rechts|250px mini|Das Saarbrücker Rathaus leuchtet während des Max-Ophüls-Festivals in Blau, der Logofarbe. mini|Das Max-Ophüls-Filmfestival ist der alljährliche Treffpunkt für deutschsprachige Nachwuchsfilmer. mini|Der traditionelle Empfang von arte auf dem Max-Ophüls-Filmfestival 2015

Das Filmfestival Max Ophüls Preis (Eigenschreibweise) ist ein jährliches Filmfestival in Saarbrücken für Nachwuchsfilmemacher aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Der Preis wurde nach dem nach Frankreich emigrierten jüdischen Regisseur Max Ophüls (1902–1957) benannt.

Im Jahr 2026 wurde die 47. Auflage vom 19. bis zum 25. Januar veranstaltet.

Geschichte Das Filmfestival wurde 1980 von Albrecht Stuby gegründet. Keimzelle für das Festival war das von der Künstlergruppe Werkstatt KoopErwin Stegentritt: Die Werkstatt Koop. Die Geschichte der Saarbrücker Künstlergruppe. AQ-Verlag, Saarbrücken 2010, ISBN 978-3-922441-97-7 organisierte Nachtstudio der Camera, einem Saarbrücker Programmkino.Die 'Keimzelle' des Ophüls-Festivals. In: Saarbrücker Zeitung vom 18. Januar 2012 Damals besuchten 700 Zuschauer die Veranstaltung. Seitdem stiegen die Publikumszahlen, und die eingereichten Filme nahmen stetig zu. Im Jahr 2018 zählte das Festival 43.500 Besucher. Unter Experten wird es als eines der wichtigsten Foren für den deutschsprachigen Nachwuchsfilm angesehen.

Wegen der COVID-19-Pandemie im Saarland fand die 42. Auflage vom 17. bis zum 24. Januar 2021 nicht in Kinos statt, sondern ausschließlich online.

Mit der 43. Ausgabe (16.–26. Januar 2022) wurde der Preis der Filmkritik jeweils für einen Spielfilm und für eine dokumentarische Arbeit aus den Langfilmwettbewerben ausgelobt.

Preise und Preisträger Am Wettbewerb können deutschsprachige Nachwuchs-Regisseure bis zu ihrem dritten abendfüllenden Spiel- bzw. Dokumentarfilm teilnehmen. Zur Auswahl der Preisträger werden jährlich unabhängige Jurys von Sachverständigen berufen. Die Hauptjury entscheidet über die Gewinner des Max-Ophüls-Preises und des Filmpreises des saarländischen Ministerpräsidenten. Weitere Jurys beurteilen Kurzfilme, Dokumentarfilme und Drehbücher oder vergeben den Preis der Ökumenischen Jury (bis 2014 Interfilmpreis) und den Preis der Jugendjury. Daneben gibt es Publikumspreise für lange, mittellange und Kurzfilme.

Max Ophüls Preis Der in Saarbrücken geborene Namensgeber Max Ophüls (1902–1957) gilt als einer der großen europäischen Filmregisseure des 20. Jahrhunderts. 1933 musste der aus einer jüdischen Familie stammende gebürtige Max Oppenheimer vor den Nationalsozialisten fliehen und fand zunächst in Frankreich, später in den USA Zuflucht. In den 1950er Jahren kehrte Max Ophüls nach Europa zurück.

Mit dem namensgebenden Hauptpreis des Festivals zeichnet die Landeshauptstadt die Regiearbeit an einem Spiel- oder Dokumentarfilme mit einer Länge ab etwa 60 Minuten aus. Der Preisträger wird durch die Wettbewerbsjury bestimmt. 2008 war der Preis mit 18.000 Euro (inkl. 3.000 Euro Kopienwert) und weiteren 18.000 Euro Verleihförderung dotiert. Nominiert werden konnten Spiel- und Dokumentarfilme mit einer Länge ab ca. 60 Minuten. mini|Simon Jaquemet (2015) 2017 war die Mindestlänge der zu nominierenden Spielfilme mit ca. 65 Minuten definiert und die Preissumme mit 36.000 Euro dotiert. Der weiterhin von einer Jury ausgezeichnete Film in deutscher Erstaufführung teilt sich den Preis zu drei gleichen Teilen für den Regisseur, den Produzenten und den Verleih, der einen Kinostart des Films innerhalb von zwölf Monaten nach dem Festival realisiert.

Preisträger 1980: Der Willi-Busch-Report von Niklaus Schilling 1981: Taxi zum Klo von Frank Ripploh 1982: E Nachtlang Füürland von Clemens Klopfenstein und Remo Legnazzi 1983: Café Malaria von Niki List 1984: Peppermint Frieden von Marianne Rosenbaum 1985: Raffl von Christian Berger 1986: Nicht nichts ohne dich von Pia Frankenberg 1987: Francesca von Verena Rudolph 1988: Wendel von Christoph Schaub 1989: Eis von Berthold Mittermayr 1990: Schalom, General von Andreas Gruber 1991: Nie im Leben von Helmut Berger 1992: Der Erdnußmann von Dietmar Klein 1993: Hochzeitsnacht von Pol Cruchten 1994: Scheinschwangerschaft von Denis Rabaglia 1995: Einer meiner ältesten Freunde von Rainer Kaufmann 1996: Der Nebelläufer von Jörg Helbling 1997: Müde Weggefährten von Zoran Solomun 1998: Mammamia von Sandra Nettelbeck 1999: Three Below Zero – Drei unter Null von Simon Aeby 2000: Verschwinde von hier von Franziska Buch 2001: Das weiße Rauschen von Hans Weingartner 2002: Mein Russland von Barbara Gräftner 2003: Mein erstes Wunder von Anne Wild 2004: Muxmäuschenstill von Marcus Mittermeier 2005: Am Tag als Bobby Ewing starb von Lars Jessen 2006: Schläfer von Benjamin Heisenberg 2007: Full Metal Village von Cho Sung-hyung 2008: Selbstgespräche von André Erkau 2009: Universalove von Thomas Woschitz 2010: Schwerkraft von Maximilian Erlenwein 2011: Der Albaner von Johannes Naber 2012: Michael von Markus Schleinzer 2013: Der Glanz des Tages von Tizza Covi und Rainer Frimmel 2014: Love Steaks von Jakob Lass 2015: Chrieg von Simon Jaquemet 2016: Einer von uns von Stephan Richter 2017: Siebzehn von Monja Art 2018: Landrauschen von Lisa Miller 2019: Das melancholische Mädchen von Susanne Heinrich 2020: Neubau von Johannes Maria Schmit 2021: Borga von York-Fabian Raabe 2022: Moneyboys von C. B. Yi 2023: Alaska von Max Gleschinski 2024: Electric Fields von Lisa Gertsch 2025: Ungeduld des Herzens von Lauro Cress 2026: Gropiusstadt Supernova von Ben VoitDie Preisträger:innen 2026. In: ffmop.de, 24. Januar 2026, abgerufen am 24. Januar 2026.

Preis für mittellange Filme Der Preis für die Regie mittellanger Filme (Spiel- und Dokumentarfilme zwischen ca. 25 und ca. 65 Minuten) aus dem Wettbewerb wurde 2008 erstmals unter dem Namen BMW-Group-Förderpreis Film vergeben, war mit 7.500 Euro dotiert und wurde von BMW gefördert.Stefan Schaller gewinnt den BMW Group Förderpreis Film (mittellange Filme) für „Böse Bilder“, Pressemitteilung vom 22. Januar 2008 Seit 2009 wird der Preis für den besten Film aus dem Wettbewerb Mittellanger Film von einer Fachjury zuerkannt. Er wird gestiftet vom saarländischen Minister für Bildung und Kultur und ist mit 5.000 Euro (Stand 2023) dotiert. Seit 2014 wird auch ein Publikumspreis für mittellange Filme („Max Ophüls Preis: Publikumspreis Mittellanger Film“) vergeben. Er ist ebenfalls mit 5.000 Euro dotiert, gestiftet von der Sparkasse Saarbrücken (Stand 2023).mini|Patrick Vollrath (2015) Preisträger 2008: Böse Bilder von Stefan Schaller 2009: Torpedo von Helene Hegemann 2010: Rammbock von Marvin Kren 2011: Halbe Portionen von Martin Busker 2012: Heilig Abend mit Hase von Lilli Thalgott 2013: Stufe Drei von Nathan Nill 2014: Besuch im Wald von David Gruschka und Elena Gruschka 2015: Alles wird gut von Patrick Vollrath; Lobende Erwähnung: Fremdkörper von Christian Werner 2016: Invention of Trust von Alex Schaad 2017: Wald der Echos von Maria Luz Olivares Capelle 2018: Bester Mann von Florian Forsch 2019: Label Me von Kai Kreuser 2020: Lychen92 von Constanze Klaue 2021: Tala’vision von Murad Abu Eisheh 2022: Unter der Welle von Veronika Hafner 2023: Wherever Paradise Is von Roman Wegera 2024: Land der Berge von Olga Kosanović 2025: Garnelius von Julia Ketelhut 2026: Harika von Beran Ergün

Kurzfilmpreis Der Preis für die Regie kurzer Filme (bis ca. 25 Minuten) wird von einer eigenen Jury vergeben. 2023 betrug das Preisgeld 5.000 Euro, es wird von der Stadtwerke Saarbrücken GmbH entrichtet. mini|İlker Çatak (2015) Preisträger 1995: His Mother’s Voice von Oliver Paulus 1996: In Your Shoes von Christoph Röhl 1997: 12 Bilder für Konrad von Katharina Werner und Die Hochzeit von Husam Chadat 1998: Fake! von Sebastian Peterson 1999: Gfrasta von Ruth Mader 2000: Dobermann von Florian Henckel von Donnersmarck 2001: Ich muss gehen von Florian Mischa Böder 2002: Du und ich, wir können einander gehören von Sven Harguth 2003: Insel der Schildkröte von Maru Solores 2004: Grauzone von Karl Bretschneider 2005: Rain Is Falling von Holger Ernst 2006: 37 ohne Zwiebeln von André Erkau 2007: Fair Trade von Michael Dreher 2008: Dunkelrot von Frauke Thielecke 2009: Schautag von Marvin Kren 2010: Schonzeit von Irene Ledermann 2011: Zwischen Himmel und Erde von York-Fabian Raabe; Lobende Erwähnung: Armadingen 2012: DVA von Mickey Nedimovic 2013: Gruppenfoto von Mareille Klein 2014: Wo wir sind von İlker Çatak 2015: Sadakat von İlker Çatak; Lobende Erwähnung: Discipline von Christophe M. Saber 2016: Pitter Patter Goes My Heart von Christoph Rainer 2017: Die Überstellung von Michael Grudsky 2018: Sacrilège von Christophe M. Saber 2019: Boomerang von Kurdwin Ayub 2020: Das beste Orchester der Welt von Henning Backhaus 2021: Fische von Raphaela Schmid 2022: Lullaby von Magdalena Chmielewska 2023: Das andere Ende der Strasse von Kálmán Nagy 2024: Die Räuberinnen von Isa Schieche 2025: God is Grey von Jennifer Drake 2026: Die gemeinen Kleinigkeiten von Florian Moses Bayer

Darstellerpreise Dieser Preis wird für herausragende Leistungen im Bereich Schauspiel verliehen. Der Max-Ophüls-Preis: Bester Schauspielnachwuchs (Hauptrolle) ist mit 3.000 Euro dotiert und wird von der SHS Strukturholding Saar GmbH bzw. seit 2022 von der saarländischen Ministerin für Bildung und Kultur bereitgestellt. Der Max-Ophüls-Preis: Bester Schauspielnachwuchs (Nebenrolle) hat dieselbe Preishöhe und wird von den Festivalpaten gestiftet (Stand 2019). mini|Lore Richter (2015) Preisträger 1989: Karina Fallenstein und Horst Günter Marx 1990: Anne-Laure Luisoni und Klaus Rohrmoser 1991: Julia Jäger und Thomas Kretschmann 1992: Maria Schrader und Andreas Herder 1993: Anna Thalbach und Til Schweiger 1994: Katja Studt und Johannes Brandrup 1995: Claudia Michelsen und Fritz Karl 1996: Christiane Paul und Felix Eitner 1997: Jule Ronstedt und Lars Rudolph 1998: Marie Zielcke und Simon Schwarz 1999: Janina Sachau und Xaver Hutter 2000: Henriette Heinze und Marco Girnth 2001: Jana Thies und Florian Stetter 2002: Marie-Luise Schramm und Michael Finger 2003: Maria Simon und David Rott 2004: Johanna Bantzer und Stipe Erceg 2005: Lavinia Wilson und Jacob Matschenz 2006: Anna Fischer und Ludwig Trepte 2007: Gabriela Hegedüs und Florian Bartholomäi 2008: Alice Dwyer und Jörg Pohl 2009: Irina Potapenko und Sergej Moya 2010: Nora von Waldstätten und Sebastian Urzendowsky 2011: Sarah Horváth und Burak Yiğit 2012: Peri Baumeister und Michael Fuith 2013: Jasna Fritzi Bauer und Maximilian Mauff 2014: Liv Lisa Fries und Vincent Krüger 2015: Lore Richter und Benjamin Lutzke 2016: Odine Johne und Ben Münchow 2017: Elisabeth Wabitsch und Leonard Kunz 2018: Loane Balthasar (Hauptrolle) und Anna Suk (Nebenrolle) 2019: Joy Alphonsus und Simon Frühwirth 2020: Maresi Riegner und Mehdi Meskar 2021: Sara Fazilat und Jonas Holdenrieder 2022: Pablo Caprez und Julia Windischbauer 2023: Augustin Groz und Alina Stiegler 2024: Willi Geitmann und Joshua Bader 2025: Giulio Brizzi und Ladina von Frisching 2026: Tommes Diallo und Emilia Warenski

Beste Spielfilmregie Im Namen des Ministerpräsidenten beziehungsweise der -präsidentin des Saarlandes wird der Max-Ophüls-Preis: Beste Regie für einen Film im Spielfilmwettbewerb vergeben. Er ist mit 5.500 Euro dotiert und wird durch eine Verleihförderung in Höhe von 5.500 Euro ergänzt.

Preisträger 1987: Junge Leute in der Stadt von Karl Heinz Lotz 1988: Schmetterlinge von Wolfgang Becker 1989: Die weißen Zwerge von Dirk Schäfer 1990: Caracas von Michael Schottenberg 1991: Himmel oder Hölle von Wolfgang Murnberger 1992: Die blaue Stunde von Marcel Gisler 1993: Frankie, Jonny & die anderen von Hans-Erich Viet 1994: Indien von Paul Harather 1995: Unter der Milchstraße von Matthias X. Oberg 1996: Die Ameisenstraße von Michael Glawogger 1997: Honig und Asche von Nadia Fares