Basisdaten Bestandszeitraum 1876–1900 (Verwaltungsbezirk)1900–1922 (Landratsamt)1922–1952 (Landkreis) Verwaltungssitz Altenburg Einwohner 90.207 (1939) Gemeinden 174 (1939) 300px Lage des Landkreises Altenburg in Thüringenim Jahr 1922 Der Landkreis Altenburg war ein Landkreis im Osten Thüringens. Er wurde am 1. Oktober 1922 gegründet und bestand bis zur Verwaltungsreform von 1952 in der DDR. Vor 1922 existierten bereits der Verwaltungsbezirk Altenburg und das Landratsamt Altenburg.
Geschichte Sachsen-Altenburg Das Herzogtum Sachsen-Altenburg im Deutschen Kaiserreich bestand aus zwei getrennten Landesteilen, dem WestkreisDie Kreishauptmannschaft Westkreis im Archivportal Thüringen um Kahla, Roda und Eisenberg sowie dem OstkreisDie Kreishauptmannschaft Ostkreis im Archivportal Thüringen um Altenburg, Schmölln und Ronneburg. 1876 wurden im Ostkreis die beiden Verwaltungsbezirke Altenburg und Schmölln eingerichtet. 1881 wurde der Verwaltungsbezirk Schmölln wieder aufgelöst und sein Gebiet in den Verwaltungsbezirk Altenburg eingegliedert, der im Jahre 1900 eine Fläche von 657 km² umfasste und 138.561 Einwohner besaß.
Bei einer Neugliederung des Staatsgebietes zum 1. April 1900 wurde die Stadt Altenburg kreisfrei und die übrigen Gemeinden des Ostkreises auf die beiden Landratsämter Altenburg und Ronneburg aufgeteilt. Das Landratsamt Altenburg mit Sitz in Altenburg umfasste im Jahre 1910 eine Fläche von 360 km² und hatte 61.950 Einwohner in 169 Gemeinden.
Land Thüringen 1918 wurde aus dem Herzogtum Sachsen-Altenburg der Freistaat Sachsen-Altenburg, der wiederum am 1. Mai 1920 im Land Thüringen aufging. Bei einer umfassenden Gebietsreform wurde zum 1. Oktober 1922 der Landkreis Altenburg gebildet. Er setzte sich zusammen aus dem gesamten Landratsamt Altenburg außer den Gemeinden Drescha, Kauerndorf, Rasephas und Zschernitzsch, die in die Stadt Altenburg eingemeindet wurden, sowie dem östlichen Teil des Landratsamts Ronneburg. Der westliche Teil des Landratsamts Ronneburg mit der Stadt Ronneburg kam zum neuen Landkreis Gera. Sitz des Landkreises Altenburg wurde die kreisfreie Stadt Altenburg.
Die Gemeinde Selka wechselte am 1. Januar 1927 aus dem Landkreis Altenburg in den Landkreis Gera, ebenso die Gemeinde Vollmershain am 1. Oktober 1927. Am 1. April 1928 wurde ein Gebietstausch mit Sachsen durchgeführt. Der Landkreis Altenburg gab seine Gemeinden Neukirchen, Rußdorf, Waldsachsen, Untergötzenthal, Wickersdorf sowie Splitterflächen in Harthau und Gähsnitz an Sachsen ab und erhielt dafür die sächsischen Anteile der Gemeinden Bocka, Frohnsdorf, Heiersdorf, Kauritz und Thonhausen.Staatsvertrag vom 7. Dezember 1927
Die vier Städte des Landkreises waren Gößnitz, Lucka, Meuselwitz und Schmölln, dazu kamen (Stand 1939) 170 weitere Gemeinden.
DDR Am 1. August 1946 wechselte die Gemeinde Selka aus dem Landkreis Gera in den Landkreis Altenburg.Zwölfte Verordnung über die Kreiseinteilung des Landes Thüringen Am 1. Juli 1950 verlor Altenburg den Status einer kreisfreien Stadt und wurde Teil des Landkreises. Gleichzeitig wurde die Gemeinde Mumsdorf nordwestlich von Meuselwitz, die eine Exklave im Landkreis Zeitz in Sachsen-Anhalt bildete, in diesen umgegliedert. Im Gegenzug wechselte die Gemeinde Bröckau aus dem Landkreis Zeitz in den Landkreis Altenburg.
Bei der Verwaltungsreform von 1952 in der DDR wurde im Altenburger Land eine neue Kreisgliederung geschaffen: Der Nordosten des Kreisgebiets mit den Städten Altenburg und Meuselwitz bildete den Kreis Altenburg. Der Südwesten des Kreisgebiets mit den Städten Gößnitz und Schmölln bildete, ergänzt um Gemeinden der Landkreise Gera, Zeitz und Zwickau, den neuen Kreis Schmölln. Beide Kreise wurden dem Bezirk Leipzig zugeordnet, der ansonsten zum größten Teil aus ehemals sächsischen Gebieten bestand.
Die Gemeinden Gähsnitz und Ziegelheim (mit den Ortsteilen Uhlmannsdorf und Niederarnsdorf) aus dem Landkreis Glauchau kamen außerdem zum Kreis Altenburg hinzu. Im Dezember 1952 wechselten noch nachträglich die Gemeinde Thräna aus dem Kreis Altenburg in den Kreis Borna sowie die Gemeinde Steinbach in den Kreis Geithain. Der heutige Landkreis Altenburger Land hat einen ähnlichen Gebietszuschnitt wie der alte Landkreis Altenburg.
Einwohnerentwicklung 1925 hatte der Landkreis 95.547 und die Stadt Altenburg 42.570 Einwohner, 1939 waren es 90.753 und 45.849 auf einer Fläche von 486,53 km² im Jahr 1925 und 472,87 km² im Jahr 1939. Die Stadt Altenburg umfasste 17,23 km². 1950 hatte der Landkreis (inklusive der Stadt Altenburg) 158.941 Einwohner.
Gemeinden Stand 1939 Im Jahre 1939 umfasste der Landkreis Altenburg vier Städte und 170 weitere Gemeinden: Altkirchen Altpoderschau Beiern Bocka Boderitz Bohra Borgishain Bornshain Brandrübel Breesen Bünauroda Burkersdorf b. Lehndorf Burkersdorf b. Schmölln Buscha Dippelsdorf Dobitschen Dobraschütz Dölzig Drogen Ehrenberg Ehrenhain Flemmingen Fockendorf Frohnsdorf Garbisdorf Garbus Gardschütz Gerstenberg Gieba Gimmel Gleina Gödern Gödissa Göhren Goldschau Göldschen Göllnitz Göpfersdorf Gösdorf Gößnitz, Stadt Graicha Greipzig Großbraunshain GroßmeckaGroßröda Großstöbnitz Großtauschwitz Hartha Hartroda Haselbach Hauersdorf Heiersdorf (bei Niederwiera) Hinteruhlmannsdorf Jauern Jückelberg Kertschütz Kleinmückern Kleintauscha Knau Kosma Kostitz Köthel Kotteritz Kraasa Kreutzen Kriebitzsch Kröbern Kummer Langenleuba-Niederhain Lehma Lehndorf Lohma-Zschernichen Löhmigen Lossen Lucka, Stadt Lumpzig Maltis Mehna Merlach Meucha Meuselwitz, Stadt Mockern Mockzig Modelwitz Mohlis Monstab Mumsdorf MünsaNaundorf Neubraunshain Neuenmörbitz Neupoderschau Niederwiera Nirkendorf Nobitz Nödenitzsch Nörditz Oberarnsdorf Oberkossa Oberleupten Oberlödla Obermolbitz Oberzetzscha Paditz Pahna Pähnitz Pfarrsdorf Platschütz Plottendorf Podelwitz Pöhla Pontewitz Ponitz Pöppschen Posa Pöschwitz Prehna Priefel Primmelwitz Prößdorf Rautenberg Remsa Rodameuschel Röhrsdorf Rolika Romschütz Rositz Röthenitz Runsdorf Saara Schelchwitz SchelditzSchlauditz Schloßig Schmölln, Stadt Schömbach Schönhaide Schwanditz Selleris Serbitz Starkenberg Steinbach Stünzhain Taupadel Tautenhain Tegkwitz Thonhausen Thräna Trebanz Treben Trebula Unterlödla Untermolbitz Untschen Waltersdorf Weißbach Wettelswalde Wiesenmühle Wilchwitz Wildenbörten Windischleuba Wintersdorf Wolperndorf Zagkwitz Zechau-Leesen Zehma Zschaiga Zschaschelwitz Zschechwitz Zschöpel Zschöpperitz Zumroda Zürchau Zweitschen
Ehemalige Gemeinden Bis 1939 verloren die folgenden Gemeinden ihre Selbständigkeit oder schieden aus dem Landkreis aus: Altendorf, 1935 zu Kosma Breitenhain, 1922 zu Lucka Drescha, 1922 zu Altenburg Fichtenhainichen, 1923 zu Rositz Gorma, 1923 zu Rositz Gröba, 1923 zu Wintersdorf Heiersdorf bei Ehrenhain, 1923 zu Ehrenhain Heiligenleichnam, 1923 zu Lehndorf Heukendorf, 1923 zu Wintersdorf Jesenitz, 1922 zu Röhrsdorf Kauerndorf, 1922 zu Altenburg Kleinmecka, 1922 zu Großmecka Kleinröda, 1923 zu Posa Kraschwitz, 1922 zu Wilchwitz Krebitschen, 1923 zu Schlauditz Kürbitz, 1938 zu Kosma Leesen, 1923 zu Zechau-Leesen Lehnitzsch, 1923 zu Ehrenberg Lohma, 1923 zu Lohma-Zschernichen Löpitz, 1923 zu Burkersdorf Lutschütz, 1938 zu GödernNeukirchen, 1928 zur Amtshauptmannschaft Glauchau Niederleupten, 1926 zu Nobitz Petsa, 1923 zu Zechau-Leesen Pflichtendorf, 1923 zu Wintersdorf Poschwitz, 1938 zu Altenburg Prisselberg, 1922 zu Mockzig Rasephas, 1922 zu Altenburg Rußdorf, 1928 zur Amtshauptmannschaft Chemnitz Schlöpitz, 1938 zu Kosma Schnauderhainichen, 1922 zu Meuselwitz Selka, 1927 zum Landkreis Gera Steinwitz, 1936 zu Lossen Teuritz, 1922 zu Lucka Unterzetzscha, 1935 zu Knau Vollmershain, 1927 zum Landkreis Gera Waldsachsen, 1928 zur Amtshauptmannschaft Glauchau Wickersdorf, 1928 zur Amtshauptmannschaft Glauchau Wiesebach, 1923 zu Frohnsdorf Zechau, 1923 zu Zechau-Leesen Zschernichen, 1923 zu Lohma-Zschernichen Zschernitzsch, 1922 zu Altenburg
Einzelnachweise
Altenburg Kategorie:Geschichte (Landkreis Altenburger Land) Altenburg Kategorie:Aufgelöst 1952