auf die Vermittlung von Kindermodels spezialisiert haben. Ein Teil der ehemaligen Kindermodels werden später in anderen Bereichen der Unterhaltungsindustrie erfolgreich, beispielsweise als Schauspieler (z. B. Elijah WoodStarporträt. Elijah Wood Gala, aufgerufen am 24. Mai 2022).

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