Uranylfluorid (UO2F2) ist eine Uranverbindung, die ein Zwischenprodukt bei der Umwandlung von Uranhexafluorid UF6 in ein Uranoxid oder in die metallische Form des Urans ist, es entsteht ferner bei der Reaktion von UF6 mit Luftfeuchtigkeit.

Eigenschaften Uranylfluorid ist ein hellgelber, grünlichstichiger Festkörper, dessen Farbintensität etwas variiert.J.J. Katz, E. Rabinowitch: The chemistry of uranium, Pt. 1, McGraw-Hill, New York – Toronto – London 1951, S. 564–577.Georg Brauer (Hrsg.), unter Mitarbeit von Marianne Baudler u. a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band II, Ferdinand Enke, Stuttgart 1978, ISBN 3-432-87813-3, S. 1218. Gut kristallines Uranylfluorid ist nur wenig hygroskopisch. Oberhalb von 300 °C zerfällt UO2F2 – je nach Temperatur und Sauerstoffdruck – in HF und UO3 bzw. U3O8.F. Coenen: „The preparation of α-UO3 by the high temperature hydrolysis of uranyl halides“, in: J. Inorg. Nucl. Chem., 1966, 28, S. 1733–1734; doi:10.1016/0022-1902(66)80077-5.

Toxizität Akute Toxizität geht hauptsächlich von den Fluoridionen der Verbindung aus (Fluorose). Uranylfluorid ist, wie alle Uranverbindungen, sehr giftig. Seine Radioaktivität spielt bezüglich der Gefährlichkeit eine geringere Rolle, obwohl man gewisse Strahlenschutzvorkehrungen treffen sollte, wenn angereichertes Uran (235U) in der Verbindung vorhanden ist, da Natururan ein Alphastrahler ist. Der Stoff ist ätzend und gefährlich beim Einatmen, beim Verschlucken oder Hautkontakt. Eine Inkorporation durch Inhalation oder Verschlucken kann sich verheerend auf den Organismus auswirken. Die Folgen können mit Verzögerung auftreten.Georg Brauer (Hrsg.), unter Mitarbeit von Marianne Baudler u. a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band II, Ferdinand Enke, Stuttgart 1978, ISBN 3-432-87813-3, S. 1185–1189.

Literatur Ingmar Grenthe, Janusz Drożdżynński, Takeo Fujino, Edgar C. Buck, Thomas E. Albrecht-Schmitt, Stephen F. Wolf: Uranium, in: Lester R. Morss, Norman M. Edelstein, Jean Fuger (Hrsg.): The Chemistry of the Actinide and Transactinide Elements, Springer, Dordrecht 2006; ISBN 1-4020-3555-1, S. 253–698; . Gmelins Handbuch der anorganischen Chemie, Uran, Ergänzungsband C 8, Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg, New York 1980, S. 285.

Einzelnachweise

Kategorie:Säurefluorid Kategorie:Uranylverbindung