mini|hochkant|Stammwappen derer von dem Bussche. Von dem Bussche () ist der Name eines Uradelsgeschlechts aus dem Ravensberger Land in Ostwestfalen, das 1225 erstmals erwähnt wurde. Im Spätmittelalter erwarb es Besitz auch im benachbarten Hochstift Osnabrück, den es großenteils bis heute hält. Es teilte sich in drei Hauptlinien und mehrere Nebenzweige und erwarb später auch Besitz in anderen Regionen, etwa in Anhalt, am Harz und im Sauerland.

Das Geschlecht ist stammesverwandt mit den Donowe. Von den namensgleichen, in derselben Region ansässigen, aber wappenverschiedenen Herren von dem Bussche zu Gesmold und Herren von Bussche zu Hess. Oldendorf ist es zu unterscheiden.

Geschichte Herkunft Das hier behandelte Geschlecht wurde im Jahre 1225 mit dem dominus (lat. Herr) Everhardus de Busche erstmals urkundlich erwähnt.Westfälisches Urkundenbuch. 3 (1868), Nr. 1712. Sein Bruder Albert wird ab 1230 in Urkunden genannt. Mit einem ab 1341 erscheinenden Albert beginnt die ununterbrochene Stammreihe. Der Name Albert ist einer der Leitnamen der Familie.

Die Herren von dem Bussche saßen ursprünglich im Grenzgebiet der Grafschaft Ravensberg und des Hochstifts Osnabrück. Bereits 1390 konnten sie das osnabrücksche Schloss Ippenburg erwerben und 1447 auch das benachbarte Schloss Hünnefeld, beide östlich von Osnabrück (Niedersachsen) gelegen. Durch die beiden Güter gehört die Familie bis heute zur Osnabrücker Ritterschaft. Hermann Gogreve († um 1341, „manche Jahre“ vor 1366), der keinen legitimen Erben hatte, überließ 1341 seinen allodialen Hof zu Südlengern seinem Neffen (wohl Sohn seiner Schwester), dem Ritter Alhard (Albert) von dem Bussche.Urkunde vom 10. März 1366; Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen C 101u / Fürstabtei Herford, Landesarchiv / Urkunden, Nr. 358; archive.nrw.de); Gustav von dem Bussche: Geschichte der von dem Bussche, Bd. I Regesten und Urkunden. August Lax, Hildesheim 1887, Nr. 86, S. 22. (Digitalisat) Der Name „Busse“ des Bussen Hof (heute Straßenname in Kirchlengern) ging als Familienname auf die bürgerlichen Erbpächter über.„Busse in Lengern“ bzw. „Boß to Lennegeren“ waren Eigenhörige der Reichsabtei Herford; Franz Herberhold (Hrsg.): Das Urbar der Grafschaft Ravensberg von 1556. Band I: Text. Aschendorff, Münster 1960, S. 226; Vgl. Franz Darpe (Bearb.): Einkünfte- und Lehns-Register der Fürstabtei Herford sowie Heberollen des Stifts auf dem Berge bei Herford (= Codex Traditionum Westfalicarum, 4). Theissing, Münster 1892, S. 158 und 365; vgl. S. 115, 312, 329 u. ö. (Digitalisat)

In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts gelangte Lohe (Gemeinde Bakum im nordmünsterischen Amt Vechta) und Anfang des 17. Jahrhunderts Schloss Haddenhausen bei Minden, 1656 Streithorst (nordöstlich von Osnabrück), 1793 das Gut Dötzingen bei Hitzacker (Elbe)/Niedersachsen und 1820 Schloss Neuenhof bei Lüdenscheid im Sauerland in Familienbesitz. Mit Ausnahme von Lohe sind diese Güter bis heute im Besitz der Freiherren von dem Bussche geblieben. Die Familie trat nach der Reformation zur evangelischen Konfession über.

Linien und Standeserhebungen Gerhard-Clamor von dem Bussche (1532–1573) und seine Frau Anna, geb. von Ascheberg (1540–1606), sind die Stammeltern aller heute lebenden Bussches. Ihre Güter Ippenburg, Lohe und Hünnefeld wurden 1598 zwischen den Söhnen aufgeteilt, wodurch die drei Hauptlinien der Familie entstanden. Sie machten die Namen ihrer Stammsitze zu Beinamen: Bussche-Ippenburg (Albert von dem Busche (1563–1602)) mit dem Zweig Bussche genannt Münch (1773) und dem 1840 verliehenen primogenen Grafentitel Bussche-Ippenburg genannt von Kessel; zweitens Bussche-Lohe mit der Zweiglinie Bussche-Haddenhausen (Johann von dem Busche († 1624)) und drittens Bussche-Hünnefeld (Gerhard Clamor von dem Busche (1572–1614)) mit dem Zweig Bussche-Streithorst.

Nachdem bereits einzelne Linien eine Bestätigung zur Führung des gewohnheitsrechtlich getragenen Freiherrentitel erhalten hatten, wurde im Jahre 1884 sämtlichen Zweigen der Familie der Freiherrenstand vom Königreich Preußen bestätigt. Einzelne Vertreter der Familie wurden auch in den primogenen Grafenstand erhoben.

Bussche-Ippenburg mini|hochkant|Schloss Ippenburg, Osnabrücker Land. Schloss Ippenburg im Landkreis Osnabrück (Niedersachsen) befindet sich seit 1390 im Besitz der Familie. Die Burg vom Ende des 14. Jahrhunderts wurde 1811 abgerissen; das nach dem Dreißigjährigen Krieg nördlich davon errichtete barocke Herrenhaus wurde 1862 abgebrochen und ab 1862 durch das heutige neugotische Schloss ersetzt. Alfred von dem Bussche-Ippenburg (1803–1848), königlich-preußischer Intendanturassessor, erhielt 1846 die preußische Genehmigung zur Führung des Freiherrentitels. Das Rittergut Ippenburg wird bis heute von den Freiherren von dem Bussche-Ippenburg bewirtschaftet.

1793 wurde Philipp Clamor von dem Bussche-Ippenburg, gen. von Münch (1728–1808), Sohn von Ernst August Philipp (1681–1761), mit dem Rittergut Dötzingen in Hitzacker (Elbe) belehnt, das zur Lüneburger Ritterschaft gehört. Es ging Ende des 19. Jahrhunderts durch Heirat an den Haddenhäuser Zweig der Familie über, der es noch besitzt.

Bussche-Ippenburg genannt von Kessel mini|hochkant|Schloss Neuenhof, Sauerland. Julius von dem Bussche-Ippenburg (1805–1861), adoptierter von Bottlenberg gen. Kessel, erhielt am 3. Mai 1825 die preußische Namens- und Wappenvereinigung mit den ausgestorbenen Herren von dem Bottlenberg gen. Kessel und wurde am 15. Oktober 1840 in den preußischen primogenen Grafenstand als Graf von dem Bussche-Ippenburg genannt von Kessel erhoben. Aus dem Erbe der Familie Bottlenberg-Kessel kam das Schloss Neuenhof bei Lüdenscheid im Sauerland (Nordrhein-Westfalen) mit Schloss Hackhausen (1891 verkauft) in Familienbesitz; Neuenhof wird heute von Alhard Graf von dem Bussche-Kessell bewohnt. Sein Bruder Philip Freiherr von dem Bussche-Ippenburg (1950–2024) besaß das Gut Ippenburg.

Bussche-Münch Philipp Clamor von dem Bussche-Ippenburg (1728–1808), Domkapitular zu Osnabrück und Universalerbe des braunschweigisch-lüneburgischen Landdrosten Philipp von Münch auf Schloss Benkhausen und Haus Werburg, erhielt am 10. Juni 1773 die preußische Namens- und Wappenvereinigung mit denen von Münch unter dem Namen von dem Bussche genannt Münch. 1875 starb der Zweig aus; der Erbe aus dem Ippenburger Zweig nahm den Namen Karl von dem Bussche-Münch (1861–1900) an (mit preußischer Genehmigung von 1886). Sein einziger Sohn Alhard (* 1897) hatte keine Kinder und verkaufte 1941 Werburg und 1962 Benkhausen.

Bussche-Lohe Lohe mini|hochkant|Gut Cösitz, Anhalt. Die Linie war seit der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts auf dem Gut Lohe (heute Ortsteil von Bakum im Oldenburger Münsterland in Niedersachsen, nordöstlich von Osnabrück) ansässig. Die Wasserburg Lohe vom Anfang des 14. Jahrhunderts wurde 1828 auf Abbruch verkauft und ist daher heute verschwunden. Die Loher Linie blüht jedoch noch.

Mitte des 16. Jahrhunderts kaufte Clamor von dem Busche (1624–1684), Drost zu Schlüsselburg, Lohe das Gut Cösitz im Fürstentum Anhalt-Köthen (heute Sachsen-Anhalt) und verlegte ihren Hauptsitz dorthin. Cösitz blieb bis zur Enteignung 1945 im Besitz der Freiherren von dem Bussche-Lohe. Von 1611 bis 1857 war auch Wierstorf im Besitz der Linie, im 19. Jahrhundert ferner die Güter Ahrbergen und Woltersdorf.Landesarchiv Sachsen-Anhalt: Gutsarchiv Walbeck. Sein jüngster Sohn Clamor von dem Busche († 1705) war von 1691 bis zu seinem Tode Domdechant zu Halberstadt. Sein ältester Sohn Johann Philipp von dem Bussche (1652–1712), wie auch dessen Sohn Johann Clamor von dem Bussche-Lohe (1706–1764), waren später Herrn auf Lohe.

1728 erbte Johann Clamor von dem Bussche-Lohe (1706–1764) das ehemalige Klostergut Walbeck am Harz, wo seine Erben 1765 das Schloss Walbeck erbauten; es blieb bis Ende des 19. Jahrhunderts im Besitz der Linie. 1768 erwarben die Bussche-Lohe von den verwandten Freiherren von Hardenberg auch das Schloss Rethmar bei Hannover und besaßen es bis 1850. mini|hochkant|Schloss Haddenhausen, Minden. Haddenhausen 1609 erwarb Johann von dem Bussche-Lohe (1570–1624) das Gut Haddenhausen bei Minden (Nordrhein-Westfalen) von seinem Schwiegervater Hilmar d. J. von Münchhausen, der es als Vormund seiner Neffen veräußern musste. Die Eheleute Johann und Lucia (1589–1651) von dem Bussche ließen zwischen 1613 und 1616 das Schloss Haddenhausen im Stil der Weserrenaissance errichten. Gut und Schloss befanden sich von 1708 bis 2014 im Eigentum des von dem Bussche-Hünnefeld’schen Stammlegats (ähnlich einer Familienstiftung), welches am 1. März 1690 durch den Landrat Christoph von dem Bussche (1643–1695), Sohn von Clamor Eberhard von dem Bussche (1611–1666), gegründet wurde. 2016 wurden Gut und Schloss durch Boris Freiherr von dem Bussche-Haddenhausen aus Hitzacker übernommen und fortgeführt. Es wurden seitdem aufwändige Sanierungsmaßnahmen umgesetzt, um die Anlage als Renaissancebau zu erhalten.

Johann Wilhelm von dem Bussche-Lohe-Haddenhausen (1623–1696), Sohn von Johann von dem Bussche-Lohe (1570–1624), kaufte 1661 den Meierhof Offelten, der danach zum Rittergut erhoben wurde. Zusätzlich kaufte Johann 1678 Wickeride und 1652 Engerode. Heinrich Albert (1664–1731), Sohn von Johann Wilhelm von dem Bussche-Lohe-Haddenhausen (1623–1696), stiftete daraus einen Fideikommiss, außerdem entstand 1746 eine von dem Bussche-Offelt’sche Legatenstiftung. Der General Ludwig von dem Bussche-Haddenhausen erweiterte den Offelter Fideikommiss ab 1817 um das hannoversche Gut Liethe. Beide Güter wurden im 20. Jahrhundert verkauft. mini|hochkant=0.5|Gut Dötzingen. Friedrich Wilhelm Kuno von dem Bussche (1836–1881), Sohn von Friedrich Wilhelm Lebrecht von dem Bussche (1784–1848), erhielt am 16. Juli 1868 die preußische Genehmigung zur Führung des Freiherrntitels und des Beinamens Haddenhausen.

Ein Zweig ist heute auf dem Rittergut Dötzingen in Hitzacker (Elbe) ansässig, das durch die Ehe der Gabriele Freiin von dem Bussche-Ippenburg (1877–1973) mit Georg Freiherr von dem Bussche-Haddenhausen (1869–1923) an den gemeinsamen Sohn Julius von dem Bussche-Haddenhausen überging. Julius’ Schwester war Gösta Freiin von dem Bussche-Haddenhausen (1902–1996), die Mutter von Claus von Amsberg, dem späteren Prinzgemahl der Niederlande, der teilweise in Dötzingen aufwuchs.

1824 erwarb Hans Clamor Hilmar von dem Bussche-Haddenhausen (1774–1851), Sohn von Georg Wilhelm von dem Bussche (1726–1794), das Gut Wendhausen, das zur Hildesheimer Ritterschaft gehörte und bis 1842 in der Familie blieb. Auch das hildesheimische Gut Barfelde gehörte diesem Zweig der Haddenhäuser Linie bis vor dem Ersten Weltkrieg. Infolge von Adoption setzte der Zweig auch die Familie von Lüneburg auf Schloss Essenrode fort.

Hilmar von dem Bussche-Haddenhausen erwarb 1936 das Gut Katelbogen in Mecklenburg, das 1945 enteignet wurde. mini|Ahnenprobe von 1720: Johann Clamor August von dem Bussche-Lohe a.d.H. Haddenhausen. Johann von dem Bussche-Haddenhausen-Lohe (1570–1624), Herr zu Lohe, kaufte 1609 das Rittergut Haddenhausen. Herren auf Haddenhausen Hilmar von dem Bussche-Haddenhausen-Lohe (1617–1677), Herr zu Haddenhausen, 2. Sohn von Johann Johann Wilken von dem Bussche-Haddenhausen (1652–1705), Herr zu Haddenhausen, Drost zu Hausberge und Regierungsrat zu Minden, ältester Sohn von Hilmar Hilmer Albrecht von dem Bussche-Haddenhausen (1689–1726), Herr zu Haddenhausen, Geh. Regierungsrat und Domküster zu Minden, übertrug das Rittergut Haddenhausen 1708 an das von dem Bussche-Hünnefeld’sche Stammlegat, welches es bis heute besitzt. mini|hochkant|Schloss Hünnefeld, Osnabrücker Land. mini|hochkant|Gutshaus Flessenow b. Schwerin. Jahr 2014. Bussche-Hünnefeld