Johann Gottfried Heinitz (* 22. Oktober 1712 in Lauban; † 25. Dezember 1790 in Löbau) war ein deutscher Pädagoge und Kirchenlieddichter.
Leben Heinitz studierte ab dem 14. April 1731 zunächst an der Universität Leipzig und wechselte an die Universität Wittenberg, wo er 30. April 1735 den akademischen Grad eines Magisters der Philosophie erwarb Fritz Juntke: Album Academiae Vitebergensis – Jüngere Reihe Teil 3; Halle (Saale), 1966 S. 218.. 1736 wurde er Konrektor der Schule in Cottbus.
Im Folgejahr ging er als Rektor der städtischen Lateinschule nach Kamenz, wo er als Kind der Aufklärungsperiode versuchte, die Schule im Sinne der Zeit umzugestalten. Dazu wollte er neue Lehrbücher einführen und stellte einen neuen Lehrplan auf. Jedoch erreichte er nicht viel Jahresberichte für neuere deutsche Literaturgeschicht, Berlin, B. Behrs Verlag, 1906, 13 Bd. (Jahr 1902), S. 301, zumal er sich mit seinen Neuerungen auch den Unwillen des Bürgermeisters zuzog.
Aus Kamenz vertrieben ging Heinitz sechs Jahre später, im April 1743 als Rektor an das Lyzeum in Löbau. Er verfasste viele Musiktexte für das Kirchengesangbuch von Löbau. Berühmte Schüler von ihm waren unter anderem Gotthold Ephraim Lessing und Christlob Mylius.
Werkauswahl Progr. de Pedantismo et Galantismo. Camenz 1737 Progr. de credulitate, verae eruditione contraria. Kamenz 1737 Progr. wie ein jeglicher Mensch natürlicher Weise nach gewissen Zwecken handeln und sich glücklich zu machen sucben solle. Kamenz 1759 Progr. de eo, quod parentes influant in liberorum sortes et mores. Kamenz 1759 Progr. dass die Schaubühne eine Schule der Beredsamkeit sey. Kamenz 1740 Progr. de limitibus veritatum non insuper habendis. Kamenz 1741 Progr. von der Beherrschung seiner selbst. Kamenz 1741 Progr. zum Gregorius-Actus. Kamenz 1742 Progr. An et quatenus philosophia in scholis gyninasiisque sit tradenda? Löbau 1743 Ein schneller Tod, als eine unerkannte Wohlthat Gottes; eine Parentation. Löbau 1743 Progr. zum Gregorius-Schulfeste, welches in seinen Aufzügen den Sieg über die Eitelkeit vorstellen soll. Löbau 1744 Progr. de eo, quod ridiculum est in philosophiae sectatoribus. Löbau 1745 Progr. Es muss keine Wahrheit so niedrig und verächtlich seyn, dass sie nicht zu ihrer Zeit ihren guten Nutzen hätte. Löbau 1745 Progr. von der Wichtigkeit eines Lehrers, in den untersten Klassen. Löbau 1746 Progr. de imitatione stulta. Löbau 1743 Progr. de iis, quae medico sunt in arte sua ad colendam religionem et virtutem incitamento. Löbau 1749 Progr. de mediocritate in litterarum studiis. Löbau 1752 Progr. von der Pflicht der Eltern, die Lehrer der Schule in ihrem Amte zu unterstützen. Löbau 1752 Progr. de nimio emergendi studio. Löbau 1754 Progr. de variis, .quibus iucurii scholarum aluumi uti solent perfugiis. Löbau 1755 Progr. de causis quare in contemtum aliorum saepius incurrant eruditi. Löbau 1756 Progr. von der Pflicht eines Lehrers, seinen Untergebenen richtige Satze von Ehre und Redlichkeit beyzubringen. Löbau 1760 Progr. von der Notwendigkeit des Unterrichts. Löbau 1761 Progr. die Bearbeitung des Willens junger Leute, als eine unumgängliche u. zugleich schwere Pflicht der Schullehrer. Löbau 1762 Progr. Zum Huldigungsactus. Löbau 1769. fol. Progr. vom guten Geschmack in den Wissenschaften. Löbau 1770 Trauerrede auf Frau E. C. Segnitz u. s. w. Löbau 1770 Progr. de iis, quae solari praeceptorem senio confectum solent. Löbau 1774 Progr. von den Klagen über die verderbte Kinderzucht. Löbau 1775 Progr. von dem philosophischen oder vielmehr unphilosophischen Stolz dererjenigen, die sich auf eine vorzügliche Art Weise nennen. Löbau 1779
Literatur Johann Georg Meusel: Lexikon der vom Jahr 1750 bis 1800 verstorbenen teutschen Schriftsteller. Gerhard Fleischer der Jüngere, Leipzig, 1805, Bd. 5, S. 305 (Online)
Einzelnachweise
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